Wenn sich allmählich Hornhaut auf Retina und Trommelfell bilden , heisst das noch lange nicht , dass wir Hornochsen sind . Nur weil die Herren und “das Gedam” (Arno Schmidt) der Zeitungsmacher ihre Blattwüsten vollkriegen wollen , schlagen sie uns die wiederkehrend gleichen Slogans um Aug’ und Ohr :::Print ist tot (> summa summarum der re:publica, bzw. – erinnert sich noch wer an den Zusammenbruch des Printanzeigen-Ladens und an die Entlassung einiger –zig dienstwagenbewehrter Fötong-Redakteure ??) . - - - Kaum hat man das verdaut , schleicht der Amigo aus der Zukunfts- Radio- Konferenz herbei und raunt erbaulich ::: Das Radio sei mausetot. Letzteres - pardong ! - behauptet man auch schon seit der Breitenverteilung von Fernsichtgeräten . Aber ehe man in DAB investiert , bestattet man rhetorisch erstmal den Volksempfänger . Heimlich feixt man freilch üer die pfiffigen Zugriffsziffern bei Kultur- und Wissenschafts-Podcasts , deren zusätzliche Zurichtung dem ohnehin grenzwertig belasteten Personal weitere Lasten aufbürdet . - - - Der Verwesungsprozess des Fernsehens wird anhand hämischer DSDS- und Christiansen-Kritiken sowieso längst - mit Schlagschaum garniert - genüsslich zelebriert . (( Die Österreicher haben – in einer landestypischen Geste der Selbstobstruktion – gleich selber kurzen Prozess gemacht und die öffentlich-rechtlichen Sender mit April 2007 ins Statium der Agonie “reformiert” . ))

Nun kracht die FAZ – angeblich eines der 5 “schönsten Tools” unter den Newsseiten - mitten ins mediale Jammertal , um ( unter Anwendung von kanpp 10.000 Anschlägen ) das Sterbensröcheln der Blogosphäre herbeizuschreiben und daher auszuwalzen . (( DEN Platz an der Sonne zum Erwerb von Zeilengeld müsste man haben ! )) - Olaf Kolbrück ist dies off the record übrigens auch nicht entgangen ::: In Äffung der Staun’schen Behauptungen heisst es trefflich ::: “Wo seid Ihr?” oder Bloggen ohne Bischofsstab .
Aber was hat Harald Staun nun tatsächlich zu bieten ?! - Sit venia verbo geantwortet ::: Nicht eben viel . - Im Grunde bietet er drei altbekannte Argumente , vernebelt freilich in einem ziemlichen - eher ungeziemlichen - argumetativen Zickzack-Spiel .

Argument Numero 1 liesse sich schlicht mit “KEINER LIEST ES” zusammenfassen (( > nur eben, weil die Zeitungsleute ebenso mit sich selber beschäftigt sind wie die Blogger > siehe Argument Numero 2 )) . - - QUOTE::: “. . . aber wer sich ein wenig umhört, auch bei den Menschen, die keine Zeitung haben, in die sie ihre Meinung hineinschreiben können, der wird ein allgemeines Desinteresse an den Werken der Internetautoren nicht leugnen können. Drei Prozent der Internetnutzer, ergab Ende vergangenen Jahres eine Studie der PR-Agentur ZPR, betreiben ein Weblog, neun Prozent lesen regelmäßig eines. Aufschlussreicher als die Größe dieser Zahlen ist dabei das Verhältnis zwischen Schreibern und Lesern: Selbst wenn man von fleißigen Lesern ausgeht, die am Tag zehn verschiedene Blogs besuchen, kommt man im Durchschnitt auf dreißig Leser pro Autor.” UNQUOTE .- Für adäquats bescheidenen Teil lässt sich anmerken , dass deren holden Besuchern Durchschnitt bei kanpp Stücker 100 / Tag liegen . Übrigens wurde die KEINER-LIESTs-Killerphrase ja seinerzeit hinlänglich auf die Grossfötongs mit ihren Rezensionsfriedhöfen angewendet . Das Imperium schlägt also zurück .

Das Argument Numeo 2 besteht im originellen Befund der SELBSTBEZOGENHEIT DER SZENE . Was nicht anderes ist als ein Digest der Post Re:Publica- Rülpser , wie sie an unerheblicher Stelle etwa auch in diesem Theater referiert wurden. - QUOTE ::: “71 million blogs … some of them have to be good, steht zurzeit auf der Startseite der Blog-Suchmaschine Technorati.com. Die Zahl wird regelmäßig aktualisiert, das Versprechen, das sie beinhaltet, ist eher alt. Vor allem in Deutschland schreitet die Revolution mit einer gewissen Gemütlichkeit voran, die immerhin perfekt zum Klischee des Bloggers passt: Dass das Gefühl der Irrelevanz der Blogs nicht nur ein Ausdruck der Ignoranz von Journalisten ist, bestätigt nicht zuletzt die Diskussion unter den Bloggern selbst. Als sich Mitte April in Berlin die wichtigsten Vertreter der Zunft zur Konferenz Re:Publica trafen, war die eigene Irrelevanz ein großes Thema, was wiederum den zweiten weit verbreiteten Vorwurf bestätigt: dass sich Blogger vorzugsweise mit sich selbst beschäftigen.” UNQUOTE - Ein Kommentar erübrigt sich hier , wurde dieser bereits in der Einleitung getroffen . Die Arroganz des nabelverliebten Grossfötongs ist dabei nicht zu übersehen .

So und nun zum Argumentum Numero 3 . Welches da lautet ::: LEERE NISCHEN IM LONG TAIL . QUOTE ::: “Es wäre an der Zeit, dass sich im langen Schwanz der deutschen Blogs auch Partikularinteressen jenseits von Alltag und Technik einnisten; dass sich ein paar Blogger finden, die sich nicht nur an Kochrezepten und Youtube abarbeiten, sondern an abseitigen Themen wie dem Klimawandel, dem Theater [[[ czz: ist mit nachtkritik im schönsten Aufbau !]]] , der SPD oder der deutschen Außenpolitik.” UNQUOTE . - DA möge Herr Staun sich doch einmal umsehen und schauen und staunen ::: Was ist mit dem Fähnlein der Aufrechten bei netzpolitik.org , mit dem kritischen Med-Blog Stationäre Aufnahme , der Stanforder FAIR-USE-Seite , Medienbeobachtern wie WORTFELD , dem ZEITSCHFTENBLOG , dem NON-Van.Fair-TURI , dem obgenannten off the record und dem orginellen EKLEKTRISCHEN REPORTER ???
Alles das ::: Nicht re- le - vant ??? - Ein Fant , der das dächte !

FAZIT . Die Journalisten sollen mit ihren neuerdings (seit der Orientierung vom Print- am Web-Layout) Spezial- Kolummnen- Kästchen imner mehr wie Blogger schreiben , die Blogger wie Agenturmeldungs-gefütterte R-Elefanten . Doch gibt’s eben den kleinen Unterschied , wonach die journastische Albernheiten ( ” die Leute wollen das ” ) nach Strich , Punkt und Faden vergütet werden , was für die wenigsten Blogger gilt. Die Klage über den Mangel einer “relevanten” Gegenöffentlichkeit fällt nicht zuletzt auf die guten alten “Produktionsbedingungen” zurück . - Peinlich , so ein Wort , HEUTE . Aber es sei. - - - Gebt mir ein Grundgehalt und ich werde relevant . Oder pflege ne super Nische wie die für Künstlerische Fotorafie oder eine für Entschlummerte Medien .

Unnötigerweise erinnert inadäquat jetzt auch noch an das Modell der Creative Commons , ohne welches wir - beim Lösen technischer Probleme , beim Hausmusikmachen oder beim Übersetzen oft schön blöd da ständen / stünden . - - - Solche Quick Fixes stibitzen die Institutionen dann liebend - - so etwa die Radiosender , welche mit 100 Wettbewerben für Kurz- und Knapp-Hörspiele billig die Guten Kräfte der Freien Szene für ihre Zwecke ernten . - - - Womit die ganze Bloggerei – ob die sich dort ebenso informierende FAZ es wahr haben will oder nicht – doch erheblich Vorteile birgt & bietet . - Dass Selbige freilich nicht ganz den Idealen der graswurzelnden Netzwerke entsprechen , liegt auf der bekannten Skala des Abglühens von hehren Ideen in den Raum des Realen und Pragmatischen . - Nicht zuletzt aber bedeutet Bloggen ::: HIERARCHIEFREI ARBEITEN . - - - Kein Redakteur gibt’s einem mit der Knute , oder ( echt FAZ ::: Mit dem “KNUT DES TAGES”) .
Are you with me ??? - Ende der Durchsage. Morgen Fortsetzung mit der - auch STAUNend angesprochenen - Weiberfage .
Die tägliche Musikeinspielung kommt - wegen Schreibzeit-Überschreitung - quasi von der Stange. Aber eben ::: Marvids Mix-
Plädoyer für FREIE LIEBE (Mixotic 082) wird uns bei selbiger halten - Achtzig Minuten lang .















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