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MEDIEN INTERESSE : NIE VS. IMMER
Noch eine knappe Woche vor dem unter politisch katastrophalen Bedingungen inszenierten “Referendum” über den Entwurf einer “Verfassung” , welche die bestehenden Militär- Machtverhältnisse auch noch rechtlich betoniert hätte , waren Land und Thema kaum einem deutschsprachigen Medium auch nur eine Zeile wert . Ein Gleiches galt für die sich so selbstbestimmt dünkende Szene der Blogger . Da braucht es schon eine Naturkatastrophe , um wieder mal richtig für Wirbel zu sorgen . Sonderbarer Weise sind es nun die sogenannten “Netzaktivisten” , denen der Zyklon “Nargis” und dessen apokalyptische Aspekte kein Sterbenswörtlein entlockt . |||
FAKTEN , PHRASEN , FRAGEN

- An die 22.500 Tote , 41.000 Vermisste ( offizielle Angaben , Stand 6. 5. Abend , NYT / Reuters / BBC Burmese )
- Nach Angaben des “World Food Program” könnten die Folgen des Zyklons - Mangel von Wasser , Lebensmitteln und medizinischer Versorgung - noch weitaus schlimmere Verheerungen anrichten ( Malaria ) . Das staatliche TV zeigt Bilder von Lastwagen , von denen aus Wasser an die Bevölkerung Rangoons verteilt wird : Solche Szenen können von Augenzeugen vor Ort nicht bestätigt werden . ( Stand , Stand 6. 5. Abend , NYT / AP )
- Vergleiche den “Alert”- Bericht der WHO vom 6. 5. ( pdf ) .
- Siehe auch UNO- Statement und “World Food Program” am 6. 5. - Regierungssprecherin , befragt nach der Durchführbarkeit des “Referendums” : “We are confident the Myanmar Government will make an informed and responsible decision based on an overall assessment of the situation.”
- Selbe Quelle , selbe Sprecherin . Die von DVB ( Burma Digest sowie dem B4B- Blog Burma Berichterstattung ) rapportierte Erschiessung von 36 Häftlingen ( 70 Verwundete ) des vom Sturm verwüsteten Insein- Gefängnisses durch Militärs wird wie folgt kommentiert : “She said she could not comment on allegations that soldiers killed 36 political prisoners following the cyclone, saying that the United Nations had no firsthand information on that.”

- Die Regierungsseite “Welcome to The golden Land - The ultimate guide to Mynmar” wurde mit Datum 2. 5. eingefroren und feiert weiterhin den ausgezeichneten Verlauf des kollegialen Staatsbesuchs bei Samak Sundaravej , dem Premier von Thailand ( remember : eben jener , der im Wahlkampf versprochen hatte , sich im Falle seines Erfolges der menschen ( un ) rechtlichen Situation Burmas anzunehmen - ) .
- Die erste , am Montag über das regierungsnahe Blatt “New Light of Myanmar” verbreitete Verlautbarung der Regierung liess an Zynismus nichts zu wünschen übrig : saying the referendum is going to take place in a few days time, and the entire people of the country are eagerly looking forward to that” ( Irrawaddy , 7. 5. )

- Kritik an der höchst selektiven Annahme internationaler Hilfsangebote : Die Junta lasse nur Massnahmen zu , welche sie selber kontrollieren könne ( NZZ online / AP , 6. 5. Abend ) . - “UN and charity staff are still waiting for visas to enter Burma. Foreign journalists are barred from openly operating and the thinness of press and television coverage makes it all the harder for charities to raise money.” ( The Times , 7. 5. )
- Die UN moniert die mangelnde Bereitschaft der Junta , Visa für internationale Hilfskräfte auszustellen ( BBC Burmese , 7. 5. ) . “Reporter ohne Grenzen” fordert Visa für Journalisten und Bewegungsfreiheit im Lande . ( ROG , 6. 5. ) - Völlige Fehlreaktion der Regierung : Inkompetenz , Verzögerungstaktik , Warnungen womöglich zu spät an die Bevölkerung ausgegeben . ( Asian Tribune , 6. 5. sowie ORF ON )

- Das Wochen vor dem Referendum omnipräsente Militär versagt jetzt völlig an den Herausforderungen ziviler Hilfsdienste : “Myanmar’s security forces are quick on the scene and ruthlessly efficient when it comes to suppressing protests such as last year’s monk-led demonstrations. But their weak response so far demonstrates their inadequacy at organising rescue operations, just when the people might actually welcome their presence.” ( The Economist , 6. 5. )
- Die Regierung lenkt per Staatsradio ein , in 40 der 45 Bezirke Rangoons ( plus sieben weiteren im Irrawaddy- Delta ) das “Voting” auf 24. Mai zu verschieben . ( Stand , gestern Abend , NYT / AP )
- Entgegen einem ausdrücklichen Befehl , am Posten zu bleiben , verlassen sowohl Zivilbeamte als auch auch Militärs die Regierungsstadt Naypyidaw , um nach vermissten Verwandten zu suchen . ( Irrawaddy , 7. 5. )

- Die Naturkatastrophe als plötzlich aufgestossenes “Fenster zur Welt” - könnte auch dem petrifizierten Regierungs- Koloss einen tödlichen Stoss versetzen : “the cyclone may have a more immediate impact on Burma’s frozen political landscape, in that the government’s inadequate response might encourage even more people to vote against the draft constitution in the 10 May referendum - despite the climate of fear and intimidation created by the junta’s “vote yes” campaign.” ( open democracy , 5. 6. )
- Der Zyklon als “Divine Intervention ?”
Hammered by Cyclone Nargis, many superstitious Burmese cannot help but believe that nature has finally intervened and punished Burma. But it’s is not fair, they say. The cyclone didn’t hit Naypyidaw where all the top brass live. Traditionally, Buddhist Burmese consider that if the country is ruled by a bad king, it is doomed to face natural disasters—floods, storms and fire. It’s a sign that the tyrant or inept ruler needs to be removed.
And there is reason to believe. The regime unleashed its wrath through brute force on peaceful gatherings of Buddhist monks and their supporters in September, killing dozens of innocent people. Killing monks is an unthinkable crime in a predominantly Buddhist country. Since then, many Burmese people have been warning that bad karma was coming and the generals would be punished. ( The Irrawaddy , 6. 5. ) |||
BLOG 4 BURMA

Die internationalen Mitglieder des Netzwerks BLOG 4 BURMA berichten nicht nur seit September 2007 kontinuierlich , sondern haben auch den Zykon “Nargis” und seine bislang bekannten Auswirkungen in einer dichten Abfolge von Postings verfolgt . News Headquarter mutmasste bereits beim frühen Nachrichtenstand von Hunderten Toten das “Referendum in Gefahr” , blieb als Chronist den laufend steigenden Opferzahlen auf der Spur , zeigt schliesslich die beeindruckenden Luftaufnahmen der NASA : Burma vor und im Zustand der Überflutung . Birmania libre resümiert in spanischer Sprache , Kathy erkundet in einem langen Survey , in welchem Ausmass “la Junte a une grande part de responsabilité dans le nombre élevé de morts après le passage du cyclone” , Daburna bringt ( Stand : Montag ) ein Al Jazeera- Video , ein AP- Bericht über das meteorolgische Ereigniss ( Stand : Sonntag ) ist in englischer Sprache bei Birmania libre zu sehen . Olivier liefert tägliche Zusammenfassungen in französischer Sprache . - Diese dichten Nachrichten von Europas freiem Netzwerk der unabhängigen Burma- Beobachtung erhalten Sie per RSS- Feed . |||














[...] Alle weiteren Fakten, Phrasen und Fragen in
Body Count im Countdown zum “Referendum” bei in|ad|ae|qu|at [...]
[...] Since it takes a natural disaster to return times of spine to correct. Sonderbarer way it is now the so-called “activist network”, where the cyclone “Nargis” and its apocalyptic aspects Sterbenswörtlein elicits no. | | | / EN article / online translation / DE Body Count im Countdown zum “Referendum” on in|ad|ae|qu|at [...]
Was derzeit in Birma passiert ist für mich einfach unfassbar, das Militär Regime die Junta lässt das eigene Volk sterben, und das Obwohl so viele Nationen helfen wollen. Wie kann so etwas nur geschehen?????
Nun , die UN hat vor einigen Jahren einen Beschluss zur Nicht- Intervention bei “nichtkriegerischen” Vorfällen in souveränen Staaten beschlossen . Dass in Burma praktisch ein Krieg der Regierung gegen das eigene Volk herrscht , zählt da wenig .
Am 17. 5. zitiert die FAZ Frankreichs UN-Botschafter Jean-Maurice Ripert : die Blockadehaltung der Junta grenze an ein “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” .