Thomas D.: “Millionen Legionen”

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⇒ Thomas D. | ⇒Günther Eich | ⇒ Peter Rühmkorf

 

Thomas D. singt davon, immer wieder davon, wie alle Rapper, von Tod und Wiederauferstehung.

Thomas D. mit besonders wagnerianischer Neigung zum Stabreim ,-)

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Thomas D. – An alle Hinterbliebenen


 

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Thomas D. – Millionen Legionen


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Thomas D – Liebesbrief


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…. die Formulierung “Sand im Getriebe” findet sich übrigens bei Günther Eich: “Wacht auf!” (1950):

 

Wacht auf, – denn eure Träume sind schlecht!

Bleibt wach, – weil das Entsetzliche näher kommt.

 

Auch zu dir kommt es, der weitentfernt wohnt

von den Stätten, wo Blut vergossen wird,

auch zu dir und deinem Nachmittagsschlaf,

worin du ungern gestört wirst.

Wenn es heute nicht kommt, kommt es morgen,

aber sei gewiß.

 

“Oh, angenehmer Schlaf

auf dem Kissen mit roten Blumen,

einem Weihnachtsgeschenk von Anita, woran sie drei Wochen gestickt hat,

 

oh, angenehmer Schlaf,

wenn der Braten fett war und das Gemüse zart.

Man denkt im Einschlummern an die Wochenschau von gestern abend:

Osterlämmer, erwachende Natur, Eröffnung der Spielbank in Baden-Baden,

Cambridge siegte gegen Oxford mit zweieinhalb Längen, -

das genügt, das Gehirn zu beschäftigen.

 

Oh, diese weichen Kissen, Daunen aus erster Wahl!

Auf ihm vergißt man das Ärgerliche der Welt, jene Nachricht zum Beispiel:

Die wegen Abtreibung Angeklagte sagte zu ihrer Verteidigung:

Die Frau, Mutter von sieben Kindern, kam zu mir mit einem Säugling,

für den sie keine Windeln hatte und der

in Zeitungspapier gewickelt war.

Nun, das sind Angelegenheiten des Gerichtes, nicht unsre.

Man kann dagegen nichts tun, wenn einer etwas härter liegt als der andre.

Und was kommen mag, unsere Enkel mögen es ausfechten.”

 

Ach, du schläfst schon? Wache gut auf, mein Freund!

Schon läuft der Strom in den Umzäunungen, und die Posten sind aufgestellt.

 

Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!

Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für

euch erwerben zu müssen.

Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit

der Leere eurer Herzen gerechnet wird!

Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!

Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

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Zusatz: Hier darf natürlich auch der Hinweis auf Peter Rühmkorfs ⇒”Phönix voran !” nicht fehlen – Danke Nora Gomringer @ facebook für den Fingerzeig !*

*(Zu Nora Gomringer Aus aktuellem Anlass – TDL 2015 – an anderer Stelle mehr.)

 

Phönix voran!

Was dann nachher so schön fliegt. . .

wie lange ist darauf rumgebrütet worden.

 

Und muß doch wieder raus aus seiner Luft

und runter in den Eisschleim, in den Bleiverschlag.

 

«STARK BELASTBARE FÜHRUNGSKRAFT / VERKAUF (43)

BEWEGLICHER PRAKTIKER MIT KRISENERFAHRUNG,

KANN MOTIVIEREN UND AUFBAUEN»:

mit solchen zusammen mußt du nun in die Arena.

 

Hier mal erneuere dich.

 

Komm-komm, alter Schmierseifenhansel, ausgerenkte

der Mensch ist kein Klavierhocker! [Bezugsperson,

Schraube im Arsch,

zum Rauf- und Runterdrehn.

 

Odu und wie-du-so-sabbelst:

«Es kotzt mich an, aber es wirft mich nicht um-»

Das ist auch son Gedanke in Öl, den kannst du dir einrahmen

[lassen.

 

Oder wie du behutsam deine Atemzüge einteilst,

als wär damit Zeit zu gewinnen.

 

Das kannst du aber nicht.

Das muß erst alles – organisch – mit Gewalt! – entwurzelt werden.

 

Schon morgen.

Heute noch.

Rechtzeitig ist zu spät.

 

Ruhig vom Stuhl geschubst.

 

Mit klarem Ruck aus den Angeln.

 

Wie dieser ganz normale Neurotiker neulich

seinem Irrenarzt die Couch vor die Füße kippte und sagte:

«Mit der Hypo-Bank kamen die Schulden ins Haus

und mit dem Doktor die Zustände -

Ich aber will mein Geld zurück und meine Stimmen wieder hören.»

 

So etwa!

 

Beziehungsweise: «Wenn ich mal richtig ICH sag,

wieviele da wohl noch mitreden können?!»

Einspruch? Nichtsda.

‘N Ich hat irgendwie jeder, und das ist auch gar nicht so ungewaltig.

 

Wenn es die Augen zuklappt,

geht die Erde unter,

sind die Sterne aus.

 

Und darum will ich

- jetzt sofort! -

den Grabstein von der Tür wegwälzen.

 

Und darum will ich mich dir völlig unterbreiten,

wie eine Juniwiese,

ein Ausbund an Grün.

 

Und will dir den Fluß einschenken,

bis du überläufst,

unhaltbar,

fortgerissen,

u n d m i c h – m i t d i r – e r t r ä n k s t.

 

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⇒ CD-Empfehlung, Peter Rühmorf: Jazz und Lyrik. Aufnahmen 1976–2006, hg. von Stefan Opitz – 3 CD (201 Min.) – Arno-Schmidt-Stiftung | Hoffmann und Campe | ECM | NDR | SWR 2009 ⇒ Christiane Zintzen: Peter Rühmkorfs poetische Rhythmen. NZZ,  2. 7. 2010

 

 

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Übrigens war Walter Schübler – nicht nur Merck-, Nestroy- und Bürger-Biograf, sondern nun auch mit einer 8- (in Worten: ACHT-) -bändigen Anton Kuh-Ausgabe bei Wallstein anstellig (gefördert durch ein FWF-Projekt unter Leitung Hans Sonnleitners), doch ein wenig pikiert, als die Gesprächsleitung im Zuge der “TABU 2″-Präsentation am 25. 5. 2005 im Literarischen Quartier Alte Schmiede den Frei Schaffenden Literaturwissenschafter und -kritiker Schübler de facto zur Quantité Néglieable stempelte, indem sie Rühmkorfs genialischen Auslassungen und Fussabstreifungen nicht in die Schranken von Respekt und Höflichkeit verwies.

Kleine Würdigung Walter Schüblers in diesem Theater

Kleine Eindrücke von einer grossen Cérémonie, Rathaus Wien, Dezember 2014

⇒ Eitel Wonne | Kraus-Jüngel unter sich | Brief eines Lesenden

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Terri Walker: “Testify”

 

terri-walker-entitled

Terri Walker: Testify – Läuft eben in High Rotation @ Superfly FM (⇒ hier ein Feature).  > Ist hier* auf einem japanischen Kanal You-Tube-mässig zu hören. ⇒ Ist derzeit als lediglich als ⇒ MP3-Download z.B. @ Amazon zu haben. [ ⇒ Bitte DIESE Option wählen: Das Produkt möglichst "künstlernah" erwerben und nicht über Unter-Unter-Unterhändler wie Spotify !]

http://www.tudou.com/programs/view/rtQKqXhEOOQ/?FR=LIAN

Na klar: Fühle ich mich bemüssigt, TO TESTFY, also kundzutun, wie glücklich ich bin, am Leben zu sein: Noch am Leben, wieder am Leben, neu am Leben.

Na klar, bin ich erfüllt von überschäumendem Glück, die alten Dämonen – sprich: den Erzdämon: meinen “Vater” – niedergerungen zu haben. Wie der blaue Wächterlöwe, der mit seiner Tatze das Drachenhaupt bändigt.

Na klar, geht es mir wie jedem Krebs-Patienten, der den rätselhaft destruktiven Kräften innerhalb seines Organismus – für eine Weile – entkommen ist. Der aber auch dem Irrsinn der Krankenhaus-, Anstalten- und Gift”medizin” – für eine Weile – enträt.

 

Gloria Gaynor: I Will Survive

 

Na klar, gehe ich nun, da ich mich 48 Jahre lang direkt oder in stellvertretenden, imitierenden, symbolischen Situationen als “ungewolltes Leben”, als Queer Person, als mannigfaltig “behinderte” (Fehlsicht, Legasthenie, Leibesschwäche nach Frühgeburt, Unterernährung durch Kindheit, Jugend, fast ein gesamtes Erwachsenenalter hindurch, Vergiftung durch väterlich verabreichte Barbiturate, sozial-emotionelle Inkompetenz infolge eines nicht und nie vorhandenen sozial-emotionellen familiären Umfeldes, endemische Armut, bleibende Körperschäden durch elterliche Négliceance im Kindesalter,  usw.) Person quälen lassen musste, bisweilen etwas unzart mit den bösen Wesen um.

Bee Gees – Stayin’ Alive (1977)

 

Es gibt da einen Hohn, ein Lachen nun in mir, das ich wiedererkenne: Es ist das Lachen Stephanie Schiers (Heute: Stephanie Taussig), neben Julia Emmerling-Leitner und meiner Stiefschwester Sandra Mähr meine älteste Freundin: Stephanie, Steff, war als Heranwachsende nicht nur mit ihrem eigenen Unterleibskrebs konfrontiert, sondern darüber hinaus mit dem Hirntumor ihrer damaligen grossen Liebe, dem wesentlich älteren Pauli, einem Mann bester griechischer Abstammung: nämlich aus Thessaloniki. – Später, bei Werner Schröder, am Peloponnes, habe ich die dem oft recht industriellen Bouzouki zugrunde liegende, archaische Musik Thessalanonikis kennengelernt: Wilde, synkopierte Rhythmen mit beunruhigendem Bass, der von Tod und Verderben ebenso kündet wie von Sex und Geburt. Da ist viel Jüdisches drin, immer wieder neu gemixt mit diversem Autochthonen: Tribal Music at it’s best. – Der Rembetiko-Hype der 80er Jahre: Nichts dagegen ! (Mit Wolf Haas formuliert.)

Pauli war ein langer, dünner Mann, ausgezeichneter Fotograf, Musikliebhaber: Steff und Pauli haben mich ebenso “adoptiert”, als Dritte im freundschaftlich-familiären Bunde aufgenommen, wie später Steff und Karl Markovics zu Zeiten des “Serapionstheaters” 1986f. Wiederum 15 Jahre danach noch einmal in der Hinterbrühl, wo ich im grossen, englischen Garten an der Hortigstrasse das Gärtnerhäuschen (“Macherhäusl”) bewohnen durfte, dort unter ziemlichen Mühen 2002 den Essay zu Julian Schuttings “Was schön ist” (droschl 2002, in der – danach leider eingestellten – Reihe “libell”) schrieb und am Familienleben der Schier-Markovics teilhaben durfte.

An den beiden Kindern, Louis und Leonie, hatte und habe ich – wie an allen Kindern meiner Freunde – unendliche Freude: Ich beobachte sie aus Distanz, wie es meine Art ist, registriere diese staunenswerten Etappen in der Ausbildung von “Persönlichkeit”, sehe mit Bewunderung die Schönheit dieser Menschen, deren Spuren ich heute mit Freude zum Beispiel auf facebook verfolgen darf.

Von Louis und Leonie, deren Geschichte – so weit sie mir bekannt ist – an anderer Stelle andeuten möchte, gibt es einige Fotos: Action-Shots mit BMX-Fahrrädern, ein paar verunglückte Portraits. Die aber muss ich erst suchen, da ich ja bekanntlich den Monster-Stand-Computer (vulgo “Traktor”) samt einer zusätzlichen elektrostatischen Vergiftungsquelle namens USV  (irre !  für ein kleines System !)  buchstäblich gegen die Wand geschmissen habe: Lärm ! Vergiftung ! Allergener SuperGAU !

Stephanie und Pauli haben die Krankheit zu zweit durchgemacht: Jeder für sich und beide miteinander. Beide, damals im Jugend- und frühen Erwachsenenalter, haben alle Kräfte mobilisiert (Thun-Hohenstein halft da irgendwie), um an der Kinder-Krebsstation im AKH gemeinsam in einem Zimmer wohnen zu dürfen, was nicht einfach war: Steff unter 18, beide nicht verheiratet, sie mit einem US-amerikanischen, er mit einem griechischen Pass.

Das war ein Bild: Beide knochendürr, leichenblass, Glatze. Dauernd am Kotzen. Während er – wenn ich mich recht entsinne – zunehmend darnieder lag, das Bewusstsein verlor, kümmerte sie sich um die Kinder auf der Krebsstation: Setzte Butterflies, tröstete, spielte, half dem Personal. – Irgendwie musste ich daran denken – es tröstete mich -, als ich 2004 an Richard Reichenspergers Bett sass, dem im Koma Liegenden die Hand hielt, am Griff-Dreieck über ihm baumelte ein buntes Kärtchen mit Wünschen der Standard-Redaktion: Die Schwestern forderten mich – für diese Hilfe und Handlungsanweisung war ich dankbar – dazu auf, Mut zu haben und seine Hand zu nehmen.

Xavier Naidoo: Der Xer – Goldene Kerzen [Official Video]

 

Draussen, in der Stadt, habe ich für Richard jeden Tag beim Angelusläuten eine Kerze im Stephansdom angezündet: Dort genoss ich die enorme Schwingungswucht, welche die Steinmauern bis in die Fundamente bei Glockenläuten erbeben lässt: Bassline.

Der Bass ist es, vulgo der Herzschlag, welcher das Schlagwerk programmiert. Es ist phänomenal, wie mich beim Takten der Bass steuert: 100 % korrekt im Takt, ganz ohne, dass ich etwas von irgendwelchen Taktmassen weiss. Die sind übrigens auch ganz unwichtig und dienen lediglich der Verwaltung von Musik: Im Grunde gibt es nur den geraden Takt, der nach dem Atem geht, und den ungeraden, also den Herzschlag.

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Nachdem letzterer ein Dreiviertel-oder-so-etwas-Ähnliches-Takt ist, ist – wie ich X., dem schönsten und reinsten Knaben der je vom Himmel und für einen Sekundenbruchteil in mein Leben fiel, auf unserer ersten und einzigen Autofahrt ekläre, ist alles Leben, alle Schönheit, alle Grazie, im Dreiviertel-Takt: Der Galopp des Pferdes, der Herzschlag, der Walzer.

alt-J (∆) Breezeblocks -

Beachte: Der “Please don’t go, I love you so”-Kanon im letzten Drittel

 

Das war mir zuvor – bevor ich es X. sage, angeregt durch “Breezeblocks” von Alt-J (SIE haben mich auf das Thema gebracht: Unsere Be-Hinderungen und dass wir uns selbst aus ihnen befreien müssen. SIE haben mir das Singen in ungeheurer Deutlichkeit als Notwendigkeit und Ziel ins Bewusstsein gefetzt.) – gar nicht in dieser Form klar gewesen. -

Und das Irre: Wir biegen – offenbar befinde ich mich einmal wieder im Magic Driving Mood (dem 100% unbeabsichtigten, quasi automatischen Ansteuern von Zeichen-Orten in der Wiener Topografie) – um eine Strassenecke und vor uns erscheint: Das Strauss-Denkmal im Stadtpark, der Goldene Schani, nahe des Elfriede-Gerstl-Steigs, Punkt 1 eines ein- und erstmaligen Wien-Besuchs mit meiner Mutter, 1977.

Hyundai: A Message To Space

 

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Von X. habe ich seit der Begegnung vor Monaten (nota bene: Nach Unterzeichnung des Trennungsvertrags von Mr. Future Ex) nichts gehört oder gesehen. Nota bene: Er ist Berufssoldat und wir schon wissen, so dies der Fall sein soll, wo und wie mich finden. Es sind Begegnungen wie diese: Sie werden einem geschenkt – wie die sehr zart gehandhabte, fast unausgesprochene Verbindung zu und mit Richard, sie sind und bleiben Skizzen, werden nicht in allen Kategorien zugemalt und ausgelebt – , die Leute wie mich am Leben halten, immer wieder Mut geben, weiter zu tun.

Hier, in diesen Menschen, denen ich vielleicht einmal begegnet bin (wie dem unfassbar traurigen Singalesen in Sri Lanka), hier, in diesen Menschen, die einen nicht zukleben und einmauern mit ihren unstillbaren Ansprüchen, ihrer Besitzgier – willhaben.at ! – , wohne ich: Sie sind Hoffnungen, Guides, Instanzen genauso wie die nachdrücklichen Menschen in meinem Leben: Franz Jantsch, Karl Toifl, Wendelin Schmidt-Dengler, Anton Bammer, Opa Alfred Fleischmann, Oma Hedi Bader, Grossvater Zintzen, Elfriede Gerstl  … Miles Davis, Johann Sebastian Bach, Skrillex und Joe Zawinul,

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Zu wissen, dass man auch Denen, die – wie Richard – nicht mehr zu helfen ist, auf eine Weise nahe sein kann, hilft auch beim eigenen Weiterleben. Mein Vater hat mich NICHT zu meiner Mutter gelassen. Er hat mir 3 Tage lang kitschige Briefchen abgenötigt, dann war sie endgültig weg. Nicht weniger als drei Jahrzehnte hindurch hat mich die Vorstellung vom möglicherweise zertrümmerten Kopf und Gesicht meiner Mutter gepeinigt. – “Ach nee: Und das Kind ist de-pres-siv ???” – “Na, dann schnell mal her mit den Psychopharmaka. Wir sind ja bei Hoffmann-La Roche und wir haben ja. WEG DAMIT !” –  Weg damit: Am besten, wie ich jetzt nach dem Krankenhaus erkenne: “Am besten auch gleich weg mit dem Kind !” 

Patrick Hernandez – Born to Be Alive

 

Zurück zu Steff:

Pauli starb sehr bald: War er überhaupt 20 Jahre alt, als dies war ? – Übrigens hatten wir gemeinsam, zu dritt, Godards “Prénom Carmen” im Kino gesehen. Das hat mich sehr beeindruckt: Wie bei Godard immer, packt mich sein Sound viel stärker als sein Bilder: Bei “Le Mepris” bin ich vom Sound bereits nach 20 Minuten völlig erschöpft, bei “Carmen” haben mit die Beethoven-Quartette fast um den Verstand gebracht. Anderer musikalischer Eindruck: Der Son, den wir im damaligen “Rincon Andino” in der Münzwardeingasse hörten. Pauli hat mir dort solche indischen Flusel-Wusel-Ohrringe gekauft. Die habe ich 20 Jahre aufbewahrt, sie sind bei einem der vielen Umzüge verloren gegangen.

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Ein unfassbares, auch mythisches Erlebnis war die Beerdigung Paulis, zu der ich wegen Stephanie ging. – Na klar, nichts Schlimmeres als so eine Sache, einen Zwanzigjährigen zeremoniell beerdigen lassen zu müssen.

Ich bin und bleibe GEGEN diesen ganzen Sepultur-Kram: Er ist und bleibt mir ein Horror. Mein einschlägig nekrophil veranlagter “Vater” hat es sich nicht nehmen lassen, meine arme Mutter zeremoniell gleich ZWO mal unter die Erde zu bringen: Einmal in der – KRASSEN ! – Zeremonialform der Einäscherung (grauenhaft, gespenstisch für mich als 11jähriges Kind) plus dann zu allem Überfluss noch einmal in Form einer – GROTESKEN ! – Urnenbestattung in Istein am Rhein. -

Widerwärtig, ekelhaft, schändlich, pervers.  - – - “Ach nee: Und das Kind ist de-pres-siv ???” – “Na, dann schnell mal her mit den Psychopharmaka. Wir sind ja bei Hoffmann-La Roche und wir haben ja. WEG DAMIT !” -  Weg damit: Am besten, wie ich jetzt nach dem Krankenhaus erkenne: “Am besten auch gleich weg mit dem Kind !” 

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Übrigens werde ich da einsame Grab am Rhein NICHT pflegen, nicht bezahlen, nicht verwalten. Ich weiss mich damit eins mit meiner Mutter Hedi Bader, die gerne auf sinnige Sprüche verzichtet und einfach als schöner starker Mensch weitergelebt hätte.

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Bei Paulis Begräbnis war ich mit einer archaischen Ausdrucksform konfrontiert: Paulis Mutter, Griechin, schrie laut, brüllte gar, vollzog also das, was man in vielen Kulturen in Form der Klageweiber kennt. Für Stephanie war das grauenhaft: Denn sie wusste, dass das laute, Aufmerksamkeit und Erbarmen heischende Geschrei der “Schwiegermutter” ein falsches war. – Die Mutter hatte sich, erinnere ich mich recht, kein bisschen um ihren Sohn gekümmert. – Nun schrie sie, war Mittelpunkt allgemeinen Mitleids. – Genau wie mein “Vater”, der auch gern vor allen den grossen Trauernden gibt um diejenigen, an deren “Fortscheiden” er ziemlich vitalen Anteil hatte. – Ich bin sicher, dass er auch im Hinblick auf meine Person bereits an schönen Nachworten gebastelt hat: Denn “der schöne Herbert” spricht schöne Worte am liebsten an Grabesrändern.

Einschlägiges zur Nekrophilie sowie zum Sadistisch-Masochistisch Veranlagten findet sich übrigens in Krafft-Ebings “Psychopathia Sexualis” sowie in Klaus Theweleits “Männerphantasien“.

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Nach Paulis Tod hat Stephanie mit diesem Lachen angefangen: Ein lautes, höhnisches, ganz so, wie es mir nun, da ich mich mit dem Üblen Üblichen und dem Schwachsinn Derer, die sich für die “gesellschaftliche Mitte” halten, in keiner Weise mehr verbunden fühle, ab und zu in den Hals drängt: “WTF ?” – Oder, wie die Schweizer sagen: “Ja, goth’s no ?”

Interessanter Weise hat Stephanie dieses Lachen erneut gelacht, als sie meinen Future Ex anlässlich ihrer grandiosen Aufführung von Arno Schmidts “Seelandschaft mit Pocahontas” (zu dieser Indianerprinzessin gibt’s übrigens auch Etliches bei Theweleit) kennenlernte: Ich vernahm wohl, verstand aber nicht.

Was ich aber vernahm und verstand und meinerseits immer wieder in my mind mit grossen inneren Lachen evoziere, ist das falsche Flennen, mit welchem sie als “dü trauernde Wütwe” in Karl Markovics “Atmen” auftritt: Falsch als wie und genau in diesem falschen Ton, welchen “Vater” und Future Ex dann aufsetzen, wenn es um “arme Verblichene” geht. -

Purer Karl Markovics und genau DER Spass an trivial-grotesken Alltagsphänomenen: Das in der dem Flennen folgenden Einstellung – Kamera auf Lavabo-Abfluss gerichtet – zur hinreissenden Darstellung gebrachte “Rülpsen” eines alten Ablussrohrs ! – (Ich glaube, wir haben Hunderte solcher Szenen gemeinsam beobachtet, erzählt, ausgedacht. Wo war das, a propos, noch mal: Dieser handgeschriebene Zettel auf einer Hinterhof-Türe: “Bitte Tire cumahen !” ???

Usw. Usw.

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Das ist die Art und Weise, wie halt Leutchen wie ich leben: Spass am unendlichen Reichtum der Phänomene, Freude daran, Bestehendes zu erhalten, Dinge zu bewahren, zu pflegen, zu renovieren, mit Sinnen und Sinn einfach zu leben.

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Also lebe ich. Und wer in dieser meinen kleinen “Fackel” (Danke, Walter Schübler, für die Reprint-Ausgabe !), die ein Kienspahn ist, Klagegründe findet, möge sich entsprechend betätigen. Als Wissenschafter ist mir die Textform der “Defensio” vertraut, als Journalist (seit 30 Jahren) die Sorgfalt – allenfalls Entgegnung – , als Mensch mit Zivilcourage das Durchfechten komplizierter Situationen.

Pharrell Williams – Freedom

 

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# Ich habe keine Schulden. Nie auch nur einen Kredit in Anspruch genommen. – Und – so ich dies irgendwie wissen kann: ich lüge nicht. #

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Aber lebe jetzt und freue mich daran und muss daher mein System vom alten Gift befreien: Ohne diese Leute wäre ich in meinem Leben in keine einzige Droge gekommen, hätte auch nie Alkohol getrunken. Nichts dergleichen. Ohne diese Leute hätte ich nicht dreimal versuchen müssen, meinem Leben das von ihnen bestellte Ende zu nehmen.

Ich lebe, ich spiele Schlagzeug (nach 6 Monaten Praterholz und Kochlöffeln erstmals mit Sticks) und möchte auch anderen helfen zu leben. Die Menschen im Club, die mir – wie in der Psychiatrie, dort auch: die Pfleger und Ärzte ! – ihre Geschichten erzählen, zeigen mir, dass ich für kurze Momente ihnen vielleicht auch Ermutigung sein kann.

C’est tout.

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50 Cent – In Da Club (Int’l Version)

50 Cent – In Da Club (San Holo Remix)

In Da Club Remix – 50 Cent, Beyonce, Biggie, Eazy E, Dre, Snoop Dogg, ICP, Vanilla Ice, 2Pac, Eminem

 

 

 

 

 

Christiane, vor 1 Jahr

 

So habe ich vor einem Jahr ausgesehen.

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So sah ich aus, vor 1 Jahr: 39 Kilogramm. – Hatte 15 Kilo abgenommen, neben dem lieben Mann, der nichts bemerkte. Auch der liebende “Vater” sah im August nicht mich und meinen Zustand und meinen Hilferuf, sondern lediglich die alberne Meisen-Porzellanfigur (Mädchen mit Vögelchen im Käfiglein [sic !], um 1850, seltenes Stück), die ich ihm zum Geburtstag brachte. Kosten: 1 Monatslohn. -

Da beschloss ich, mich umzubringen, musste halt nur noch ein paar Sächelchen erledigen, kam also de facto erst im Jänner 2015 dazu … ***

So tot wie damals war ich nie zuvor.

So tot wie damals werde ich nie wieder sein.

Ich bin durch den Tod gegangen.

“Mein”, spricht der Herr, “ist die Rache”. Ich komme mit Hinweis auf Friedrich Torberg später darauf zurück.

C’est tout.

 

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also habe ich überlebt:

Die Frau ist beerdigt, es lebt nun endlich der Mann – allen Tussen und Hassern zum Trotz.

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***Und, ach ja, das war noch was:

Nach dem 1. 8. 2014 liess er den – nicht angeleinten – Hund vor ein Auto laufen (ich kam zufällig hinzu und konnte das Tier gerade noch auffangen), plante in deutlich artikulierter Unbewusstheit eine ähnliche Aktion (sie vollzog sich anhand eines anderen Hundes – und als Internet-Wunder, typisch !, im Advent), verlor Autoschlüssel, Brille, dann war der Briefkastenschlüssel weg, unterliess weiterhin, die offene Elektrik in der Wohnung zu reparieren (der Hund holte sich hinter dem Schreibtisch eine kleine Wunde, Zeuge: Elektriker Ing. Lehmann), jagte mit seiner absurden Heiztechnik fast Therme, Wohnung, Haus in die Luft, Zeugen: Firmen Passler, Hahn) …

Meine  Wohnung, mein Hund, mein Auto … Hurra !

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Harald Gsaller

 

// Notiz 23. 7.,: Keine Ahnung, warum man den Artikel nicht unter seinem ID-Link sieht. Hm. //

 

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Link: Harald Gsaller @ zintzen.org

Hier Harald Gsallers neue Visitkarte: Das Bildmotiv des Springenden Hasen stammt aus seinem Fundus von Emblemata, mit welchen er sich seit Jahren beschäftigt.

Harald Gsaller sagt nichts, tut nichts ohne – oft jahrelange – Vorbereitung. Es arbeitet nur mit den besten Werkzeugen und Materialien, die er sich allerdings erst nach umfangreichen Vorbereitungen erschliesst und herrichtet:

Anders als Leute, die um eines kurzen Show-Effekts zu erhaschen und aus dem Entschluss eines Moments heraus, für ihre zu kurzen Finger (und ohne Noten, schon gar ohne die Absicht zu hegen, tatsächlich selbständig zu üben) ein € 1.600.- teures Yamaha-E-Piano mit Konzertflügeltastatur benötigen, gönnt sich Harald Gsaller das für seine sehr technisch und streng orientierte Arbeit ideale Werkzeug erst, wenn er alle Faktoren durchkalkuliert hat, sein Denken und Tun die längste Zeit an suboptimalen Werkzeugen geschult hat.

Seine Werkzeuge, Kameras, Bücher, Materialien und Forschungsbehelfe bezahlt sich Harald Gsaller aus eigener Tasche, reicht also nicht wie die Ujvarys dieses Landes wegen jeder neu anzuschaffenden Diskette bei irgendwelchen Ministerien und diversen Sozialfonds ein.

Er bezahlt seine Kunst durch Unterrichten, Tag für Tag an der Sprechfront und in der dazu nötigen Vor- und Nachbereitung.

Harald Gsaller, der als extrem leptosomer Typ grossen Gefährdungen von Bewegungs- und Stützapparat ausgesetzt ist, hat sich innert den vergangenen drei Jahren selbst geheilt: Damals klagte er glaubwürdig über Muskelschmerzen, Verspannungen, “das Kreuz”.

Ich gab ihm die in der Apotheke meiner Stiefschwester, Sandra Mähr ( ⇒ Marien-Apotheke, 1180 Wien, Martinstrasse: Gegenüber dem Amtshaus Währing) experimentell angefertigte “Salbe nach Puntigam”: Gemäss der Erfahrungsheilkunde der TCM wird in dieser Salbe ein Extrakt aus der Küchenschabe (Blatta orientalis) in einer Rezeptur auf Basis von Sonnenblumenöl dargereicht.

Mir persönlich hat diese ungeheuer wärmende, angenehm sämige Rezeptur bei der vor eineinhalb Jahren begonnenen und systematisch durch stundenlange Körperübungen (Dehnen ! Dehnen ! Dehnen !, und zwar genau dort Hineinarbeiten, wie ich Michaela Monschein schreibe, wo der Schmerz sitzt) bekämpft habe:

Speziell seit Absetzen ALLER Psychopharmaka …

(speziell der brutalen Neuroleptika, die  laut Stiftung Warentest generell sehr bedenkliche, möglicherweise persönlichkeitsverändernde Präparate darstellen und die in der stationären Akutpsychiatrie de facto zum initialen Runterknüppeln problematischer Neupatienten, welche den angenehmen Betrieb einer Station gefährden könnten, eingesetzt werden, haben mir extreme Muskelkrämpfe beschert, zu deren Linderung meiner “experimentierfreudigen” Ärztin an der Psychiatrie am AKH nichts Anderes einfiel, als diese mit neuer Chemo zu torpedieren)

… vor einem Jahr hat die Schaben-Rezeptur sehr gute Wirkung gezeigt. Dies – wie ich jetzt weiss – wohl vor allem dank des Sonnenblumenöls, das – bitte in der Apotheke kaufen und nicht in der Frittierbude ! – wohltuend muskel- und gelenkwärmende Wirkungen zeigt.

Darüber hinaus schönt es sprödes Haar (beim Menschen), glänzt stumpfes Fell (äusserlich und oral) beim Hund, ist günstig, natürlich in Herstellung und Entsorgung.

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Keine Ahnung übrigens, wie viel Geld mein “Vater” mit seinem berühmten Projekt, Ölmühlen für Sonnenblumen in Modulbauweise zu konzipieren und diese für arme Ostler und Negerlein standardisiert zu produzieren sowie zu distribuieren, in den Sand gesetzt hat: Raiffeisen Österreich refüsierte seinerzeit die Konstruktion eines Prototyps.

Meinem Stiefbruder, Andreas Fleischmann, seit 1. September 2013 Vorstandsdirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, werden da sicherlich Geschichten zu Ohren gekommen sein …

Selbstredend spricht der “Vater”, dessen Finanzkonstruktionen – wo überhaupt sichtbar – sogar mir die nicht vorhandenen Haare zu Berge stehen lassen, nur abschätzig von den Portfolio-Management Qualitäten seines Ziehsohnes, der ihn – den kleinen Angestellten einer weltweiten, rücksichtslosen Industrie – das Jahrzehnt der Adoleszenz hindurch “Chef” nennen musste. – True !

Andreas ist ebenso ein in der Wolle gefärbter Selfmade-Man wie Sandra eine vollständige Selfmade-Frau ist und wie auch ich eine Selfmade Transgender-Person bin: Wir alle wurden von daheim NICHT gefördert, wir alle wurden und werden – je nach Publikum – runtergemacht und mit abschätzigen Adjektiven versehen. Wir alle genossen keine “Protektion”, welche uns die Pforten in angenehme Gefilde komfortabel eingerichteter Institutionen geöffnet hätte.

Andreas hat mit seinem an der Wirtschaftsuniversität und der TU unternommenen Studium Irregulare jenseits der standardisierten Studienprogramme viel Zores gehabt, war mit seiner Idee, Wirtschaftswissenschaften mit Informatik zu verknüpfen, sehr allein. – Er, der nicht der Loner, der Cowboy ist, der gerade dann stark wird, wenn es besonders hart hergeht*** (mir scheint, meine Schwester Sandra, auch Sternzeichen Schütze, auch Reiterin), muss unter den damaligen Studien- und Lebensbedingungen ungeheuer gelitten haben. Aber er hat nicht gejammert, nicht geklagt.

***Diese Formulierung bedarf der Revision.

Er ist seinen Weg gegangen: Quer und im offenbar immer wieder feinnervig eruierten Dissens mit der Arroganz der mächtigen Institutionen. Er war bei Chase Manhattan, Kontrollbank, Postsparkasse, CA, sowie bei der Bank Austria, deren ambush-artige Übernahme seitens der UniCredit er ziemlich “deutlich” aus nächster Nähe beobachtet haben dürfte. Er hat seine Schlüsse gezogen, seine Entscheidungen getroffen.

Heute sitzt er ganz oben (stelle ich mir vor) im Turm der Raiffeisen am Donaukanal: Wenn ich nachts unterwegs bin und ganz oben Licht sehe, stelle ich mir vor, Andreas sässe dort und fände ein wenig Ruhe beim Anblick der schlafenden Stadt.

Was ich oben schrieb, weiss ich nicht aus Andreas’ Erzählungen, weiss ich nicht aus etwaigen vertraulichen Gesprächen, nicht aus persönlichem und telefonischem Blabla. – Denn es ist ein Gebot der Hygiene in diesem meinem schreibenden, aufzeichnenden und würdigenden Unterfangen, Abstand zu halten, Distanz zu wahren. -

Was ich weiss, weiss ich aus Kenntnis und Wertschätzung der hohen Standards seiner moralischen Persönlichkeit. Was ich weiss, weiss ich aus der diskreten Beobachtung seines immensen Leidensdrucks während Militärzeit und Studium. Den Rest – nämlich, wie brutal in den Launen der Politik ausgesetzten Institutionen (wie dem ORF: wie ich aus zwangsweise allzu häuslicher Anschauung weiss) mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesachwaltet wird – kann ich mir, um mich selbst zu zitieren, vorstellen.

Auch zu Sandra unterhalte ich – Regel: “Iso Iso” (dazu an anderer Stelle mehr) – derzeit keinen persönlichen Kontakt. Sie weiss, dass ich weiss, dass sie weiss, dass ich weiss.

Wir alle wissen wohl aber Eines: Dass etwas geschehen muss, damit meine Stiefmutter “an der Seite” (= unter der Hammerzehe) meines “Vaters” nicht ebenso zugrunde gehen muss wie ihre Mutter, die unvergleichliche Grossmutti Wüst unter ihrem dem Alkohol und dem Kameradschaftsbund verfallenen Mann.

Dessen Wehrmachts-Revolver – plus: wie er auch noch allseitig stolz verkündete ! scharfer Munition – hat Dagobert Duck bis offenbar vor relativ Kurzem in jenem Haus verwahrt, wo seine Enkel spielten.

Ich nehme nicht an, dass er, dessen Geschmackskultur sich seit 1978 (Inzersdorfer Fertiggerichte für Sich und mich) nicht verbessert hat, den Wink mit dem Zaunpfahl begriffen hat, als ihm die Familie Mähr Weihnachten 2014 eine Riesenflasche Tabasco-Sauce schenkte.

DAS sah ich, als ich nach den Misshandlungen an der Intensivstation Rudolfstiftung mit der Schnellbahn nach Mödling kam, um dort so schnell wie möglich meinen Hund auszulösen: Die Stiefmutter, die, nach eigenen Angaben, wirklich keine Lust mehr hat zu kochen (nach 2 Jahrzehnten hungriger Sportmäuler), die sich während der Auskurierung der Spätfolgen eines Schlaganfalls noch nicht in alter Geschmeidigkeit bewegt, liegt auf den kalten Fliessen, auf den Knien, die Hinterlassenschaften des Rauchfangkehrers beseitigend.

Sie steht über eine Stunde in der Küche und kocht, wie sie es gut kann, feine Wiener Küche: Plachutta kochen und nicht quatschen, eben! – ER sitzt derweil in seiner Burg, umstellt von aberwitzig installierter Bürotechnik und stellt Betriebsamkeit dar, ohne zu arbeiten.

Dass und wie er das macht – darin haarscharf wie mein Ex-Göttergatte in spe – habe ich angelegentlich eines Ferialpraktikums im Büro der “Regional Organisation Osteuropa” im schönen Hoffmann-LaRoche-Gebäude nächst des Wiener Südbahnhofs (heute sitzt Motorola drin) während der ersten Hälfte der 80er Jahre gesehen:

Der Schöne Herbert reitet mit grossem Pomp ein, situiert sich grossmännisch in dem von seinem Förderer und früheren Chef Olaf Brenner (einem geschmackssicheren Design-Kenner wie Andreas Fleischmann, die Familie Mähr und ich selbst) eingerichteten Büro, lässt sich von nicht weniger als drei Sekretärinnen (oder waren es derer doch nur zwo ?) umtanzen, führt in dem von irgendeiner Frau für ihn ausgesuchten teuren Anzug vor, spielt seine vor dem Spiegel eingeübten “weltmännischen” Gesichter vor (Zitat: “Man ist verantwortlich für sein Gesicht!”), usw. usw. – Abgang etwa nach zwei Stunden: Sicher eine “wichtige Sitzung”, sicher ein “bedeutender Termin”.

Übrigens sind beide – ExMann in spe sowie Göttervater – zehn Jahre lang, also zwischen 40 und 50 Jahren, mit demselben, unveränderten Passbild hausieren gegangen. Übrigens eint beide das Feature einer lächerlichen Paraffe. Übrigens haben beide – keine Kleinkinder, sondern erwachsene, angeblich reife Männer – ihre “Autorität” kraft mächtiger Konzerne und nicht kraft erkennbarer eigener Leistung “errungen”.

So, nun bin ich ganz von Harald Gsaller fortgekommen. Tant mieux: Er ist ein diskreter Mann, wünscht nicht, dass viel Aufhebens um ihn gemacht hat. Er ist ein Arbeiter, ganz genau wie ich:

Wir unterhalten uns über Werkzeuge, Selbstorganisation und darüber, wie man inmitten all des Schwachsinns einen klaren Kopf, einen guten Spirit und einen guten Körper erhalten kann.

Harals Gsaller, dessen Frau im Gesundheits-Management auf wissenschaftlichem und entwicklerischem Niveau arbeitet (erst Ludwig-Boltzmann-Institut, jetzt Gesundheitsministerium), hat sich inzwischen selbst geheilt: TaiChi in Schönbrunn kommt dem an asiatischen Mental- und Körpertechniken Interessierten sehr entgegen; Kieser Training (auch dies habe ich zwei Jahre lang selbst praktiziert) hilft beim gezielten Muskelaufbau, ohne die Gelenke zu stark zu strapazieren.

Für Leute wie mich, die immer ein wenig zum Übertrainieren neigen (was mich oft, sehr oft massiv zurückgeworfen hat), ist die strikte Nur-Jeden-Zweiten-Tag-Regel bei Kieser ein echter Gewinn.

Übrigens habe ich heute Mittag einen Termin beim Sportarzt Dominikanerbastei. Ich hoffe, wir werden ohne das Unwort auskommen, das das lautet “Physiotherapie” und eine kassenstrapazierende Nicht-Selbst-Verantwortlichkeit von Patienten oft fördert.

Mit etwas Glück kann ich dann wieder tanzen gehen: Zwei Wochen ohne: Das war sehr bitter !

 

✩✩✩✩✩

 

Übrigens …

 

// Notiz 22. 7., 22 H: Keine Ahnung, warum man den Artikel nicht unter seinem ID-Link sieht. Hm. // 

 

 

⇒ ⇒ ⇒ Addendum 22. 7. 2015 (blau)

… Übrigens: NA KLAR, kann ich jetzt endlich wieder Bücher schreiben, sinnvolle Kooperationen eingehen und damit auch echtes Geld verdienen, da der Parasit finalemente aus meiner Wohnung exorziert ist. – Die Wohnung war immer als Werkstatt gedacht: Für meine Handwerke, für mein Training, für meine Musik, meine Schriften. – Ich weiss, wieviel Platz ich brauche und wofür.

Die Abmachung war: Er wohnt an seiner Meldeadresse. Hat hier ein Bett, das Nötigste. Schmecks: Immer mehr Zeug hat er hier reingeschleift, ist mir nicht mehr von der Pelle gerückt, wollte unterhalten werden. Genau das war auch ein wesentliches Bedrängnis zum Selbstmord: Er hat mir hier hochgerechnet 700 Kilogramm dreckige, elektrostatisch aufgeladene, durch Dreck und Asche irgendwelcher Proberäume (äh, tja: welcher ? – Er hat ja nicht musiziert, ist faul und unmusikalisch: sein Medium ist und bleibt das “Handy”) geschleifte Audiokabel in die Wohnung geholt, in einem nicht angeschraubten Industrieregal gelagert, mich rundherum mit Worst Possible Tchnologies umstellt.

Das Resultat: Ein irrsinniger allergischer Schock. Seitdem huste ich praktisch unablässig infolge des Feinstaubs, gegen den ich allergisch bin (Testergebnis) ebenso wie gegen Kupferkabel (Testergebnis). – “Auch gut”, danke ich als unverbesserlicher Optimist: “Das stärkt die Rumpfmuskulatur und die Brust: Beides brauche ich zum Singen.”

Etc. Etc.

Er hat sich an NICHTS gehalten, mich ausgenutzt ohnegleichen. Aber das wundert mich nicht, erschüttert mich nicht, da dies immer so gewesen ist: Viele haben an mir parasitiert. Aber, mit Elfriede Jelinek formuliert: “Das werden wir auch noch verkraften !”

✩✩✩✩✩

Nicht ICH war SEINE “liebe Frau”: Umgekehrt ! Oder, mit Theresa Präauer und Wolf Haas formuliert: “Gans im Gegenteil !”:

Er war MEINE Tusse. Hat sich aushalten lassen, alimentieren, herrichten, einkleiden, mit rudimentären Bildungsgütern versehen lassen. Aber er war gierig. Kriegte nicht genug. – Warum ich ihn nicht früher, nämlich, als mir sein gefährlicher Schwachsinn erstmals auffiel (also vor ca. fünf Jahren), rausgeschmissen habe ?

Na, weil er es genau so gemacht hat wie alle Parasiten und Tussen in meinem Leben: Mich endlos bequatschen, mich in immer neue uninteressante Verwicklungen hineinziehen, meine relativ grosse Bereitschaft zu tätiger Empathie immer wieder neu aufrüttelnd.

Er war MEINE Tusse, MEINE Schicke, ich war SEIN Mann. Wie ich in allen “Beziehungen” der Mann war. Im Bett sowieso immer. – Ich habe mir das, was so als “Intellektueller” daherkommt und als “Mann” ziemlich gründlich angesehen: Ungewaschene Schwänze, ungepflegte Intimfrisur, Mangel an hygienischen Basix.

Von “Safer Sex”, der Obsorge für “Verhütung” bzw. von auch nur der Ahnung eines Gedankens, dass eine Erwachsene Frau andere Wünsche hat als einen schnellen Stopfkuchen, nicht die Bohne.

✩✩✩✩✩

Also kann ich mich nun endlich als Der “outen”, der ich immer gewesen bin, geblieben bin, bin und sein werde: Als Mann in einem weiblichen Körper. Kein Wunder, dass es meinen “Eltern” ganz angenehm gewesen wäre, ich wäre gestorben VOR einem möglichen Outing.

“Mann in einem weiblichen Körper”: Tant mieux ! – Dass der weibliche der wesentlich belastbarere Körper ist mit einer Vielzahl angenehmst differenter Reizbarkeiten, darf ich mit meinem reichen Erfahrungsschatz jenseits der Ehekrüppelei, fröhlich verkünden. Oder mythologisch verbrämen: Ich bin Teiresias, der blinde Seher, der die Lüste kennt des Mannes und der Frau.

✩✩✩✩✩

Der Tusse und ihrer Blase wäre mein Tod recht gewesen: Sie, die notorisch nicht wirtschaften können, hätten geerbt.

✩✩✩✩✩

Sie haben mir ja absichtlich immer zu kleine Kleidung geschenkt, immer unmöglichen Frass vorgesetzt, mich bis zur Verzweiflung mit ihrem Krempel belästigt und bequatscht: Jetzt, wo ich endlich esse, jetzt, da ich – nach meiner Vergiftung (davon an anderer Stelle mehr) – endlich lebe, jetzt, da meine Konfektionsgrössen, meine Hände und Füsse laufend grösser werden, jetzt, da ich – das habe ich mit einer Pädagogin der “Sängerknaben” besprochen – endlich in einen Stimmbruch zum Tieferen komme, jetzt, da ich 48 Jahre alt bin und wie 25/30 aussehe, lasse ich mir das alles nicht mehr gefallen:

Die Türe ist ins Schloss gefallen. Sie alle, die Neider, die Geizigen, die Günstlinge, die Oportunisten, die Admins und Kriegsgewinnler samt sämtlichen Tussen werden mir nicht mehr nahe treten. Nicht mir, nicht meinem Hund.

✩✩✩✩✩

 

Übrigens kann man eine Tusse schon an ihrem Gang erkennen.

Übrigens verabscheue ich Oralverkehr.

Übrigens: Nie mehr “Beziehung”: Freundschaft, super ! – Sex, super ! – Aber keine “Beziehung”. – Ich lebe allein. Lebe mit dem Wesen, das ich mehr liebe als Alles Andere auf der Welt: Meinem Hund. – Wenn Kira einmal tot sein wird, wir es andere Hunde geben.

Schöne, kluge und starke wie sie.

Wir überleben: Venceremos. Den Vergewaltigern, den Mördern und Irren zum Trotz. Venceremos !

✩✩✩✩✩

Addendum 22. 7. 2015:

Übrigens übrigens werde ich mich nicht an Minderjährigen vergreifen.
Übrigens übrigens halte ich mich – so man mich nicht belügt und betrügt – an die Zehn Gebote:
Du sollst nicht begehren Deines Nächsten … Kind, Hund, Mann, Frau, Besitz, Ruhm, Amt, Würde.

Wenn Brusatti und Swartz mit Ehering am Finger ambush-artig über mich hergefallen sind (Swartz’ Frau, eine bekannte Autorin, war damals bereits nierenkrank), weil sie dachten, Vorwort zum “Kronprinzenwerk” sowie dessen Präsentation im Radiokulturhaus, seien gütige Gaben, die sie mir freundlich gewährten und die ich gefälligst mit konkretem Liebesdienst zu bezahlen hätte, waren sie mit ihren Geschäftchen immerhin so schnell fertig, dass Notwehr in Leere gegangen wäre.

So ist das, hier und heute im lieben, schönen Österreich, in der Donauperle, an der Alma Mater Rudolfina:

Frau als Akademikerin ? – Keine Chance.
Frau als Autorin ? – Keine Chance.
Es sei denn, man macht die Spesen-Mizzi, wie Christian Brandstätter es für ein prächtiges “Steinhof”-Buch gewünscht hätte. Ober man leiht, stunden-, tage- und wochenlang einem Verleger wie Michael Huter (damals: WUV | facultas) für seine verbalen Ergüsse zum Thema “Wolken” das Ohr, auf dass er einem erst recht und justament die Taschenbuchrechte mein “Archäologie”-Buch versaut: eines wie die benachbart publizierten Bücher Georg Rigeles:”Die Grossglockner Hochalpenstrasse” sowie Rainer Amstädters “Alpinismus” für einen wissenschaftlichen Verlag Österreichs äusserst weit und nachhaltig wahrgenommenen Werks.***

Rainer Amstädter habe ich übrigens in den frühen 2000er Jahren in der Psychiatrie Südgartenklinik am AKH getroffen: Burnout, Lebenskrise, Zusammenbruch. (Sollte ihm diese Erwähnung in diesem Zusammenhang nicht angenehm sein, möge er sich melden [Impressum], ich nehme die Daten dann sofort aus dem Netz.)

Frau überhaupt ? Frau als Ausländerin ? Frau als Junggesellin ? Frau als Intellektuelle ? Frau überhaupt ? – Frau als Transgender Person ? – - - Keine Chance !

(Übrigens übrigens übrigens: Wo, wie für die Literatur im Magistrat, Frauen eingesetzt werden, welche nicht einmal den Namen des Wappentiers der Genforscher, der herrlichen ⇒Drosóphila, richtig aussprechen können, schadet man der Sache der Frau absichtlich mehr als man flötenmündlich zu nützen behauptet …. )

C’est tout.

 

✩✩✩✩✩

***Hier das WUV-Trio:

Rainer Amstädter: Der Alpinismus. Kultur. Organisation, Politik. WUV-Universitätsverlag, Wien 1998 ⇒ Der Spiegel | ⇒ Amazon

Georg Rigele: Die Großglockner-Hochalpenstraße. Zur Geschichte eines Monuments. WUV-Universitätsverlag, Wien 1998 ⇒ Wiener Zeitung | ⇒ Amazon

Christiane Zintzen: Von Pompeji nach Troja. Archäologie, Literatur und Öffentlichkeit im 19. Jahrhundert. WUV-Universitätsverlag, Wien 1998 ⇒ Amazon | ⇒ science@orf.at | ⇒ Manfred Fuhrmann @ Berliner Zeitung (super genaue Lektüre!) | ⇒ GoogleBooks | ⇒ Franziska Augstein @ FAZ

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