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NAHRUNG , BASAL
Nirgends scheint das Reich der Zeichen so üppig zu blühen wie in der Lebensmittelindustrie , deren ‘branding‘ , ‘marketing‘ und Endverteilung ( ‘retail‘ ) .
Im Echtleben der alten Wiener Arbeiter- und Kleingewerbe- Bezirke hat sich dahingegen viel Basales erhalten :
Im besten Fall war und ist drin , was draufsteht …

[ Lebensmittel , Gemeindebau , Wien 10 ]
… ganz ohne ‘fancy names‘ und ‘labels‘ .

[ Milch , Wien 8 ]

[ Einkaufsstube , Wien 6 ]
Allenfalls bürgte der Name des Inhabers oder Fachmeisters im lokalen Umkreis für Qualität .


[ Fleischhauer , Wien 5 ]
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NAHVERSORGER , FANAL
Der “Tod des Greisslers” , “Kleinhändlers” und “Nahversorgers” – wie oft beschworen , wie oft beklagt von den ökomischen und ökologischen Gegnern der grossen Ketten :


[ Obst und Grünwaren , Wien 7 ]
Nicht einmal im kaufkräftigen ( und grün regierten ) 7. Gemeindebezirk vermochte sich die köstliche tschechische Gemüsefrau ( inklusive Wein und Honig ) zu halten .

[ Trösch , Wien 3 ]
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ARCHÄOLOGIE VERBLASSTER NAMEN
Was bleibt , sind heruntergelassene Rollbalken sowie die verblichene Poesie gegenstandslos gewordener Verheissung :


[ Catering Flora , Wien 3 ]

[ Konditorei , Wien 3 ]
Da spreche nochmal wer vollmundig von Wien als Enklave kulinarischer Phäaken !
Der Dichter Ferdinand von Saar hatte mit seinen “Wiener Elegien” 1893 dem Gespenst einer seelenlos- hohlwangigen Moderne noch einmal das Bild des sinnenfreudigen Wieners entgegengestellt :
Ja, hier lebt noch das Volk! Hier schmausen die letzten Phäaken,
Denen hohläugige Noth noch den “Hamur” nicht verdarb.
Wahrlich, ihr geht nicht unter, ihr Wiener! Dreht sich auch nicht mehr
An dem Spieße das Huhn – brätelt noch immer die Wurst.
( Ferdinand von Saar , Wiener Elegien , X )
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SONDERFALL : BONBONS
Eine Ausnahmeerscheinung bilden freilich die in allen alten Bezirken gängigen ( und gut gehenden ) Süsswarenläden .


[ Bonbons , Wien 2 ]
Mit ihrer Dramaturgie der Häufung eines maximalen Assortiments loser wie abgepackter Waren halten diese oft als Familienbetriebe geführten Läden nicht nur einen physischen ‘sugar shock’ parat , ….

[ Bonbons , Wien 7 ]
…. , sondern erweisen auch einen visuellen wie verbalen Hang zur Abundanz .
( in|ad|ae|qu|at wird sich zu einem späteren Zeitpunkt dokumentarisch in ein solches Ladenlokal begeben : Der pragmatischen Handhabung des Übersüssen auf der Spur . )
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LINKS
- Reinhard Seiss : Kollateralschäden des Konsums – Netzwerk Raumplanung TU Wien
- 1.000 Geschäfte sperrten 2007 zu ( ORF On )
- Ferdinand von Saar | Wiki
- Wiener Elegien – Zum 100. Todestag Ferdinand von Saars ( Hans-Albrecht Koch , NZZ , 24. 7. 2006 )
- Ferdinand von Saar – Wiener Elegien , hg. und mit einem Nachwort versehen von Karl Wagner – Wien , Deuticke 2002 ( vergr .)
- Ferdinand von Saar – Wiener Elegien @ Gutenberg
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RELATED
- Gemeinwohl und Werbung : Schöne neue Welt | Textes Trouvés 7 ( 31. 7. )
- Typographie – ante | post mortem – Textes Trouvés 6 ( 16. 7. )
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- Schöner Wohnen – Wiener Gemeindebau | Textes Trouvés 3 ( 1. 4. )
- Was können wir wissen ? | Textes Trouvés 2 ( 18. 3. )
- Koinzidenzen | Textes Trouvés 1 ( 28. 2. )
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KLANGAPPARAT
Dass man in Wien nach Mitternacht – zumindest öffentlich – nichts mehr zwischen die Zähne bekommt ausser den Geschmackssachen an den
Würtelständen , ist legendär . Müssen wir uns halt andere Delikatessen suchen . Und finden diese auch prompt im “Klänge der Nacht“- Mix ( Vol. 6 : 72.48 ) eines der in|ad|ae|qu|aten Lieblingstellerdreher , Tom Larson . Eben ist eine taufrische Lieferung bei Mixotic eingetroffen : Inclusive einiger reizvoller Allusionen an Ennio Moricone … Muss man mehr sagen ? – Go 4 it : Enjoy ! – CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN .
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Mensch czz, dieser Blog beeindruckt mich! Die alte Sprache auf den Schildern ist wunderbar. Sitze hier in Hamburg-Barmbek, dem alten Arbeiterstadtteil. Wenn meine Liebste und ich Samstags auf den Wochenmarkt gehen, freuen wir uns immer über ‘Bonbon Pingel’ – und die lange Schlange von grauhaarigen Hutzeldamen (“Aaach, die Himbeer-Klümpchen nehm’ ich auch noch!”).
In Wien scheint es solche Bonbons ja auch noch zu geben.
“klümpchen” – sagt man ja in Kölle auch ?!
in der tat haben sich bei den süsswaren sehr interessante altertümer bewahrt : “seidenzuckerl” und so fort . für vielfrasse gibt’s – und das wird aber auch extra angeschrieben – immer wieder frischen Lindt- oder Manner- schololadebruch direkt aus der fabrik .
@bjoern: da wären doch auch fotos von diesen “Pingel” und “Klümpchen” recht nett
@czz: aus dem naschkatzen-wortschatz kann ich noch beisteuern:
schokopastillen – krachmandeln – weingummis – mannerzuckerln – (vieles schon vergessen, leider)und, ja:
wunderbare zusammenstellung / Trösch-Milchzentrale: eine Legende! von der “NÖM” im 20. ist ja wohl nichts mehr übrig…