Archive for March, 2007

turn down - tune out – cut out



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Timothy Leary Performance-LP Cover : source : http://en.wikipedia.org

In An- und Abverwandlung der chillen Timothy Leary-LSD-Maxime TURN ON, TUNE IN, DROP OUT gestattet sich inadäqu.at , am heutigen Palm Sunday’s Eve den für vorigen Samstag ausgerufenen SHUTDOWN DAY nachzuholen : : :

Quote : Die Initiatoren des Shutdown Day bezeichnen ihre Aktion ohne überflüssige Bescheidenheit als “one of the biggest global experiments ever to take place on the internet” und wollen damit angeblich herausfinden, wie viele Leute es schaffen, einen Tag lang ohne Computer auszukommen .

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lWas dabei an persönlichem & interpersonellem Mehrwert herausgekommen ist, lässt sich heute – nach einer Woche – bequem nachlesen . Kurz gesagt : Erhöhter Austausch von Körpersäften .

Manche könnten den Appell durchaus auch als eine Art “Computer-Fasten” auffassen - - - analog dem bei unseren Guten Mitmenschen beliebten “Auto-” oder “TV”-Fasten . >>> Also >>> Schnüret den Gürtel enger , fasten your fasten belt , oder leset , was in der Apostelgeschichte 11, 7 steht : : : [[[ Zur Übung zunächst auf Lateinisch , die teutsche ErLösung folget sodann ]]]

Dixit autem angelus ad eum PRAECINGERE et calcia te gallicas tuas et fecit sic et dixit illi circumda tibi vestimentum tuum et sequere me . . .

Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und tu deine Schuhe an! Und er tat also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich und folge mir nach!

 

Vielleicht ist allenthalben gestattet , dem Link zum aktuellen 076 Mixotic-Flow zu folgen , treffend >>> Tom Larson : : : Klänge der Nacht (Vol.2 ) : Die czz hörempfehlung Sozialisa- und Inspiration bei Richie Hawtin ist ja schon einmal nicht von Schlechten Eltern. Und was mit einem Broque-Track anhebt , erhebet sowieso die Herzen.

[[[ Vgl. inadäqu.at, 3. 3. 07 ]]]]

 

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AIGA aerport picto

Ja, DAS sind Farben !



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Le style est l’homme même” – und das stimmt fraglos auch zum Ostereiermalen .

Da gilt es also, ruhige Hand zu bewahren . Für feinere Motive haben sich die Modellbau-Lacke recht gut bewährt , also für Pinselstärke Æ 1-3 mm. Ob das dann freilich auch innerlich verdaulich würkt, würgt, frömmt & bekömmt, sollte vorher noch am Selbstversuch ((( - - - redlich tierversuchsabstinent ::: die Häslein & Lämmlein kommen ja früh genug unters Messer ! - - -))) überprüft werden .

animal_experiments_www_better_live_shop_ch.jpg www. better-live-shop.ch

Thema war also die ruhige Hand, die’s gilt, beim Ovalobjekt-für-die-Lieben-Malen an den Tag und die Eierschale zu legen . Seid unbesorgt : Wo Finger zittern , wächst das Rettende auch und eben in Form der akustischen Anmutigkeiten des Labels NOBLE von Gestaden und Gnaden des fernen Nippon. ((( Zum Üben gibt’s die Texte auch Japanisch . )

Lasset uns zunächst dessen Credo herbeten ( als Mantra funktioniert’s auch ) :::

“Never sticking to a methodology or a genre, nor being one of crossover fad followers, we focus on bringing you purely beautiful and simply liberated music for your daily life. Nothing will delight us more than to see your life and spirit enhanced with our music.” - - -

- - - Noch Fragen ??? - - -

Kurz und : GUTEVOLK ist mit ihrem Album des reizenden Titels TINY PEOPLE czz hörempfehlung SINGING OVER THE RAINBOW zum Firmament aufgestiegen : Es handelt sich Hirono Nishiyamas absichtsvolle Kindermusik , immerhin einmal geadelt durch eine Produktion bei Taylor Deupree. And this is THAT: Der Name stimmt zur Sache, den Opener PORTABLE RADIO darf man auch hören und über die versponnene Spieluhrmusik nachsinnen. - - - VORSICHT aber !!! ::: Den Pinsel rechtzeitig absetzen und den VOLUME-Regler herunterdrehen : Die Vocals knallen nach ein paar lauschigen Sekunden recht fett rein.

Mit etwas Geduld – beim Eierföhnen – lässt sich auch das Teaser-Video des Filmers NAKABAN mit Musiken von Atsuko Hatano herunterladen: Auch hier optiert man für europäische Titel und zwar – sprechend! - ::: POCA LUCE, POCO LONTANO . Gerade noch rechtzeitig in die Fastenzeit passend: Unendlich elegisch grammelnde slow- und Schwebebilder (( tja vorwärts zur Neuen Einfachheit, oder war’s eine Hommage an Tarkowski ???)), aber keine Sorge ::: Die Angelegenheit mit Cello, Violine, Klavier und - - - siehe oben ::: tierversuchsfreien - - - Natur-SX könnt dann schon noch in Gang . Das nehmen wir dann zum NOBLEN Ballett-Üben an der Stange .

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Für weitere traulich-beschauliche Handhaltungen und –reichungen sei die Last-FM-Playlist von inadäqu.at anempfohlen. Absichtlich möglichst nur gelbe Dreiecke ausgesucht, die spielt’s – im Unterschied zu den blauen 30-Sekündern – im Modus des In-Interruptus .

language, langwitch im sandwitch



UNTERTITEL ::: DE / SPAIR / SPEAK www_aks_at.jpg © www.aks.at

 

 

 

Es soll Fallen und Fälle geben , da das Schöne Neue Netz ( allen Unkenrufen des Verschlammens Guter Alter Utopien zum Trotz ) in die Reichweiten des Realen rückt ::: Parat nun als Medium, in welchem sich – getreu den brave ole “Fehlfarben” die Guten Kräfte sammeln , haben ein paar Sprachfleischbeschauer dort draussen ihre Vorposten errichtet und setzen die Insassen der Unterstände des schreibenden Proletariats sowie das Prekariat in ihren Bureau-Favelas über galoppierende Jargonselbstläufer ins Kenntnis .

Wenn dabei mancher Bewohner des Elfenbeinturms ( welcher in der Produktion rosenblättriger Schauerwörter auch nicht gerade schlecht aufgestellt ist ) oder der als Liftboy getarnte CEO sein Fett abkriegt , wäre das nur allzu demokratisch .- - - Und wir stimmen doch darin überein, dass Letzteres ein “Wert” sei . ODER ??? - - - Womit wir auch schon bei dem Adjektiv “wertig” wären :

 

 

 

 

 

www_hmdsl_de.jpg © www.hmdsl.de

Andres, als es auf den ersten Blick den Anschein hat, handelt es sich hier primär nicht um die Gelingensmeldung von “fertig”, wiewohl das “Fertige” meist durchaus eine Vorbedingung des “Wertigen” ist. Angesichts des jüngst im Werbejargon kursierenden Halbattributs scheint niemandem aufzufallen, dass es sich dabei gewissermassen um einen Interruptus handelt: Statt hoch-, spitzenwertig heisst es einfach nunmehr “wertig” - - - umd soll damit vermutlich “hohe Qualität” suggerieren.

Von der “wertigen” Pappbox, mit welcher die deutsche Grammophon ihren Erich-Kästner-CD-Schuber bewirbt bis hin zum “wertigen” Drehknopf, von dem das Musikmagazin “KEYS” jüngst ein Loblied sang : Beide male scheint man die schlichte “Minderwertigkeit” im Bunde der Wort-Teil-Kombinatorik erfolgreich verdrängt zu haben.

Aber zurück zu den “Guten Kräften”, wo Detlef Guertlers “wortistik” für einmal “halbtragisch” wird , um sich dann wieder mit vorösterlicher Fröhlichkeit der ÖSTERREICHEREI zuzuwenden : : : Allerdings – und das muss man aus lokal befangener Stelle leider anmerken - schwingt Gastschreiber Christian Dombrowski sich wohl nicht ganz in die üblicherweise zartschmelzend ironischen “Wortistik”-Höhen auf, wenn er die ÖSTERREICHEREI mit einer gar ka kanisch-amtsdeutschen Trockenheit definiert :::

 

“Als ÖSTERREICHEREI lässt sich jegliches Verhalten bezeichnen, das für Österreicher typisch ist, Österreichern als Charakteristikum zuerkannt wird oder sich auf etwas explizit Österreichisches bezieht. Zum Beispiel das häufig beschriebene Rekurrieren auf den Habsburger Mythos, also das ideelle Fortleben des Habsburger Reiches noch im heutigen kleinen Österreich. Oder die Neigung, Meinungsgegensätze eher nebeneinander bestehen zu lassen als sie auf die Spitze zu treiben. Und mancherlei mehr.”

 

Zu diesem “Mancherlei mehr” genügt schon der Blick nach Frankreich, wo sich der Österreicher / L’Autrichien schnell man in “den andern Hund / “L’autre Chien” verwandelt. Von dort bis zur landestypischen Vogel-Strauss-Politik (”Autruche”) ist ja dann auch nicht mehr weit. Oder zu den – glücklich wieder aufgelegten - “Bieresch” von Klaus Hoffer !

 

winder.jpg © Der Standard

Und wir nun schon mal im Lande sind , gibt’ auch hier auf eine Sprach- und Phrasen-Ausguck-Warte hinzuweisen, die sich da nennet WINDERS WÖERTERBUCH und von FALL ZU FALL in der Tageszeitung DER STANDARD stattfindet (((Antonio Fians dort ebenfalls abgedruckte Dramolette zu laufenden politischen Geschehen und des grossen Fritz Achleitners Worte zum Wochenende lassen wir jetzt mal ganz beiseite . )))

www_aks_at_sturz_ausgleiten.jpg ©www.aks.at

Selbstredend schön austriakisch kompliziert muss man seinen Weg schritt für Schritt den folgenden schritten entlang klopfen: Der Standard > Kultur > Winders Wörterbuch: Dort wird man aktuellerseits (30. 3. ) mit den Einträgen “Anbraten” ( “man spürt den Frühling” ), “BBC” ( “Für oben ohne” ) usw. belohnt , kann aber auch auf eine alphabetische Liste zugreifen: Von “Absenfen” ( “nicht nur zu Frankfurtern” ) bis “Zawos” ( “Ein österreichischer Dauerbrenner : Einer jener prächtigen Urlaute, die den österreichischen Diskurs seit Jahr und Tag verschönern und beleben. Hinweise zur gegenwärtigen Zawos-Verwendung, regionalen Variationen und bevorzugten Anwendungssituationen werden gerne entgegengenommen.” )

 

www_kobinet_nachrichten_org_leichte-sprache.jpg © www.kobinet.nachrichten.org

Eine besondere Variante sowohl vergnüglichen als auch enorm der ökonomischen Sprachanwendung hat der “C’t” Mitarbeiter Carsten “Russ” Meyer entwickelt . Man spotte halt nicht unbeschaut auf Märklineisenbahnspieler ((( MäEiSpie ))) und beschleunigen uns lieber bei unseren sprachlich verkürzten Wegen zwischen FuHau, Muqua, KraHau und ab 1. Mai dann ins Gä[nse]Häu[fel] [[ [=klassiches Wiener Strandbad an der Alten Donau, exquisiter Lieu de mémoire ]]] - - - Die Trivialität die Bundesdeutschen O-Saft oder U-Bahn lassen wir hier mal beiseite.

Zurück also zu Carsten “Russ” Meyer, dessen Akros wir hier in einigen Auzügen zitieren :::

Macintosh - Most Applications Crash; If Not, The Operating System Hangs. - - - Bodybuilder - Entgegen landläufiger Meinung auch ein Kunstwort, steht für “Bedrohliche Organische Dysfunktion Bei unterentwickelter Intelligenz, Leidet Daher Ernsthaft”. Hat die einzigartige Fähigkeit, Rudimente von Gehirnzellen direkt in Muskelfasern umzuwandeln. Neigt in sog. Krafträumen zu Hospitalismus (rhythmische, ungesteuerte Bewegungsabläufe, oft zu beobachten bei internierten Schwachsinnigen) und leidet unter seinem steroidgeschwächten Glied (”Sportstruller”). - - - Benz - Steht für “Bin Eigentlich Nicht Zurechnungsfähig” und bezieht sich auf alle Insassen eines 190er-Daimlers mit Kotflügelverbreiterung und Heckspoiler. Zusätzlich impliziert “S-Benz” beim Fahrer “Schwanzneid BEi Nichtreversibler Zeugungsunfähigkeit”, sofern er einer der oben genannten Minderheiten angehört oder nahe des innerstädtischen Rotlichtviertels parkt. - - - Gokeweso GOldKEttchen und WEisse SOcken, Attribute einer Spezies, die durch aggressives Paarungsverhalten auffällt. Versucht, durch massiven Pheromoneinsatz eine Duldungsstarre beim Weibchen zu provozieren. Dauergast in der Erlebnisgastronomie (siehe unten). Vokuhila-Oliba - Fast schon ein Klassiker. Das Akronym leitet sich aus dem Auftrag an seine Friseuse ab: “VOrne KUrz, HInten LAng”. Der OberLIppenbart ist ebenso ein Charakteristikum dieses in der Regel eher einfacher strukturierten Mitmenschen, der sich im Aussehen und Auftreten an regionalen Fußballgrößen der späten siebziger Jahre orientiert. Für jeden Millimeter, den der “Oliba” unter die Mundwinkel heruntergezogen ist, lassen sich vom 90er IQ bedenkenlos weitere 5 Punkte abziehen.”

www_e_work_ethz_ch.jpg © www.e.work.ethz.ch

Wie unschwer zu erkennen, entstammen die Lemmata eher der männlichen Lebenswelt und erfreut sich reger Er / H / W / eiterung . Weniger erfolgreich dürfte sich indes interessant die Depresso-Seite des Guten Mannes angelassen haben ::: ” aschgrau . Die Website für den engagierten Depressiven” lässt es bislang noch an einschlägigen Sensationen fehlen.

 

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Ein anderer Anbieter springt hier allerdings gekonnt in die Bresche mit einer Fülle von Depresso-Merchandise, bei Despair, Inc. ( “Talk about absolut painful choices !” ) ::: Man gönnt sich ja sonst nichts und sollte für liebe Freunde immer etwas “zum Anbieten” bereit halten —–. Dem Bibliomanen sei das Standardwerk The Art of Demotivation” an schwere Herz gelegt . Der The Pessimist’s Mug” ( > “It makes everything taste bitter” ) operiert mit der klassischen halbvoll / halbleer-Perspektive : “Fortunately, we’ve created a solution. Despair, Inc. is proud to introduce The Pessimist’s Mug™ Specifically engineered by the chronically cynical pessimists of Despair Laboratories™, this crystal-clear mug will help all who drink from it to Stay Grounded™ by forever reminding them to see when the glass is half-empty.

Das ganze gibt’s – um gewappnet gegen die nächsten Sprach-Frustrationen zu sein – auch im praktischen “Despair Gift Packaging” - Angebinde .

Zum guten Ende noch ein Wienerisches aus dem vorösterlichen Weichei gepellt ::: Die tägliche Klangerhebung heute von den czz hörempfehlung “Strottern” — - Die realistischere Alternative zu ::: “Wien, wie es singt und lacht” heisst ::: ” Ois is verdraht ” . [[[ Muss leider von p. t. Hörerin xtra downgeloaded werden – zu Lust und mit Lohn ! ]]] >>> http://www.diestrottern.at/file_download/17

 

 

www_make_ready_de_images_smiley.jpg © www,make.ready..de

 

Pergamon , reloaded



“Um den Berliner Europa-Gipfel hätte wohl kaum ein exquisiteres kulturelles Ornament drapiert werden können als die Tanzperformance von und ihren Gästen vor dem gewaltigen Pergamonaltar”, meint Heinrich Wefing in der heutigen FAZ *** :

QUOTE :::Zwei Stars des kapitalen Kunstbetriebs waren da in der Nacht von Samstag auf Sonntag zur Feier Europas gedoppelt, ein schwer zu bremsendes Duo ( . . . ). Das antike Erbe, mit dem Europa beginnt, begegnet der muskulösen Avantgarde, die das junge Berlin verkörpert. Natürlich war das nervöse Gewimmel der Leiber, waren die Verknotungen und Stapelungen der Körper so etwas wie eine Hommage an das stumme Ringen zwischen Göttern und Giganten auf dem Pergamonfries, dem prachtvollen Hintergrund der Inszenierung . (…) Aber in dieser europäischen Nacht, die in Berlin von Feuerwerk und zuckendem Blaulicht illuminiert wurde, konnte man die Tänzer kaum betrachten, ohne in ihren Kollisionen, ihren Abstoßungen und komplizierten Zusammenrottungen auch einen Widerschein der bewährten EU-Gipfel-Choreographie zu sehen: eine schweißtreibende Feier des ewigen BrüsselerDurcheinanders, das zuverlässig Paragraphen und Frieden produziert. UNQUOTE .

 

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© dpa

 

Nach einigen anzüglichen Bemerkungen über den zunehmenden Wellness-Charakter der EU-Gipfel , bei welchen kein Mitgliedsland in Sachen etwa einer gemeinsamen Verfassung die Hose herunter liesse oder gar eine Damm gegen Putins Wechselbäder errichtet würde , mokiert sich der Reporter über den Trend des EU-Wanderzirkus’ zu exklusiven Philharmonischen Darbietungen (( Sir Simon Rattle [[[ Beethovens "Neunte"?! ]]] ) plus Damenprogramm:

 

QUOTE ::: Und uns vor allem daran erfreuen, dass zwar die halbe Berliner Innenstadt abgesperrt wurde, aber die Museen offen blieben bis tief in die Nacht, ihre Fassaden in Licht gebadet. Kurz vor Mitternacht konnte man in einem Saalunter dem Pergamonaltar schließlich sogar bei Sekt und Häppchen beobachten , wie sich die Sphären durchdrangen, wie Mario Adorf jovial mit dem Bundesaußenminister plauderte und Museumsdirektoren mit Diplomaten. Und welche subtile Symbolik bis zum Schluss: Dass das Berliner Fest der europäischen Schönheit just in die Nacht fiel, in der die Uhren eine Stunde vorgestellt wurden, war das etwa kein Zeichen, wie ernst Europa es mittlerweile mit dem Klimaschutz meint ? UNQUOTE .

*** Heinrich Wefing : Sasha Waltz vor dem Pergamonaltar,. FAZ, 27. 3. 2007

 

>>> Speaking of “Marmorrelief” und “versteinertes Politikergrinsen” beim czz hörempfehlung “Familienfoto” ::: Den Soundtrack dazu gibt trefflich “Steingarten”, die brandneue ( 16. 3. ! ) von Stefan Betke, aka POLE - - -

 

 

Du bist Musik



Musik wird oft nicht schön gefunden , / weil sie stets mit Geräusch verbunden . ( Wh. Busch )

So grossartig wie –formatig , zieht DIE ZEIT *** mal wieder neurowissenschafltich vom Leder und “tobt” mit “den Feuilletons”, wo angeblich “die Auseinandersetzung darüber, ob unser Wohl und Wehe einzig von den Nervenzellen und ihren Verbindungen ( … ) bestimmt sei” , fleissig mit : Ob die HIRNARCHITEKTUR uns macht, oder ob wir mithelfen, an selbiger mitzubasteln : die uralte nature / nurture - Frage wird - als ob noch irgend relevant – rein rhetorische gestellt, um die abgegessene Alternative so dann – pardautz ! - mit einem “Jüngste-Forschungen-haben-festgestellt”-”Nein” zu verwerfen .

[[[ Nebenbei ein "No No No !" jetzt an die eigene Blogger-Adresse : : : So wie die Gallier dem armen Troubadix eben wieder die Fresse polieren "Nein, du wirst NICHT singen !" – Also wird sich inadäquat jetzt NICHT über den Forschungs-Opti- und Positivismus der Pop-Science- Meldungen von ZEIT , SZ , oder ORF-ON Science alterieren . No !" ]]]

( *** Ulrich Schnabel : Knetmasse der Kultur. Das Gehirn ist erstaunlich formbar . Musik und Folter , Tsunamis und Postleitzahlen hinterlassen ihre Spuren in den grauen Zellen , Die Zeit 7 / 10. 2. 2007 )

Und was posaunt Ulrich Schnabel in seiner ZEIT : dass nämlich , hélas ! , Altesrforscher Paul B. Bates und Neuropsychologe Frank Rösler die Hinweise auf die dynamische Wechselwirkung von “biologischer Prädisposition und kultureller Wirklichkeit” finden und dieses Phänomen mit dem schnieken Label des biokulturellen Ko-Konstruktivismus versehen . Interessant ist – und deshalb ist dieses Schriftstück in dieser musischen Inadäquatheit gelandet – der Bezug auf die hirnkonstruktiven Potentiale der MUSIK .

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© www.medizin-forum.de

Zunächst einmal geht es um die PASSIVE Konfrontation mit Musik – kurz : um’s HÖREN – und wie mehr oder weniger komplexe bestimmte Prägungen entstehen :

So zeigt etwa eine soeben veröffentlichte Studie der Cornell University , wie sehr das Rhythmusgefühl kulturell geprägt ist . Osteuropäer können komplexe Rhythmen besser aufnehmen und reproduzieren als Nordamerikaner , die oft mit allem überfordert sind , was über einen Viervierteltakt hinausgeht . Als der Psychologe Erin E. Hannon jedoch das Rhythmusgefühl sieben Monate alter Kinder verglich , zeigten sich keine Unterschiede zwischen Amerikanern und Europäern . Daraus schließt Hannon , dass die Entwicklung der rhythmischen Wahrnehmung von der Hörkultur abhängt . Platt ausgedrückt : Wer nur Marschmusik hört , versteht auch nur Marschmusik – und kann daher nur Marschmusik produzieren .

Tja , der Durchschnittdeutsche hat es nach dem 1000jährigen Reich wohl gerade noch zur Differenzierung hin zum 3/4-Takt geschafft . Was aber auch – wie wir wissen und durch Schuberts “deutschen” Tänzen reich belegt ist – schon mit dem Ländler und Walzer im 19. Jahrhundert der Fall war .

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© Blick nach rechts / Björn Behrendt

Wie steht es aber nun mit der AKTIVEN Ausübung von Musik ? – “Sicher” , heisst es , “wir werden bessere Hirne und Menschen durch sie” :

Das Hörzentrum von Profimusikern reagiert sensibler auf minimalste Tonhöhenschwankungen und Akkord-Unreinheiten – ohne dass dies bewusst wahrgenommen wird . Bei Pianisten, die in schwierigen Stücken (etwa in den Paganini-Etüden von Franz Liszt) bis zu 1800 Noten pro Minute koordinieren müssen , vergrößert sich jener Teil der Großhirnrinde , der den Tastsinn der Finger repräsentiert . Auch bei Streichern ist dieser somatosensorische Cortex stärker ausgeprägt – allerdings nur für die linke , die Greifhand . Die Rechte, die den Bogen führt , ist im Hirn von Profimusikern und Amateuren gleich abgebildet.

So neu , wie behauptet , ist das Alles aber nicht : Hatte sich doch bereits Moshe Feldenkrais , dessen Körperübungen ( “Gymnastik für Faule” ) sich in der aktuellen Therapie- und Wellnessgesellschat höchster Beliebtheit erfreuen , theoretisch und experimentell mit dem Thema von “kortikalen Karten” befasst . Was man heute nämlich nicht mehr weiss , ist , das Feldenkrais auch Physiker war und sich sehr intensiv mit der Frage der Um- oder Neuprogrammierung solcher Karten befasst hat .

Seine Annahme : Mit fortschreitender Schulung und Differenzierung unserer Motorik gewinnen wir auch an geistiger Beweglichkeit . Feldenkrais , berichtet Anne Marowski in der NZZ *** , sah “eine solche Körperkarte jedoch als hochdynamisch an und betrachtete sie als Teil eines neuronalen Netzwerkes .

Er war überzeugt, dass die Schlüssel zur Veränderung dieses Netzwerkes bewusst wahrgenommene Bewegungen seien . Je vielfältiger eine Funktion wie Sitzen oder Balance halten ausgeübt werde, desto zahlreicher und unterschiedlicher seien die neuronalen Netzwerke im Kortex verknüpft und desto stabiler sei die Funktion. (…) Studien mit professionelle Pianisten zeigten ausserdem , dass die jahrelange Übung in komplexer Bewegungskontrolle dazu führt , dass neue Bewegungsmuster sehr viel leichter und mit weniger kortikalem Aufwand und somit effizienter erlernt werden können . Damit zeigen etwa Musiker das Phänomen der Metaplastizität, dass heisst eine gesteigerte Lernfähigkeit an sich. Für Moshe Feldenkrais ging es in seiner Methode letztlich genau um dies : ein grundsätzliches Lernen-wie-man-lernt .

*** ( Anne Marowsky : Wie die Feldenkrais- Methode funktioniert . Jahrzehnte nach der Entwicklung neurologisch bestätigt , NZZ , Forschung und Technik , 6. 5. 2004 )

Also : ‘Ran ans Gamelan und bei der nächsten Balkan- Musik- Neigungsgruppe anmelden . Die Riddims von DONDRINE DUB DEVELOPMENTS tun’s aber durchaus auch . Womit auch der täglichen Musikempfehlung bzw. der Musiktipp des Tages gewährleistet wäre -

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The Brain of Homer Simpson