… erweisen sich regelmässig deren Leser . Wie Tobias Rüthers Auslassungen ueber die Musikindustrie ( unter dem telltale- Titel Wenn Musik verwässert ) konkret lauten , sind für denkende und hörende Zeitgenossen lässlich . Der ZEIT indes immerhin sarkastisch erwähnenswert .
MP3- Anarchie statt honoriger Label , Netzwerk- Selbstbedienung statt Charts und Kanon , Downloadziffern und Longtail- Spektrum statt Pedigree und Preis der deutschen Schallplattenkritik . Was dabei herauskommt , ist einer diesen typischen Schnellschuss- Diagnosen zwischen Untergang des Abendlandes und Verlust der Mitte .
Die wesentlicheren Informationen sind – das musss man der FAZ lassen – einmal wieder in der Kommentar- Zone am Fussende des Artikels zu suchen . Als interessante Beitraege zur Debatte gibt in|ad|ae|qu|at diese Anmerkungen hier unveraendert wieder . Bei Wahrung aller Rechte der solcherart zum angewandten Buergerjournaismus provozierten Protagonisten .
Lesermeinungen zum Beitrag
Angst vor der Technik
Manuel Hafner (Kaliastro)
27.08.2007, 10:10
1000 mal blamiert, 1000 mal nix kapiert…Bernd Almstedt (Almstedt)
27.08.2007, 09:16
Die CD und damit auch die an ihr immer noch festklebenden Major Musiklabel haben für mich schon lange keine Begründung mehr. Miese Tonqualität der beginnenden 70er Jahre, lieblose Cover und kaum lesbare (wohl weil “kopiersicher”) Texte vergraulen auch den letzten Musikliebhaber und Gourmet. Anstatt aber sich an den Fortschritt anzupassen – nicht nur dem technischen Fortschritt (SACD/DVD-Audio), sondern auch den modernen Vermarktungschancen und exponentiellen Möglichkeiten – fällt der satten, selbstverliebten und völlig unkreativen Musikindustrie nicht ein. Statt dessen wird das zum Programm erhoben, was uns Deutsche auszeichnet: jammern, neidisch sein und alles und jeden ausbremsen – vor allem die letzten verbliebenen Musikliebhaber und Käufer… Warum sägen nur alle mit Begeisterung an den Ästen, auf denen sie sitzen???Die Angst des Fachmanns
Wolfram Jäger (wojaeger)
27.08.2007, 07:50
In diesem Artikel steckt einmal mehr das Befremden des Journalisten über das Web, wo es keine Fachleute u.ä. Autoritäten mehr gibt: Jeder kann einen Wikipedia-Artikel schreiben, jeder einen Musiktitel empfehlen.
Es ist aber nicht das Web, das Labels und Majors ruiniert, es ist das veränderte Konsumverhalten.
“Irgendwann fand die Plattenindustrie heraus, dass sich die meisten Leute gar nicht für Musik interessieren. Und sie kamen zu folgendem Schluss: Wenn Sie diesen Leuten ihre CDs andrehen konnten, würden sie wesentlich mehr Einheiten verkaufen.” (T-Bone Burnett, zitiert nach Sky Nonhoff)
Tscha, und diese Phase ist nun vorbei; wer sich eigentlich nicht für Musik interessiert, der kauft keine mehr, der lädt sich seinen iPod voll mit Kram, “der ganz okay” ist. Herkunft und Klangqualität spielen keine Rolle, weil sie noch nie eine gespielt haben.Internet, das allesfressende Ungetüm – na ja…
Marc Rieger (rieger74)
27.08.2007, 04:40
Früher:
“Mein Kumpel hat gesagt, das ist toll, deswegen habe ich die CD gekauft.”
Heute:
“Ich habe auf meinem Lieblingsblog gelesen, das ist toll, deswegen habe ich die Songs runtergeladen.”Früher:
“In der Bravo haben sie geschrieben, die Band ist super, also habe ich die CD gekauft.”
Heute:
“Bei Amazon haben sie geschrieben, die Band ist super, also habe ich die Songs runtergeladen.”Früher:
“Ich habe da den Clip für diesen Song von X auf MTV gesehen. Super, muss ich kaufen.”
Heute:
“Ich habe bei iTunes diesen Song angehoert. Super, muss ich kaufen.”Schlussfolgerung:
Das Internet ist nicht das Ende der Welt und auch nicht des guten Geschmacks. Vieles ist noch nicht einmal viel anders als früher. (Das gilt für viele Bereiche, nicht nur für Musik.) – Man darf eben nur nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, so wie es der Artikel leider macht…Was stimmt: Das Album an sich ist vielleicht ein Auslaufmodell, und Musikfirmen müssen gehörig umdenken. Aber das macht Musik weder besser noch schlechter.
Innovation funktioniert auch ohne Organisation
André Mengel (andre-m)
27.08.2007, 01:39
Ich sehe keinen Grund dafür, daß eine Gegenbewegung zum herrschenden Mainstream nicht auch auf einem polypolistischen Markt, wie dem Musikverkauf via Internet, einsetzen würde.Diese Innovation würde vermutlich nicht von Last.fm oder ähnlichen Portalen ausgehen, genausowenig wie Innovation jemals von Sony oder Time-Warner ausging. Das ist auch nicht deren Sinn oder Aufgabe.
Innovative Label, wie Asylum Records, die Künstler wie Prince und Madonna bekannt gemacht haben oder Motown wurden später von Majors gekauft und so dem Mainstream eingegliedert.
Neuheiten enstehen in Nischen, in denen sie Zeit haben zu gedeihen. Diese Nischen waren Independent-Label zu Zeiten der physischen Tonträger und in Zeiten der ausschließlich datenformatgebundenen Verbreitung von Musik werden sich auch Nischen finden, die weder organisiert noch profitorientiert sein müssen, es aber sein könnten.
Aus Sicht der interessierten Musikhörer wird es immer Quellen für “richtige” Musik geben. Sender wie Last.fm übernehmen lediglich die Aufgabe die bisher Media-Control mit der Veröffentlichung der Charts hatte. Jedoch könnten diese Sender systembedingt effektiver sein.
wie denn sonst?
Moritz Büsing (MeddlMoe)
27.08.2007, 01:16
ich stimme Frau colsmann zu. ohne das internet gäbe es kaum eine quelle um abwechslungsreiche musik zu höhren.im gegensatz zum normalen radio bieten die internetradios ein viel größeres spektrum. und wenn man dann eine gute band höhrt, googled man sich alle möglichen informationen zu dieser band, zusammen mit empfehlungen für andere bands.
man müsste schon viel zeit und geld mitbringen, um über bars und platten-probieren eine ähnliche vielfalt zu verfahren.
Musik im Netz verwässert???
Johanna Colsman (nebomoreoblaka)
26.08.2007, 20:05
Ohne Musik im Netz gibt es hauptsächlich zwei Möglichkeiten, Neues zu entdecken: Entweder man hat das Glück, ein interessantes Radio zu empfangen, was vielleicht einmal ein Stück abseits der Charts zu spielen wagt, oder man geht auf gut Glück in einen Plattenladen und hört sich nach Cover o.ä. durch. Oder kauft mal so ins Blaue für 20 Euro eine CD seines Lieblingsplattenlabels?? Alles andere ist – Mund-zu-Mund-Propaganda, wie im Artikel angesprochen. Und die ist meiner Meinung nach im Vergleich zu den obigen Möglichkeiten alles andere als “eingepasst in den Strom der Masse”.Wer würde zögern, ein unbekanntes Lied einmal auf Knopfdruck anzuhören – aber dafür eine ganze CD zu kaufen? Ich habe den Eindruck, die Sache verhält sich eher genau andersherum als in diesem Artikel.
Ohne das Internet hätte ich nie japanische, mongolische, russische Musik und sogar auch Musik aus dem deutschen ~Untergrund kennengelernt. Wer kein Netzwerk von Bekanntschaften in der ganzen Welt unterhält, kann sich auf herkömmlichem Wege mit Retortenpop aus der westlichen Welt zufriedengeben? ( Auf Wunsch der Autorin gelöscht . )
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Da sage noch mal Einer , dahinter stecke nicht ein kluger Kopf . Nota bene : Auf Leserseite !







