Eins , zwei , drei , im Sauseschritt, naht der Mai ::: wir laufen mit !Abgesehen davon , dass die traditionellerweise die Wiener Freibäder sich am ersten Mai sich den städischen Luxuskörpern öffnen ( unter unfreulichen Umständen des tatsächlichen Zugangs erst ab Mai , dafür mit erhöhter Eintrittsgebühr ) , abgesehen also von diesem organisierten Nass ( sowie dessen blauen bzw. weissen Fahnen ) finden anlässlich des Maydays wesentlich traditioneller die Mai-Kundgebung des Roten Wien statt . – Statistisch sprunghaft steigender Nelkenverbrauch . Die Zunft der Gärtner und Floristen mag sich ja nicht nur bei der – bekanntlich eher konservativen – Klientel des blütenschäumend dekorierten Musikvereinssales beim Neujahrskonzert schadlos halten . Man möge sich à propos an unser Jungfern-posting vom 1. 1. 2007 erinnern .

Nun denn , es wird ein Marsch sein , eine verkehrsmässig völlig blockierte Stadt sein ( samt der Debatte , ob die Angestellten der roten Wiener Linien an jenem Tag auch ihre öffentlichen Transport-Tätigkeiten niederlegen dürfen ) , sowie das an- und abschliessende Fest im Prater . Die Müllabfuhr ( neuerdings “Die 48er” ) schiebt zahllose Sonderdienste ::: Code Orange für die Orangen , um die Ab-Fälle von Feiern und Leibern des Roten Wien zu tilgen .

Nun wird inadäquat diesmal nicht mit unnötigen Reflexionen über den Zustand der seit 100 Tagen gross-koalitionären Sozialdemokratie den p.t. Leser nerven , noch weniger die p. t. Leserin mit der eminent selbstreferenziellen roten Stadtmonarchie . Und schon überhaupt nicht reden von Sandkasten-Traum- Bundeskanzlern , deren Toscana-fraktionistische Assoziationen zu “Rot” reinen Wein einschenken , indem sie Herrn Barroso buchstäblich aus dem Bauch heraus mit “Herr Barolo” titulieren - – - DA liegt echte Veritasdrin.
Nein – wie man sieht – heute nichts von Alledem . Sondern stellt inadäquatens bescheidene Schreibkraft sich itzo in den Dienst fremder Agenda . Denn geben wir hiermit dem löblichen Audi- bzw. Lectorium Folgendes zu Protokoll ::: Der werte Collega G. R. , seines Zeichens eingeborener Urbanophiler ( = Liebhaber nicht von sonst etwas , sondern von städtischen Features , oder sollte es – von polis – nicht eher “poliphil” heissen ??? – - – Wobei man da lautlich leicht in die Alles-Liebe Polyphilie und von dort in die dem Menschen und Schweine anhaftende Allesfresserei , sprich Omni- oder Polyphagie , gerät . – - – Was aber auch ein Körnlein Wahrheit enthält , frisst doch der Stadtmensch alles und das schweinisch jederzeit . Die “Extrawurst”-Semmel mit Gurkerl bleibt ja – neben dem Stephansdom – das zweite Wien-Emblem .) . Jetzt ist der – zweifellos rote – Faden gerissen . Reset und Neustart der oben begonnen Sentenz .

Also der werte Genannnte , dessen privat enthusiastischer und profesionell wissenaschaftlicher Blick auf dem kleinteiligen Stadtgeschehen haftet , rühmt sich eines prominenten und mächtigen Hausfeindes , dem Wiener Hausmeister nämlich . Basics bei Peter Payer . Indes entäussert sich diese Hausmeister-Empfindlichkeit nicht ganz so drastisch wie bei dem weiland ebenfalls passionierten Stadtbeobachter und -schreiber Heimito von Doderer , dessen ganze Wut der gesamten Gattung galt . Und mit wahlweise biblischer oder barocker Wucht die Hausmeister – “troglodytische Knollengewächse” – zu Objekten sprachlicher Prügelorgien ( vgl. “Die Merowinger oder die totale Famile” ) in die Höhen der Literatur erhob .
Elias Canettis Hausbesorger Benedikt Pfaff aus der “Blendung” steht ebenfalls in einem wenig bekömmlichen Lichte da ( aber wer tut das schon bei Canetti ?) , wenn von dessen obstinaten Prügelpartien gegen Bettler , Weib und Töchterlein die Rede ist . Die zu vorletzt Genannte enthebt sich aus Dresche und Text in den Tod , was die Letzte im Bunde zum all-purpose Tool sämtlicher barbarischer Bedürfnisse des Vaters macht . Auch ein Teil des lieben Wien , welches Heiner Müller vornehmlich wegen der Meldungen aus dem Ressort “Chronik” geschätzt hat .

Dagen lässt der werte Herr Kollege die - aufgrund einer unseligen Gesetzesänderung - wenigen verblieben Exemplare der Gattung gerne gelten . Um so dramatischer gilt sein Hass denjenigen Individuen der Species , welche sich der traditionellen Pflicht , rote Gemeindebauten zum ersten Mai zu beflaggen , nicht eben punktgenau entledigen . Also das rot-weiss-rote Banner einigermassen prae- bzw. postcox hinsichtlich des Mai-Ereignisses hissen . – - – “Na klar “, wird man berechtigt einwenden , “die Parteimitlieder haben sich am Arbeits-Feier-Tage in proletarischer Frühe zu sammeln und zu formieren , um auf Schusters Rappen zum Kundgebungsort am Rathausplatz zu marschieren “. Da solches natürlich nur in “geschneuztem und gekampelten” Zustande frommt, erfordert dies ein - gemäss der Statistiken über das Reinlichkeitsverhalten österreichischer Männer - erhöhtes Mass an Körperpflege , welche dem frühmorgendlichen Flaggenhissen buchstäblich im Wege steht . Da montieren sie den Fetzen füglich am Vorabend . Wie die Angelsachsen , bei denen ja auch Etliches an irgendwelchen Eves geschieht .

Allerdings kann es – und jetzt sind wir beim Scheitelpunkt und Kern dieser Aus- und Abschweifungen angelangt – aber durchaus vorkommen, dass das Aufkommen des Nationallappens bereits etliche Tage zu-VOR und ebensoviele da-NACH zu beobachten ist . Letzteres rührt eher weniger aus fleiss’gem Patriotismus her oder dankt sich treu-republikanischer Vaterlansliebe ( bekanntlich hat Österreich in dieser Hinsicht eine besonders lange Tradition ) . – - – Schier das Gegenteil ist der Fall ::: Die prä- und postcox flatternde Flagge weist meist auf die ABWESENHEIT des Hausmeisterlichen hin , wenn schon nicht physisch etwa gen Italien , dann zumindest massiv mental . Inadäquat gibt hiermit zu Protokoll , am Mittwoch , den 25. 4. ( = minus sechs Tage vor dem 1. Mai ) gespottet zu haben ::: Wien VII. , Westbahnstrasse 1b .
Damit schliessen wir heute mit der höflichen Anregung an das lokal omnivage Publikum , Ausschau nach derlei Auswüchsen von Aushang zu halten und entsprechende Entdeckungen an diese Stelle zu melden . Selbige geht inzwischen in sich , richtet sich vorsichtig auf neuem Server ein – als Vorspiel ist die von Font-Fach-Kräften empfohlene Abmagerung der Schrift zu werten – , um eines Tages wie der Schmetterling aus der Chrysalide in neuem Glanze auf zu erstehn . -
P. S. 12:00 . Nun sind wir doch wieder fett geworden . Wie das Leben so spielt – - – .
P. P. s. Nächste Präecox-Flagge gesichtet: Neustiftgasse 49, 28. 4. 2007 ( = minus drei Tage vom dem 1. Mai )
P. P. P. s. Nachtrag, notiert am Freitag, den 4. Mai : aus der Präcox-Neustiftgassen-Flagge ( = minus 6 Tage vor dem 1. Mai ) ist inzwischen eine gewaltige Postcox geworden : + 3 Tage overdue >>> also 9 [ in Worten : neun ] lange Tage ausserplanmässigen patriotischen harassments <<< Auf dem Fuss folgt per Russ rasche Rache ::: Der Fahne Farbe geht allmählich gen Schwarz .








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