Cul- de- sac , Auflaufen , Ende : Das Meer ( ja : der Pazifik - jetzt liegt Japan ja so nah ! ) setzt dem Automobilisten eine unüberwindliche , bisher nicht gezogene Grenze . Und die ist so platt , dass es nicht mal fuer einen ordentlichen cliffhanger reichen wuerde . End of the story ? - Alle ein Frage der Perspektive : Gewohnt an “unendliche” Weiten , Wuesten, Maisfelduniversen …. wird’s nun recht unbequem eng . Prompt prallt die Interstate #10 in einen scharfen Rechtskurven- Tunnel direkt unter unserem Hotel - - - - hold on : auf Downtempo loaden , runterchillen , einschwenken . 90- Grad- Pirouette ( so viel e-que-stri-sche Ae-qui-li-bri-stik muss sein ) nach 4.800 Kilometern immer der Nase nach . Sollten die lonesome riders à bout de souffle angelangt sein ?

Was wollte man hier noch erblicken , das On the road noch nicht erlebt worden war ? Wie schluepft der Californian- Way-of- Life aus dem Nest der Eindrücke und Traeume der acht anderen Bundesstaaten heraus ? Just another GTH- city ?
Abgesehen davon , dass wir ungerecht sind ( Richtung Yosemite oder San Diego oder der menschenverachtenden US- mexikanischen Grenze waere ja noch einiges out there ) faellt den abreise- traurigen Augen und dem Gegen- Heimweh nur die Kulmination bislang aufgelesener Features in den trueben Sinn : Geld ( Enklaven von European Cars , Wonderbra- Real Estate > Santa Fé ) , SFX- Erlebnisgesellschaften (> Las Vegas) , Urban Sprawl + City Center Voids (> Chicago ) , “Natur”-Architekturen- Clash zwischen Mojave und Meer (> Grand Canyon > Colorado River) , homeless (> Holbrook , Springfield, MO ) , Neighbourhooding (> Springfield, IL ) .
Beautiful people , polished surface , conspicuous consumption . Der Strand ein Zitat seiner selbst , zu weiss der Sand , unter dreissig Grad bemueht man sich nicht hierhin . - Wer sollte das denn auch : Bei einer Swimming- Pool Saettigung von Privatgrundstuecken bis 100 % … bei denen freilich , von denen man spricht . Fuer den Rest - die Touristen , die homeless , die Moms ( black ) und Nannies ( white ) auf Kinderwagenrennstrecke sowie ein paar Senior Citizens resp. : Veterans of Foreign Wars im eigenen Pavillon - gibt es die Seaside als Kulisse , die gute Lungenluft ( in Anbetracht des LA- Smogs sehr sueffig ) , ja, und ein weit ins blau hinaus reichender Pier .
Mit Wissen und nach Willen der Behoerden duerfte sich hier eine Zone erstrecken , wo “loitering” nicht ausdruecklich forbidden ist - hier strandet man : allerdings vom Lande her .
Entsprechend triste der abendliche Lokalaugenschein : Das Amuesemang hat Ausgang , das Riesenrad ( welches man aus fast LA sehen … wuerde , waere da nicht die beruechtigte dicke Luft aus Abgasen , Staub und Industrie ) steht still , weil kein finanzieller Arm es will , Trash vendors , Burger- Buden . Statt Glitzer und Fummel nur rummelnder Gammel am Rande der von alledem nicht weiter erschuetterten Brandung . Ob wohl noch der gesamte Sickergrubeninhalt der Hills dort ausrinnt ? - Geruecht oder urban legend , dass die Huegel eines Tages von den Faekalien total ausgeschwemmt und buchstaeblich den Bach runter gehen werden ?
Grelles Gellen der Sonne nimmt die maroden Neons unter ihre Fittiche , Japaner im Ganesemarsch , ach nein und wirklich : Zum ersten Mal ( Ausnahme Grand Canyon ) gibt es Amerikaner im Familien“verband ” . Oder geben sich mindestens diesen Anschein . Vielleicht sind einzelne Mitglieder ja auch gemietet , Hollywood- Statisterie . Zur Not gibt es ja Gap , Diesel, SBUX- Shops in der Naehe, was den Liquors , Groceries , dreary alleys natuerlich in keiner Weise widerspricht .
Da wird die bevorstehende Mietwagen- Rueckgabe zum fast schon dankbar aufgegriffenen Handlungsauftrag : Der Innenraum sieht aus wie nach dem Ausbruch eines Asche- Vulkans , im trunk harrt die Wiederkehr des Verdraengten in Form redutabler ( Kleidungs-? Schuh- ?) Reste , die Schlammkrusten ausserhalb beginnen geologisch zuunterst mit dem Dreck von Illinois und enden mit dem Staub des Inland Empire ( uebrigens gibt’s den Lynch- Film schon auf DVD ! ) . Tja , zur eventuellen Entnahme von Gesteinsproben zur wissenschaftlichen Auswertung ist es nun wohl zu spaet . Dafuer beschert uns der Pontiac, d. h. seine rituelle Waschung Erkenntnisse einer anderen wissenschaftlichen Disziplin - der Soziologie naemlich .
Ganz europaeisch auf DIY eingestellt waren die Suchscheinwerfer auf CAR WASH + Selbst- Staubsauger ( vulgo auto- auto- vacuum ) gestellt . Fehlanzeige : hier nich und da nich und dort nich , das GPS wendet sich huebscheren POIs zu . Da hilft nur Eins : Mit Menschen reden . Wer weiss , wie - und hoffentlich - viele Prozente der Valet fuer die Vermittlung erhaelt : LINCOLN CAR WASH ist ein veritabler Car- Spa . - - - Kaum entsteigt der Automobilist seinem Wagen , klopft sich die buegelspitzgefalteten Hosenbeine ab ( cool wool ) und streift einen seiner Rehleder- Fahrhandschuhe von den manikuerten Fingern , stuerzen @ LINCOLN’s vier an der Zahl und behende : freundliche Suedlaender herbei .
Jeder Kunst ihre Form , jeder form ihre Wuerde : Der Lauterungsprozess hebt nicht an , bevor nicht El Chefe eine plate gut sichtbar dem Rueckspiegel appliziert : code START und rrrrummmmen zwei vac- cleaners im double- feauture , vierhaendiges Wisch- Quietschen im Interieur . Als Gentleman wird man den blue collars ( vulgo mexican T- shirts ) nicht zu nahe treten , entert sodann den cashier , welchen man als schnoeden Funktionsraum vermutet . Sie Prolet : Hier herrschen andere Gebrauche . Dezenz à la Reading Room erwartet Sie statt oelgetraenkten Lappen und Spindpornos . Weltliteratur im shelf , sozusagen eine Recamière zur Lektuere , pardon , Ma’am , den CAR WASH … den durfte ich wohl nebenan berappen … und noch ein “welcome” und noch ein “nice to have you here” und noch ein free drink und , ach ja , doch hier zu bezahlen : $ 9.90 .
Sechs Menschen arbeiten fuer diese fee . Plus Leder- Wagen- wie- Neu- Duftspray ( Stichwort Multisensorisches Marketing , remember ? ) . Wie es laeuft , erklaert El Chefe , der eigentlich Italiano ist und trotzdem Rodriguez heisst : Ja , der italienische Clan back in Europe und wie das Geschaeftsmodell funktioniert. Carwash , das ist das eine . Mindere Guete . Besser und begehrter das sog. “detailing” . $ 5.000.- Umsatz jeden Samstag mit Aufpolieren , Glänzen, Kosmetik à $250 . Quasi die Gattin derweil drei Stunden bei der Kosmetikerin . - Aha , und in Austria gaebe es so etwas nicht ? - Da muesste man doch … , da koennte man doch ….
Waehrend kap also in Unterhandlungen mit den oesterreichischen Gewerkschaften entsandt wird , erhaelt czz das anregende Angebot , die klassen Outfits der LA- Vorzeigefirma American Apparel in Mittelosteuropa zu vertreiben -
Wir werden es also doch noch , eines Tages : Gut , reich und schoen . Dank California .
























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