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STATTHALTER UND CHIMÄREN
Da ging eben noch die Rede von den berühmt- berüchtigten Avataren – jenen Ersatzwesen , welche man sich ( dem indischen “Götzenbild” entlehnt ) bedient , um beispielsweise in der “Second World” herumzuspuken . Oder – platterdings auf ein briefmarkengrossen Bildchen reduziert – auf Netzplattformen , Foren und in den Kommentar- Fussnoten von Blogs .
Da ja auch wir in|ad|ae|qu|at sowohl mit einigen der geneigten Leser als auch im Autoren | Autorinnen des “Salon Littéraire” seit Jahr und Tag persönlich unbekannt sind und sozusagen im “Doppelblindspiel” miteinander verfahren , bleiben die wirklichen Gesichter unserer Gegenüber jenseits des Bildschirmes weitgehend Chimäre . Umgekeht kennen uns vieler unserer Gäste ebenfalls nicht von Angesicht . Was auch gut so ist und beabsichtigt , wollen wir doch weder unser Privatleben noch unser Konterfei aus dem Facebook hängen .
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CABINET DE PORTRAIT
Nun hat uns allerdings am gestrigen Tage aus dem fernen Spanien die Nachricht von einem skulpturalen Cabinet de Portrait ereilt , wo unsere “Salon“- Autorin und in ihren “AUF- UND VERZEICHNUNGEN” ziganisch wilde Zeichnerin Gundi Feyrer tatsächlich ein Portrait des Blogs ins dreidimensionale Werk und damit in die Welt gesetzt hat .
Da haben wir ihn nun in Tat und Wahrheit , unseren in|ad|ae|qu|aten AVATAR , ohne auch nur je in Blickkontakt mit dessen Schöpferin geraten zu sein – so unverhofft wie wohlgeformt !
Was er an sich und WIE es dieser Avatar es in sich hat , sei im Folgenden vorgestellt : Der Sache zugleich den Werktitel entlehnend , hat Gundi Feyrer ihre Miniatur- Skulptur mit “inadaequat AVATAR” benannt .
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GUNDI FEYRER : “INADAEQUAT AVATAR”
Sind des die Tastatur- Finger oder der hier herrschende Kabelsalat , welche die Figurine als Attribut in Händen hält ? – Vielleicht auch die metaphorischen “loose ends” zum “Connecten” ? -
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Mütze und schwarzes Paletot sind jedenfalls nicht nur symbolisch , sondern recht konkret in feinster “striking likeness” gestaltet -
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Der statuarische Eindruck , den das Figürli auf den ersten Blick gewähren mag , trügt natürlich .
Als zollte die Künstlerin dem Ineinandergreifen der verschiedenen Ebenen , Räume und Teile dieses in die Tiefe der Seitenarchitektur und der Zeiten gestaffelten Web- Werks Reverenz , hat sie den “AVATAR” auf einem beweglichen “Fuss”- Podest angebracht , der es gestattet , die einzelnen Teile gegeneinander zu drehen .
Aber was heisst hier “Fuss” . . . ?!
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12 ( zwölf ) Füsschen an der Zahl sollen , wollen und werden uns durch die Monate tragen – geschehe und gehe dies nun vorwärts oder zurück !
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MIT GUTEM GRUND
Da aber keiner ( auch kein Blog ) gut geht und sauber baut auf unsicherem oder zweifelhaftem Grund , hat uns Gundi Feyrer vor- und fürsorglich ein “Blog- Haus” in das Muster ihres zugurunde liegenden Teppichs gewebt .
Bleibt uns zu hoffen , dass wir bei unserem Tun “the figure in the carpet” ( Henry James ) nicht verlieren ….
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NAMENTLICH
Dass und wie wir unsere wahre Gestalt hinter dem “Nom de guerre de plume” vordergründig verbergen : auch dies hat Gundi Feyrer bedacht . Der Schriftzug “in|ad|ad|ae|qu|at” umhüllt und umrundet förmlich die Gestalt dieser anmutigen “AVATAR”- Figur .
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Good Gundi : Wer möchte da nicht – ausgestattet mit einem so poetischen Penaten – ermuntert und wieder ein wenig hoffnungsfroh dem , das da kommen mag , die bemützt- geschützte Stirne bieten ?! -
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KLANGAPPARAT
Die Fortsetzung unseres Mini- Portraits des Hamburger Netlabels plainaudio führt uns – in der Kategorie “Electronica” – nach Graz . Dort hat nicht
nur unsere “AVATAR”- Schöpferin einige Lebens- und Werkabschnitte verbracht , sondern hat ( siehe höre l a r i d a e ! ) ja auch eine feine Musikalienhandlung etabliert . Aus dieser gibt der Simon Hafner aka Simon/Off ( MySpace ) seine angeblich von der weiland Wiener elektronischen Schule beeinflussten “Praterbreaks” ( Labeltext ) zu hören . Aber keine Angst : Die EP “Crime” sieht wesentlich martialischer aus , als sie klingt , ohne dabei den “Wurschtel” zu machen . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. Easy | 02. Away | 03. Begin | 04. Crime |||







wun-der-schön!!!
sehr stolz !
ganz entzückend.
die gundi feyrer ist eine hervorragende verschränkungs-künstlerin / intermedial autorin.
jetzt hat in/ad/ae/qu/at nicht nur einen avatar (eine avatarin?), sondern auch eine privat-allegorie, wenn man als blog in aller realitäts- und virtualitäts-verschränkung etwas privat haben kann / sein kann.
der salon littèraire entwickelt sich als “haus (heimat-level) der künste”, wie schön.
jedenfalls wird mir mit dieser arbeit wieder mal bewusst, dass ich kunst artefaktisch immerschon als “mutter aller virtualitäten” aufasse.
ganz entzückend auch herbert j. wimmers analytische kommentarkünste:
“privat-allegorie” beschreibt trefflich das kunstwerk,
“haus der künste” wohlwollend den rahmen.
sind also die künste wie das glück , das ja wienerisch “a vorgerl” , dem häuschen des “Salon” zufliegt … ?! – da freuen wir uns , die körner streuen zu dürfen …