In Fortsetzung des Themas M egalopolen der Sci-Fi-Vergagnenheit wollte inadäquat heute eigentlich jenen Aspekt extrapolieren, der – siehe METROPOLIS, siehe BLADE RUNNER – die Grösse der Baulichkeiten und Stadtüberformungen ausserhalb jeden menschlichen Mass-stabes setzt .
Die Entmachtung des Menschen als Proportion, als Individuum und damit auch als Subjekt war ja – - – bleiben wir jetzt bitte mal hübsch in der Neuzeit – - – von den entwürfen der ” Revolutionsarchitekten” Ledoux und Boullé so gedacht . . . zwar dürfen in der projektierten “Bibliothèque Nationale” wohl eben grüppchenweise aufgeklärte Bürger lustwandeln – doch dienen sie dem Zeichner wohl eher dazu, die Kubatur des Bauwerkes anhand von Mannequins zu demonstrieren. (( = beliebte Praxis übrigens auch im Zusammenhang archäologischer Aufnahmen ::: bei Schliemanns Darstellungen der monumental- achaischen Baublöcke Trojas musste immer ein kleiner Türke mit aufs Bild )).
Was aber wäre des Menschen Mass und wie liesse sich dieses ins Konstruktive integrieren ?? – - Da Vincis Blatt zeigt des Renaissance-Menschen in optimistischer Quadratur des Kreises.
Auch Dürers Schema erkundet das Mass von Stehen, Gehen, Schwingen, Ausgreifen .
Noch Le Corbusuiers “Modulor” besticht : : : im Begehren, buchstäblich auf den Menscheneinzugehen und daneben einige schöne mathematische Eleganzien wie Fibonacci & Goldenen Schnitt mitzunehmen . . -
Jacques Tatits cubicles für die Drohnenwaben des entfremdeten Arbeitsprozesses sprechen einer solch “angemessenen” Apparatur in PLAYTIME ja auf melancholische Weise Hohn .
Der andere Weg, dem Individuum und seinem ver.messbaren Körper nahe zu rücken war (ist) bekanntlich die Anthropometrie (mit der Vorform der Gall’schen Phrenologie – >>> dringende Empfehlung >>> Besuch des Gall-Schädels im Museum der Geschichte der Medizin / Wien .
Dank des mächtigen Einflusses von Lombroso lieferte die Lehre von den Schädel-Formen das Spielmaterial zur Evualtion des ” typischen Verbrechers” , Bertillon schliesslich legte eine Verbrecherkartei an, all inclusive mit Fofotgrafien und – das war neu – Finger-Prints . .
Sherlock Holmes’ genialisches Hirn weist solchen buchhalterischen Reduktionismus klar von sich : Auf Dr. Mortimers ( “The Hound of the Baskervilles”) Bemerkung, der weltgrösste Indiziensammler ( avant Holmes ) sei fraglos Bertillon, verliert selbst der grosse Detektiv, Morphinist und Stradivari-Geiger einen Moment lang die Contenance :::“Yes” ,– gesteht er ( “The Sign of the Four” ) ein wenig kokett ein, “I have been guilty of several monographs. They are all upon technical subjects. Here, for example, is one UPON THE DISTINCTION BETWEEN THE ASHES OF THE VARIOUS TOBACCOES. In it I enumerate a hundred and forty forms of cigar-, cigarette-, and pipe-tobacco, with colored plates illustrating the differences in the ash .”
>>> Mit Bertillons Daktyloskopie wären wir ja auch schon wieder bei der hoch aktuellen Biometrie, welche unsere Pässe, Zugangscodes künftig zu individualisieren trachtet. – - – Zu diesem Thema sei eine interessante französische Webseite empfohlen ::: Mit der Maus bewegt man eine menschliche Hand, welche die einzelnen Themenfelder von einem durchsichtigen Interface abruft >>> wer erinnert sich nicht an Spielbergs Philip K. Dick -Verfimung Minority Report , wo Precog-Chef John Anderton ((leider wieder mal der unsägliche T. Cruise )) auf einem durchsichtigen / unsichtbaren, quasi Surround-Interface wie ein Dirigent ( oder Theremin-Spieler ) agiert – - -
Das kann leicht in Auge gehen, wenn die Identitäten einander imprägnieren – siehe, weil’s so schön ist, noch zwei Frames aus GHOST IN THE SHELL:
Freilich ist die Iris-Erkennung längst Praxis ist . – - -
Vgl. dazu auch die Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung ![]()
Zum tröstlichen Abschluss schleichen wir uns aber noch zusammen mit Tati’s Mon Oncle zur hochtechnisierten “Villa Arpel” ( = einer Le Corbu-Parodie ).












