“Um den Berliner Europa-Gipfel hätte wohl kaum ein exquisiteres kulturelles Ornament drapiert werden können als die Tanzperformance von und ihren Gästen vor dem gewaltigen Pergamonaltar”, meint Heinrich Wefing in der heutigen FAZ *** :
QUOTE :::Zwei Stars des kapitalen Kunstbetriebs waren da in der Nacht von Samstag auf Sonntag zur Feier Europas gedoppelt, ein schwer zu bremsendes Duo ( . . . ). Das antike Erbe, mit dem Europa beginnt, begegnet der muskulösen Avantgarde, die das junge Berlin verkörpert. Natürlich war das nervöse Gewimmel der Leiber, waren die Verknotungen und Stapelungen der Körper so etwas wie eine Hommage an das stumme Ringen zwischen Göttern und Giganten auf dem Pergamonfries, dem prachtvollen Hintergrund der Inszenierung . (…) Aber in dieser europäischen Nacht, die in Berlin von Feuerwerk und zuckendem Blaulicht illuminiert wurde, konnte man die Tänzer kaum betrachten, ohne in ihren Kollisionen, ihren Abstoßungen und komplizierten Zusammenrottungen auch einen Widerschein der bewährten EU-Gipfel-Choreographie zu sehen: eine schweißtreibende Feier des ewigen BrüsselerDurcheinanders, das zuverlässig Paragraphen und Frieden produziert. UNQUOTE .
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© dpa
Nach einigen anzüglichen Bemerkungen über den zunehmenden Wellness-Charakter der EU-Gipfel , bei welchen kein Mitgliedsland in Sachen etwa einer gemeinsamen Verfassung die Hose herunter liesse oder gar eine Damm gegen Putins Wechselbäder errichtet würde , mokiert sich der Reporter über den Trend des EU-Wanderzirkus’ zu exklusiven Philharmonischen Darbietungen (( Sir Simon Rattle [[[ Beethovens "Neunte"?! ]]] ) plus Damenprogramm:
QUOTE ::: Und uns vor allem daran erfreuen, dass zwar die halbe Berliner Innenstadt abgesperrt wurde, aber die Museen offen blieben bis tief in die Nacht, ihre Fassaden in Licht gebadet. Kurz vor Mitternacht konnte man in einem Saalunter dem Pergamonaltar schließlich sogar bei Sekt und Häppchen beobachten , wie sich die Sphären durchdrangen, wie Mario Adorf jovial mit dem Bundesaußenminister plauderte und Museumsdirektoren mit Diplomaten. Und welche subtile Symbolik bis zum Schluss: Dass das Berliner Fest der europäischen Schönheit just in die Nacht fiel, in der die Uhren eine Stunde vorgestellt wurden, war das etwa kein Zeichen, wie ernst Europa es mittlerweile mit dem Klimaschutz meint ? UNQUOTE .
*** Heinrich Wefing : Sasha Waltz vor dem Pergamonaltar,. FAZ, 27. 3. 2007
>>> Speaking of “Marmorrelief” und “versteinertes Politikergrinsen” beim
“Familienfoto” ::: Den Soundtrack dazu gibt trefflich “Steingarten”, die brandneue ( 16. 3. ! ) von Stefan Betke, aka POLE - – -







