But till that morning

There’s a’nothing can harm you
With daddy and mamma standing by

Papisten unter sich bzw. -einander

Zwischen Papa Paporum ( siehe unten ) und 1- A- Eigenwerbungs-Blogine mag in|ad|ae|qu|at mit LUDWIG ANZENGRUBER dem ( von FREUD und WITTGENSTEIN oft zitierten ) Sprücherl dienen .

Es kann dir nix g’schehn ! Selbst die grösst’ Marter zählt nimmer, wann vorbei is ! Ob d’ jetzt gleich sechs Schuh tief da unter’m Rasen liegest oder ob d’ das vor dir noch viel tausendmal siehst – es kann Dir nix g’schehn ! Du g’hörst zu dem all’n und dös all’ghört zu dir ! Es kann dir nix g’schehn !

– Wenn DAS keine Hymne ist – wie von realmadscientist gefordert – damm kann ich mir auch nicht helfen . Ausserdem schützt uns Numero 38 ja vor allzu hohen Tönen – ned wahr ?

jesushAber jetzt zu den wirklich und buchstäblich hohen Tönen und deren ekklesiastischen sowie literarischen Ausformungen . Den Anfang hat MARTIN MOSEBACH gemacht mit seiner Büchenerpreis Zuerkennung . Kein laues Lüftelein eventuellen Zweifels einer solchen Zuerkennung erhob sich – ausser Schmeicheleien – im Blattwald des Fötongs united. . Und als hätte die FAZ diese Auspreisung in keiner Weise voraussehen können , stand bei der Verkündigung dieses renommiertesten Aller Literaturpreis längst der neue Mosebach – Roman Der Mond und das Mädchen in Fortsetzungen doch schon von langer Hand geplant im Blatt . – ” Das ist” , räumt sogar FAZ- Redakteur Hubert Spiegel ein ,

kulturkonservativ, gewiss, aber die Einzigartigkeit des konservativen Intellektuellen Mosebach liegt nicht zuletzt darin, dass seine Kulturkritik nie Larmoyanz, sondern stets Vitalität verströmt; sie kommt aus der Fülle. So ist auch sein immenses historisches Wissen immer unmittelbar mit der lebendigen Gegenwart verknüpft. Weil der Zeitgeist ihn wenig, aber die Zeit, in der er mit uns lebt, sehr wohl bekümmert, bedeutet die Begegnung mit Martin Mosebach und seinem Werk das Erlebnis einer Geistesgegenwart, der viele Zeiten gegenwärtig sind.

- Hm , wie war das noch : konservativ aber in guter Verlinkung zur Gegenwart , vitale Kraftquelle einer produktiven Reibung ? – Herrjesus , so kann man es AUCH formulieren .

jesushEn tout court bricht sich hier in der sacrosankten Akademie für Sprache und Dichtung ein Konsevativismus Bahn , welcher auch so famose Denker und Dichter wie Brigitte Kronauer und Oskar Pastior bedenkenlos in sich aufsog , so recht aber erst mit den Nominierungen Durs Grünbeins und Wilhelm Genazinos zu sich fand . Immerhin kam man erst auf die Pastior- Idee, als dieser längst zu hinfällig war , Preis und Ehre zu Lebzeiten anzunehmen ( wodurch der Preis ein lediglich eine weitere PR- Aktion der Botschaft “Wir sind ja doch progrsssiv” darstellt ) . – - – Die späte Auszeichnung Friederike Mayröckers im Jahre 2001 verdankte sich nichts Geringerem aks dem Abgang ines Jury- Mitgliedes , welches die Auspreisung dieser Auorin – wörtlich “nur über meine Leiche” gestatten wollte .

Immerhin , sie hat ihn jetzt , die teusche Urmutter solcher Peise und ein Schuft sei’s , der daran dächte , das dieser etwa als Trostpflaster für die die von Ernst Jandls Tod im Juni 2000 gerissene Wunde gedacht war . . .

jesush Ohne langes Fackeln mag man Mosebach als Teil jener – seit dem anschwellenden Bocksgesang Grünbeins – nun fortschwellenden Konservativen Revolution sehen , deren Enzensbergers, Strauss’, Ransmayrs und Handkes man kennt und nent . Never mind their beginnings – deren Frühbücher zählen nioch immer zum Besten zwischen Buchdeckel gepresster deutscher Zunge . A propos gepresstes Züngeln : die Vermutung , Mosebach habe dem @ Enzensbergers ANDERER BIBLIOTHEK erschienenen Benimmbuch Asfa-Wossen Asserates als Ghostwrighter ein wenig die Sporen gegeben , wurde nie wirklich aus der Welt geschafft .

jesushWenn Mosebach in seinem jüngsten Hanser- Pamphlet gegen die Häresie der Formlosigkeit und zugunsten der Vorkonzils- Liturgie eintritt ( Häresie der Formlosgkeit , die römische Liturgie und ihre Feind ) , fliesst damit Wasseer auf mehrere Mühlen (und die GOttes mahlen bekanntlch langsam ) ::: Mögen sich Esoteriker aller Couleurs an der Wiedereinführung einer mystischen Latinität im ehedem “Volks´gottestdienst erbauen , jubelt die koservative kathpress vernehlmich und bleibt uns Lesern das schale Gefühl , ein solches in Lob als Kehrtwendung von Joris-Karl Huysmans‘ Bekehrung von der Dekadenz ( À rebours , 1884 ) ,Satanismus ( Là-bas , 1891 ) bis hin zum “Catholicisme si póetique” . Der Schweizer Rezensent , welcher Mosebachs Traktakt aus protestantischer Perspektive immerhin noch originell finden könnte , wird wohl einzig in der deutsch-sprachigen Rezensionenwüste bleiben .

Katholerer aller Länder Vereinigt Euch , denn jetzt hat kein Geringerer als PONTIFEX MAXIMUS aka Papa Razzi sämtliche Protestanten , Reformierten usf. von der nährenden Mutterbrust der Hl. Kathol. Kirche hinweg gerissen . Am unverbrämtesten wissen dies natürlich die Schweizer , weshalb ein Zitat aus der NZZ vom 11. 7. par pro toto angeführt sei [ Unterstreichungen von mir ] :

Katholische Kirche beharrt auf Einzigartigkeit | Der Vatikan betont Treue zur eigenen Identität auch in der Ökumene

Der Vatikan hat in einem am Dienstag veröffentlichten Dokument die Einzigartigkeit der katholischen Kirche bekräftigt und daran festgehalten, dass den Reformierten der Status einer Kirche nicht zustehe.
Die Kongregation für Glaubenslehre hat am Dienstag ein von Papst Benedikt XVI. gutgeheissenes Dokument veröffentlicht, in dem bekräftigt wird, dass die von Christus gestiftete Kirche allein in der katholischen Kirche umfassend verwirklicht sei, während die aus der Reformation hervorgegangen Gemeinschaften nicht Kirchen im eigentlichen Sinn genannt werden könnten. [ ... ] Mit dem neuen Dokument wendet sich der Vatikan, wie die Glaubenskongregation schreibt, gegen die selbst in katholischen Kreisen immer noch verbreitete Auffassung, dass das Zweite Vatikanische Konzil die alte Lehre über das Selbstverständnis der katholischen Kirche verändert habe. Es sei zum Teil suggeriert worden, dass man sich die Kirche Christi nur noch als Summe von mehreren Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften vorzustellen habe oder dass die Kirche Christi eher als ein Ziel denn als Wirklichkeit zu verstehen sei. [ Fortsetzung : Anhang ]

Folgt jetzt nur noch die Rückkehr zur lateinischen Sprache im sog. “Volxgottesdienst” und der backlash ist perfekt . Und alles in / aus deutschen Händen : Gelobet und gepreiset der Hl. Martinus , der Hl. Benedict sowie der Hl. Edmund Schäuble . Seelenheil guaranteed , Amen .

Den einzigen gültigen Heuler zum Mosebach- Hype übrigens finden wir – selbstredend NICHT in der taz , sondern im TITEL- Magazin , wo Carl Wilhelm Macke in der Rubrik ” St. Manufactum “ den Mosebach’schen Rosenkranz Perle für Perle durchknetet . Hurra und Hallelujah . Mehr , mehr , mehr von solchem Manna !

Weiter mit der Aushorcherei des Labels No Type – einem tatsächlich raren Provider von störrischen Erkundungsgängen zwischen Musik und Ars czz hörempfehlungAcoustique . Querköpfe und -Schläge statt den netlabel- üblichichen plug-in- Schraffuren der immergleichen Loopz . Im Falle des Klangbastlers und Acousmaten Nicolas Bernier und seiner EP Ail et l’eau faille [ No Type NT 097 / 2007 ] ist der klappentext zu schön , um unter den Teppich gekehrt zu werden . QUOTE ::: To make machine music so imperfect that it would become more human than human, so we can’t tap the beat on a metronome but instead feel it the way you should feel it like a trek on the rocks that almost made you trip yesterday but all this naivete how could it be so you don’t care good neither do I. UNQUOTE – Kurz gesagt : Das Unerwartete erwarten . 01.Propriétaire d’un chat aux grands yeux , 02.Sombre désert , 03.La tortue , 04.Je ne juge pas , 05.La ville est en feu (modulations) , 06.Les écureuils réchauffent les arbres , 07.Montauk . Sind eben auch Singer & Hüpfer dabei , müssen Se aber schon selber suchen und finden !

NZZ, 11. 7. 2007, Fortsetzung :

Die Glaubenskongregation erwähnt in ihrem Begleitkommentar zum neuesten Schreiben zwar, dass die «klaren Aussagen» des Konzils bei den betroffenen protestantischen Gemeinschaften und auch in katholischen Kreisen Unbehagen verursacht hätten; trotzdem sei aber nicht ersichtlich, wie diese Gemeinschaften als Kirchen im eigentlichen Sinn bezeichnet werden könnten. Sie nähmen ja den theologischen Begriff von Kirche im katholischen Sinn nicht an. Immerhin räumt die Glaubenskongregation dann aber doch versöhnlich ein, dass die aus der Reformation hervorgegangenen Gemeinschaften «zweifellos einen kirchlichen Charakter und einen daraus folgenden Heilswert» hätten .

One Response to But till that morning
  1. Paco
    July 12, 2007 | 23h00

    Wieder mal ein Hammerbeitrag. Sehr, sehr geil, wie diese sethos und lanu sich da in diesem verlinkten Blog Fragen fragen, das ist schon mal gut, aber einer Ironie der Unverständlichkeit wird man damit nie auf die Spur kommen, Codename: Foxfire, oder einfach ISBN 3518121723.

    Auch die Martin-Mosebach-Berichterstattung sehr gut, der Hinweis auf das Titel-Magazin sowieso natürlich (coincidence), im Prinzip reicht als Teaser schon so ein 18.-Jahrhundert-Name wie »Carl Wilhelm Macke«, damit man weiterliest.

    In der losen Sammlung der FAS/FAZ-Gegensätze wird jetzt auch Volker Weidermanns (FAS) Mosebach-sagen-wir-mal-Einschätzung aufgenommen. »Oh, endlich ein großer Dichter!« (hehehe)

Leave a Reply

Wanting to leave an <em>phasis on your comment?

Trackback URL http://www.zintzen.org/2007/07/12/but-till-that-morning/trackback/