Archive for April, 2007

FE / MALE

Technorati , , , , , ,

pictro man woman benefactum , maledictu oder umgekehrt ::: Im Tristram Shandy stehen beide Geschlechter sozusagen abwechselnd auf der Schippe , und das einigermassen prä-freudianisch . Das beginnt bekanntlich in der Stunde der Zeugung des ich-Erzählers Tristram , welche durch die versehentliche Zeitverschiebug des väterlichen Sonntagsrituals hervorgerufen . Als Beispiel für die unique Pünktlichkeit des Vaters führt der Erzähler die legendäre Uhren-Episode an, Quote ( übersetzt von Michael Walter ) ::::

“Um nur ein Pröbchen seiner ungemeinen Pünktlichkeit zu geben , deren Sklave er in Wahrheit war , - so hatte er’s sich sich seit vielen Lebensjahren zur Regel gemacht, - am ersten Sonntagabend eines jeden Monats im Jahr, - so gewiss wie dieser Sonntagabend kam, - mit eigener Hand eine grosse Hausuhr aufzuziehen, die wir auf dem oberen Absatz der Hinterstiege stehen hatten: - Und da er zu der Zeit, von der ich gesprochen habe, von den Fünfzig auf die Sechzig zusteuerte, - hatte er gewisse andere Familienobliegenheiten gleichfalls auf diesen Termin geschoben, um sie, wie er meinem Onkel Toby oft zu sagen pflog, alle auf einen Streich vom Hals zu haben und den Rest des Monats über nicht weiter damit geplagt und geplackt zu sein.” UNQUOTE. - - -

Original siehe - wie gestern - im Anhang . - Weitere Schlüpfrigkeiten gruppieren sich zuhauf um den biderben Veteranen Onkle Toby, seinen - nicht ohne erotische Konnotationen ins Werk gesetzten - Kriegsspielen , der nie näher explizierten Kriegsverletzung an der Schamleiste sowie seine tiefe Unschuld hinsichtlich, was “das gute” und was “das schlechte Ende einer Frau” sei . Von des Vaters Nasenforschung wollen wir hier schweigen , Meister Gogol & Professor Freud erledigen das schon selbst .

Immerhin fühlt sich der Vater wiederholt bemüssigt, seinen Bruder Toby in die fundamentalen facts of life einzuweihen, was - infolge unzähliger Digressionen, Abschweifungen und -lenkungen - de facto selbstredend nie gelingt ::: “Mich dünkte, erweiderte mein Vater, du solltest zuminfest dich das richtige Ende einer Frau vom falschen unterscheiden können.” - (Bd. II, Kap. VII.) - “Methinks, brother, replied my father, you might, at least, know so much as the right end of a woman from the wrong.”

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Da inadäquat angesichts der gelegentlichen Lexik-Exotismen der deutschen Übertragung ohnehin auf Bobo Mrozeks Lexikon der bedrohten Wörter hinweisen wollte , springt uns der Autor heute höchstselbst mit einer entsprechenden SPIEGEL-Glosse entgegen : zu unserer kleinen Abhandlung über Mannsbilder sowie die richtigen und falschen weiblichen Interfaces gesellt sich der “bedrohte” - lediglich durch Götz Georges Bildschirmauferstehung - neu belebte Begriff des MACHO hinzu . Der Vorspann lässt gleich die ganze Phalanx neuerer Männerwörter aufmarschieren ::: “Frauenversteher, Warmduscher, Abspüler, Leihvater: Die Wirklichkeit des deutschen Mannes kennt viele Wörter. Was ist nur aus dem Macho geworden? Bodo Mrozek geht auf die Suche nach dem Wort wahrer Männlichkeit” . - Dig in ! -

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Wo das Wort verloren geht , droht womöglich auch der Untergang der bezeichneten Sache , wie etwa Claus Peymann im FR-Interview freimütig eingesteht , dass seinem Theater (= dem BE) die “großen älteren Männerspieler” fehlen : Das sei “ein Riesenproblem” und “eine unserer Schwachstellen” . Zur Erinnerung an die bedrohte Spezies führt die SZ unter dem Titel DAS SIND MÄNNER eine zehnteilige Bildstrecke ins Treffen . Wenn MANN schon nicht - so wie die Abkonterfeiten - sein Ross satteln und einsam gen Westen reisen kann , bleibt immerhin noch das SL als Alternative mit absoluter Safer-Sex-Garantie , QUOTE ::: “Was für ein Glück also ,” notiert Ritchie Pettauer über Rotlicht in Second Life , “dass sich die Lust an der medialen Auslagerung der Sexualität, ihre Delegation an steril-geruchlose Sex-Telefonate, Pornofilme und Chats wie ein roter Impetus durch die Mediengeschichte zieht. In der Tat waren Pornoseiten die ersten Genre-Portale, die ausgiebig Gebrauch von Streaming Video und Audio machten. Und so locken die beiden zugkräftigsten Meta-Erzählungen immer mehr User ins virtuelle Zuhause: zügellose Schweinigeleien mit Gleichgesinnten im Schutz technisch zweifelhafter Anonymität und die Versprechung virtuellen Reichtums reichen durchwegs aus, um täglich Hunderte zur Installation der Clientsoftware zu motivieren.” UNQUOTE - - - Mehr ins richtige Leben führen die vielen bunten Männerbücher heran , welche die Zeitschrift LITERATUREN in einem aufdatierten Roundabout des Geschlechterkampfes vorstellt . Metrosexuelle, Dandies, Hausmann , bitte nicht kirre machen lassen , empfiehlt Jan Engelmann , QUOTE ::: “Von diesem immergleichen Drehmoment der Geschlechterdebatte – Frauen analysieren Männer, Männer tun derweil lustigere Dinge – einmal wegzukommen, hat sich die Anleitung zum Männlichsein der Brüder Andreas und Stephan Lebert zum Ziel gesetzt. Auch sie stellen einen Identitätsverlust fest. Allerdings möchten sie die Konsequenzen lieber untereinander verhandeln, ohne anbiedernden Rekurs auf eine Frauenstimme. Und siehe da: dieser inszenierte Ausschluss führt zumindest dazu, dass einmal Klartext gesprochen wird. Ein gewisser Männerguppen-Effekt tritt ein, nur ohne Batik-Tücher und verdruckste Ein-Stück-weit-Rhetorik.” UNQUOTE - - - Die “Ein-Stück-weit-Rhetorik” gehört prämiert , 1 Wortprägung hier als Preisstier.

picto handwash grossWas uns in der Blogosphäre mitunter bei Anonymae + Anonymi unter den Autoren interessiert , wäre deren echtes geschlechterdings (G. Rühm) . Janet D. Stemwedel bietet ein Tool zu solchem Doktorspiel an : Do I blog like a girl ? - Lass’ (d)einen Text durch den Algorithmus laufen, und ich sage Dir , wer Du bist . Nice call - - - aber leider nur zu anglo-amerikanischer Anwendung .

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lautsprecher und ohr>>> zu hören ::: mal wieder den eleganten stream >>> von cliphop idm c/o Soma FM

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Was tun bei Writers’ (Blogger’s) Block ?

Technorati , ,

Während quer- kreuz- und rund um die ehemalige k k. Haupt-, Reichs- und Residenz-Stadt der Tatzelwurm des CITY MARATHON zugange ist und ergo MENS SANA IN CORPORIBUS SANIS die Gegend behersscht , sitzet inadäquat itzo in denen Kemenaten , Haupt unter Helikoptergeflapper und Gemüt unter der Last schweren Niederschrift-Gebährens .Wie würde man den WRITER’S BLOCK im Falle des Bloggens wohl nennen ??? - BLOGGER’S’ BLOCK ??? - WRTER’S BLOG ??? - - - Da nun selbst das Um-den-Block-Lustwandeln in diesem Falle nicht verschägt und zwangsläufig zur Collision mit trabenden Körpermassen führen würde , bleibt nur das zweite praktikable Mittel, den in sich festgezurrten und verhärteten Geist per Dusche / Shower / Schauer mit milder Wasser Kraft zu lösen.

Laufen papunet net

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang die Rituale, welcher DER anarchische Abschweifer und Fadenverlierer LAWRENCE STERENE im 9. Band, Kapitel 13 zur Erstürmung obgenannter Barrieren und Barrikaden anempfielht . Wie jedem Adoranten des holden TRISTRAM SHANDY , Genleman ( 1759 - 1767 ) hinlänglich bekannt, gilt in diesem Wälzer vornehmlich der Weg als Ziel , sind also auch die kleinen Zureichungen , den Pegasus wieder flott zu kriegen , von ausladendem Duktus sondergleichen . - - - Da aber dieser Sonntag mit stillem Glanze Ländereien und Gemüt überstrahlet , darf inadäquat auf Stenre’s Fersen um wohlgesonnene Aufnahme der folgenden - shandyistischen - Ein- und Ausführungen bitten . Die holde Zitatation erfolgt übrigens aus der brandneuen Ausgabe , welche in der trefflichen Übertragung durch Michael Walzer bei Eichborn erschienen ist .

AIGA aerport information noir

Zurück also zu den - unserem Wasserplantschen nicht wesensfremden - Manövern gegen die Erstarrung der Säfte und Kräfte in schreibend Händen und Hirnen . Als kurzes Aviso sei vorangestellt , dass die folgende Peroratio nit einem Selbstlob anhebt , über die Kapitelgrenze hinweg dann allenthalben das Aufkommen gewisser “Stumpfheit” eingesteht , um dann des Weiteren die Körperpflege - namentlich das Balbieren - zwecks Glättung krauser Gedanken zu loben.

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Im Folgenden also einige possierliche Passagen aus Lawrence Sterne, Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman, QUOTE :::

Für alle gewöhnlichen ud alltäglichen Fälle hab’ ich denn kein Mittel erfunden, das bessere Dienste leistet, als folgendes -

- Ohn Zweifel, wenn auf Logik selbst auch nur die Bohne verlass ist, so muss doch etwas von einemm Originalgenie an mir sein, allein schon wegeen dieses Anzeichens, dass ich nämlich keinen Neid kenne: Denn kaum bin ich auf Erfindug oder Kunstgriff geraten, womit sich die Schriftstellerkunst befördern liesse, so mach ich’s augenblicklich publik: indem ich möchte, dass alle Menschen so gut schrieben wie ich.

- Wie sie gewiss tun werden, wenn sie ebensowenog denken.

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KAP. XIII.

In gewöhnlichen Fällen also, will heissen, wenn ich bloss stumpf bin und die Gedanken nicht recht fliessen wollen und mir zach wie Gummi aus der Feder tropfen -

Oder sei’s, dass ich unversehens in einen frost’gen bilderarmen Stümperstil geraten, woraus woraus ich mich, bei meiner Seel’, nicht straks befreien kann: und notgedrungen bis ans Ende des Kapitels weiterschreiben müsste wie ein niederländischer Kommentator, wenn nicht irgend etwas geschähe -

- Da halt’ ich keinen Augenblick mit Feder und mit Dinte einen Stehkonvent; denn falls eine Prise Schnupftabalk oder ein rascher Gang durchs Zimmer nichts ausrichten wollen, so greif’ ich alsofort zum Scheermesser; und hab’ ich erst die Schärfe am Mäulsein meiner Hand probieret, schneid’ ich mir ohne viel Federlesens, nur dass ich auf’s Einseifen nicht vergesse, den Bart; wobei ich lediglich drauf achte, dass wenn ja ein Haar stehenbleibt, dies kein graues sei: hierauf wechlse ich das Hemde - lege einen bessern Rock an - schicke nach meiner neuen Perücke - stecke meinen Topasring auf den Finger; werfe mich, mit einem Wort, von Kopf bis Fuss in meinen Galastaat.

Nun müsste es schon mit dem Leihaftigen zugehn, wenn das nichts verschlägt: denn bedenket, Sir, weil jeder Mann ganz in Person präsente ist, wenn ihm der Bart balbiert wird (keine Regel indessen ohne Ausnahme), und sich, solang’ als dies vonstatten geht, ganz notwendigerweise selbst gegenübersitzt, falls er nämlich mit Hand anlegt - so bringt einem diese Situation, wie jede andere auch, ganz eigene Vorstellungen in den Kopf

- Ich steh’ dafür, eine einz’ge derartige Prozedur strafft und verjüngt die Einfälle eines hauhbärt’gen Mannes um sieben Jahre; und liefen sie nicht Gefahr, ganz wegrasiert zu werden, so könnten sie durch fortwärendes Scheeren zum höchsten Grad der Erhabenheit getrieben werden - Wie Homer mit einem solchen Rauschebart hat schreiben können, ich fass’ es nicht - und insofern’s meine Hypothese wiederspricht, schiert’s mich auch wenig.” UNQUOTE. Englische Fassung im Anhang !!!

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Wohlan denn , Ihr Helden, Sklaven, Lustknaben & Kaltmammsells der Bellles Lettres ::: Was bei deren Herren seine selbstständliche Facies hat , muss wei Weibspersonen ja nicht gleich zum vertikalen Lächeln führen, ein Brasilian Waxing ( “Faster Pussycat , Wax ! Wax !” ) à la Bergdorf Blondes tut’s auch . Pudenda agenda ::: Allerdings , siehe oben , zu Schreib- und mitnichten zu Bikini-Zwecken ! - - - Gilt - wie Bekennerbriefe erweisen - übrigens auch für Mannsbilder .

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Scribemus igitur - - -

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aus dem FF : Falsche Flaggen

Technorati , ,

Eins , zwei , drei , im Sauseschritt, naht der Mai ::: wir laufen mit !Abgesehen davon , dass die traditionellerweise die Wiener Freibäder sich am ersten Mai sich den städischen Luxuskörpern öffnen ( unter unfreulichen Umständen des tatsächlichen Zugangs erst ab Mai , dafür mit erhöhter Eintrittsgebühr ) , abgesehen also von diesem organisierten Nass ( sowie dessen blauen bzw. weissen Fahnen ) finden anlässlich des Maydays wesentlich traditioneller die Mai-Kundgebung des Roten Wien statt . - Statistisch sprunghaft steigender Nelkenverbrauch . Die Zunft der Gärtner und Floristen mag sich ja nicht nur bei der - bekanntlich eher konservativen - Klientel des blütenschäumend dekorierten Musikvereinssales beim Neujahrskonzert schadlos halten . Man möge sich à propos an unser Jungfern-posting vom 1. 1. 2007 erinnern .

das rote wien 1 mai graph

Nun denn , es wird ein Marsch sein , eine verkehrsmässig völlig blockierte Stadt sein ( samt der Debatte , ob die Angestellten der roten Wiener Linien an jenem Tag auch ihre öffentlichen Transport-Tätigkeiten niederlegen dürfen ) , sowie das an- und abschliessende Fest im Prater . Die Müllabfuhr ( neuerdings “Die 48er” ) schiebt zahllose Sonderdienste ::: Code Orange für die Orangen , um die Ab-Fälle von Feiern und Leibern des Roten Wien zu tilgen .

rotes Wien logo

Nun wird inadäquat diesmal nicht mit unnötigen Reflexionen über den Zustand der seit 100 Tagen gross-koalitionären Sozialdemokratie den p.t. Leser nerven , noch weniger die p. t. Leserin mit der eminent selbstreferenziellen roten Stadtmonarchie . Und schon überhaupt nicht reden von Sandkasten-Traum- Bundeskanzlern , deren Toscana-fraktionistische Assoziationen zu “Rot” reinen Wein einschenken , indem sie Herrn Barroso buchstäblich aus dem Bauch heraus mit “Herr Barolo” titulieren - - - DA liegt echte Veritasdrin.

Nein - wie man sieht - heute nichts von Alledem . Sondern stellt inadäquatens bescheidene Schreibkraft sich itzo in den Dienst fremder Agenda . Denn geben wir hiermit dem löblichen Audi- bzw. Lectorium Folgendes zu Protokoll ::: Der werte Collega G. R. , seines Zeichens eingeborener Urbanophiler ( = Liebhaber nicht von sonst etwas , sondern von städtischen Features , oder sollte es - von polis - nicht eher “poliphil” heissen ??? - - - Wobei man da lautlich leicht in die Alles-Liebe Polyphilie und von dort in die dem Menschen und Schweine anhaftende Allesfresserei , sprich Omni- oder Polyphagie , gerät . - - - Was aber auch ein Körnlein Wahrheit enthält , frisst doch der Stadtmensch alles und das schweinisch jederzeit . Die “Extrawurst”-Semmel mit Gurkerl bleibt ja - neben dem Stephansdom - das zweite Wien-Emblem .) . Jetzt ist der - zweifellos rote - Faden gerissen . Reset und Neustart der oben begonnen Sentenz .

wien sozialdemokrat vorwärts 1930

Also der werte Genannnte , dessen privat enthusiastischer und profesionell wissenaschaftlicher Blick auf dem kleinteiligen Stadtgeschehen haftet , rühmt sich eines prominenten und mächtigen Hausfeindes , dem Wiener Hausmeister nämlich . Basics bei Peter Payer . Indes entäussert sich diese Hausmeister-Empfindlichkeit nicht ganz so drastisch wie bei dem weiland ebenfalls passionierten Stadtbeobachter und -schreiber Heimito von Doderer , dessen ganze Wut der gesamten Gattung galt . Und mit wahlweise biblischer oder barocker Wucht die Hausmeister - “troglodytische Knollengewächse” - zu Objekten sprachlicher Prügelorgien ( vgl. “Die Merowinger oder die totale Famile” ) in die Höhen der Literatur erhob .

Elias Canettis Hausbesorger Benedikt Pfaff aus der “Blendung” steht ebenfalls in einem wenig bekömmlichen Lichte da ( aber wer tut das schon bei Canetti ?) , wenn von dessen obstinaten Prügelpartien gegen Bettler , Weib und Töchterlein die Rede ist . Die zu vorletzt Genannte enthebt sich aus Dresche und Text in den Tod , was die Letzte im Bunde zum all-purpose Tool sämtlicher barbarischer Bedürfnisse des Vaters macht . Auch ein Teil des lieben Wien , welches Heiner Müller vornehmlich wegen der Meldungen aus dem Ressort “Chronik” geschätzt hat .

doderer-gassen-reprint

Dagen lässt der werte Herr Kollege die - aufgrund einer unseligen Gesetzesänderung - wenigen verblieben Exemplare der Gattung gerne gelten . Um so dramatischer gilt sein Hass denjenigen Individuen der Species , welche sich der traditionellen Pflicht , rote Gemeindebauten zum ersten Mai zu beflaggen , nicht eben punktgenau entledigen . Also das rot-weiss-rote Banner einigermassen prae- bzw. postcox hinsichtlich des Mai-Ereignisses hissen . - - - “Na klar “, wird man berechtigt einwenden , “die Parteimitlieder haben sich am Arbeits-Feier-Tage in proletarischer Frühe zu sammeln und zu formieren , um auf Schusters Rappen zum Kundgebungsort am Rathausplatz zu marschieren “. Da solches natürlich nur in “geschneuztem und gekampelten” Zustande frommt, erfordert dies ein - gemäss der Statistiken über das Reinlichkeitsverhalten österreichischer Männer - erhöhtes Mass an Körperpflege , welche dem frühmorgendlichen Flaggenhissen buchstäblich im Wege steht . Da montieren sie den Fetzen füglich am Vorabend . Wie die Angelsachsen , bei denen ja auch Etliches an irgendwelchen Eves geschieht .

wien wahl spö 1945

Allerdings kann es - und jetzt sind wir beim Scheitelpunkt und Kern dieser Aus- und Abschweifungen angelangt - aber durchaus vorkommen, dass das Aufkommen des Nationallappens bereits etliche Tage zu-VOR und ebensoviele da-NACH zu beobachten ist . Letzteres rührt eher weniger aus fleiss’gem Patriotismus her oder dankt sich treu-republikanischer Vaterlansliebe ( bekanntlich hat Österreich in dieser Hinsicht eine besonders lange Tradition ) . - - - Schier das Gegenteil ist der Fall ::: Die prä- und postcox flatternde Flagge weist meist auf die ABWESENHEIT des Hausmeisterlichen hin , wenn schon nicht physisch etwa gen Italien , dann zumindest massiv mental . Inadäquat gibt hiermit zu Protokoll , am Mittwoch , den 25. 4. ( = minus sechs Tage vor dem 1. Mai ) gespottet zu haben ::: Wien VII. , Westbahnstrasse 1b .

österrecih-fahne quer flatterndDamit schliessen wir heute mit der höflichen Anregung an das lokal omnivage Publikum , Ausschau nach derlei Auswüchsen von Aushang zu halten und entsprechende Entdeckungen an diese Stelle zu melden . Selbige geht inzwischen in sich , richtet sich vorsichtig auf neuem Server ein - als Vorspiel ist die von Font-Fach-Kräften empfohlene Abmagerung der Schrift zu werten - , um eines Tages wie der Schmetterling aus der Chrysalide in neuem Glanze auf zu erstehn . -

P. S. 12:00 . Nun sind wir doch wieder fett geworden . Wie das Leben so spielt - - - .

P. P. s. Nächste Präecox-Flagge gesichtet: Neustiftgasse 49, 28. 4. 2007 ( = minus drei Tage vom dem 1. Mai )

P. P. P. s. Nachtrag, notiert am Freitag, den 4. Mai : aus der Präcox-Neustiftgassen-Flagge ( = minus 6 Tage vor dem 1. Mai ) ist inzwischen eine gewaltige Postcox geworden : + 3 Tage overdue >>> also 9 [ in Worten : neun ] lange Tage ausserplanmässigen patriotischen harassments <<< Auf dem Fuss folgt per Russ rasche Rache ::: Der Fahne Farbe geht allmählich gen Schwarz .

sound bites

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Grosse Dinge geschehen und man kriegt sie immer viel zu spät mit . Zum Beispiel die CICERO-Liste der 500 angeb- & massgelichen deutschen Intellektuellen . Steht natürlich nicht so im Netz . Print-Kerngeschäft . Immerhin lässt sich aus dem beleidigten Kommentar des SPIEGEL-Online-Schreibers Reinhard Mohr ( 2006 : Numero 364 , 2007 : Numero 483 ) entnehmen , dass in dem von Papa Ratzi angeführten Ranking, MRR Platz 5 belegt …QUOTE ::: “Danach folgen Peter Handke, Elfriede Jelinek, Elke Heidenreich, Alice Schwarzer, Jürgen Habermas, Hans Magnus Enzensberger, Wolf Biermann und Botho Strauß - Bekannte und Vertraute aus jahrzehntelanger Hassliebe. Zu den größten Aufsteigern des Jahres zählen SPIEGEL-Autor Henryk M. Broder (+ 255), die deutsch-türkische Soziologin Necla Kelek (+239) und “taz”-Chefredakteurin Bascha Mika (+221).” UNQUOTE .

Hm - - Jelinek als Deutsche , alte GraSSler, DDR-Schergen ( H. Kant ) , Stasi-Spitzel ( S. Anderson ) ::: Aus einer solchen Societät tritt der Berichterstatter mit Pomp und Aplomb feierlich aus , fi donc ! - - - Wäre halt interessant gewesen , ob Musiker / Composer in solchen Brevieren als “Intellektuelle” gelten . Gleich , ob Helmut Lachenmann , Blumfeld , Fanta Vier oder Fehlfarben ::: Die haben fraglos allesamt und je nach Geschmack doch wohl was zu sagen ? - - -

picto direct blanc

Nun aber zur zweiten , gestern sanft über unsere Lande wandelnden Kraft ::: Der 25 . 4 . 2007 war nämlich zum “Aktionstag gegen Lärm” ausgerufen worden . Oder - unter Verwendung eines weiteren Four-Letter-Wortes gesagt , pardon , geflüstert ::: nämlich zum I.N.A.D. ( International Noise Awareness Day ) .

Lärm International Noise Awareness Day logo INAD

Dies dürfte - einigermassen selbstredend - so leise geschehen sein , dass Keiner hinging . Jedenfalls nicht in Wien , wo das Klangforum des Yannis Xenakis’ dezibelstarke Balett-Komposition KRAANERG vor grossem Auditorium gab . Selten stimmig der Titel ::: crâne ( frz. , Hirnschale , Schädel ) + erg ( Energie ) >>> KRAANERG . - - - Das Hirn hinter p. t. Listener’s Stirn vibrierte wirklich ziemlich . - - - Live on stage jede Menge Streicher und ein Wald von geblasenem Holz , im Wechsel mit Zuspielungen von elektroakustisch gestauchten Reverbationen . Gerade was die Electronix anbelangt ::: Selten darf man selbige in so perfekter Beschallung erleben . Surround anno 68 , kein Bröserl . - - - Am 10. 5. geht der Konzertmitschnitt dann On Air . Null Chance also für die Anbieter des zur Ohrschonung entworfenen DJ-Führerscheins .

lärm wear ear protection

Und da man sich ja sonst nichts gönnt , erwarb inadäquat vor einem dreiviertel Jahr eine Konzertkarte , verlegte sie , gab sie in Verwechslung bereits an fremde Personen fort . Die standen dann ein bisschen dumm mit ihren Jazz-April-Tickets vor dem livrierten E-Musik- Januar-Karten-Abreisser herum . - - - Da indes (( mit einem vom trefflichen Klaus Hoffer dem imaginären Völkchen der Bieresch zugeschriebenen Sprichwort formuliert )) die Hunde immer wieder an den Ort des Verbrechens zurückkehren , war Fortuna gnädig und spielte die Karten retour . - - - Tonight , proudly presenting ::: Wayne Shorter on stage mit dem Repertoire der Lebensretunngs-CD des vorigen Jahres ::: BEYOND THE SOUND BARRIER . Grammy Award for Best Jazz Instrumental Album, Individual or Group 2006 , was für eine nahezu kakanischer Katarakt von Kategorien ! - - - Förmlich zum Ohrenzuhalten .

Lärm Gehörschutz

Für den Sozial-, Psycho- und Kommunikationsklang macht sich diesnächtens übrigens auch das Radio stark . Die honorigem Sound-Explorer c/o ZEIT-TON ( Radio Österreich 1 , 23:05 ) portätieren die Schriftstellerin , Klang- und Medienkünstlerin Liesl Ujvary . “Technikaffin” schrieb unlängst ein Jungredakteur in seine Zeitung hinein . (( Nein , sicherlich nicht , nie und nimmer, da war mitnichten der Subtext “Und das als Frau … ” zu vernehmen . )) - - - Wir sind ja schon und schön wieder still . Gestrigem Leisetreten nachlaufend . Hauchen aber eben noch den Hinweis auf den Live-Stream des Senders herüber sowie auf die Möglichkeit , Sound Bits & Bites von the Artist’s Homepage downzuloaden . Ende der Durchsage . Fein leise im Kreise .

Lärm ear protection

Ein bisschen laut wird es auf der heutigen grand opening des ersten Wiener Kunstsupermarktes M-ARS wohl ab- und zugehen . Mit dem je passenden - de gustibus non est disputandum - Schutz für die zarten Öhrchen versehen , kann man sich beruhigt unter die Kunstis werfen . Die waren ja zuvor , als die Location noch ein Plus / Zielpunkt- Discounter war , dort eher selten anzutreffen . Warum die M-Ars-ianer als New Kids on the Block auch gleich das Nebenhaus vom Giebel bis zur Sohle mit weisser Farbe übergossen ??? - Wer weiss . White Cube rules . Auch baulich Surround . -

Four- Letter- Words

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Ob’s dem vierten Monat des Jahres geschuldet ist , dass die Four- Letter-Words [ FLW ] grünen und blühen ? - Bevor wir mit Stücker ZEHN davon herausrücken , sehen wir es als Gentlemen’s Agrreement der Intellektuellen Redlichkeit , auf das Ringelreih- und Im Kreise-Reich-Spiel von gestern zu rekursieren , indem wir mit der gebotenen Zurückhaltung leglich deren werte Leser Aufmerksamkeit submissest dorthin richten , wohin HEUTE das Flaschendrehen des obligaten David Lynch-Interviews zeigt ::: Richtig geraten , eine fehlt noch im Bunde der Runde - - - sozusagen fashionably late - - - die SZ.Video security picto

Womit wir das INNER EMPIRE jetzt vorderhand verlassen , zugunsten der Inneren Sicherheit in den Ländern deutscher Zunge . Beginnen wir mit dem Geringsten , namentlich der Ankündigung der Wiener Linien , die im öffentlichen Verkehrsraum aufgezeichneten Videos forthin 48 Stunden lang zu bewahren . Allerdings wird das Herz des Gutmeinenden doch wesentlich mehr in jenen Fällen beschwert , wo ihm der kaum moderierte Bullshit der Publikumskommentaread oculos tritt . - Es ist , als wollte ORF-On darin dem berüchtigten Niveau der Kronenzeitungs-Leserbriefe salutieren .

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Die grimmigere Version der Homeland Security schnaubt bekanntlich Schäuble , der sich - wenig bekümmernd um TP-Skeptikerund c’t-Spezialisten- nun auch der Sache “Klar und Konsorten” [ a.k.a. RAF ] annehmen will . Die FAZ serviert das Sündenregister, die FR spielt auf Hannibal Lecters homophagischen Fokus - die menschlichen Lämmer - an , spricht den Opfern als “blindem Fleck der RAF” und vom konzertierten “Schweigen der Behörden” . - - - Wo Lämmer sind - siehe gestern - sind auch die Löwen nicht weit oder die Wölfe , welche - für die Erlaubnis , in Berlin lustwandeln zu dürfen - auch schon mal Kreide fressen . Womit wir uns - nach KLAR [ FLW # 1 - siehe Titel ] - bereits dem FLW # 2 nähern und zugleich The Teadious Bear of Berlin [ a.k.a. TTBB , FLW # 3 ] . Klar sprechen wir da von KNUT [ FLW # 4 ] , welchen Klar - wie vor Gericht erstritten - ja bald besuchen darf. Grass - - - hatte ja angekündgt das Maul auch nach dem “August” nicht zu halten - will vermitteln . - - - Die taz kalauert : “Guter Ausgang für Christian Klar”und die FAZ verspricht einen KNUT DES TAGES . - Es wäre halt nur drauf zu achten , dass es in beiden Fällen klappt mit der (Re-) Sozialiserung- - - .

knut des tages FAZ gesellschaft

Wem das alles zu bunt wird , wünscht sich schon mal ganz gern zum MOND [ FLW # 5 ] . Damit’s nicht nur beim Intonieren des sehnenden Liedes “Fly Me to the Moon” bleibt , hat die NASA [FLW # 6 ] ein hübsches Filmchen zum Appetitanregen kreiert .

NASA Logo col

Und siehe::: “It’s time time to take another giant LEAP [ FLW # 7 ] “. - Mit Apollo hat es begonnen und nun weiss die westliche Welt ::: “Hasta la vista, Baby !”

NASA Apollo Mond

Nicht weiter zu kommentieren - - - und da darf inadäquat ( im Unterschied zu Grass ) jetzt füglich & endlich das MAUL [ FLW # 8 ] halten , ist die laufend aktualisierte Blütenlese der Sprüche des G. W. BUSH c/o BUSHISM OF THE DAY . - Voilà also FLW # 9 und dieses BLOG [ FLW # 10 ] darf endlich mit der humble quotation of des Präsidenten jüngster Stilblüte schliessen - - - oder war’s nicht doch ein Freud’scher Lapsus Linguae ??? ::::

“My job is a job to make decisions. I’m a decision—if the job description were, what do you do—it’s decision maker.” ( Tipp City , Ohio , April 19 , 2007 )

Löwen An Teilen

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Film Studio Signation MGM 30s s w

Alles fliesst , sagt Heraklit , und fliesset doch im Kreise , das Rundreichen von Themen in den Medien ( a.k.a. drolliges Durchreiche-Doppel , wenn das Retro-Architekturdetail heute noch irgendwer kennt ) funktioniert nicht viel anders als das Rotieren der Tagesreste in Träumen . Ferne davon , über die streng geschulte Traum-Aufzeichnungs-Exzellenz eines Andreas Okopenko zu verfügen , I nerver would have thought in my wildest dreamz , so etwas zu notieren.

Film Studio Signation MGM 1924 2001

Es sei ::: Da näm- und offensichtlich einerseits der für heute geplanten Bildstrecke - - - dem Motiv des MGM-Lion - - - geschuldet sowie der vorabendlichen Lektüre von Goethens NOVELLE ( wo ja das Flötenspiel des Knaben den wilden Leu zähmt , übrigens in nuce auch eine kleine Poetik des Hörens ) . Letzteres anlässlich der CD-Veröffentlichungvon Max Ophüls’hymnischer SWR-Inszenierung (1953) mit Oskar Werner , Therese Giehse und Käthe Gold ( siehe bei HörDat ) + + + als Bonus-Track das 1955 aufgenommene Interview mit dem aus der Emigration heimgekehrten Regisseur , dem - out there , während des Krieges - um die Seinigen bang war : Front oder KZ. Da sei ihm die NOVELLE eingefallen mit dem sich langsam aufbauenden , dann im grossen Tutto endenden Lied von den Löwen , welche Lämmer werden und Liebe gegen das Schwert siegt .

Zwischen Löwengebrüll haste ich also durch Fluchten von Räumen , die sich als Blogs herausstellen ::: Richtungspfeile zu immer neuen Sites im Labyrinth ( ja : dies eindeutig in S/W geträumt > als Remake von Welles’ PROZESS ) , Stolpern über Tabs und Links , schliesslich Finsterer Fall , aus welchem die Sterne aus Büchners Grossmutter-Märchen ( im WOYZECK) böse hervorstechen .

QUOTE ::: GROSSMUTTER: Kommt, ihr kleinen Krabben! - Es war einmal ein arm Kind und hatt’ kein Vater und keine Mutter, war alles tot, und war niemand mehr auf der Welt. Alles tot, und es is hingangen und hat gesucht Tag und Nacht. Und weil auf der Erde niemand mehr war, wollt’s in Himmel gehn, und der Mond guckt es so freundlich an; und wie es endlich zum Mond kam, war’s ein Stück faul Holz. Und da is es zur Sonn gangen, und wie es zur Sonn kam, war’s ein verwelkt Sonneblum. Und wie’s zu den Sternen kam, waren’s kleine goldne Mücken, die waren angesteckt, wie der Neuntöter sie auf die Schlehen steckt. Und wie’s wieder auf die Erde wollt, war die Erde ein umgestürzter Hafen. Und es war ganz allein. Und da hat sich’s hingesetzt und geweint, und da sitzt es noch und is ganz allein. - UNQUOTE

Film Studio Signation MGM 1938 1956

Kurz gesagt , die These ist , in der Blogwelt fällt man ad Leones ::: Da mag man die alte Faustregel in selbige ( die Faust nämlich ) nehmen , welche da heisst ::: Einen Löwen erschreckst du mit einer Maske / Leonem larva terres - - - was , wie das Sprichwörterlexikon klärt , so gut wie besagt , damit könne man keinen Köter mehr hinter dem Ofen hervorlocken . Tut so ein Blog ja auch nicht .

Das Fötong fletscht ja ohnehin Schlagzeilen-Schlachten gegen das Raubtier der RAF : RAF-Terror: Offensive 2007 ( FAZ ) , und Heribert Prantl sinniert in der SZ unter dem - siehe oben ! - Goethe’schen Titel DICHTUNG UND WAHRHEIT , das die “neu entfachten Spekulationen (…) aber bisher weniger der Aufklärung [ dienen ] , denn der Befriedigung der Gier nach Räuber- und Mörderpistolen.” - - - Eine echte Leonina societas eben .

Film Studio Signation MGM 1968

Und wo , bitte , BLEIBT das Positive ??? - - - Soll sein :::

Nämlich jetzt einmal Ehre, wem Ehre gebührt, der entsprechende -Senf gebärde sich fern ::: DER ELEKTRISCHE REPORTERbedient sich behände der visuellen Schätze und und rankt Old-School-Footage um lebendige Wortgeber . Wobei Letztere - pardon - nicht eben von schlechten Eltern sind :::

No. 27: Mercedes Bunz über das Internet als Waldspaziergang
No. 25: Christoph Schultheis und Stefan Niggemeier über Bildblog
No. 24: Bruce Sterling über Science-Fiction und grüne Fundisund ultimativ unvermeidlich :::
No. 20:
Was bisher geschah

Inadäqu.at wird sich die Ehre geben , auf diese trefflichen REPORTER zurückzukommen , dann , wenn uns der neue Server einen echten Flash beschert . - - -

Und nun ein weiteres “Und” ::: Merke die subtile Verwendung des ELEKTRISCHEN , wo Andere lediglich ELEKTRONISCH wären .

elektrischer reporter logo

Wirklich elektronisch geht es dann in der Länge von 79:38 bei Ronny Pries aus HH c/ o Mixotic her . QUOTE ((( just for the fun of the wording ))) ::: “Ronny Pries is the maker of Rohformat and Schleudertrauma. Stricly techno, rough and kicking, feeling like a bunker czz hörempfehlung party, that’s Ronny’s sound he’s serving with this mix.” UNQUOTE . - - - Ganz so schlimm , wie das klingen will , isses aber nich’ , vielmehr eine gute Übung für Takt-Ohr & Clap-Hand >>> Also Alle mal mitmachen . Wenn die Schose schon mit einem “Kabale und Liebe Rework” von der Polder-EP ‘Skipping Tuesday’ ( REDEVICE 004 wie man sieht , auch auf MINIMALNET.ORG, hach ist das kompliziert ) beginnt , sind wir - über Schiller - im Zirkel irgendwie wieder bei Goethe angelangt - - - .

From Lynch to NS-Lynching

Technorati , ,

Auch Blooger heben sich mal von den Tasten weg ((( pardon, selbst die virtuelle Autorschaft ist Sklavin füsischer Notdürfte ))) und blickt man also - wiederkehrend - mit Abstand auf die mit D. Lynchs INLAND EMPIRE -Logo flimmernde Mattscheibe , schiesst sofort die Bildassoziation an das Titelbild eines filmkünstlerischen Sündenrfalls ein :::

HEIMKEHR titel

Gustav Ucickys propagandistisches Machwerk HEIMKEHR, berüchtigt nicht nur wegen seiner - sit venia verbo - “absolut krassen” antipolnischen Agenda , sondern auch wegen der Hauptrollendastellerin Paula Wessely . Letztere mit ihrer grossen Szene als eine Art Jeanne d’Arc , welche den gesunkenen Mut der von den Polen in Gitterverschläge gepferchte Gruppe deutschstämmiger Siedler stärkt mit einer inbrünstig visionären Rede von Deutschland / Heimkehr / Erlösung . Selbe Szene , selbe Familie: Ehemann Attila Hörbiger im Genre der Wahnsinnsarie . Siehe auch Gerald Trimmels Studie “Heimkehr - Strategien eines nationalsozialistischen Films” als pdf im Netz ).

HEIMKEHR Monolog der Maria im Gefängnis

HEIMKEHR : Monolog der Maria (Paula Wessely)

im polnischen Gefängnis ( Quelle : Trimmel )

Landauf, landab bekannt ist die nahezu irrwitzige Verkehrung der Verhältnisse ::: vom polnischen Mob aufwärts bis zu den Paladinen der Diplomatie und der Miliz erfährt die deutsche Minderheit genau jene Progrome , Torturen und Vernichtung , welche die Deutschen - wir schreiben 1941 - eben an den Polen vollziehen ( >>> Saul Friedländers ungeheuerliches , dabei in souveräner Klarheit gefasstes Buch über “Die Jahre der Vernichtung” ) .

Im Gegenbild zum konkreten und strukturellen Sadismus bauen sich Heimat , Reich und Führer als messianische Religio auf - - - zwei Jahre nach dem Überfall der Deutschen auf Polen. Und ::: Zu einem Zeitpunkt , da nach erfolgreichen Blitzkriegen im Westen die Sache im Osten gerade noch euphorisch ist : Beginn des Vormarsch gegen die SU am 22. 6. 1941 , Bialystok & Minsk fallen im Juli , Befehl zum Angriff auf die Ukraine (August) , Sieg bei der grösstem Kesselschlacht der Geschichte, Kiew (26. September) , Blockade Leningrads (September 41 - Januar 44) , in dieser Situation - Oktober 1941 - kommt die HEIMKEHR ins Kino und erhält desto mehr Preise , volksbildende und jugenderzieherische Prädikate , desto dramatischer der deutsche body-count an der Ostfront wird.

Film Studio Signation UFA Tonwoche s w

Die spurlose Wiedereinbindung der Wessely-Hörbigers im Nachkriegs-Film - - - man denke sich die Wessely als jüdisch-stämmige Selbstmörderin angesichts der NS-Gräuel in DER ENGEL MIT DER POSAUNE (1948) ! - - - sowie die lebenslange Burgtheater-Karriere explodierte erst mit dem Jelinek-Stück “Burgtheater” zur drastischen Debatte . Immerhin sind in das Stück erhebliche Zitate aus den speeches von HEIMKEHR eingearbeitet .

Film Studio Signation Deutsche Wochenschau

Aber zurück zur Ästhetik von Lynchs Emblem und ihrer Assoziation mit dem Titelbild von HEIMKEHR - man vergleiche beide mit den +/ - zeitgenössischen Signations der grossen US-Studios .

Film Studio Signation 20 Fox s w

Dass jene Bildfindungen auf Plakateffekt und Assoziationen von Grösse, Macht und Autorität abzielen … das werden die Semiotiker besser wissen.

Film Studio Signation UNIVERSAL 30s

Gleichwohl sei hiermit dem hypocrite lecteur der Start eines kleinen Fortsetzung-Bilder-Blogs indiziert .

Film Studio Signation UFA Filmwoche s wAber noch einmal zurück zur UFA und deren kriegszeitlichen Elaboraten . Es hat immerhin bislang noch Niemand für nötig befunden , die seit 2003 auf der internet movie database befindlichen Äusserungen eines gewissen herbert_n aus USA zu moderieren >>> will meinen , als fragwürdig zu kennzeichnen .

HEIMKEHR , sei ein:

Quote ::: “MUST-SEE movie. Maybe it will help you (if you have an open mind) see another perhaps more accurate perspective on Historical events. Paula Wessely is absolutely impressive in her performance. She definitely was not simply acting, In her final monologues she speaks as if from the heart, on what was really happening to our people back then in that area, and on the proper attitude to assume if we are to triumph against the odds. There is a lot to be learned from this film particularly today when the future of our peoples looks so bleak. In other words if we stay strong and united, at the last possible instant, salvation from our tormenters will materialize in astonishing ways. This movie can be obtained from a company here in the US. Unfortunately it is against the guidelines to disclose that information in this forum.” - Unquote .

Wenig später singt gleicher Schreiber noch das Loblied auf Volker von Collandes Durchhalte-Unterhaltungs-Schmonzette EINE KLEINE SOMMERMELODIE (1944) als einem

Quote ::: “precious document you can use to learn about what kind of world we lived in, and about how huge is what the enemy of mankind has destroyed.” - Unquote .

Lesenswert dahingegen die 2 (!) Jahre zuvor ins Netz gesetellte Bemerkung eines anderen Kommentators , gvb0907 von Falls Church, Virginia:

Quote ::: “EINE KLEINE SOMMERMELODIE came too late to serve its intended purpose as uplifting Nazi propaganda. In that sense, it is the cinematic equivalent of Hitler’s wonder weapons which never left their drawing boards.” - Unquote.

Film Studio Signation TOBIS 1Immerhin verlinkt filmportal.de diesen Tobis-Film mit der Gebrauchsanleitung von unter NS-Propaganda entstandenen Filmen , immerhin war der Streifen unter der Alliierten Militärregierung verboten , bekam mit Gründung der BRD den Freibrief und durfte ab 1948 gezeigt werden .

Dass auch er nur mit Wasser kocht , Fische fängt und sie - transzendental meditierend - zubereitet , berichtet David Lynch übrigens in der heutigen taz .