||| ACHT AUFGABEN | PERSISTENT IDENTIFIER : WAS FÜR ANDERE MEDIEN GESCHAH | URL : UNSICHERER PATRON | ALTERNATIVEN | MITTEL DER WAHL : DOI | KLANGAPPARAT
ACHT AUFGABEN
Folgende Fragestellungen finden sich derzeit auf unserer methodologischen Landkarte , Erkenntnisse und Ergebnisse reichen wir “in loser Folge” unter dem Titel “on method” dar .
A “map of misreading ” ist freilich nienals auszuschliessen …
- Gedruckte Publikation versus Online-Text : Wann ist ein Werk ein Werk , wie kann man Text- Bild- Audio- Video- Objekt- Montagen ohne “physikalische” Manifestation als tatsächlich publizierte Werke akkreditieren ?
- Darstellungsformen multimedialer Online- Werke : Ausstellung in der ( Offline- ) “Echtwelt” , Rezipierbarkeit abseits von Hyperlinks , Aufnahme in Werkverzeichnisse
- Dauerhafte Adressen für Online- Werke im dynamischen Umfeld von URL- und Webspace - Verschiebungen
- Rechtesicherheit für Autoren : Verwertbarkeit , Reintegration von Online- Content in traditionelle Publikationsformen
- Strukturierte Inhaltsbeschreibung von Online- Werken in Form von XML - Schemata als Basis für das Rendering auf unterschiedlichen Ausgabegeräten
- Umfangreiche Metadaten- Auszeichnung mittels ontologisch gestützter Attribute , Relationen und Wertepaaren im Rahmen etablierter Standards wie Dublin Core , OWL , RDF und RDD
- Aktives Angebot von maschinenlesbaren Content- Feeds und Services jenseits von RSS und ATOM für zukünftige Aggregationsformen und Wissensmanagement
- Prakische Integration all dieser Mechanismen in Content- Management Systeme ( cms ) wie Wordpress , Drupal et. al. , praktische Handhabung komplexer Werkbeschreibungen im Authoring und im Archivbereich |||
PERSISTENT IDENTIFIER : WAS FÜR ANDERE MEDIEN GESCHAH
Als Ausgangspunkt | point of departure für diese umfangreichen Abklärungen wurde der DRITTE Punkt oben stehender Liste ausgemacht : Die eindeutige Auszeichnung von Online- Werken mit einem über die Jahre hinaus gültigen , referenzierbaren und mit Metadaten angereichterten Identifikator . Im klassischen Publikationsfeld sind solche “Nummern” aus dem Umfeld des ISO TC 46 allgemein gebräuchlich und Basis für Transaktionen , Rechteklärung und Zitierbarkeit :
- ISBN für Bücher als Einzelausgabe
- ISSN für Periodika
- ISRC als Code für Tonträger
- ISRN für technische Fachartikel
- ISAN für audiovisuelle Produktionen
- ISWC für Kompositionen
- ISTC wird als ISO 21047 soeben spezifiziert und eignet sich an sich für Kennzeichnung von Texten , es ist aber noch keine praktische Lizenzierung verfügbar , auch eine multimediale Erweiterung ist nicht absehbar
- UMID im Rahmen von MFX/AAF wird von der SMPTE eher als Identifier für Rohmaterialien im bereich professioneller Audio / Video Produktion verstanden
- UUID wird unter anderem auch von Microsoft als GUID für die (beinahe) eindeutige Bezeichnung von Code-Fragmenten und Applikationen genutzt. dieser wäre für die interne Nummerierung zwar geeignet , hat jedoch keinerlei Relevanz für die Aussendarstellung und die Namensauflösung. Es handelt sich um einen möglichst zufälligen Code aus Uhrzeit , MAC-Adresse der lokalen Netzwerkkarte und anderen Parametern , oder auch einfach um den MD5-Hash-Code des indizierten Files .
Die Bezeichner wie ISBN , ISSN etc … beziehen sich alle auf den Inhalt bzw. die Publikationsform: ISBN für Bücher, ISRC für Audio-CD , ISSN für Journale . Ein persistente ID für Web-Anwendungen muss aber unabhängig von der physikalischen Repräsentation eine funktionelle Bedeutung aufweisen. |||
URL : UNSICHERER PATRON
Im überwiegenden Fall können mit diesen Bezeichnern auch nur physikalische Medien oder elektronische “Files” als homogene , “flache” Formen der Repräsentation künstlerischer Hervorbringungen ( mp3 , jpeg , txt) referenziert werden . Ein mittels XHTML , CSS , Flash- Code und Java- Scripts erstelltes komplexes Online- Konstrukt entzieht sich insdes bislang einer Typifizierung und “lebt” ausschliesslich entlang einer URL und den Hilfstypen für die Darstellung . Jedem Internet- Nutzer ist aus leidvoller Erfahrung klar, dass die URL einer Webseite nur eine Momentaufnahme des physikalischen Speicherortes sein kann . Hosting- Wechsel , neue Projektideen oder einfach das Auslaufen von Ressourcen machen eine liebevoll gepflegte Datensammlung zur Null- Existenz - Stichwort Error 404 . |||
ALTERNATIVEN

Im Netz werden verschiedene Möglichkeiten zur dauerhaften Namensauflösung eines einmal festgelegten Identifikators auf variable Adressen angeboten .
Voilá ein Digest der Vor - und Nachteile der bisher evaluierten Methoden :
- PURL bietet ohne Kosten zumindest persistente “Auflösung” von URLs zu variablen Adressen . Leider können solche Mappings nicht mit Metadaten oder gar Inhaltsbeschreibungen versehen werden , daher greift PURL für die projizierte Anwendung um Einiges zu kurz .
- URN , in RFC 3406 definiert , kommt dem Anliegen schon näher . Mit umfangreichen Antragsforumlaren , doch immerhin ohne Lizenzkosten kann man einen “Namespace” für permanenten Gebrauch anfordern und fürderhin unter dieser stabilen Domäne laufend Werke eindeutig indexieren. inadaequat wird sich der Zuerkennung einer informellen URN (urn-07) annähern , als reales Experiment auf dem Weg zu weiteren Erkundungen . Trotzdem bleibt auch eine URN im Teilgebiet “Namensaufösung” stecken , weiterreichende Indizierung wäre erwünscht .
- Registered Commons als Ableger der Creative Commons ist natürlich der sympathische , “gute” , naheliegende Weg für die gestellte Aufgabe. Ohne Kosten können elektronische Werke mit persistenter URL , reichhaltigen Metadaten , und wählbaren Lizenzbedingungen ausgezeichnet werden . Der eindeutige Identifikator wird jedoch leider nicht in einem definierten Namespace angelegt , sondern ist bloss ein UUID mittels MD5- Hash , der - und hier der Haken an der Sache , aus dem UPGELOADETEN Werkstück generiert wird . Ein echter Upload ist bei Onlinewerken aus den genannten Gründen wohl kaum möglich , ebenso rechtlich bedenklich , auch die Namensauflösung dieser Bezeichner ist nur über die sehr lange , unlesbare UUID möglich und damit wenig praktikabel . Immerhin existiert sein kurzem ein WORDPRESS - plugin für Registered Commons : Blog- Beiträge sind damit endlich in gewissem Umfang schützbar . |||
MITTEL DER WAHL : DOI
Als beste Möglichkeit für die Auszeichnung der Online- Werke im Sinne des Gesamtprojektes in|ad|ae|qu|at zeigt sich schliesslich der DOI , ein von der IDF verwaltetes Nummern- System für Objekte . Zwar nicht ganz kostenfrei zu nutzen plus umfangreichen Auflagen für Metadaten- Zusätze . DOI ( Digital Object Identifier ) ist die praktische Ausformung von MPEG 21 - Teil 6 , dem Rights Data Dictionary , und trifft damit genau das Projekt- Begehren der in|ad|ae|qu|aten Idee . Eine detaillierte Beschreibung der Eigenschaften des “Systems DOI” folgt im nächsten Teil dieser Werkstatt- Berichte erfolgen . ( - Schöner Cliffhanger , wie ? - ) |||
KLANGAPPARAT
Ein echter Sonntagsfund und eben frisch aus dem Ei geschlüpft : Heute servieren wir intelligent dance music vom Feinsten : André Lodemann hat gut Ding Weile lassen lassen und stellt seine LP SHINE in Form eines Three- Track- Teasers beim Kölner Netlabel rest vor ( @ MySpace ) : Treue in|ad|ae|qu|at- Besucher wissen zwar um unsere grundsätzliche Abneigung gegen etwelche Weiberstimmen- Ziergirlanden : Die leicht orientalische
Schlingpflanze auf Track # 1 mag als fleischfressende durchaus attraktiv erscheinen . Was auf den kargen drei Tracks der Gratis- und Teaser- Release sich andeutet , setzt das integrale LP- Werk überzeugend ins Werk : Nämlich wie Lodemanns ( @ MySpace ) diskret nach allen Regeln der Harmonik gebaute Mikro- Patterns durchaus über das musikalische Potential verfügen , auch der Langstrecke frische und massgebliche Modulationen abzugewinnen . Das alles in einer Dirskretion und Demut , die ihres gleichen suchen …. . Den STREAM tutto completto gibt’s @ rest , die drei Treaser- Tracks mit selber Post hier . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Shine | 02. Drifting | 03. Hold On |||















Zum einen sind die hiermit gestellten Fragen in ihrer Relevanz nachhaltig zu unterstützen. Neben Blogs stellen sie sich ja auch für online-Publikationen an sich und die immer wiederkehrenden Sehnsüchte nach ISBN- wie ISSN-Nummern helfen nicht weiter - sintemal nicht im Bereich eines sinnvoll strukturierten Open Access.
Zum zweiten sei eine Schnurre betreffend 404 breitgetreten und also zur Hinterfragung anheim gestellt, die auch der Link zur Wikipedia hinsichtlich ihrer Falsifizierbarkeit nicht zu klären vermag: Wie an nicht mehr zitierbarer Stelle gehört soll die Zahl an sich daher kommen, dass die frühen Netzwerker des CERN für die entsprechende Funktion eben Zahlen suchten. Und es sich dabei gut traf - wobei schon klar war, dass der erste 4er einen Client Error anzeigen soll -, dass es eine Stelle im “Haus” gab, in der Aktensuchen in Auftrag gegeben werden konnten. War nun eine physische Akte/ein File trotz intensiver Suche nicht mehr auffindbar, kam der Bestellzettel zurück mit dem Vermerk… na klar: “404 Error”. Und deshalb etc.
danke für den zuspruch:
auch wir sehen die sehnsüchte nach ISBN und ISSN für online-werke mehr oder weniger als sackgasse, mehr von symbolischem als praktischem wert, und ja, genau um den OPEN ACCESS geht es. um die bereitstellung von mechanismen, werke einer autorin die auf mehreren plattformen verteilt liegen, auffindbar zu machen.
im moment tippt man in google “autorenname werke” ein, und wühlt sich durch die suchtreffer, ob da wirklich konkrete werke, oder wiederkehrende listen auf die selben links zu finden sind. auch biographien liegen in unterschiedlicher aktualität verteilt vor, auch hier wäre mit einer semantischen suchabfrage eine konkrete liste der aktuellesten angaben denkbar.
gerne begrüßen wir einen weiterführenden dialog über sinnvolle mechanismen, und berichten über unsere praktischen erfahrungen in diesem Bereich.
Herzlichen Dank für diesen gut kommentierten Überblick! Auch halte ich den von Ihnen gewählten Ausgangspunkt der dauerhaften Adressen für besonders wichtig. Denn ohne diese kann es keine vernünftige Indizierung oder gar Rechtesicherheit geben. Bin deshalb gespannt auf die Erfahrungsberichte mit DOI.