NEUES VON FREUNDEN

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Max Ernst jungfrau züchtigt

ZUR KATEGORIE “NEUES VON FREUNDEN” – EINE HANDREICHUNG

czz-neuesvonfreundenAuch wenn dies manchem zufälligen Leser seltsam anmuten mag : Wir “spielen” die Rubrik “NEUES VON FREUNDEN ” im Grunde in|ad|ae|qu|at viel zu selten . – Das mag manchem der “Freunde” unter den regelmässiger Lesern ihrerseits wiederum komisch vorkommen : den man weiss ja meistenteils voneinander . Zumindest in Wien , wo eine gewisse Kleintel literarisch | kunst | kulturwissenschaftlich Interessierte ohnehin dieselben Newsletter bezieht und zumindest ähnliche “sets of cards” von ( Vorsicht Unwort ) Ver- an- stal- tungs- aus – sen- dun – gen in ihren Briefkästen vorfindet .

Und im Grunde bräuchte es ja nur ein geschickte “Data- Mining” , um dieses kunst | kulturwissenschaftliche | literarische “Dorf” in den Gemearkungen Wiens und dessen Weichbild auszumachen .

Wir aber gehen in|ad|ae|qu|at genau anders herum vor als die profitorientierten Zielgruppen- “Profiler” & Datenabsahner : “NEUES VON FREUNDEN” soll à la longue – und zwar in positiver Manier – ein Netzwerk von Kunst- und Diskursformen , Institutionen und performativen Settings zeichnen , in welchen die im “Salon Littéraire” vorgestellten AutorInnen , KünstlerInnen , PerformerInnnen werken und wirken . Idealiter lassen sich diese in den Verantaltungshinweisen von “NEUES VON FREUNDEN” dokumentierten Muster übereinander legen und es ergeben sich Knoten von Themata & Schemata sowie die Linien von Bewegungen und Beziehungen . Innerhalb dessen , was man im weitesten Sinne als “System” namens ” Literarisches Leben” bezeichnen könnte .

“Nun aber fini mit der der Theorie” und also flott mitten hinein ins Leben ( das , literarische ~ , echte ~ ) gesprungen . Da ist nämlich allenthalben Allerhand .

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WIEN | BUCH | RADIKALE POESIE

czz-neuesvonfreundenMan mag zwar am gestrigen Tage angesichts der monothematisch bombierten Feuilleton- Wetterlage den Eindruck gewinnen haben , Daniel Kehlmanns “RUHM” beherrsche mit einem Schlag die literarische Welt , doch wären für die , die hören wollten , durchaus auch andere Stimmen zu vernehmen gewesen . An dieser Stelle sei nachdrücklich auf die radikale Poesie des Rumänen Ion Muresan ( Jahrgang 1955 ) hingewiesen aus dessen Werk nun eine kleine , feine , zweisprache Ausgabe vorliegt , welche gestern vorgestellt wurde : “ACCES INTERZIS ! Zugang verboten !” lautet der dankswert unRUHMhafte Titel der von Ernest Wichner ausgewählten und übersetzten Gedichte , erschienen im Alma Valazzas ( ex “edition per procura” ) Kleinverlag büroabrasch .

Erstmals auf Deutsch – zum grösseren Teil sind die ausgewählten Gedichte auch im Original noch unveröffentlicht – versammelt Acces interzis ! Gedichte des Autors aus knapp 30 Jahren, mit denen wir uns jedenfalls von dem Missverständnis verabschieden müssen, Gedichte seien etwas für Schöngeister und Sprücheklopfer. Allerdings auch von jenem, dass das dichterische Sprechen sich in einem visionären, impressionistischen oder surrealistischen Darstellen von Welt erschöpfe.

Die Gedichte von Ion Muresan sind schreckliche Gedichte, sie erflehen die Dunkelheit, um besser sehen zu können und schreien in der Dunkelheit vor ihrem eigenen Anblick. Sie rütteln an den Grundfesten ihrer eigenen Gewohnheiten und was sie zurücklassen ist Ratlosigkeit und Einsamkeit, ‘wie eine farbige Brühe, die in einem teuren Eimer köchelt’ .

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WIEN | BUCH | ROMANENDE

czz-neuesvonfreunden“Schluss mit dem Roman” qua Implosion aller Bestandteile wie “Linearität” , “Plot” , “Personal” , “Mimesis” und “auktorialer Position” macht herbert j. wimmers romaneskes aggregatkühlzack & flexer” , aus dessen polymorphen Materialien die im “Salon Littéraire” vorgestellte Szene “Im Schwellenwirtshaus” eine ein- wie ausdrückliche Probe gab .

Im November ist das Finale des über ein Jahrzehnt währenden Ausreizens der Form “Roman” im Sonderzahl- Verlag erschienen : An die Stelle des “Romans” tritt nun der Begriff des “aggregats” -

eine einheit (= œuvre), die durch anhäufung / zusammenfügung / verknüpfung / vereinigung / verdichtung / verloopung / collage / montage einzelner, relativ selbständiger teile entsteht ( wimmer ) .

Die Protagonisten Kühlzack ( cul de sac ) und Flexer sind sowohl Sprachfiguren wie Inter- Subjekte menschlichen Wechselwirkens : um von sich zu erzählen , müssen sie einander erzählen . Der Spiegel als zentrale Schnittstelle zwischen Ich und Selbstwahrnehmung bildet dabei ein wesentliches Motiv : Doppelungen , Verkehrungen , Verschränkungen führen in ein Spiegelkabinett von Sprachspiel und Kognitionskrise : Wie wäre “ein Ganzes” zusammenzufügen aus den splitternden Teilchen ?

– Zum Beispiel im narrativen Syntagma der “Erinnerung” ?

– Oder in den Fund- Stücken von Sprachspiel und Kalauer , welche Bekanntes verfremden und ( in witziger concordia discors und produktivem Oxymoron ) bislang als unvereinbar Gedachtes engführt .

Buchvorstellung und Lesung , herbert j. wimmer : “kühlzack & flexer . aggregat” – Literarisches Quartier Alte Schmiede – heute , 13 . 1. , 19 H .

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WIEN | TAGUNG | DAS DRAMA DER EXKLUSION

czz-neuesvonfreundenMit der Titel “Das Drama der Exklusion” für eine kulturwissenschaftliche Tagung prima vista etwas spektakulär & spekulativ wirken , so verdeutlicht er doch einen speziellen Aspekt , welcher im Kontext der Debatten | Sonntagsreden | Verständigungstexte zum Thema “Prekariat” | “Unterschicht“ | “Modernisierungsverlierer” meist unterschlagen wird : Dass nämlich der Verlust an der Teilhabe am ökonomischen | gesellschaftlichen | wahrnehmbaren Leben kein schlichtes Faktum , keine abstrakte Statistik , sondern ein fortwährend in allen möglichen Kategorien ( ökonomisch | physisch| psychisch ) reproduzierter Prozess ist . Ein Geschehen mithin , welches für die Betroffenen laufend sämtliche Lebensaspekte be- trifft und diese damit gleichzeitig aus dem Fokus der Selbstwahrnehmung einer Gesellschaft rückt .

Einfacher formuliert : Wer verliert sinkt . Wer sinkt verschwindet . Wer verschwindet existiert nicht . Aus den Augen , aus dem Sinn .

Viel elaborierter wird dies selbstredend von jenen Fachleuten diskutiert , welche das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften ( IFK ) zur Tagung am Freitag , 16. 1. geladen hat :

Der Sozialwissenschafter Heinz Bude eröffnet die Tagung mit einem Vortrag über die schrittweise Degradierung der Armen, die dazu führt, dass sie schliesslich vollkommen außerhalb des Sozialen stehen. Bude meint, dass sie dadurch “überflüssig” würden und keinen angestammten Ort, keine Adresse mehr hätten, sondern bloß ein gemeinsames Schicksal.
Michaela Moser von der Armutskonferenz berichtet in ihrem Vortrag Wir sind keine Bittsteller, wir wollen Respekt darüber, wie Armutsbetroffene selbst Strategien gegen ihre Situation entwickeln. Sie gibt einen Überblick über aktuelle Initiativen zur Stärkung der Teilhabe von Menschen mit Armutserfahrungen und ihren Kämpfen um Subjektstatus, Deutungsmacht und politische Einflussnahme.
Der Soziologe Heinz Steinert plädiert dafür, sich genauer anzusehen, welche Vorgänge und Phänomene sich hinter dem Begriff “soziale Ausschliessung” verbergen. Für die Wissenschaft interessant werde dieser Begriff dann, wenn wir darunter einen Vorgang verstehen – keinen Zustand , meint Steinert.
Abschliessend spricht die Soziologin Hilde Weiss von der Universität Wien über die Veränderung in den Begrifflichkeiten der sozialen Ungleichheit. Heute, so Weiss, werde über die Wiederkehr der bereits verabschiedeten Klassengesellschaft diskutiert – die Phase des Wohlstands für breite Bevölkerungsschichten müsse als historische Ausnahmeerscheinung gesehen werden.

Tagung “Das Drama der Exklusion” – IFK , 1010 Wien, Reichsratsstrasse 17 / DG , 16 . 1. 2009 , 14:30 – 18.15 H ( Programm pdf ) ( Abstracts pdf )

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WIEN – KLOSTERNEUBURG | TAGUNG | RITUAL.MACHT.BLASPHEMIE. – KUNST UND KATHOLIZISMUS IN ÖSTERREICH SEIT 1945

czz-neuesvonfreundenMit den “Liebhaberinnen” und den “Ausgesperrten” hat Elfriede Jelinek bereits in ihren frühen Romanen das “Drama der Exklusion” paradigmatisch als Komplex gesellschaftlicher Gewalt ( und minoritärer Gegengewalt ) vorgeführt . In dem Mass , in welchem sich im Lauf der Jahre die romanesken Panoramen erweiterten , ist auch die strukturelle Gewalt anerkannter Instanzen und Medien in den Vorderund gerückt . Als prototypisches Beispiel für eine solche Instanz und ihren medialen Charakter ( siehe die dezeitige Austellung “Medium Religion” im ZKM ) figuriert die katholische Kirche .

In literarischer Fortsetzung der bildnerischen | performativen Strategien des Wiener Aktionismus werden Rituale | Symbole zitiert und verfremdet , umgestülpt und persifliert , womit ein enorm produktives Paradigma für die österreichischen Künste nach 1945 in den Blick tritt .

Ausgehend von Szenen solcher Transgression ( Eucharestie und Kannibalismus ) im Internetroman “Neid ” , weitet ein ( fast ) fünftägiges Symposium des Elfiede Jelinek- Forschungszentrums allmählich den Blick , und erkundet in Vorträgen , Gesprächen , Lesungen , mit einem Konzert sowie der Kurzausstellung “Kunst und Spiritualität” im Essl Museum Klosterneuburg das – durchaus produktive – Potential künstlerischer Subversionsstrategien im Ringen mit dem nach wie vor machtvollen österreichischen Katholizismus .

Im Folgenden einige ausgewählte Programmpunkte ( Gesamtübersicht hier) :

Donnerstag , 15. 1. – Volkstheater Wien , Schwarzer Salon | Bühneneingang Neustiftgasse 1 – 18 H : Intro
Oliver Rathkolb : Die katholische Kirche und die politische Kultur der II. Republik
Bärbel Lücke : Das Wort , der Logos , Jesus , die Eucharistie und der Kannibalismus : Zu Elfriede Jelineks Internetroman “Neid. Privatroman.” – Ein Aufriss , medial begleitet von czz & kap ( mit Johanna Mertinz )
Gespräch : Kunst und interreligiöser Dialog . Mit Seher Cakir , Robert Schindel , Julian Schutting

Freitag , 16. 1. – - Volkstheater Wien , Schwarzer Salon | Bühneneingang Neustiftgasse 1 – 18 H : Die “anderen” Geschlechter
Marlene Streeruwitz : Vater unser , der du bist. ( gelesen von Johanna Mertinz )
Gespräch : Der feministische Blick . Mit Christa Gürtler , Erika Schuster , Johanna Schwanberg
Anna Babka & Susanne Hochreiter & Stefan Krammer : Kuscheltiere . Liebet und vermehret Euch !

Samstag , 17. 1. – Essl Museum , Klosterneuburg10 H : Ritual – Symbol – Motiv
Im Gedenken an Wendelin Schmidt-DenglerThomas Petutschnig : Christliche Gedanken in der österreichischen Literatur nach 1945
Evelyn Deutsch-Schreiner : “procession” und “Aktion”. Antimimetisches Theater als Widerstand gegen die als bedrohlich und unkünstlerisch empfundenen 1950er Jahre
Irene Suchy : Bekenntnisse ? – Österreichische Kompositionen und ihre impliziten Stellungnahmen zur katholischen Kirche | anschliessend ein Programm mit dem Vokal Ensemble Chiaro Scuro mit Werken von Erik Satie , Giacinto Scelsi , Gerd Kühr , Elisabeth Harnik und Elfi Aichinger

Samstag , 17. 1. – Essl Museum , Klosterneuburg16 H
Wieland Schmied : Die Ausnahme als Regel . Konflikt und Chance – zum Verhältnis von Kunst und Kirche in Österreich nach 1945
Karlheinz Essl : Zeitgenössische Kunst und Spiritualität
Gespräch : Fleisch und Blut . Mit Hermann Nitsch , Gustav Schörghofer , Manfred Wagner

Sonntag , 18. 1. – Essl Museum , Klosterneuburg10 H : Machtstrukturen
Thomas Ballhausen : Im Auftrag des Herrn ? Zur filmischen Darstellung des Katholizismus im neueren österreichischen Spielfilm
Stefanie Kaplan : “die stellvertreter gottes auf erden” – Literarische Kritik an der heiligen Herrschaft
Evelyne Polt-Heinzl : Die Kirche im Dorf lassen ? “Strukturale Muster” des Alltags
Lesung Josef Winkler : Die an den Wolken kratzen, brauchen keine Schutzengel

Sonntag , 18. 1. – Essl Museum , Klosterneuburg16 H : Blasphemie – Zensur – Skandal
Adolf Holl : Lästermäuler, Lästernamen. Die Sprache des Teufels
Gerhard Scheit : “Kirchenmaler ohne Kirche” – Der Skandal als demokratisiertes Barocktheater
Gespräch : Kunst als Überschreitung . Mit Cornelius Hell , Helmut Krätzl , Franz Schuh

czz-neuesvonfreundenAusstellung “Kunst und Spiritualität . Werke aus der Sammlung Essl” : Am 17. und 18. 1. sind im Essl Museum Werke aus der Sammlung ausgestellt , die Bezüge zum Katholizismus haben . Diese Ausstellung kann in den Mittagspausen des Symposiums und bei der Präsentation durch Karlheinz Essl ( Samstag Nachmittag ) besucht werden.

Symposium “RITUAL.MACHT.BLASPHEMIE – Kunst und Katholizismus in Österreich seit 1945” – Universität Wien , Volkstheater Wien , Sammlung Essl Klosterneuburg – 14. – 18. 1. 2009

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KLANGAPPARAT

Nach so viel blasphemischem Brodem – respektive : geweihtem Schall & Rauch – czz-hoerempfehlung suggerieren wir in|ad|ae|qu|at das Antidot einer “Aromatherapy” , wie sie Igor aka Waveform beim ukrainischen deep- techno- Netlabel deeplimit präsentiert : schmiegsame Sounds gegen die Kälte der Welt und die Gaskrise . CLICK LINKS TO LISTEN : 01. Aromatherapy [ 5:15 ] | 02. Asymmetry [ 5:08 ] | 03. Dub Inside Of Us [ 8:28 ] | 04. Static Air [ 4:35 ] | 05. Jumping Bugs [ 5:08 ]

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  1. Bloguer ou ne pas bloguer » Fesser les clones ?
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