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VOM READING ROOM …
Wem der die Zeitreisen des FAZ Reading Room in den Grossen Krieg , wie Jonathan Littells SS- Ich- Erzähler ihn sah , nicht zu drastisch waren ( “in den ersten zwanzig Tagen nach eigenen Erhebungen bereits mehr als 850.000 Seitenaufrufe” ) und wer auch der Weiterreise ins ( “Là ci darem la mano” ) Goethe- Walser’sche Marienbad nicht zu “altersradikal” war …

… “dem sei ein neues Lese-Reise-Angebot ans Herz gelegt , das wir von heute an auf unseren Internetseiten präsentieren” :
Seit 29. März dreht eine Weltkugel sich ( wie kürzlich noch von Saatchi & Saatchi Interactive für die “Reporter ohne Grenzen” designiert ) auf dem FAZ NET und kann per Mausklick und Cursor an einem Ort der Wahl angehalten werden . Und voilà , das ist er ….
… der F.A.Z.-Romanatlas, eine animierte Weltkugel, die sich um die Literatur dreht. Besucher können Ziel- und Sehnsuchtsorte ihrer Wahl anklicken, und dann in Reiseberichten, Autorenporträts, Reportagen oder anschaulichen Buchbesprechungen unseren F.A.Z.-Autoren interaktiv in die farbige Welt berühmter Romane folgen. |||
… ZUM ROMANATLAS
“Sehnsuchtorte” , “anschaulich” , “interaktiv” , “farbig” : Welch’ poetisch beschworene schöne Welt der Belles Lettres , welche - Stichwort “Roman” - ganz auf die Dichtung verzichten zu dürfen sich anschickt . Am Ziel unserer Wünsche wird ein weltgegendgemässer Romancier seine Aufwartung machen , in bester Begleitung vom FAZ- Bodenpersonal .
Bauchnabelselig , wie wir Wiener nun mal sind , bringen wir den Weltkreis auch richtig irgendwo in Mitteleuropa zum Halten . Aber , ach : Was erwartet uns Besiedler des Wiener Beckens ? - Kein “Österreich” , nein . Und schon gar kein “Wien” . Sondern hart , sachlich , monumental : DIE ALPEN . |||
TU FELIX AUSTRIA , …
Dass es so etwas wie eine “Literaturlandschaft Österreich” gab ( eine damals geniale Aktion des Standard ) , ist in diesen virtuellen Gefilden mitnichten zu erblicken . Sondern lediglich das schon ob seines schieren Gewichts stets bodenwärts strebende “Abendland” von Michael Köhlmeier . Und jene Restverwertung , die eine Jurorin zum Deutschen Buchpreis 2007 ( sie wissen schon : der mit den vielen Österreichern in der Shortlist und der Häufung von The Hanser Way of Life ) anlässlich der Leipziger Buchmesse ( ! ) auf einem knappen Quadratmeter FAZ- Feuilleton ausbreitet .
Immerhin schien die Titelgebung bajuwarisch kraftnatürlich inspiriert : “Man schreibt deutsch” . Mit - wie im Artikel zu lesen sein wird - Betonung auf “MANn” - “SCHREIBT Romane” und “wird von einem DEUTSCHen Verlag lektoriert” - oder , wie es so sinnig heisst , “vertrieben” .
Den Text zum Arno Geiger- Daniel Kehlmann- Daniel Glattauer- Paulus Hochgatterer und Wolf Haas- Longlist- & Shortlist- Syndrom mag man selber studieren und zur Kenntnis nehmen , dass mit der “grossen” Friederike Mayröcker immerhin eine Dichterin genannt wird . Dass sich diese allerdings nicht dazu vergattern liess , dem für sie beschwerlichen wie wenig aussichtsreichen Leseritual Genüge zu tun , stand und steht noch heute auf einem anderen Blatt . |||

… NUBE !
Den Rest zur “Verösterreicherung” der deutschen Literatur haben wir ( wie oft schon ? ) gelesen , freilich - je nach Jahrzehnt - mit anderem Personal . Diesmal : Co- Juror Karl-Markus Gauß im “Café Eiles” , Michael Köhlmeier im “Café Sperl” ( + genius loci Robert Menasse ) , Thomas Glavinic & Daniel Kehlmann beim “Huth” , Raoul Schrott am Telefon , Norbert Gstrein via e- mail und Christoph Ransmayr irgendwo mittendrin .
“Sehnsuchtorte” , “anschaulich” , “interaktiv” , “farbig” : Man kommt schon schön weit herum mit der guten alten FAZ . |||
KLANGAPPARAT
Musikalisch muss aber rasch etwas resch & Absolut Anti- Alpines daher : Das Netlabel glam slam bietet eben herrlichen Post-
Disco- Sample- Trash an , selbigen aber perfekt im Panorama gemastert : Von dem bzw. den Artist/en namens Channel 3000 war lediglich die Release- Liste in Erfahrung zu bringen : Strange Forms also allemal allüberall . Und mitunter ist ja gerade das Anonyme der eigentliche Reiz am ( ästhetischen ) Seitensprung ?! - CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Japanese Beat | 02. Hexentanz | 03. Teadbeat | 04. Green Or Any Other Color |||
LINKS
- In eigener Sache : F.A.Z. Reading Room wird ausgebaut ( FAZ , 22. 2. 2008 )
- FAZ RR Martin Walser : Ein liebender Mann | Goethe multimedial
- FAZ RR Martin Walser : Ein liebender Mann | Forum : Brauchen wir mehr Altersradikalität ?
- Neu : F.A.Z.-Romanatlas - Virtuelles Handgepäck für Weltenbummler ( Uwe Ebbinghaus , FAZ 29. 3. 2008 )
- FAZ- Romanatlas
- Alpine Ausnahme-Autoren : Man schreibt deutsch ( Felicitas von Lovenberg , FAZ , 1. 3. 2008 )
- “Literaturlandschaft Österreich“
related
- Online- Demo oder : Wie halten es “Reporter ohne Grenzen” mit der Wahrheit ? ( 15. 3. 2008 )
- “Die FAZ- Gesinnten” im READING ROOM ( 5. 2. 2008 )
- READING ROOM | Gegenlese : Littell in den Kategorien der Kritik ( 21. 2. 2008 )
- Das grossen BuchMesseN | Fair Y Tales ( 9. 10. 2007 )
- Preise und Wiedergänger : Hanser , Lovenberg , Mosebach (13. 9. 2007 )
- ad Bookaward 2007, . . . slippe slique . . ( 30 . 1. 2007 ) |||

















SEHN-SUCH-TORTE
oder auch
SEEN-SUCH-TORTE
(aus: altlasten-atlas)
You mean : You’ve seen ALL THAT TART-ART ?!
bemerkenswert scheint mir auch die foto-strecke zu “alpen”:
Österreichs literarische Höhen
in einem ganz allgemeinen alpen-berggipfel-blick sind “österreichs literarische höhen” einmontiert. köhlmeier, ransmayr, geiger, gstrein, menasse glanivic, streeruwitz und schrott ( ! ) sind dort eingetragen, doch da gab es doch noch einige…, oder?
Wie man sieht : ES GEHT NOCH HÖHER ! - Aber eben : Die Fallhöhen der Fehlenden scheinen schwerwiegender als mancher plotgespitzte Romanklotz ….
“plotgespitzt” ist wunderbar. ich freue mich schon auf spitzgeplottete roman-klötze.
vielleicht ist es so, dass wir uns auch gegenwärtig wieder mal “am nullpunkt der literatur” entdecken können, zeigen doch viele eher die fallhöhe null an denn irgendwelches gefälle.
scheint so, dass die forderung der 60er/70er jahre: planiert die alpen (ein hermann-painitz-manifest, wenn ich mich nicht irre) unversehens erfüllung fand. dennoch kann von einer freien sicht aufs mittelmeer nicht die rede sein, solange die erde so wenig unkrümmlich gestaltet ist.
Der Plan des Planierten wird , lieber Herbert , schon auf dem planen Bild- Schirm manifest , wo das Netz über Hermann Painitz’ “Entwürfe für die Planierung der Alpen” ( + Aufsatz “Zu den Entwürfen für die Planierung der Alpen” , 1968 ) kaum mehr als Werkverzeichnisse @ Atelier Augarten & Galerie Chobot plus 1 Katalognachweis zu bieten hat .
Die 68er die das Pflaster vom Strand und analog die Alpen vom Meerblick abzutragen aufriefen : Hat sich nicht die “Toskanafraktion” längst den Traum mittels privater Sandkisten mit Meer- Wert verwirklicht ?
gabs das nicht schon als handlungsreisen.de ???
Die Idee gibt’s ja schon lange und gibt es in den unterschidlichsten Ausformungen :
Von der motivischen Verknüpfung @ Literaturlandkarte - lliterature map über einen komparatistisch angelegten Literarischen Atlas ( Kartenwerk der vergleichenden Literaturgeschichte , ETH Zürich ) , ein Literaturatlas-Wiki bis hin zu den diversen Mappings ( vgl. hier ) des ernstzunehmenden Wissensmangagements :
Dient allerdings alles nicht dem Net- Marketing der FAZ !