Salon Littéraire | Martin Fritz : die vorbereitung der haiku

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Salon Littéraire | Martin Fritzdie vorbereitung der haiku, pt. 12-14¹

die drei texte sofern das nötig ist, die erlösung und im tarifverbundsystem gehören zum im gedichtband intrinsische süßigkeit erschienenen zyklus die vorbereitung der haiku. es handelt sich dabei um versuche, reisetagebücher zu schreiben. dass aus einer versuchanordnung, die frägt, wie aus der gegenwart eine erzählung zu machen wäre, so etwas wie gedichte geworden sind, spricht für die einzelnen notizen (notiz auch im sinn von roland barthes als das, was sich nicht resümieren läßt). diese wurden im nachhinein nur noch geringfügig bearbeitet, mit dem ziel, sich an den rändern von differenzen aufzuhalten. es geht im wesentlichen darum, möglichst wenig variation und dichte zu erreichen, naturgemäß im bewusstsein, dass dadurch komplexität an anderen ecken ins kraut schießt, wie auch die bildebene zeigt. ich denke, diese drei texte sowie das kürzlich im weblog assotsiationsklimbim erschienene “i can feel kiefernstarre” <3 sind die letzten texte von die vorbereitung der haiku. it was all whirlwind, heat and flash.

sofern das nötig ist

01 somo

nichts
was bin ich und zwischen
allgemein und konkret
kategorien

02 di 1
02 di 2

alte versus neue sorgen
nächstes jahr mehr andere
ausnützen muss kein gedicht mehr
zählen und schauen
rollen und fahren
zoomen und kippen
stop motion

03 mi

apropos stechlin
erzählhaltung wie lehrjahre
sie dachte sie sagte
von wo anders daher

04 do 1
04 do 2

karte und kuna

05 fr 1
05 fr 2
05 fr 3

struga

06 sa 1
06 sa 2
06 sa 3
06 sa 4
06 sa 5
06 sa 6

dass ich als experte für
nicht nur gelte sondern ein solcher tatsächlich auch
bin
die ursache auf die sie zurückzuführen
sind

07 so

be your own savior
achtsamkeit liebe gnade
instant love hingegen     große
sprung

08 mo

beautifying for ever
rolf krake

09 di

explorer 200
süden und stories    panda und dänen

10 mi 1
10 mi 2

fünf berufe more than friends
laxe verhältnisse
lauterkeit sekundarität
zeigen und sagen

11 do

übertragung torneró am anfang
bei abwesenheit
instant love hingegen
kaffeedings in blumenkübel

12 fr

so irgendetwas machen siehe
recherche i care because u do

12+1 sa 1
12+1 sa 2

flechten

14 so

eben nicht weil nicht
schön genug bild nicht buch
entwirklichung zuviel statt zu wenig
dann schwimmen

15 mo

krise und kur

16 di

der ausweg     raumfahrt
irgendwann     von reaktionen

die erlösung

one day my pain will mark you

zum frühstück lana del rey, miley cyrus, sky ferreira
dass glück von den bedingungen abhängt
die erlösung bestünde letztlich darin
so berühmt dass klaubar bei thalia zu werden
so berühmt wie alben fiktiver bands wie californian dreams
von den babarians im nagelstudio das zapping
zwischenmythos und symbole
it’s art bitch
niemand ist nur liebenswürdig denn das sind sie alle
liebreizend ist das wort usw usf etc
magic heißt bezaubert sein doch
one day my pain will mark you
und das
inkongruent

im tarifverbundsystem

kriz kraz krompircek im tarifverbundsystem
übermitteln wlan wellen sprachaufnahmen
die traurigsten tropen der raumfahrt (als solches)
denn die leute im hades haben nichts zu tun
vandalen sind hier thronig entscheiden fahrig zwischen
internen und externen ereignissen
instant love hingegen     züngeln beim beamer einstellen

tarifverbundsystem

diese european rich kids bilden solokollektive
diskutieren mild ihr katzenblogrezeptionsverhalten
ob sie eingefahrenes wiederholen oder neue
legosteinmetaphern mehr verflüssigen
sinn ist immer leer vorbei blabla
superspannend oder alles schon mal da
heftig reden oder doch nur leben
scheiße schauspieler

interne/externe ereignisse

kleinfühlen im plenum wird gewohnheit wie
sitzplätze sind körper gut
einen bookslappingtumblr auf goodreads stellen
ohne gewinnerzeugungsabsicht buchstaben
sternförmig in gegenden verteilen
zaubersprüche führen uns sicher durch die nacht
der leerlauf ist nicht abends
mit geschlossenen augen tanzen

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¹- Martin Fritz: intrinsische süssigkeit. lyrik  - F. Berger Verlag , Horn 2013 ( = Neue Lyrik aus Österreich 4 )

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Martin Fritz ( Bio – Bibliographie )

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Benedikt Ledebur: Ein Fall für die Philosophie [Robbe-Grillet, Popper, Bourdieu, Queneau]

 

Benedikt Queneau

 

| espace d’essays |

Benedikt Ledebur:
Ein Fall für die Philosophie. Zur Vorherbestimmung in der Literatur¹

Die Literatur macht ihrerseits nichts anderes, als die
Beziehungen zu der Welt, die in der Wissenschaft,
in der Philosophie, in der Psychologie usw. entweder
schon existieren oder bald hergestellt werden, wieder-
zufinden oder vorherzusagen – man weiß ja nie, ob sie
der Philosophie und der Wissenschaft voraus ist oder
hinten nachhinkt.
Alain Robbe-Grillet (Vom Anlaß des Schreibens, 39)

FRAMES & SCHEMATA
Es mag für philosophisch gebildete Leser einen gewissen Anreiz haben, wenn ein Kriminalroman das Kausalitätsproblem aufwirft; es könnte im Roman zum Beispiel ein Philosophieprofessor, während er in einer Vorlesung darüber spricht, ermordet werden. Um die Leser in einer dem Genre entsprechenden Weise zu unterhalten, wird die Erzählung nicht auf die Spekulation mit hypothetischen Kausalketten (gleichgültig, ob sie nun diese durch Anspielungen und Hinweise im Leser provoziert oder selbst explizit anstellt) und für die Lösung ihres Falls nicht auf fiktiv faktische Zusammenhänge verzichten können. Daß Erzähl- und Erklärungsmuster besonders zwingend scheinen, gilt vielleicht gerade für jene Art von Kriminalromanen, die von literarisch Anspruchsvolleren zur Trivialliteratur gezählt werden, nicht weil sie den detektivischen Trieb des Lesers befriedigt, oder weil zu viele Vorannahmen im Spiel sind, sondern weil ein bewährtes Schreibschema mit den entsprechenden Coups und Klischees zum zigsten mal einfallslos variiert wird. Daß wir aber Ansätze und Schemata brauchen, daß wir bestimmter Rahmen bedürfen, um überhaupt das, was in oder um uns vorgeht, interpretieren zu können, wird niemand bezweifeln. Neben ihrem Unterhaltungs- und Marktwert mißt sich der eigentliche Wert der literarischen Produktionen, der Bewältigung literarischer Formen daran, wie sehr sie unsere Interpretationsmöglichkeiten bereichern. Damit ist ein erster Berührungspunkt mit Philosophie gegeben, denn nicht nur läßt sich das Gleiche über philosophische Werke sagen, auch wenn die Klärung von Begriffen, von Problemen in philosophischer Strenge einen anderen Stil verlangt als den literarischer Formen, sondern Gedankenlosigkeit und fehlende Sensibilität für die Grundlagen unserer Anschauungsweisen produzieren im Literarischen, sobald erzählt und erklärt wird, bestenfalls jene Variationen von Klischees, die so gut ankommen.

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MODE D’EMPLOI
Auf welcher Ebene der geglückte Eingriff der Literatur in die untrennbare Einheit der fiktiven Wirklichkeit ihrer Gegenstände und der faktischen ihrer Formen stattfindet, auf welche Weise sich die gelungenen Erweiterungen manifestieren können, hängt also nicht nur von den Gattungen der Literatur und den mit ihnen verknüpften Konventionen ab, sondern auch von den Begriffen, die sich die Schreibenden von der Wirklichkeit (inklusive der Gattungen) machen. So kann für ein Kennzeichen des hohen Niveaus eines Science-fiction-Romans gelten, daß die Möglichkeiten seiner Projektionen nicht im Widerspruch zu den Gesetzen der Physik stehen, andererseits könnte ein bewußtes Außer-Kraft-Setzen eines anerkannten Gesetzes im Nachhinein als Vorwegnahme neuer wissenschaftlicher Paradigmen, Erkenntnisse oder ihrer Anwendung gedeutet werden. Wird das Verhalten der Protagonisten eines solchen Romans mithilfe von Psychologie des neunzehnten Jahrhunderts beschrieben und erklärt, wird dieser trotz wissenschaftlicher Fortschrittlichkeit der technischen Accessoires einen veralteten Eindruck machen, und beruht die gesamte Komposition auf einem einfachen Helden- und Handlungsschema, auf naiven anthropomorphen oder moralisierenden Kontrasten, werden dem Werk, das aufgrund seines Genres mit Vorurteilen verstaubter Vereine zu rechnen hat, die Ehren der höheren Literatur mit Recht verwehrt bleiben. Im Fall des Kriminalromans können Komplexität oder gewiefte Zirkularität, das in Schwebe Halten gleich plausibler Tathergänge, ein neuer Sprachduktus, verschlüsselte Botschaften oder Bedeutungsebenen ebenso zur Rettung seiner Literarizität beitragen wie zeitliche Vielschichtigkeit, die genaue Beschreibung einer Landschaft, eines Milieus, oder geschickte Darstellung der institutionellen Folgen des Glaubens an Willensfreiheit.

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ROBBE-GRILLET, IMMANENTE FALSIFIZIERUNG
In einem 1989 (nach Tonbandaufzeichnungen) in Buchform erschienenen Vortrag, den Alain Robbe-Grillet in Tübingen frei gehalten hat, kommt der Autor auf seinen im Präsens geschriebenen Roman Les Gommes (1953) zu sprechen, einen Kriminalroman, dessen wesentliches Gestaltungsprinzip sei, daß er auf dem Mangel beruht, daß das Verbrechen, um das es im Roman geht, zunächst nicht begangen worden ist. Derjenige, der das Verbrechen aufzuklären, bzw. zu rekonstruieren versucht, begeht es schließlich, um diesen Mangel auszufüllen, aus logischer Notwendigkeit, wie Robbe-Grillet meint: “Man nimmt an einer Art Umkehrung dieser von einer Lücke organisierten Welt teil, einer Lücke, die dann geschlossen wird. Sie wird geschlossen, aber falsch, also ‘falsifiziert’, durch den Helden des Romans selber.” (Robbe-Grillet 1989, 41) Was man als guten Einfall eines ungewöhnlichen Kriminalromans behandeln könnte, will Robbe-Grillet als Bild für die Grundkonstitution modernen Schreibens verstanden wissen, das sich wissenschaftlichem Denken auf der Höhe seiner Zeit verdankt. Um die Relation zwischen Literatur, Wissenschaft und Philosophie plausibel zu machen, spart Robbe-Grillet in diesem Vortrag weder mit Namen berühmter Wissenschaftler und Philosophen, noch mit breit angelegten perspektivischen Festlegungen, die als entscheidende erkenntnistheoretische Paradigmenwechsel auftreten. So gilt es ihm beim Gesetz der Schwerkraft für erwiesen, “daß die betreffende Gleichung weniger über den Fall des Apfels aussagte als über das Funktionieren des Newtonschen Gehirns” (ebda, 35) und Einstein wird nicht wegen seines berühmten Vorbehalts (“Gott würfelt nicht”) gegen die Zufallswelt der Quantenphysiker zitiert, sondern weil er die Verifizierbarkeit problematisiert habe.

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POPPER, EXPLIZITE FALSIFIZIERUNG
Karl Popper habe diese wissenschaftliche Einsicht vulgarisiert, indem er stattdessen den Begriff der Falsifizierbarkeit eingeführt habe, womit “das Kriterium der Wissenschaftlichkeit darin besteht, die Theorie, in einem Punkt zumindest, des Mangels zu überführen”. (ebda) Die Analogie des Verbrechens, das erst im Zuge der (Re-)Konstruktion seiner Verursachungen begangen wird, zu der Falsifikationstheorie Poppers beruht auf der sehr bildlichen Rede von Mangel und Lücke, und es ist nicht unmittelbar verständlich, in welchem Sinn das begangene Verbrechen als Falsifikation gelten kann, wenn der Aufdecker durch seine eigene Beweisführung sich dazu gezwungen sieht, es zu begehen. Sieht man die Beweisführung oder die hypothetischen Kausalketten des Aufdeckers als Theorie und das Faktum des Verbrechens (im Roman) als von der Theorie nicht nur vorausgesagtes, sondern herbeigeführtes Datum, wird vielmehr, bestreitet man individuelle Handlungsfreiheit, die Theorie bestätigt. Wird die Beweisführung durch das Begehen des Verbrechens aber ad absurdum geführt, etwa weil jemand, der sich durch den Glauben an die eigene Beweisführung gezwungen sieht, ein Verbrechen zu begehn, diese nicht bestätigen kann, weil sein Glauben an die Beweisführung nicht Bestandteil der Beweisführung sein kann, könnte das Verbrechen im übertragenen Sinn als falsifizierendes Datum interpretiert werden. (Das Beispiel eines ähnlichen Falles, das ich meiner Biographie bzw. einem früh verstorbenen Schulfreund verdanke, ist dessen von ihm astrologisch vorausgesagter Tod. Er glaubte, seine Voraussage durch den an dem bestimmten Datum durchgeführten Freitod verifizieren zu können.)

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KRITIK EX NEGATIVO
Nun ist Poppers Falsifikationstheorie, die Robbe-Grillet zur Illustration seiner Rede von Mangel und Lücke herbeizieht, selbst Gegenstand wissenschaftstheoretischer Auseinandersetzung. Der an die Herleitung seines Verbrechens glaubende Verbrecher kann zwar sehr gut als literarisches Gleichnis für einen Kausalitätsbegriff nach Hume und Kant verstanden werden, für die Verursachungen nur im Geist des Urteilenden verankert sind, bei Kant als Resultat sinnlicher Anschauung, bei Hume als Resultat der Gewohnheit, Popper dagegen steht für einen Deduktivismus, der die logische Funktion der Negation zum Paradigma erklärt. Er rühmt sich, Humes induktiven Ansatz ständiger Stärkung oder Schwächung von Hypothesen mittels Falsifikationstheorie logifiziert zu haben, und hat Humes theoretische Skepsis insofern entschärft, als ein einziges Datum genügt, um eine Theorie zu falsifizieren und damit zu der nach Popper einzig möglichen, der negativen Form der Wahrheit zu kommen.

(Vgl. Popper 1984, 20: “Der grundlegende Unterschied zwischen meinem Ansatz und demjenigen, den ich schon vor langer Zeit ‘induktivistisch’ genannt habe, ist meine Betonung der negativen Argumente wie Gegenbeispiele, Widerlegungen, Widerlegungsversuche – kurz: Kritik –, während der Induktivist den Nachdruck auf die ‘positiven Fälle’ legt, aus denen er nicht-deduktive ‘Schlüsse’ zieht und von denen er sich eine Garantie der ‘Verläßlichkeit’ dieser Schlüsse verspricht.”)

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ROBBE-GRILLET, SZENEN DES FEHLENS
Mit ihrer Verneinung ändert sich zwar der logische Wert, aber nicht die logische Struktur von Theorien. Dieses Festhalten an theoretischen Zusammenhängen, auch wenn sie gemäß der “Logik der Forschung” nur im Hinblick auf eine spätere Verneinung konstruiert werden, deutet Robbe-Grillet, der seine Wissenschaftsanalogie (in Anlehnung an Husserl und Lacan) auf den philosophisch angeschlagenen Begriff des Bewußtseins ausweitet, literarisch-weltanschaulich: “Es gibt strukturierende Lücken in uns und ich würde sogar soweit gehen zu sagen, daß wir der Ausdruck einer Lücke sind, aber einer Lücke die mit etwas anderem im Streit liegt, mit der alten Fülle, die uns im letzten Jahrhundert abhanden gekommen ist und von der wir immer noch geprägt sind.” (Robbe-Grillet 1989, 33) Die Feststellung paart auf seltsame Weise einen Fortschrittsgedanken mit einem Verlustgedanken oder -gefühl. Mit dem Grundton ist die Tonalität verloren gegangen, doch die Figuren führen losgelöst von einem organisierenden Zentrum ihr Eigenleben weiter. Auf die Logik der Sophisten übertragen: Die Axiomatik wird ohne gegenständliche Rechtfertigung gesetzt, die Prämissen werden vom Argumentierenden zwar nicht mehr geglaubt, doch die angewandten Beweismethoden bleiben die einzig überzeugenden; für die abgeleiteten Sätze genügt, daß sie abgeleitet sind.

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LOGIK UND LOCH
Robbe-Grillet will in seiner Tübinger Rede keine erkenntnistheoretische Grundsatzdiskussion führen, sondern seine Wissenschaftsanalogien dienen ihm zur Erläuterung von Stilunterscheidungen, die er anfangs zwischen Romanen trifft. Balzacs Romane stehen dort für die zentrierte Fülle klassischen Schreibens, während Dostojewskij (mit Die Dämonen) und Flaubert (mit Madame Bovary) als Anfänge der Moderne gelten: “Im Roman Balzacs wird der Leser von Fülle zu Fülle getragen, er weiß immer, wo er seine Füße aufsetzen kann. Er bewegt sich in einer sicheren, beruhigenden Welt fort, ohne Angst haben zu müssen, daß er in ein Loch hineinfällt. Von den Romanen Flauberts hingegen konnte man sagen, daß sie wie ‘eine Kreuzung von Lücken und Mißverständnissen’ sind.” (ebda, 13) (…) So, wie er hier aus der Meinung eines Rezensenten zitiert, erklärt Robbe-Grillet sein Konzept des Mangels damit, daß der besprochene Autor selbst ein ähnliches Bild verwendet: “Aber Flaubert sagt: ‘Es war wie ein Loch, das ihre Existenz ausgehöhlt hatte.’ Die Verwendung der Metapher des Loches genau zu diesem Zeitpunkt gibt zu denken“ (ebda, 9) (…)

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BOURDIEU, SOZIOLOGIE UND BLINDE WINKEL
Prinzipiell müssen sich soziologische Untersuchungen wie andere wissenschaftliche Beschreibungen auch, an einen bestimmten Grad der Verallgemeinerung halten, der sie zwingt, Gegebenheiten des beobachteten Gebietes (als “nicht relevant”) oder Merkmale des zur Bestätigung herangezogenen Ereignisses auszublenden, bzw. eine bestimmte Grenze gegenüber ihren Gegenständen in den Analysen nicht mehr zu übertreten. Das gilt natürlich auch für entsprechende Untersuchungen literarischer Phänomene, wie sie zum Beispiel Pierre Bourdieu in seinem Buch Die Regeln der Kunst (dt. 1999) anstellt. Aussagen innerhalb eines bestimmten Spektrums von Verallgemeinerungen über literarische Werke einer bestimmten Zeit und Region und genetische Erklärungen über Stil, (intellektuelles, Unterhaltungs-) Niveau, Zugehörigkeit zu literarischen Zirkeln etc. lassen sich so treffen (die Untersuchung ist umso interessanter, je tiefer sie mit ihren Methoden und Kategorien zu differenzieren, individualisieren vermag), aber bei dem einzelnen Werk eines bestimmten Autors wird die Untersuchung an ihre Grenzen stoßen. (…)

Es bleibt dennoch eine kategoriale Fehlleistung, soziologische Regelmäßigkeiten mit ästhetischen und poetologischen Regeln zu verwechseln, oder genetische Erklärungen, die sich auf Typisierungen des sozialen Umfelds berufen, gegen literaturwissenschaftliche auszuspielen, die sich philologisch mit einzelnen Werken und Autoren auseinandersetzen, sich bei der Interpretation der Werke Flauberts, um beim Beispiel zu bleiben, wenn es um ihre Entstehung geht, auf seine Briefe stützen (aus denen auch Bourdieu ausgiebig zitiert), in denen viel von seiner Poetik, seinen Entscheidungskriterien beim Schreiben preisgegeben wird.

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DER “REINE ROMAN”
Als Beweis, daß Bourdieus Wissenschaft ihm keine Scheuklappen anlegt, daß er, auch wenn es ihm immer um den Rückschluß auf die Welt der soziologisch deutbaren Tatsachen geht, die Einschränkungen dieses Ansatzes bewußt in Kauf nimmt, mag folgender luzider Absatz aus seiner Untersuchung dienen, in dem er selbst die Grenze seiner Art der Lektüre, die dort enden will, wo die technischen Fragen der Kunst beginnen, zur Sprache bringt:

Die Geschichte des Romans kann mindestens seit Flaubert auch als eine lange Arbeit an der Aufgabe beschrieben werden, “das Romanhafte zu töten”, wie Edmond de Goncourt sagte, das heißt, den Roman von all dem zu reinigen, was ihm eigen scheint, die Intrige, die Handlung, der Held: seit Flaubert und seinem Traum vom “Buch über nichts”, seit den Goncourts und ihrem Streben nach einem “Roman ohne Wendepunkt, ohne Intrige, ohne niederes Amüsement” bis hin zum Nouveau Roman und der Auflösung linearen Erzählens sowie, bei Claude Simon, der Suche nach einer quasi bildhaften (oder musikalischen) Komposition, die auf periodischer Wiederkehr und internen Entsprechungen zwischen einer begrenzten Anzahl narrativer Elemente – Situationen, Personen, Orten, Handlungen – aufbaut, auf ihrer modifizierten oder modulierten Reprise. Dieser “reine” Roman erfordert evidentermaßen eine neue Lektüre, verlangt eine Lesehaltung, wie sie bisher der Lyrik vorbehalten war – ihr “idealer” Grenzfall ist die scholastische Übung der Entzifferung oder der auf wiederholter Lektüre aufbauenden Neuschöpfung. Faktisch kann das Schreiben der Forderung nach einer derart anspruchsvollen Lektüre nur Gestalt verleihen, weil es in einem Feld realisiert wird, in dem die Bedingungen nach Erfüllung dieser Forderung vereinigt sind: Der “reine” Roman ist Produkt eines Feldes, in dem sich die Grenze zwischen Kritiker und Schriftsteller verwischt; letzterer theoretisiert um so besser über seine eigenen Romane, als diese bereits den Roman und seine Geschichte reflektieren und kritisieren, wobei sie unaufhörlich seinen Fiktionscharakter in Erinnerung rufen. (ebda, 381ff.)

Letztlich muß von jedem Werk, das den Anspruch, Literatur zu sein, für sich geltend machen will, gesagt werden können, daß es die Geschichte seiner Gattung mitreflektiert. Und auch Romane, wie z.B. jene Nabokovs, die ihre Einsätze weniger deutlich als ein Nouveau Roman markieren, beruhen auf einer streng durchdachten Komposition. Nichtsdestotrotz sagt Bourdieus Beschreibung einer, wenn auch nicht unbedingt bejahten, Entwicklung in der Literatur eigentlich mehr aus als Robbe-Grillets Mangelmetapher und Wissenschaftsanalogie. Der Vorwurfston eines, der aus Literatur historisch-soziologische Rückschlüsse ziehen will, die nicht die Geschichte ihrer Formen betreffen, ist deutlich zu hören. (…)

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QUENEAU, IM STIL
Mag die Welt oder das, was geschieht, nur einmal da sein, es macht einen Unterschied, in welcher Hinsicht davon gesprochen wird. Diese Hinsicht wirkt sich stilistisch auf die Komposition von Ereignissen aus. Die Darstellung kann dabei auf verschiedenen Stilebenen gleichzeitig operieren, hierarchisch geordnet oder nicht: Auf einer können Ereignisse z.B. genau beschrieben werden, während auf einer anderen die sprachlichen Repräsentationen selbst auf dem Spiel stehen. Eine der klarsten Variationen über dieses Thema sind Raymond Queneaus berühmte Stilübungen, Exercices de style (Queneau 1947), in denen eine Episode, eine Autobusfahrt, bei der dem Erzähler ein junger Mann auffällt, den er zwei Stunden später auf der Straße vor dem Bahnhof Saint-Lazare wiedersieht und einen Gesprächsfetzen auffängt, neunundneunzig unterschiedlichen rhetorischen Bearbeitungen unterworfen wird, die vom metaphorischen Sprechen, über Anagramm, Gedichtformen wie Sonett und Ode, Vers libres, Dramatisierung, dem Sprechen hinsichtlich der taktilen, visuellen, auditiven Sinne bis zur logischen Analyse und philosophischen Verfremdung reichen. Dem ganzen Projekt liegt die rhetorische Figur der Ironie zugrunde, aber trotz des (unterschiedlich starken) parodistischen Charakters der einzelnen Bearbeitungen zeigt sich, welches Mißverständnis es in der Literatur jedes Tonfalls bedeuten kann, stilistische Faktoren für im ursprünglichen Sinn gegenstandslos zu halten, als ob, wie ich über etwas spreche, unabhängig davon wäre, was ich davon zu fassen bekomme. Nun will Queneau mithilfe der katalysatorischen Wirkung der Autobusepisode zeigen, wie unterschiedlich Sprache Gegenständlichem beikommt, womit sich die Untersuchungsrichtung gewissermaßen umkehrt und mit diesem Zeigen auf ökonomischste Weise über die Verwendungsweisen von Sprache etwas gesagt ist. Daß der Gegenstand selbst der analytische Faktor ist, um in der Sprache Aspekte des Begreifens zu relativieren oder zu bestätigen, ist für Literatur viel wesentlicher als ihre Fiktionalität, das lückenhafte Bewußtsein oder das Umschreiben eines Mangels.

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ABUNDANZ STATT MANGEL
Queneaus Versuch wirkt fast wie ein Gegenparadigma zu Robbe-Grillets Rede vom Mangel im Text, die die Analogie zur selbst fraglichen Falsifikationstheorie Poppers behauptet. Wenn Robbe-Grillet die Abwesenheit des Gatten in La jalousie als zentrales Symbol für seinen Text versteht, “die Gesamtheit des Textes, die ganze Erzählung wird von diesem zentralen Loch generiert, welches der abwesende Gatte ist, eine Figur, die an der Geschichte ganz und gar nicht teilnimmt” (Robbe-Grillet 1989, 43), so ändert diese Intuition nichts an der Tatsache, daß der fehlende Gatte ein Element auf der Erzählebene seiner Prosa bleibt, die sich, was die Neuartigkeit betrifft, vielmehr durch ihre extreme Gegenständlichkeit, durch ihre Beschreibungsgenauigkeit auszeichnet, die nicht nur in jedem Moment vorgibt, zu wissen, wovon sie spricht, sondern auch, von welchem Ort aus im Erzählraum des Romans sie spricht (was Professor Frantisek Lesák dazu verleitet hat, von dem Haus, um das die Erzählung kreist, ein Modell zu konstruieren – vgl. Lesák 1999). Robbe-Grillets Auswahl ist dabei sowohl, was beschreibbare Phänomene und zugelassene Erklärungen, als auch, was die Schreibstrategien betrifft, streng: “das optische, beschreibende Wort, dem es mit dem Messen, dem genauen Hinstellen, dem Abgrenzen, dem Bestimmen genug ist.” (Robbe-Grillet 1965, 23) Die natürlichen Sprachen sind ein Arsenal von oft überkommenen Vorherbestimmungen, und die bereitgestellten Kategorien und Zusammenhänge, die nicht nur auf Definitionen, sondern auch auf verwandten Wortstämmen und grammatischen Möglichkeiten beruhen (wie sie bei den verschlüsselnden Schreibstrategien der Poesie eine Rolle spielen), laufen quer durch sich oft ausschließende Weltauffassungen und ineinander unübersetzbare Wirklichkeitsebenen. Welche davon nicht mehr relevant oder auszublenden sind, gibt Stilfragen erst ihre Brisanz. (…)

***

¹Auszug aus dem Titelessay des Bandes “Ein Fall für die Philosophie. Über Dichtung, Rhetorik und Mathematik” (Wien, Klever 2014).

ledebur

Literatur:

Pierre Bourdieu: Die Regeln der Kunst. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1999
Nelson Goodman: Tatsache, Fiktion, Voraussage. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1975
Max Horkheimer, Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung – Philosophische Fragmente. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1993
Frantisek Lesák: Texttreue. Notizen zum Thema Beobachtung und Beschreibung eines Hauses in einem Roman. In: Wespennest Nr. 114, Wien 1999, S 92-101
Fritz Mauthner: Wörterbuch der Philosophie, Bd.1. Zürich: Diogenes 1980
Karl R. Popper: Objektive Erkenntnis. Hamburg: Hoffmann und Campe 1984
Alain Robbe Grillet: Les Gommes. Paris: Les Éditions de Minuit 1953. Dt.: Ein Tag zuviel
Alain Robbe-Grillet: Argumente für einen neuen Roman. München: Hanser 1965
Alain Robbe-Grillet: La Jalousie oder die Eifersucht. Stuttgart: Reclam 1966
Alain Robbe-Grillet: Vom Anlaß des Schreibens. Tübingen: Verlag Claudia Gehrke 1989
Raymond Queneau: Exercises de style. Paris: Éditions Gallimard 1947

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Benedikt Ledebur ( Bio- Bibliografie )

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Pop goes the World: Peter Roseis “Globalisten”

 

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Temporeicher Roman, konzeptuelles Capriccio, rasanter Tanz: Peter Roseis jüngstes Buch “Die Globalisten” gibt heiter geschürzte Szenen einer “Comédie Humaine”, wie sie auch in einem Drehbuch steht, genauer: stehen soll. Da in diesem Reigen ohnehin Keiner kriegt, was er erstrebt, taumeln die Protagonisten – in multiplen Beziehungen ineinander verstrickt – um ein leeres Zentrum. So harrt auch das Drehbuch für ein angeblich bahnbrechendes TV-Format vergeblich einer Vollendung und bleibt es entsprechend dem Meta-Autor Peter Rosei überlassen, das komödiantische Marionettenspiel beherzt in die Hände zu nehmen.

In typisierten Konstellationen und Konfigurationen jagen einander die Figuren im Kreise, kehren Situationen – oft in spiegelbildlicher Drehung – wieder, trabt die Sprache mit aberwitzig schiefen Bildern in leeren Touren. Die Typenkomödie um Aufsteiger und Absteiger, Oligarchen und Opportunisten, betrogene Betrüger und Schmalspur-Ganoven, coole Kunst-Schritt-Macher und treugläubige Texter wäre eines Nestroy durchaus würdig.

Prägt Honoré de Balzacs “Comédie Humaine” zweifellos den Hintergrund der Burleske, ist – neben den Nestroyschen Tableaux – unschwer Arthur Schnitzler als Impulsgeber für manche Triftigkeit in Handlung und Sprache auszumachen. Da ist der Reigen, in welchem sich die Protagonisten schön – und mit manch unschönen Absichten – im Kreise aneinander abarbeiten. Und da ist eine Sprache voll der Austriazismen, voll der Phrasen und voller decouvrierender Jargons.

Dem Glamourfaktor von metropolitanen ersten Adressen in Wien, St. Petersburg und Budapest stehen die realexistierenden soziographischen Topographien der Wiener Bezirke Fünfhaus und Ottakring ebenso entgegen wie die Plattenbauten von Košice, ein heruntergekommener Vorort Münchens und das Gefängnis Berlin Tegel. Desgleichen macht es nicht viel Unterschied, ob es sich bei den Protagonisten nun um Russen handelt, um Rumänen, Polen, Schweizer oder Österreicher: Sämtlich sind sie ängstlich darauf bedacht, einander möglichst wenig schuldig zu bleiben.

In seiner romanesken Komödie scheut Rosei keineswegs die Anlehnung an triviale Muster, sei dies der Konsumroman, sei dies der Krimi oder seien dies billige filmische Narrative. Die Figuren klassifizieren sich flugs mittels ihrer jeweiligen Stilistik von Outfit und Attitüde. Indizien, Indikationen, Inzidenzen sind derart überdeterminiert, dass sie sich als Mittel von Fiktion und Dramaturgie selbst entstellen. Hier lässt Rosei seine Puppen an absichtlich sichtbaren Fäden tanzen.

Ginge es nach Andy Warhol, wäre dieser Roman ein Werk der Pop Art par excellence. Es sind die schieren Oberflächen, in welchen die Tiefen liegen. Sei es in Gesten, Orten oder Worten. Und: eine jede der Figuren hat ihre “15 Minuten” innerhalb der romanesken Ökonomie. Bevor das Personal sich selbst oder gegenseitig abserviert. Balzac lacht.

Kurz: Peter Roseis “Globalisten” versammeln trefflich Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung.

Peter Rosei, Die Globalisten, Residenz 2014 (Link Pressestimmen)

Christiane Zintzen

“Partikel vom Grossgesichtigen Kind”: Esther Dischereits Anatomie institutioneller Gewalt. Eine Klanginstallation

  | echt welt texte | (Esther Dischereit; foto © Sabine Groschup)   Esther Dischereit: “Partikel vom Grossgesichtigen Kind” 8-Kanal-Klang-Installation, kuratiert von Georg Weckwerth TONSPUR für einen öffentlichen Raum 63 / 2014 (Wien, MuQua)   (v.l.n.r.: Stefanie Hoster/Deutschlandradio, Esther Dischereit/Institut für Sprachkunst, Georg Weckwerth/Tonspur, czz; foto © Sabine Groschup)   Opening 24. 8. 2014, Einführung,…

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