||| TURN OF THE SCREW | WAS TUN ? | SYMBOLISCHES BRIMBORIUM | WAS TUN ?
TURN OF THE SCREW
Es bedurfte keiner besonderen Phantasie , um vorauszusehen , dass sich die Lage in Burma auch auf Seiten der Protestanten zuspitzen würde : Nach der kontinierlichen Armierung möglicher Versammlungsorte in Rangoon - angefangen mit der Ankunft Ibrahim Gambaris bis zum voraussichtlichen militärischem Maximalaufgebot am 27. März , dem “Armed Forces Day” . Nach der in allen Punkten enttäuschenden , mittlerweile vierten Visite des UN- Emissärs . Nach den bislang ergebnislosen Demarchen von Bürgern und Aktivisten , endlich Einsicht in den mysteriösen Verfassungsentwurf der Regierung zu erlangen . Nach der täglich an mehreren Orten sowie an den verschiedenen Minoritäten vollzogenen Vergewaltigung basaler Menschenrechte . |||

WAS TUN ?
Die Aufmerksamkeit der Gutmenschen hat sich Tibet ( hm , oder war’s doch etwa Nepal … ) zugewandt , was den “Inneren Angelegenheiten” Burmas nur allzu willkommen sein kann . Grosse Worte und verschmerzbare Sanktionen des Westens fruchten wenig . Der Umwege für Handel und Wandel sind da viele .
Jedes kritische Wort im Lande wird mit Festnahme sanktioniert . Ethnisch- religiöse Splittergruppen delegiert die Junta als Killer- Kommandos dorthin , wo man sich Hände und Ruf nicht beschmutzen mag .
Wenn das Beispiel des jungen Mannes , der sich Sonntag vor der goldenen Shwedagon- Pagode ( man erinnere sich an die Saatchi & Saatchi- Illustration ! ) selbst anzündete , Schule macht , brauchen sich der Generalissimus und dessen Entourage um mediale Aufmerksamkeit nicht weiter zu sorgen . Überlebt der angeblich von rein ökonomischem Druck zur Tat Getriebene , droht Strafe . Zwei Tage zuvor hatte ein Thai vor dem Parlament in Bangkok ein ähnliches Selbstattentat verübt .

Erinnerungen an die buddhistische Mönche unter dem Ngo Dinh Diem- Regime in Süd- Vietnam kommen da ebenso auf ( Foto : Thich Quang Duc , Saigon , 11. 6. 1963 ) wie an Jan Palach und Jan Zajíc nach Ende des “Prager Frühlings” …. Und das Thema “Burma” | “Myanmar” hätte alle Chancen , auch auf frei flottierende Blogger wieder hinreichend attraktiv zu wirken … |||
SYMBOLISCHES BRIMBORIUM
Das symbolische Brimborium wie die peinlich zur Farce geratenen Online- Demonstration von “Reportern ohne Grenzen” , welche das journalistische Ethos zugunsten des Werbeeffekts über Bord warfen , wird seltsamerweise kaum referiert . Ach ja : Tibet stand ja nicht auf der Liste … Im Rahmen der eben ausgepreisten YouTube- Video- Awards gewann in der Kategorie “EYE WITNESS” das Feature eines Kampfes zwischen Gnus , Löwen und einem Krokodil ( Kruger Nationalpark ) , während die Footage zu friedlichen Protesten und schiessenden Soldaten in Rangoon ( 27. 9. 2007 ) im Kreise der ehrenvoll Nominierten blieb . |||

WAS TUN ?
Man kann es freilich auch mit Burma so halten wie es der Gawker von Wendi Murdochs Ansichten über Tibet rapportiert :
“I don’t think anyone got killed there !” Wendi Murdoch ( née Deng ) told the Observer when asked about the Chinese government’s abuses in Tibet. Boy, being married to Rupert Murdoch sure helps keep one abreast of the news.

Oder man kann mit dem Netzwerk BLOG 4 BURMA die Augen offen halten , dessen Feed lesen und auf Deutsch , Französisch und Spanisch auf dem laufenden bleiben . Beispielsweise bei News Headquarter über Burmas kalte Schulter gegenüber Gambari ( pessimistisch auch der Exilburmese khaipi ) . Olivier hat einige Vergleichslektüren zu Burma bzw. Tibet zusammengetragen und Kathy weiss von einen möglichen Streik Ende März . Birma news united berichtet vom Internatinalen Doku- Film- Festival in Prag , wo ein Streifen über eine Gaspipeline zu sehen war ( und via YouTube auch einsehbar bleibt ) , adaequat bringt etliche O- Töne aus den in Burma empfangbaren Radiosendern DVB , Radio Free Asia , BBC Burmese Service sowie der Voice of America zu Ohren . |||
LINKS
- Junta Beefs Up Security in Rangoon ( The Irrawaddy , 7. 3. 2008 )
- Ein Nepal für ein Tibet vormachen ( Stefan Niggemeier , 20. 3. 2008 )
- Protester burns himself at Myanmar pagoda- witnesses ( Reuters , 23. 3. 2008 )
- Man Faces Charges for Self- Immolation ( The Irrawaddy , 24. 3. 2008 )
- Why do people decide to take their own life in Burma ? ( BURMA SITMONE Weblog , 23. 3. 2007 )
- Thai man sets fire to himself outside Parliament in apparent political protest ( AP , 21. 3. 2008 )
- Human Rights Watch via Guardian Unlimited : Off the radar ( Steve Crawshaw , Bruma Net News , 20. 3. 2008 )
- Online- Demo oder : Wie halten es “Reporter ohne Grenzen” mit der Wahrheit ? ( in|ad|ae|qu|at , 15. 3. 2008 )
- “Info War” - Konzentrieren und Kontrollieren ( in|ad|ae|qu|at , 8. 3. 2008 )
- A Bloody Valentine ( in|ad|ae|qu|at , 14. 2. 2008 ) |||















thx für die aktuellen, beschreibenden Worte.
Das ‘Pressefoto des Jahres 1963′ verstehe ich als sich selbst illustrierende Antwort der Titelfrage, als letzte individuelle Inszenierung in einer medialen Bilderwelt.
Zu RoG sei vielleicht ein Artikel zur Finanzierung angemerkt
danke , uh , für den TP- tip hinsichtlich ROG .
wir selbst sind mit US- verschwörungshteorien ein bissel zauderlich - speziell seit der lektüre von Hubert Fichtes zuletzt erschienenen band der “Die Geschichte der Empfindlichkeit” , “Die zweite Schuld - Glossen” : dort unterleigen sämtliche , zu zeiten des kalten krieges aus US- fonds alientierten instotutionen wie das “literarische colloqium” etc dem generalverdcht des kulturimperialismus ….
hier uh’s hinweis :
Reporter ohne Grenzen im Dienste des US-Außenministeriums ? ( Ralf Streck , TP , 8. 5. 2005 )
Der Leiter der Journalistenorganisation, Robert Ménard, sieht in den Geldern vom National Endowment for Democracy kein Problem
“Ganz genau, wir erhalten Geld von der NED und das bereitet uns kein Problem”, hat der Chef von Reporter ohne Grenzen Robert Ménard in einem Diskussionsforum des Nouvel Observateur Mitte April [extern] zugegeben. Doch ist das [extern] National Endowment for Democracy (NED) nicht irgendeine Organisation. Sie - und die ihr untergeordneten Stiftungen - unterstehen dem US-Außenministerium. Gegründet wurde die Stiftung 1983 im Kalten Krieg unter der Reagen-Administration, um weltweit den Kommunismus zu bekämpfen und die Demokratie zu stärken. Das hieß zunächst, zielgerichtet eine Politik zur Destabilisierung Kubas und des sandinistischen Nicaraguas zu betreiben. ( more …. )