futurum exactum



Je später der Abend , desto bester der Trester und auch nach Durchlauf diverser Plug-in Test- Serien und -Effekte richtet sich die “Parkbank”zu perfektem Sitz & Sinn im Rundum des Akustischen Universums . - Also Alle schon mal fleissig mit der Positionierung der sechs Boxen spielen , auf dass Ann Cottens & Martein Leitnerssubltile Sprach- Sound- Art am 24. Juno den ihr gemässen Anklang gefunden haben wird . - Zeit zu solchen Wohnzimmer- Ton- Quellen- Manipulationen bleibt hinreichend - - - der Klagenfurter Literatur- Kahlschlag findet erst in der darauf folgenden Woche statt .Nagra1

Von der Mono- Nagra im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit wurde an inadäquater Stelle berichtet. Sensationelle Wirkung erzielte des Weiteren auch ein sattes Moog- Anbranden - zwischen Hingabewillen und drohlichem Versinken an und im brandig schwelenden Sound ::: Bester Vertigo eben . Wobei der Moog- Link auf die parallel- aktionistische Bruderseitebereits einen glimpse auf das visuelle Futurum Exactum dieser inadäquaten Quelle gibt . Mehr zu Zeiten .

Nagra1Womit wir mitten in einem Klassiker der Kritik an den stumpfen Tools unserer Sprache gelandet sind - Fritz MauthnersSprache und Grammatik . Beiträge zu einer Kritik der Sprache” aus dem Jahr 1913 . - Als absolut lesenswert zu empfehlen etwa wären Mauthners Denkbewegungen zur “Unbestimmtheit der Zeitformen” im Dritten Band. Die These geht vom differenzierten Spielraum der möglichen Ortsbestimmungen aus , denen das Cluster von Sprach- Zeiten das Wasser nicht zu reichen vermögen . Die hervorragende www- Quellen- Stelle textlog.demacht’s möglich … dass inadäquat die anliegenden Signale zu publish and / or perish unter das Mauthner’sche Denkgewebe zu facts , fissures and failures sprachlicher Verfassung schiebt . - - - File under : Monday - Morning Disclosures . - - - QUOTE:::

Fritz Mauthner : Unbestimmheit der Zukunft / Aus : Unbestimmtheit der Zeitformen / Sprache und Grammatik . Beiträge zu einer Kritik der Sprache (III, 1913)

Wir kehren zu der Behauptung zurück, dass auch der Sinn der verbalen Zeitformen weit unbestimmter ist, als man das gewöhnlich glaubt. Ja ich behaupte noch mehr: dass nämlich die Raumverhältnisse durch die Adverbien weit bestimmter angegeben werden können als die Zeitverhältnisse durch die Zeitformen des Verbums. Einfach durch Steigerung oder Wiederholung der Adverbien. Das Ich ist immer der Orientierungspunkt, ich selbst bin, möchte ich sagen, der Schnittpunkt des Koordinatensystems. Ich kann dann ganz deutlich nicht nur bezeichnen, ob der Gegenstand vor mir oder hinter mir stehe, sondern auch weiter: ob ein zweiter oder dritter Gegenstand, von dem ersten aus gerechnet, vor oder hinter ihm stehe, näher zu mir oder entfernter von mir. Die Sprache ist fähig, ohne Zuhilfenahme der Zeichnung, z. B. die Bewegungen auf einem Schlachtfeld, ganz genau zu beschreiben. Die Sprache ist nicht in gleichem Maße befähigt, die relative Vergangenheit und Zukunft eindeutig auszudrücken. UNQUOTE . -

Nagra1Keine Lese- Anstrengung ohne Zwischenmusik , auch so viel Zeit wird sein müssen . Etwa zum Download von Chromakey Dreamcoat , Track 2 aus nicht mehr taufirschen , doch - wie stests bei czz hörempfehlungden Boards of Canada zeitlos feinen - Campfire Headphase von 2005 . Der 2006er EP Trans Canada Highway kommen wir schon noch auf die Schliche ! - - - Also ::: 5:47 BoC- Minuten lohnen die vier läppischen Download- Sekunden wohl voll & toll . - - -

Fortsetzung von Fritz Mauthner : Unbestimmheit der Zukunft / Aus : Unbestimmtheit der Zeitformen / Sprache und Grammatik . Beiträge zu einer Kritik der Sprache (III, 1913)

QUOTE ::: Nehmen wir nun aber den Ausgang von einem Punkte in der Zukunft, so steht es noch schlimmer um die Formen und um die Bedeutungen der Zeit. Für den Ausgangspunkt selbst, also für das Geschehen, das wir für diese zukünftige Gegenwart voraussehen, besitzen wir keine andere Ausdrucksform als das sonst übliche Futurum. Es fehlt uns also, was noch niemand bemerkt zu haben scheint, ein Futurum der Prophezeiung, welches dem Imperfekt der Erzählung entspräche. Wir müssen, was doch nach meinem Sprachgefühl eine Unbestimmtheit, eine Verschiebung der Vorstellung ist, z. B. das jüngste Gericht mit Hilfe desselben Futurums beschreiben, mit dem wir aussprechen: “Im Juli werde ich aufs Land fahren.” Es fehlt uns eine erzählende Zukunft.

Wir besitzen freilich das Futurum exactum, die Vorzukunft, anders als das Plusquamperfektum. Wir besitzen sie, aber wir gebrauchen sie in der lebendigen Rede so gut wie gar nicht, selbst in der künstlichen Schriftsprache nur mit Widerstreben. Dagegen besitzen wir aber nicht die logisch geforderte Zeitform für eine Zukunft, die von uns noch weiter abliegt als der zukünftige Ausgangspunkt. Wir können räumlich ausdrücken, dass ein Vogel höher fliegt als der Gipfel des Baumes über uns, den wir zum Ausgangspunkt nehmen. Wir können dasselbe Verhältnis in der Zeit sprachlich nur wieder durch Adverbien ausdrücken, nicht durch eine Verbalform. Man stelle sich den Gedanken vor: Die Erde wird in die Sonne zurückstürzen; vorher wird sie ihre eigene Bewegungskraft einbüßen; nachher einmal wird sich vielleicht eine neue Erdmasse als Nebelball von der Sonne wieder lösen. Wir drücken das durch Adverbien aus, die offenbar etwas wie räumliche Bilder bieten. Den ersten Satz können wir noch zur Not durch eine Verbalform bezeichnen: “Wenn die Erde ihre eigene Bewegungskraft eingebüßt haben wird, dann wird sie in die Sonne zurückstürzen.” Für den letzten Gedanken haben wir durchaus keine Zeitform. Wir müssen mit fast kindlicher Sprache wiederholen: “Und noch später wird sich vielleicht eine neue Erdmasse loslösen.”

Die Unbestimmtheit der verbalen Zeitformen scheint mir also recht mathematisch bewiesen zu sein. Unsere Stellung in der Zeit nötigt uns, mindestens 9 deutlich ausgeprägte verschiedene Zeitverhältnisse auszudrücken; wir aber besitzen nur 6 Verbalformen, mit deren Hilfe wir ungefähr sagen, was wir wollen. Hätte ein Händler 9 verschiedene Sorten Wein und müßte sie in nur 6 verschiedenen Fässern verwahren, so könnte er nicht schlimmer daran sein als die Sprache mit ihren 6 Zeitformen. Dass es auch noch andere Zeiten gibt, wie z. B. im Indischen, Griechischen und Slawischen den Aorist, macht die Sache nur noch verwickelter; denn jeder Fachmann weiß, wie wenig bestimmt der Sinn des Aorists ist. Man hat seine Bedeutungen nach verschiedenen Gesichtspunkten in Klassen geteilt; den Griechen konnte aber die Verschiedenheit der Aoristklassen sicherlich ebenso wenig zum Bewußtsein kommen wie uns etwa die angeblichen Klassen der Genitivbedeutung. Es wird sich also wohl nicht anders verhalten, als dass auch die Verbalformen mangelhafte Versuche sind, den Ton und die Geste zu ersetzen, mit denen die Sprechenden einstens die zeitliche Stellung ihrer Vorstellungen ungenau genug ausdrückten. Für die Verhältnisse im Raum konnte die Geste länger ausreichen; sie war und ist leichter abzumalen. Die Gesten der Zeit mochten ursprünglich Metaphern von den Zeichen “hinten, da, vorn” sein. Wann immer sich aus diesen Metaphern die Formen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft entwickelt haben mögen, sie litten an der Unbestimmtheit, wo das “da”, die Gegenwart anzunehmen sei, und leiden noch heute darunter. Plusquamperfektum und Futurum exactum haben immer noch etwas von mathematischen Formeln, sie gehören der lebendigen Sprache kaum an; abgesehen davon, dass sie Formeln zu Hilfe nehmen müssen, in denen das Verbum seinen Charakter verloren hat und Adjektiv oder Nomen geworden ist. Wie wenig aber die Zeitformen dem Bedürfnis entsprechen, unsere Vorstellungen dem Hörer anschaulich zu machen, ergibt sich vollends aus der weit verbreiteten Gewohnheit, sämtliche Zeitverhältnisse durch die ursprüngliche Form des Präsens darzustellen, sobald die Rede lebhaft genug wird. Die Grammatiker helfen sich damit, dass sie sagen, das Präsens “vertrete” dann das erzählende Imperfekt oder irgend eine Zukunft. Das Präsens kann aber auch für das Plusquamperfektum und für das Futurum exactum eintreten. “Blücher rückt heran, Napoleon gibt jede Hoffnung auf”: weniger lebhaft: “als die Armee Blüchers herangerückt war. gab Napoleon usw.” oder “schließe ich das Geschäft ab, so bekommst du ein neues Kleid” anstatt: “Wenn ich das Geschäft abgeschlossen haben werde, wirst du ein neues Kleid bekommen. UNQUOTE . -

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