Fish are jumpin’
And the cotton is high.
Bambi Goreng ( via Zwiebelfischchen ) als Merchandise- Produkt aus Elfriede Jelineks Bambiland ?
Jedenfalls nach deutschem Verständnis . - Wie sich dem amerikanisch- literarischen Verständnis die Lektüre von Jelineks Romanen “Lust” ( Lust, Ü : Michael Hulse ) , “Die Klavierspielerin” ( The Piano Teacher , Ü : Joachim Neugroschel ), “Die Liebhaberinnen” ( Women as Lovers , Ü : Martin Chalmers ) , “Die Ausgesprerrten” ( Wonderful Worderful Times (!) , Ü : Michel Hulse ) , besonders aber “Gier” ( Greed , Martin Chalmers ) nach Sicht des Schriftstellers Tim Parks ausnimmt , steht in der New York Review of Books zu lesen .
Parks nimmt den in der Klavierspielerin thematisierten obsessiven Voyeurismmus als Lektüre- Schlüssel und poetologisches Movens auch des späteren narrativen Werks . QUOTE ::: Reading the five novels by Jelinek that over twenty years have been translated into English, each more determinedly and uniformly unlovely than the one before, all ferocious in their denunciation of a still patriarchal Austrian society, it is not hard to see those voyeuristic scenes of The Piano Teacher as a key to understanding the author’s, or at least narrator’s, relationship to the stories she tells: she dwells on what is repugnant in order to congratulate herself that she has steered well clear of the world . UNQUOTE -
Nach einem dankenwerten Schnitt durch die oft unterstellttem Übertreibungs- Künste eines Thomas Bernhard charakterisiert Parks treffend das Wortwerk der Wechselwendungen , welches stehts eine [ nach Blog - Speak ] tag- cloud diversester Meanings kreiert :
QUOTE ::: Very often, the narration is derailed by some odd association (a word picked up and used in another sense) and heads off in a different direction, or into some extravagant metaphor. Metaphors, it should be said, are frequently mixed and collide oddly with both the story and each other, creating unsettling shifts of register. Rather than clarifying the action or giving it emotional color, they muddle and distract. UNQUOTE -
Über den Leisten guter alter Angloamerikanischer Identifikations- Manier geschlagen , kommt die “Klavierspielerin” nach Parks Ansicht gerade noch hin, während das Reine Rasen der Sprache in “Lust” ff keine solchen Eye- Catcher mehr bietet . Als schlimmste Manifestation dieses Prinzips wird “Gier” ins Treffen geführt und schon in den Kontext des nach Publikation ausgerechnet dieses Romans zuerkannten Nobelpreises gestellt . Sicher , es mag Tendenzen des Preiskommitees zur Auszeichnung estalbishment- kritischer Schriftsteller geben , aber sind die hier vorgebrachten kritischen Gemeinplätze roginiell / neu / Überzeugend ? - Naugh . QUOTE ::: That said, the social criticism she offers seems simplistic, rancorous, and willfully unhelpful, while Greed itself is unreadable: I recall not a single moment of pleasure turning its pages, not a single insight that impressed. UNQUOTE -
Tja , die gute alte Lust am Text , hier freilich ins ururalte Paradigma von Schönheit , Aufklärung , Tiefe , oder allenfalls Spannung und Unterhaltung getzt . Negativ , minus , Setzen . So Parks , der schliesslich immerhin konzediert , dass die grundsätzliche Unübersetzbarkeit der Jelinek’schen Sprache beitragen mag zur endgültigen Exilierung von Sinn und Kulinarik . - Immerhin schliesst dieser Alles in Allem etwas Österreich - Kultur- exotistisch gehaltene Abschreck- Artikel mit einem sympathischen - wenn nicht eben versöhnlich applizierten - Zitat zur translationalen Misere . QUOTE ::: “Just as I can’t take my body anywhere [Jelinek finds it impossible to travel] so my language can’t be moved around either. My language and I watch TV together of an evening since we can’t go anywhere else.” Readers of “Greed” may wish it had stayed that way. UNQUOTE -
Erkenntnis und Interesse , shuffled und stired im Wok des Bambi- Goreng , auch transnationale Differenzen im Hinblick auf Literaturauffassung schreiben sich auf diese Weise fest . Im Zweifelsfalle bietet sich ja dann als Hintertürchen immer noch der Topos des Lost in Translation ….
Explorationen und Expeditionen in die Jelinek- Welt bietet übrigens der Österreichische Rundfunk mit zwei Interview- CD- Releases , welche im Hinblick auf Kürzung , Verstellung und Schönung von Archivmaterial wenig schuldig bleiben . Aber vielleicht hat diese Publikation , welche nolens volens darstellt , das sich der Heimatfunk nicht eher als im Jahr des 60. Geburtstages der Noblen Autorin dazu durchringen , die Einspielung einer Lesung aus Jelineks Opus Magnum , “Die Kinder der Toten” , vorzunehmen .
Erfreulich wortlos , wenn auch deutlich von der dark side technischer
Teilchenbeschleuniger meldet sich der Hannoveraner Oliver Martini aka O : M mit seiner EP Twisted @ SubIndustries Soundworx / PlusM!nus [ sipm003 ] . Mag Manchem da einiges als dumpfes Grummeln eines Would- be - Grossen-Bösen-Wolfes dünken , so machen rhythmische Finessen wie Leerschläge und zarte Synkopierungen solche dumpfpump - Perspektiven mehr als wett . 01. Butterling , 02. Schmetterfly , 03. Day: Satur , 04. Sam’s Night . Der Weiteren steigern diese tunes weder Blutdruck noch Transpiration . Wenn das kein Plus ist ?















Die hier gerühmte »grundsätzliche Unübersetzbarkeit der Jelinek’schen Sprache« erinnert mich an die Anekdote von neulich, in der Goettle-Reportage über die Chinesisch-Übersetzerin Na Ding. Sie nennt da als Beispielpassage für den Übersetzungshorror, den man gut nachvollziehen kann, folgenden:
»Die Fut ist gut. Arbeiterinnen, die ihren Namen zuerst verdienen, stopfen sich das faulige Obst ihrer Kinder wieder zurück in die Geschlechtsschatulle. Sie sprechen eine Weigerung aus. Sie tragen schwarze Lasten.«
Umgekehrt: sieh die chines. Ideogramme. Was mag da noch sinn- schlenkernde Sprache ? - Reset und start over zum radikalen Konstruktivismus , Hör- und Denkempfehlung : Ersnt von Glasersfeld , Zwischen den Sprachen @ supposé.de .