||| WIEN , BESPIELT | MILITANTE KANTE | INZWISCHEN NISCHEN | SPIELPLATZ AM QUARTIER | VORHER - NACHHER | KLANGAPPARAT
WIEN , BESPIELT
Dezidiert untouristisch intendiert , bietet die vorerst finale Folge der in|ad|ae|qu|aten “Wiener Demolierungen” einige erheiternde Reize . Bis hin zum KLANGAPPARAT , den das ortsnahe Duo Schalldampfer in hedonistisch- viennensischer Interpretation des Modus “Techno” lieblich bespielt . |||

MILITANTE KANTE
Freilich befinden wir uns hart an der Geländekante zwischen dem von den Nationalsozialisten 1943/44 mitten ins Karree der noch heute vom österreichischen Verteidigungsministerium genutzten Stiftskaserne gepflanzten Flakturm , dem mit Altwiener Vaniliisauce übergossenen Spittelberg- Viertel und dem Areal der ehemaligen Hofstallungen Fischer von Erlachs auf in vielerlei Hinsicht umkämpftem Boden .
Andersrum gesagt : Das gemeine Niveau von Ringstrasse über die zum ewigen Tête à Tête verurteilten Natur- und Kunsthistorischen Museen bis hin zu den einst anmutig vergammelten Hofstallungen , sprich : dem heute cleanen Museumsquartier springt an dessen nördlicher Grenze abrupt um 20 Meter bergan . |||


INZWISCHEN NISCHEN
Die dort entlanglaufende “Breite Gasse” trug ihren Namen zu Zeiten zu Recht . In geradezu umgekehrter Relation : die geringe Tiefe der scharf an der Kante starrenden Häuserzeile . Man konnte das sehen , weil ein freies Grundstück ( vulgo “Hundeklo” ) neben dem alteingesessenen Bibelhaus einen reizvollen Durchschlupf in die darunterliegenden Zonen bot : Raum für Hintertreppengeher und Schmuddelkinder , die noch bis weit in die Epoche der Errichtung der Neubauten des Museumsquartiers in den ausgeweideten barocken Stall- Hallen tollen konnten . |||

SPIELPLATZ AM QUARTIER
Mit dem zweistokwerkhoch luftig gestelzten und super- slim ( sechs Meter Tiefe ! ) ausgeführten Riegelbau von Carl Pruscha wurden Bibel haus zentrum , Stadtblick und Treppengänge in den urbanen Orkus gleichermassen bewahrt . Wie Ab- und Aufbruch an dieser Stelle ein bisschen spielplatzartig ineinandergreifen , dokumentieren die Bilder . |||



VORHER - NACHHER
Als Bonus noch ein “Vorher - Nachher” , wie es die Geschichte der Bibelgesellschaft dokumentiert .


Nextroom architektur versammelt die kontroversiellen publizistischen Debatten um Funktion und Form des Museumsquartiers - freilich mit Ausnahme der damaligen kulturkämpferischen Anti- Kampagne der Neuen Kronen Zeitung . Historisch eigentlich schade . |||
KLANGAPPARAT
Zu eben unheiligen oder gar Abbruch- Handlungen werden die sanften Anverwandlungen , denen das Wiener Duo Schalldampfer Begriff und Stil des “Techno” unterzieht , nicht eben anregen . Praktischerweise betätigt sich die musikalische Doppelconfercence zwischen Odd ( vulgo Stefan Eder ) und iRoy ( Karl H. Schönswetter ) zugleich als Netlabel und Blog unter dem selben Namen . Überhaupt haben es die eher dem angenehm
Ohrgängigen denn den rastlosen Tanzmassen zuneigenden Musiker mit den Namen . Als Journalist lernt man zuerst , dass “Namen Nachrichten sind” . Bei Schalldampfer steht jeder Name für einen Track . Wie auf der eben erschienenen Two- Track EP namens KARLHEINZ die Stücke eben FLORIAN und HERRMANN heissen . CLICK NAMES TO LISTEN : Noch mehr Namen und andere Takte erhalten Sie an der MySpace- Theke . Warum auf der Heimseite “Salzburg” , im Social Net indes “Wien” steht , dass müssen Sie die diversen Herren schon selber fragen . |||















tolle fotos! macht richtig spass, das zu verfolgen … weiter so, christiane
Danke für die nette Review. Das ehrt! Übrigens: Wir kommen aus Salzburg und gingen nach Wien. Soviel zur Sache ;-).
@ Karl aka iRoy : Das ist das Nette , wenn Netlabels sich via Blogformat präsentieren : So ergeben sich Spurenlesen . In diesem Fall tat die Salzburg / Wien- Klärung tatsächlich not : Wäre nun noch interessant , in welchen Wiener Felsenreitschulen Schalldampfer sich umtut ?
@ Liebe Liesl : Nun gilt es erst einmal , bei steigenden Temperaturen neue Abbrüche zu finden …
Allerdings es wartet noch eine Menge anderer Themenkomplexe : Von “Asphalt” über “Fenster” bis “Zoo” . Und natürlich Schablonen / stencils @ VIENNA STREET ART .
Ob es freilich klug ist , seine Fotos derartig auf “give away” zu publizieren ?!
In der Stiftskaserne gab/gibt es ein kleines feines Kino.
Wirklich eine Superserie czz :))
liebe christiane, fotos kann man anders gar nicht publizieren, nur seinen freunden zeigen, oder? lieber so.
@ Rokker : Ein Militärakademi- Kino ? - Oder das im Schutzraum für die Bundesregierung - ??
Ja , liebe Liesl : auf diese Weise ist das “Seinen Freunden zeigen” natürlich praktischer , als mit den Karteikästen ( wo ein Philolog’ in völliger “déformation professionelle” seine Bilder hortet ) anzutanzen .
Hier können sich’s die Leute selbst aussuchen , was und wie lange sie sehen möchten . Im Real Life kann das leicht in der berüchtigten “Schau mal , Josef , wie shön war’s doch in Korfu”- Diashow ausarten .
Oder mit klebrigen Abzügen am Kaffeehaustisch .
hast du das auch richtig verstanden? das fotobuch wird beim tagesspiegel in berlin gedruckt, kostet 29 euro, dann bekommst du es zugeschickt und kannst es mitnehmen und leuten zeigen.#das in deinem blog sehe ich eher als “ausstellung” - als publikation eben.
Mir fällt dabei stets das Vorwort von Edward Buwler- Lytton zu seinen “Last Days of Pompeji” ein : Der historische Roman sei eine “showboox” im Sinne eines Konkavspiegels ehemaliger Zeiten & Sitten . ( Bitte nicht lachen über den guten alten Lord und seine Historien ! Immerhin …. Rienzi , The Coming Race … ect .)
Der illuminierte Bildschirm ist nun wirklich eine solche SHOWBOX . Black inside , aber nach aussen hin strahlend .
Derweil bin ich noch viel zu sehr mit dem Einsacannen einiger xxxx ( ? ) Fotos befasst , um überhaupt an ein vernünftiges Gruppieren / Sortieren / Tagesspiegel- Verbuchung denken zu können …