Auch Blooger heben sich mal von den Tasten weg ((( pardon, selbst die virtuelle Autorschaft ist Sklavin füsischer Notdürfte ))) und blickt man also - wiederkehrend - mit Abstand auf die mit D. Lynchs INLAND EMPIRE -Logo flimmernde Mattscheibe , schiesst sofort die Bildassoziation an das Titelbild eines filmkünstlerischen Sündenrfalls ein :::

Gustav Ucickys propagandistisches Machwerk HEIMKEHR, berüchtigt nicht nur wegen seiner - sit venia verbo - “absolut krassen” antipolnischen Agenda , sondern auch wegen der Hauptrollendastellerin Paula Wessely . Letztere mit ihrer grossen Szene als eine Art Jeanne d’Arc , welche den gesunkenen Mut der von den Polen in Gitterverschläge gepferchte Gruppe deutschstämmiger Siedler stärkt mit einer inbrünstig visionären Rede von Deutschland / Heimkehr / Erlösung . Selbe Szene , selbe Familie: Ehemann Attila Hörbiger im Genre der Wahnsinnsarie . Siehe auch Gerald Trimmels Studie “Heimkehr - Strategien eines nationalsozialistischen Films” als pdf im Netz ).

HEIMKEHR : Monolog der Maria (Paula Wessely)
im polnischen Gefängnis ( Quelle : Trimmel )
Landauf, landab bekannt ist die nahezu irrwitzige Verkehrung der Verhältnisse ::: vom polnischen Mob aufwärts bis zu den Paladinen der Diplomatie und der Miliz erfährt die deutsche Minderheit genau jene Progrome , Torturen und Vernichtung , welche die Deutschen - wir schreiben 1941 - eben an den Polen vollziehen ( >>> Saul Friedländers ungeheuerliches , dabei in souveräner Klarheit gefasstes Buch über “Die Jahre der Vernichtung” ) .
Im Gegenbild zum konkreten und strukturellen Sadismus bauen sich Heimat , Reich und Führer als messianische Religio auf - - - zwei Jahre nach dem Überfall der Deutschen auf Polen. Und ::: Zu einem Zeitpunkt , da nach erfolgreichen Blitzkriegen im Westen die Sache im Osten gerade noch euphorisch ist : Beginn des Vormarsch gegen die SU am 22. 6. 1941 , Bialystok & Minsk fallen im Juli , Befehl zum Angriff auf die Ukraine (August) , Sieg bei der grösstem Kesselschlacht der Geschichte, Kiew (26. September) , Blockade Leningrads (September 41 - Januar 44) , in dieser Situation - Oktober 1941 - kommt die HEIMKEHR ins Kino und erhält desto mehr Preise , volksbildende und jugenderzieherische Prädikate , desto dramatischer der deutsche body-count an der Ostfront wird.

Die spurlose Wiedereinbindung der Wessely-Hörbigers im Nachkriegs-Film - - - man denke sich die Wessely als jüdisch-stämmige Selbstmörderin angesichts der NS-Gräuel in DER ENGEL MIT DER POSAUNE (1948) ! - - - sowie die lebenslange Burgtheater-Karriere explodierte erst mit dem Jelinek-Stück “Burgtheater” zur drastischen Debatte . Immerhin sind in das Stück erhebliche Zitate aus den speeches von HEIMKEHR eingearbeitet .

Aber zurück zur Ästhetik von Lynchs Emblem und ihrer Assoziation mit dem Titelbild von HEIMKEHR - man vergleiche beide mit den +/ - zeitgenössischen Signations der grossen US-Studios .

Dass jene Bildfindungen auf Plakateffekt und Assoziationen von Grösse, Macht und Autorität abzielen … das werden die Semiotiker besser wissen.

Gleichwohl sei hiermit dem hypocrite lecteur der Start eines kleinen Fortsetzung-Bilder-Blogs indiziert .
Aber noch einmal zurück zur UFA und deren kriegszeitlichen Elaboraten . Es hat immerhin bislang noch Niemand für nötig befunden , die seit 2003 auf der internet movie database befindlichen Äusserungen eines gewissen herbert_n aus USA zu moderieren >>> will meinen , als fragwürdig zu kennzeichnen .
Quote ::: “MUST-SEE movie. Maybe it will help you (if you have an open mind) see another perhaps more accurate perspective on Historical events. Paula Wessely is absolutely impressive in her performance. She definitely was not simply acting, In her final monologues she speaks as if from the heart, on what was really happening to our people back then in that area, and on the proper attitude to assume if we are to triumph against the odds. There is a lot to be learned from this film particularly today when the future of our peoples looks so bleak. In other words if we stay strong and united, at the last possible instant, salvation from our tormenters will materialize in astonishing ways. This movie can be obtained from a company here in the US. Unfortunately it is against the guidelines to disclose that information in this forum.” - Unquote .
Wenig später singt gleicher Schreiber noch das Loblied auf Volker von Collandes Durchhalte-Unterhaltungs-Schmonzette EINE KLEINE SOMMERMELODIE (1944) als einem
Quote ::: “precious document you can use to learn about what kind of world we lived in, and about how huge is what the enemy of mankind has destroyed.” - Unquote .
Lesenswert dahingegen die 2 (!) Jahre zuvor ins Netz gesetellte Bemerkung eines anderen Kommentators , gvb0907 von Falls Church, Virginia:
Quote ::: “EINE KLEINE SOMMERMELODIE came too late to serve its intended purpose as uplifting Nazi propaganda. In that sense, it is the cinematic equivalent of Hitler’s wonder weapons which never left their drawing boards.” - Unquote.
Immerhin verlinkt filmportal.de diesen Tobis-Film mit der Gebrauchsanleitung von unter NS-Propaganda entstandenen Filmen , immerhin war der Streifen unter der Alliierten Militärregierung verboten , bekam mit Gründung der BRD den Freibrief und durfte ab 1948 gezeigt werden .
Dass auch er nur mit Wasser kocht , Fische fängt und sie - transzendental meditierend - zubereitet , berichtet David Lynch übrigens in der heutigen taz .







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