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LEHRFILM 1983*

Hart an der Zeitenwende , da Tontechniker ( “Herr Ingenieur” ) zwischen ihren Spulen , Kabeln , Drähten und Oszillatoren noch weisse Arbeitsmäntel trugen , muss jener Informationsfilm entstanden sein, welcher 1983 eine Einführung in die Welt der Synthesizer und digitalen Klangerzeugung gab .


Analoger Ton und elektonisches Signal , Filter , Sampler und Sequenzer : Um den fast noch als Fremdwort prononcierten “Computer” mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Autorität zu erklären , bedurfte es offenbar der aus den Sechziger Jahren vertrauten Experten- und Intellektuellenbrille .


Wo wir zunächst nostalgisch auf die bauchigen Interfaces blicken , sollten wir uns dennoch nicht prima vista überlegen fühlen : Die Einführung ist klug und konzise und könnte auch jedem “Literatur als Radiokunst“- Performer als Schnellkurs zur bevorstehenden Studioarbeit dienen .


Mit dem Komponisten Gerald Strang ist ein kalifornischer Schönberg- Schüler und Musikpionier zu hören , wie er über neue Notationsformen für elektronisch aufzuführende Musik reflektiert .


Bemerkens- und durchaus hörenswert auch die Betonung des intuitiven und experimentellen Charakters elektronischen Komponierens : Immediate Klangresultate fördern und fordern die Trial- and Error- Flexibilität des Individuums .


Entstanden ist Bernard Wilets‘ knapp 22- minütige Dokumentation in Zusammenarbeit mit den Bell Laboratories , der UCLA ( wo ja sowohl Arnold Schönberg als auch sein Schüler Gerald Strang unterrichteten ) und den legendären Fairlight CMI- Herstellern . Dank ans Kraftfuttermischwerk für den Hinweis -


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DISCOVERING ELECTRONIC MUSIC 1968 | 1983
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*Edit , 28. 8. – Mitunter braucht’s ein wenig zeitlichen Nachhall , um einen schlummernden Verdacht zu identifizieren und zu formulieren . Die Bilder und Technologien – zumindest die Aufnahmen mit Gerald Strang – sind deutlich älter als das angegebene Jahr 1983 es suggeriert . Bestärkt durch den Fach- und Sachkommentar , sind wir noch einmal durch den Film und die Bücher gegangen und würden als Entstehungszeit dieser Aufnahmen und Features etwa das Jahr 1968 annehmen . Wilet’s “Discovering Music“- Reihe entstand durchwegs in den Jahren 1967 bis 1971 ( Music of Africa , Music of Japan , Dynamics in Music , Middle East , American Indian Music , American Folk Music …. ) entstanden . Für “Discovering Electronic Music” wird im Nachruf auf Wilets ( 2007 ) als Copyright- Jahr “1968” angeführt . -
Kleines Problem dabei : Die Fairlight- Synthesizer hat es zu dieser Zeit noch nicht gegeben .
Mögliche Lösung : Der Film könnte anlässlich des Ablebens von Gerald Strang im Jahr 1983 revidiert worden und mit aktuellem Material angereichert worden sein . Damit würden auch die Fairlight- Sequenzen passen .
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MÖGLICHER MODE D’EMPLOI
In|ad|ae|qu|ater Vorschlag zum “mode d’emploi” : Video erst “roh” betrachten , Tasse Tee trinken und dann auf REPLAY gehen – Diesmal allerdings hinterlegt mit dem Stream der eloquenten Electronika der im folgenden KLANGAPPARAT freundlich vorgestellten Zengineers . Sounds und Bilder legen sich reizvoll übereinander und obwohl sich die Leistungen der frühen Grossrechner längst per Laptop erledigen lassen , bleiben die Prinzipien von Tongeneration und -Modulation dieselben . Switches , pitches , Schwingungen , Sequenzen : Was 1983 noch schrankgrosser Apparaturen bedurfte , erledigen heute die Algorithmen der Plug- Ins .
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KLANGAPPARAT
Weil’s so schön war und ungewöhnlich gescheit , kehren wir heute noch einmal zum Netlabel iD.EOLOGY zurück : Wurde mit Michael Hoffmann
gestern ein intelligent gesponnenes Verständnis des Genres “Ambient” vorgestellt , geschieht dies heute für die Kategorie Drum’n'Bass : Auch hier eine eher feingeistige Variante des Kölner Duos Zengineers ( MySpace ) , dessen Name nicht zufällig auf Fernöstliches weist . Avancierte Elektronik zwischen Dancefloor und Reflexion : Harte Ecken und krude Kanten stehen mit Vorbedacht nicht auf dem Programm der sanft und elegant bewegten Kölner – gleichwohl wird man der knapp 70- minütigen Release “Hikari” kaum in die konturlose “Lounge” werfen dürfen . CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM .
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Grandiose Zusammenfassung. Ich bin beeindruckt.
… wäre ohne den Kraftfutter- Schub freilich nie zustande gekommen … -
[...] Discovering Electronic Music (1983) ; le début d’une riche série ?! … [...]
als Tonmensch hart an der Zeitenwende, selbst gerade KEINEN weißen mantel mehr getragen zu haben, darf man anmerken, dass großteile dieses videos schon weit vor 1983 entstanden sein müssen. 1983 haben wir schon am Yamaha DX-7 herumgeschraubt, davor noch die Legenden von Roland und Korg (Jupiter 8, Juno, Polysix, MS-20 etc..). Trotzdem ein feines Stück Fernseh-Doku.
Kontextsensitiv darf auf die neuesten Entdeckungen aus dem Delia Derbyshire BBC- Archiv hingewiesen werden: ein dance-track ca. 1969, mit allen attributen eines aktuellen grooveloops. ausführliche infos inklusive archivaristischer spezialdiskussionen hier:
http://createdigitalmusic.com/2008/07/18/delia-derbyshire-recordings-found-including-ahead-of-its-time-dance-track/
http://createdigitalmusic.com/2008/07/29/archivist-responds-yes-virginia-delia-derbyshire-really-was-that-awesome/#more-3695
http://news.bbc.co.uk/1/hi/entertainment/7512072.stm
tja , otto , wir haben ein noch eine stündchen “nachsitzen” gespielt und sind tatsächlich im jahr 1968 gelandet -
> siehe EDIT