CADAVRE EXQUIS des Monats Juni



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litblogs plus twitter

KOLLEKTANEEN

Was herauskommt , wenn verschiedene Menschen verschiedene Bücher aufschlagen und aus deren Seite 140 die 140 Tweet- möglichen Zeichen zitieren ( #textetrouvé ) : Siehe den Cadavre Exquis des Monats Juni , welchen wir bei litblogs.net ausstellen. Und alle Twitterer dieser schönen Welt zum Mitkadavern auffordern . Habt Euch nicht so , schlagt Eure Kladden auf und Los !

Eine mitunter nicht minder surrealistische Montage ergibt die chronologische Montage sämtlicher litblogs.net- Tweets ( #lbn ) für den nämlichen Zeitraum . Eine Form akuter Zeit- Mit- Schrift jenseits privater Exhibition .

Diesmal über ein Amt für Poesie , aktuelle Hörspiele , Books on Demand , den Bachmannpreis , das Paralleluniversum “BIRDY” ( A. L. Seyerlein ) , Verlage im Social Web und @ Twitter ( z. B. swiss independent publishers @ Twitter ) , den Lapsus Linguae der ZEIT ( Twitter als “Klowand des Internets” ) , Verleger vs Aggregatoren , Netz- Romane von Alban Nicolai Herbst und Michael Perkampus , Foucault- Texte online , Goethes Briefwechsel mit Schiller als Weblog sowie über Literarische Postkarten .

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RELATED

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ECHO

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Bonbon | Automaten II



||| BONBON AUTOMATEN | KLANGAPPARAT | RELATED

BONBON | AUTOMATEN

Was auffällt : Je ferner der Bonbon- Automat dem urbanen Zentrum , …

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( 2294 Marchegg Bahnhof , NÖ )

… desto ausgeprägter dessen Altar- bzw. Triptychon- Charakter .

Im Folgenden eine kleine Fort- Bewegung ,
welche in den bereits periphereren Bezirken der Hauptstadt ihren Beginn nimmt ,
um sich im ( eher weniger ) platten Salzburger Land zu verlieren .

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( 1020 Wien )

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( 1200 Wien )

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( 5640 Bad Gastein , Salzburg )

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( 5640 Bad Gastein , Salzburg )

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( 5541 , St. Johann im Pongau , Salzburg )

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( 5550 Radstadt , Salzburg )

Sobald die formalreligiöse Auffassung sich radikalisiert, schreitet die Abstraktion bis zu dem Punkt voran, an dem potentiell jeder content ein religoides Design anzunehmen vermag, sofern der content provider es wünscht. ( Peter Sloterdijk : Du musst dein Leben ändern . Über Anthropotechnik - Ff / M : Suhrkamp 2009 , 254 )

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KLANGAPPARAT

Schwebt zwischen himmlisch / Sphärenklang und heidnisch / Pagan Trance , geht jedenfalls runter wie Nektar & Ambrosia :czz-hoerempfehlung

Sie entscheiden , ob Sie Sliptone aka Tom McNab in Higher Grounds entführt oder ins Heart of sweet Deepness - aufregend ist des Briten beim ungarischen Netlabel Budabeats erschienene ep “Funkagent 1” allemal .

CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP )

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RELATED

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Der Sommer @ in|ad|ae|qu|at



||| SOMMERPROGRAMM | REFORMEN | SALON LITTÉRAIRE : ULRICH SCHLOTMANN SPECIAL | KLANGAPPARAT

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SOMMERPROGRAMM

czz icon inadaequatDas mit dem “living is easy” wollen wir in|ad|ae|qu|at mal als schönen Mythos so stehen lassen . Quasi “Prinzip Hoffnung” .

Gleichwohl legen wir in den Monaten Juli und August einen anderen Gang ein , will meinen : schalten etwas zurück . Klinken uns aus der gewissen Ansässigkeit unseres Standorts aus und verpflichten uns zu keiner sicheren Verortung , frei nach der schönen George Clinton Nummer “Move Your ass , your brain will follow” . Entsprechend wird es die wöchentlichen Orts- Zeit- und Literaturangaben der Rubrik “Neues von Freunden” ( NVV ) nur kursorisch geben , je nach dem.

Dafür wid es im Juli eine “on the road“- Sequenz geben ( N oder S : wer weiss ? ) und im August “Literatur als Radiokunst“- Produktionsnotizen mit | über Sabine Scho .

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REFORMEN

czz icon inadaequatIm Übrigen wollen wir in|ad|ae|qu|at die Zeit nutzen , nicht nur einerseits offline einiges in Ordnung zu bringen , sondern anderseits das Verhältnis von Bloggen vs. Twittern auf ein geregeltes Gleis zu setzen . Vermutlich wird sich der Twitter- Part auf die Hörkunst- Mitschrift beschränken , Anderes in unregelmässiger Folge in Linklisten fliessen . Solcherart muss der Twitter- Irrsinn “schön draussen bleiben” und die LiLis garantieren eine bessere chronikalische Verortung gewisser Themen und Threads .

Und natürlich : Update auf WP 2.8 plus kleine Basteleien am Layout , welches die Features “Salon Littéraire” , “espace d’essays” und “tableau de texte” bislang in unzureichender Übersichtlichkeit repräsentiert .

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SALON LITTÉRAIRE : ULRICH SCHLOTMANN SPECIAL

czz icon inadaequatÀ propos “Salon” : Um einem wichtigen Titel dieses Herbstes nach Kräften vorzustellen , werden fünf Ausgaben des “Salon LittéraireUlrich Schlotmann gewidmet sein und seinem eminenten , bei Urs Engeler angekündigten Opus “Die Freuden der Jagd” . Zwei Ausschnitte aus dem 1.100- Seiter sind ja bereits im “Salon” vor zu lesen , darüber hinaus entsammt ja auch die “Literatur als Radiokunst“- Produktion “Von Eriwan bis Samarkand” ( Ursendung 9. 12. 2007 , mp3 ) aus dem Text- Quellgebiet eines Werks , an welchem der Autor ein gutes Jahrzehnt lang gearbeitet hat .

Selbstverständlich geht Hartmut AbendscheinsANNA” auch weiterhin seinen gewohnten drei- Wochen- Fortsetzungsgang . Unvorhersehbares behalten wir uns selbstverständlich vor Immerhin können wir mit diesem Sommer auf zwei Jahre ununterbrochene , allsonntägliche Text- und Bildkunst- Vorstellungen zurückblicken . Ein wenig Stolz darf da schon aufkommen …

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KLANGAPPARAT

Fast wie bestellt wird der Sommerbeginn von einer neuen Release unseres bekanntermassen Leib- und- Magen- Netlabels broque musikalisch akkompagniert : Auch hier sind es nun fast zweieinhalb Jahre , czz-hoerempfehlungdass in|ad|ae|qu|at dessen entspannt undogmatisches , mitunter sympathisch- schrulliges , stets aber kluges Musikprogramm begleitet . Und sind dabei noch nie schlecht gefahren .

So starten wir heute mit einem gut geerdeten Minimal Techno mit klandestinen Dub- Anleihen sowie einigen überraschenden Bläsersätzen : die “momento“- e.p. von richvomdorf ( MySpace ) mag uns ein bisschen auf die samstägliche Regenbogenparade ( bzw. das traditionell himmlich bespielte H.A.P.P.Y.- Tanzfest im WUK ) einstimmen . Never change a winning team , danke Der Herr Christian für die Programmierung - -

Hier die Tracks , CLICK LINKS TO LISTEN :

01. momento a | 02. momento - georgies tageslicht remix | 03. momento - hakan lidbo remix | 04. momento - tampopo vs. garry grand remix | 05. momento - pseudonimo rebuild | 06. momento b

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MICRO | -NOTE | -QUOTE : ROTTEN KINCK SCHOW online



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Was wir bislang in|ad|ae|qu|at als lose Folge von poetischen Productionen & Vor- Stellungen eines gewissen , gut eingespielten , indes implizit widerspenstigen Trios in der Rubrik “Neues von Freunden” ( NVF ) dreimal gesondert präsentierten - die von Ann Cotten , Monika Rinck und Sabine Scho in diversen Berliner Localitäten etablierte ROTTEN KINCK SHOW - gibt sich im Anflug auf RKS #4 ( August | Berlin und November | Wien ) gebündelt als gruppierte Online- Präsenz die Ehre .

Nach “Qualle : Masse oder Eremit ? ( Tierbaby- Bingo )” ( NVF 06 ) , “DIE EVOLUTION FRISST IHRE KINDER - wie bereitet sie sie zu ?” ( NVF 14 ) sowie “Der schwarze Punkt ( MEINE MUSE , MEIN DÄMON , MEIN RECHNER )” ( NVF 18 ) sind derzeit Monika Rincks Überlegungen zum vorigen Sonntag im Rahmen des poesiefestivals berlin angesetzten Colloquiums “Sperrige Schönheit : Überlegungen zur Rezeption aktueller Lyrik” zu lesen .

Und , wie angedeutet , einige Bergson’sche Partikel zur noch unbetitelten RKS #4 . Beachten und Betrachten Sie diese Con- Spiration -

rks-logo

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Bachmannpreis 2009 - Nachand 1 Nachschrift



||| NACHAND NOCH EINMAL : SO SEHEN SIEGER AUS | NACHAND NOCH EINMAL : PRESSE ORTET EINE REVANCHE FÜR CÓRDOBA ‘78 | “BLANKES ENTSETZEN” Vs. “LIEBLICHKEIT : ZWEIFEL AN DER KOMPETENZ DER JURY | STATE OF THE ART | KLANGAPPARAT | RELATED

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NACHAND NOCH EINMAL : SO SEHEN SIEGER AUS

Nachdem wir die Preisträger des Ingeborg- Bachmann- Wettbwerbs bereits gestern der in|ad|ae|qu|aten MITSCHRIFT angefügt haben , kann deren Wiederholung nun auch im Nachhinein nicht schaden . Lange hat es gedauert , bis für die diversen Preise absolunte Stimmenmehrheiten erzielt werden konnten , aber nachand - ein Austriazismus für nachher , schliesslich - hatte man eine gediegene Truppe an Preistragenden beisammen .

Und damit einen Cluster eher mänllicher , eher realistischer Erzähformen , deren mehr oder weniger offen liegender Erzählmotor betrieben wird mit dem Sprit von Krisen , sämtlich ins Private gekrempelt . Auffallend und für die betroffene Gebietskörperschaft höchst frustrierend : kein noch so klitzekleines österreiches Prosastückerl hat es aufs Podest geschaft -

Ingeborg- Bachmann- Preis 2009 an Jens PetersensBis dass der Tod” - Jury im 2. Durchgang 5 : 2

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NACHAND NOCH EINMAL : PRESSE ORTET EINE REVANCHE FÜR CÓRDOBA ‘78

Dass der gastgebende Literaturweltmeister ( Selbsteinschätzung ) keinen Preis erringen konnte , wird selbstredend von den österreichischen Medien als schmerzlich vermerkt . Indes sparen auch deutsche und schweizerische Kommentare nicht mit der Registierung lokaler , regionaler bzw. nationaler Auszeichnung . So vermerkt der für Spiegel Online adaptierte Agenturbericht , dass lediglich mit dem Sieger Jens Petersen aus Pinneberg / Hamburg ein “Restdeutscher” geehrt wurde :

Die anderen Preise, die am Sonntag im Rahmen der Bachmann-Lesungen verliehen wurden, gingen allesamt nach Berlin. ( SpOn )

Ein klein wenig anders rahmt die aus derselben Agenturmeldung gespeiste Darstellung der WELT das Siegerbild :

Alle fünf im Rahmen der 33. Klagenfurter Tage der deutschsprachigen Literatur vergebenen Preise gingen in diesem Jahr an Deutsche. ( DIE WELT )

Dass mit dem Ausstechen der traditionell am Sprachspiel oientierten österreichischen Vorzeigetexte durch “deutsche Realisten” ein heikles Thema der bilateralen literarischen Beziehungen auf dem Spiele steht , beweist die wiederholt Berufung auf den berühmten Fussball- WM- Sieg Östereichs gegen Deutschland 1978 in Córdoba :

Läuft das hier auf ein neues Córdoba hinaus ? ( WELT )

fragt Elmar Krekeler im Zuge seiner Live- Notizen in der WELT rhetorisch , wohingegen Sandra Kegel im zusammenfassenden FAZ- Artikel bereits ex post deklarieren kann :

Die Revanche für Córdoba . ( FAZ )

Ins Ästhetische übersetzt heisst dies innerhalb des genannten Artikels nichts weniger als Folgendes :

Längst hat der Realismus die einst in Klagenfurt tonangebende Experimentalliteratur verdrängt. ( FAZ )

Nicht unredlich wird das Tertium Comparationis von Sandra Kegel referiert :

Ästhetische Ideologiekämpfe werden nicht mehr ausgetragen, aber die literarischen Vorlieben der Juroren weichen zum Glück noch immer erheblich voneinander ab. In diesem Jahr tat sich in der Jury eine weitere, länderspezifische, nämlich deutsch-österreichische Front auf, dass schon das Wort von Córdoba die Runde machte. Während die Österreicher bei der WM 1978 gegen die Deutschen gewannen, waren sie nun die Verlierer. Die Autoren der Wiener Juroren Karin Fleischanderl und Paul Jandl gingen durchweg leer aus. ( FAZ )

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“BLANKES ENTSETZEN” Vs. “LIEBLICHKEIT : ZWEIFEL AN DER KOMPETENZ DER JURY

Im konkreten Fall

brach die seit Beginn schwelende Realismus-Debatte dann über Andrea Winkler herein, die in einem überorchestrierten Textklotz ein skrupulöses Ich sprechen lässt, das es kaum wagt, den Fuß ins Gras zu setzen. Wohl weil der erratische Wortfluss - etwas für hartgesottene Poststrukturalisten, wie Ijoma Mangold seufzte - sich jeglicher Kritik entzog, schoss die Jury sich auf Formfragen ein. In ganz andere Richtung experimentierte Caterina Satanik, die eine unerhört harmlose Rollenprosa einer Frau vorlegte, die ihrem Liebsten samt Hund nachweint. ( FAZ )

Dass Winkler mit dem - selbst für ihre ( sonst legitimen ) Begriffe - solipsistisch und sprachphilosophisch abstrus aufgeblasenen Mantra auf wenig Gegenliebe stiess , haben wir in der in|ad|ae|ae|qu|aten MITSCHRIFT ( Teil 3 ) ebenso angemerkt wie enorme Befremdung angesichts der arg “lieblichen” Aufnahme des als Schlusstext präsentierten Débuts der Wienerin Caterina Satanik . Entsprechend erleichtert konnten wir heute ähnliche “????”- Reflexe bei anderen Beobachtern regiatrieren :

Gerrit Bartels , welcher den deutsch- österreichischen Grabenkampf um eine mögliche zeitgenössische Erzähl- Ästhetik durchaus vermerkt , vermochte im Tagesspiegel die einhellige Schlussbegeisteung der Jury noch auf deren “Erschöpfung” zu schieben :

Was auffiel, waren die deutsch- österreichischen Streitereien, verkörpert durch Fessmann und Ijoma Mangold auf der einen und Jandl und Fleischanderl auf der anderen Seite. Die Deutschen, zuweilen assistiert vom Schweizer Alain Claude Sulzer, redeten dem Realismus das Wort, ohne gleich Forderungen nach Alltagsabbildung stellen zu wollen. Die Österreicher brachten dagegen die Moderne in Stellung: Sprach-Experimente wie den verunglückten Wir-Text von Stift und den noch verunglückteren Ich-Text von Andrea Winkler, bei dem man sich nach wenigen Zeilen fragte: Was erzählt die denn da?

Dass die Jury den läppischen Text von Caterina Satanik ungeschoren ließ, mochte an deren Status als Debütantin liegen, die noch nie etwas veröffentlicht hat, vielleicht auch an der Erschöpfung der Jury: Satanik war die letzte Vorleserin dieses Jahrgangs. ( Tagesspiegel )

Das “blanke Entsetzen” angehörs des hochgelobten literarischen Débuts gibt Harald Klauhs in der Presse Grund genug , fundamentale Zweifel an der Kompetenz der Jury anzumelden :

Vom Versagen der Bachmannpreis-Jury sprach das Fachpublikum nach der letzten Lesung von Caterina Satanik. Blankes Entsetzen breitete sich nach dem Lob der Jury für Sataniks Text … aus. Literatur auch, wollte man der 1976 geborenen Wienerin bereits nach dem ersten Satz zurufen: Ich streichle noch immer über das fell vom hund, hieß es da und täuschte mit Kleinschreibung eine Avantgarde vor, die der Text des Weiteren in keiner Weise einlöste. ( Die Presse )

Der deutsch- österreichischen Dauerkonfrontation zum Trotz konnte diemsal die Schweiz quasi einen Einwanderer- Sieg für sich verbuchen :

Ein Deutscher beschert der Schweiz literarische Lorbeeren ( NZZ )

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STATE OF THE ART

Mit Andreas Breitensteins Résumée des Wettbewerbas- Jahrgangs 2009 sei die Runde der traditionellen Klagen über den dortigen “state of the art” eröffnet : “Ein biederer Jahrgang” wird konstatiert :

Kein Autor war angetreten, dem Bürger das Handy aus der Hand zu fegen oder die Decke des ORF-Theaters zu sprengen, keiner liess die Lehrer um die Moral ihrer Schulklasse im Saal bangen, die ‘Krise‘ blieb unbehelligt, der Terror pausierte, und der Klimawandel war anderswo (die politische Invektive übernahm Josef Winkler in seiner Eröffnungsrede gegen Kärntner Kulturbanausentum, Politfilz und Abzockerei). Keiner schrie, keine weinte, nur einer ass Papier. Es gab einen auf die Situation gezirkelten Klagenfurt-Text, und nur einmal wurde es ärgerlich. Realistisches Erzählen aus der leicht verunsicherten Mitte des Alltags dominierte. Surreales war ebenso rar wie Historisches und Experimentelles. Fehlervermeidung war fast schon alles. Ein Plan mittlerer Schwierigkeit sollgemäss erfüllt, und schon gehörte man zu den Besten. ( NZZ )

Wibeke Porombka deklariert in der taz weitgehend “handzahme Texte” - jedenfalls im Vergleich zu Joesef Winklers Eröffnungsrede - , reflektiert allerdings auch eine systembedingte Uneinlösbarkeit von Erwartungen hinsichtlich des prominentesten aller Literatur- Wettbewerbe :

Wie ändert sich der Anspruch an Texte, wenn man sie beim Bachmann-Wettbewerb hört ? Auf der einen Seite wartet man auf etwas Besonderes, etwas Extremes womöglich, weil durch diesen Preis ja eben auch eine Messlatte für das gelegt wird, was man ganz grundsätzlich an zeitgenössische Literatur heranträgt. Es sind also immer auch symbolische und programmatische Entscheidungen, die hier getroffen werden. ( taz )

Allerdings waren auch manche der Voten von Juymitgliedern dazu angetan , als unfreiwillige “Selbstauskünfte” zu fingieren :

Jurorin Meike Feßmann etwa konnte sich deshalb nicht recht für den den Text “Bis dass der Tod” von Jens Petersen erwärmen, weil er ihr zu beklemmend und klaustrophobisch war. Das ist schon ein etwas eigenartiges Argument, zieht es doch den Umkehrschluss nach sich, dass gute Literatur sich dadurch auszeichne, angenehme Atmosphäre zu evozieren. In solchen Momenten war man dann fast am Niveau des Eröffnungsabends angelangt, auf dem der stellvertretende Bürgermeister von Klagenfurt sein Herz für die Literatur damit begründet hatte, dass man sich durch sie so schön von dem ganzen Stress des Alltags erholen könne. ( taz )

Ostentativ abgeklärt charakterisiert David Hugendick in der ZEIT das alljährliche Klagenfurter Klage- Ritual :

Jedes Jahr das Gleiche. Sobald der Sieger des Bachmann-Preises feststeht und sich der dreitägige Literaturbetriebsauflauf wieder verflüchtigt hat, wird man über Sinn und Unsinn des Wettbewerbs diskutieren. Gar, was er über den Zustand der deutschen Literatur verrät – besonders dann, wenn eine Vielzahl der Texte in Klagenfurt blass sind. So wie diesmal.

Glücklicherweise: Über den Zustand der deutschen Literatur sagt der Bachmann-Wettbewerb wenig aus. In Klagenfurt blickt man nur durch ein kleines Fenster auf die laufende Produktion. In diesem Jahr erwischte man die Luke zur Rumpelkammer, in der es selten schmuckvoll glänzte. Das kann uns ärgern. Aber es muss uns keine Sorgen bereiten. ( DIE ZEIT )

Stefan Gmünder weist im Standard notwendig auf die - von vielen Artikeln unkritisch nachgeplapperten - dümmlichen Eröffnungs- Worte des ORF- Programmdirektors Wolfgang Lorenz hin , die “Tage der deutschsprachigen Literatur” seien “die am längsten sich behauptende Castingshow ( ! ) des deutschen Sprachraums” . Freundlich fasst er die alljährlich kurzfristig aufgebauschte Sinnkrise des Wettbewerbs in das Bild einer quasi naturgesetzlich reiterierten Mischung aus Anziehung | Neugier und Abstossung | Verwerfung :

Realismusdebatten wurden in diesen drei Tagen viele geführt, Sprachdiskussionen wenige. Bleiben wird vom 33. Bachmann-Preis Josef Winklers Eröffnungsrede, der angenehme Umstand, dass sich in Klagenfurt trotz allem alles um Literatur dreht - und ein ‘Was machen wir eigentlich alle hier ?‘ - Gefühl. ( Der Standard )

Weitere Wiederholungen , Variationen und “Etüden” ( Burkhard Spinnen ) dann im nächsten Jahr -

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KLANGAPPARAT

Natürlich hängt uns nach drei kondensierten Tagen Klagenfurt plus kollateraler Textproduktion und -Rezeption die Sprache einigermassen beim Halse heraus . czz-hoerempfehlungZwar kommen auch des Walisen Tom Ellis‘ ( MySpace ) gelassen instrumentirte Minimal- Tech- Tracks nicht immer ohne Sprach- Samples aus , doch bleiben deren Amplitude & Aussagekraft erträglich minimal .

Sonst bietet die bei trimsound erschienene “In Circles“- LP eine feine Dosis Langstreckensound aus diskret ineinanderfliessenden Strömen von Nu Jazz und Breakbeat , Dub- Anmutungen und geschmeidiger Elektronik .

CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) .

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