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VOR- & TROTZWORT
Nur weil sich einer der Form der Liste bedient , möchten wir in Abwandlung eines Aphorismus von Karl Kraus hier mal klipp und klar stellen , ist man noch lange kein Junkie der Traffic- Optimiererung . Es will , allem Anschein nach , manchen werten Blogger- Kollegen einfach nicht in den Sinn , dass in|ad|ae|qu|at seinen Namen nicht zufällig gewählt hat , um ein unanheischiges Zeilenschinden als solches zu markieren . [ Ende der Motz- und Trotzreaktion aka Nonfollow- Disclaimer . ] |||
SCHREIB’ DAS AUF , KISCH !
Die Kollektion der von Hit- und Klicklisten , Zeitgeistern , Sprechwächtern und anderen Best- und Böse- Bureaukraten indizierten Wort- Monstren dient lediglich dem Sprachspiel der schieren Verzeichnung , allenfalls auktorial angereichert um historische oder symbolische Indizes . “Shift happens” , borgen wir uns hier mal kurz von den “Do- you- Know ?” - Videomachern als Parole . Der daraus folgende Imperativ lautet klassisch : Schreib’ das auf , Kisch … in|ad|ae|qu|at !
LINGO- BLOGS
Diesem klassischen journalistischen Trieb folgen natürlich auch jene Lingo- Blogs , die manch interessante lexikalisches Insekt aus dem online babylonischen Sprachgewirr spiessen . Den Klassiker sine paribus im deutschen Sprachraum dürfte da wohl Detlef Gürtlers WORTISTK abgeben . Die Betonung liegt hier eindeutig auf dem WORT im Sinne eines Objet Trouvé . Bastian Sicks grammatikalisch- idiomatische Hüllenfäller und Hallenfüller spielen genremässig in der anderen Liga von SpOn- Glossen mit Buch- , Marketing- und Merchandizing- Hintergrund .
Zurück aber zum schlichten Notat- Charakter ( mark the difference zur durchgestalteten Glosse ) von WORTISTIK und anderen Wort- Chroniken . Idealerweise als Rss - Feed abonniert , ergeben diese einen vielseitig tag- und nachaktiven Haus- und Hof- Lieferdienst .
Der “Wortwart” seinerseits darf bei der lexikalischen Wahl auf ein Korpus
von Publikumszusendungen vertrauen : Die verlangt eingesandten Schnappschüsse kennen und nennen wir allerdings nicht selten oft als das Erfreulichste @ Zwiebelfischchen ( hier vom 19. 12. 07 ) .
Folgen also nun je eine Handvoll Erlesungen der letzten Monate zur gefälligen Wort- Ausstellung . |||
WORTISTIK

suhrkampen |||
WORD OF THE DAY
Die Lieferungen aus dem URBAN DICTIONARY sind ihrerseits Ergebnis des Crowdsourcing . Zweinuller bitte melden : “Define your world !” - Selbstredend wird hier viel E- Lingo verbraten , man kennt ja auch die bestehenden Wiki- Listen . Da Wörter oft Praktiken bezeichnen , mögen manche ( wie das Erstgenannte ) durchaus dazu angetan sein , als erwägenswerte Handlungsanweisungen aufgefasst zu werden .
- reverse telecommuting - Bringing personal work to the office: paying bills, playing games and reading online newspapers on company time ( OCT ) .
- blacking out - To turn off any device that people can reach you with (cell phone, two-way, computer, home phone, morse code, etc.) in order to avoid someone .
- nekkid - Nekkid is not simply being without clothing . It means you are gettin’ nekkid for mischevious purposes. Naked is natural; nekkid is naughty .
- holidaze ( selbsterklärend !)
- mental constipation ( selbsterklärend !)
Bemerkenswert ist die jetzt zuletzt zu nennende Wendung und das von ihr bezeichnete ( anti- ) soziale Handlungsspiel :
- fake take - Pretending to enter and store someone’s phone number into your mobile phone after they generously offer up their phone number and say “Take my number and give me a call sometime” . |||
ENZYGLOBE
in|a|ae|qu|ats very darling ist das “word in progress”- Inventarium des “phrasardeurs” : Als online- Fortschrift des 2001 im Buch erschienenen ENZYKLOP , kreiert und sammelt der Schweizer Künstler René Gisler unerschrocken polylinguale Neologe . Entsprechende Eingaben werden zu Zeiten des Parteienverkehrs offensichtlich wohlwollend bearbeitet .
Dabei sind die nominierten Kategorien ( Interpainrent , Kreografie , Marterie , Musickness ) aus dem selben Stoffe wie die in ihnen servierten Inhalte .
- Trippfehler
- Ertrinkhalm ( “man sollte sich möglichst nicht an diesen klammern” )
- Fragenumwoben
- Schandtasche
Als notwendige Melancholiker plädieren wir selbstredend für Wort und Sache des Inworstment ( “eine der schlechtesten Geldanklagen” ) . |||
BEGRIFFSSTUDIO MONIKA RINCK
Kennt der in|ad|ae|qu|at- Lesende selbstverständlich längst . Immerhin hat Monika Rinck ihr BEGRIFFSSTUDIO am 7. 12. um eine Lieferung erweitert , folgen nun also Extrakte aus den Inventional- Nummern 2.333 bis 2.369 :
- der penultimative drallheimer
- bissige verzögerung (retard mordant)
- heinz körper, der wärmende charakter aus dem zweiten stock
- sonarer übergang ins bäuerliche
- einen blumenstreich überrauscht
- ein unterversorgtes sonett
- in sturheit vermummt
- messianische marzipankartoffeln
- heroische geschichte der löschung
Die “restchancen des lesers” bestehen in einem Begriffs- Newsletter- Abonnement , dessen Bedingungen höflich unserer Autorinnenseite zu entnehmen sind . |||
KLANGAPPARAT
Dem hochspezifiziert wimmelnd linguistischen Spielen sei jetzt ein beruhigendes Klangpflaster nachgereicht : Die um diskret- zärtliche Taktungen sich spärlich ringelnden Loops von BASICNOISE [ Aka Peter Fanai , Wiesbaden ] bullern als wärmendes Feuerchen im Ofen . AGRAVIC , so der Titel der Release 006 des in|ad|ae|qu|at im sukzessiven Portrait bereits vorgestellten Netlabels [ schall ] , mag übersetzt so viel bedeuten
wie “schwerelos” und entsprechend schwebend muten die sechs Tracks dieser EP an . Selten aber doch übt in|ad|ae|qu|at im Zuge seiner Track- Präsentation für EINMAL eine Art von ( horribilie dictu ) “Zensur” . Wir übergehen nämlich hier und mit voller Absicht den ursprünglich als Nummer drei aufgesetzten “lovetrack” : Ein weiteres Beispiel für die Auffettung an und für sich adretter Tracks durch Female Voice- Samples aus der Dose müssen wir hier nicht mehr bringen . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. agravic part I | 02. x2197 | 03. agravic part III | 04. kolberg | 05. agravic part VI|||
LINKS







freu mich über die nette kritik. muss mich aber dennoch kurz zum lovetrack äussern : vocals aus der dose zum anfetten? nun ja.. ansichtssache. kommt ja nun auch immer drauf an aus welcher dose ;-). diesen netten satz sagte rachel zu deckard. und es war dieser sample, der am anfang stand und mich zu dem kompletten track inspirierte. also kann man nun nicht wirklich behaupten, dass er zum anfetten dient. trotzdem danke für die kritik. grüsse, peter (basicnoise)
gewährt ! und stattgegeben !
dem einwand gegen generalverdacht !
basicnoise erkennt sicher , was wir meinen , wenn wir uns dagegen wenden , wenn quasi “akustische busen” in 08/15- dosen hinzugemischt werden .
also haben wir in|ad|ae|qu|at womöglich ungerechtfertigt die übliche schlechte praxis auf ein spezielles werk projiziert .
sich äussern beinhaltet nun mal die stetige gefahr des erkennbaren VERKENNENS und also sei Ihrem widerspruch heftig gedankt !