Florilegien 2 : Umblätterer – Best of Feuilleton 2008 aka “Der Goldene Maulwurf”

||| DER GOLDENE MAULWURF | GLEICHSCHWEBENDE AUFMERKSAMKEIT | “BEST” & “WORST” : EIN RELATIVITÄTSPRINZIP | ABSEITS VOM BRANCHENGEBRABBEL | BACKLIST “BEST OF FEUILLETON” | KLANGAPPARAT

UBL goldener maulwurf banne

DER GOLDENE MAULWURF

UBL goldener maulwurf smallWenn das Kollegenblog “Der Umblätterer” seit 2005 alljählich eine 10er – Parade des “Best of Feuilleton” erkiest und vorführt , haben wir es , nota bene , mit keinem der üblichen Rankings zu tun .

Diesjahr erstmals mit dem Label “Der goldene Maulwurf” versehen , demonstirert das Superkonzentrat der Lese- , Lust- und Ärger- Feuileton- Früchte Selbstbewusstsein des gründlichen Wühltiers ( Talpa europaea ) im Bau der Krume “klassischer Qualitätspublizistik” , macht allerdings seiner natürlichen Zugehörigkeit zur Odnung der Insektenfresser ( Eulipotyphla ) alle Ehre , indem es in den weiten Wüsten der Blätterwälder und Onlinegewächse manchen “bug” heraus pickt.

Was den “Maulwurf” ebnenso wie die die Mühen der Ebene des Zeitungsblätterns von manchem Medien ( Motz- ) Blog unterscheidet , ist eine grundsätzliche Abwesenheit vorverurteilender Ressentiments sowie das strikte Draussenlassen einer kulturpolitischen Refkexion , welche den schön gedruckten Satz an die gesellschaftliche Praxis rückbinden würde .

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GLEICHSCHWEBENDE AUFMERKSAMKEIT

UBL goldener maulwurf smallAls nicht vom Räderwerk der realexestierenden Feulleton- Produltion Geknechtete und ebenso wenig im Labyrinth der Institutionen nach Mindestsubventionen für Buch- und Kulturproduktion canossisch Kriechende , kommt dem Fähnlein der Aufrecheten Maulwerfer rechtens eine postakademisch gleichschwebende Aufmerksamkeit für’s Gedruckte zu .

Im Gegenteil wendet man sich betont – wenn nicht geradezu provokant – hagiographisch einzelnen Schriftstücken zu , selbige aber dann nach allen Regeln der Stil- und Argumentationsanalyse paraphrasierend.

Anders als es das “börsenblatt online” kürzlich ( in fast wort- wörtlichen Wiederholung eines vor Monaten bereits gedruckten Artikels ) vollzieht und die Kurz- “Laudationes” auf die einzelnen Artikel “at face value” nimmt , um die drohende “Zeitungskrise” zu widerlegen , darf man den gewieften Stilistikern unter den “Maulwürfen” doch Einiges mehr an ausgefuchstem Double- Talk ( akademisch formuliert “semantischer Polysemie” ) zutrauen .

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“BEST” & “WORST” : EIN RELATIVITÄTSPRINZIP

UBL goldener maulwurf smallWer widerspruchslos Oliver Jungens ( in|ad|ae|qu|at mehrfach zitierter ) flott verfasste Denunziation ( “Hungert sie aus !” , FAZ ) des angeblichen Überangebotes von Stadt- , Land- , Fluss- und Flur- Literaturpreisen für eine Minderheit von Autoren lobt & auszeichnet , greift damit nicht nur einen allzu gängigen Witz auf , sondern redet einem billigen Populismus das Wort . Da hilft auch Richard Wagners pflichtschuldigst ex aequo in die Bewertung genommene Replik wenig . Dass nämlich ein Gros der Stadt- , Land- , Fluss- und Flur- Literaturpreise nichts anders als kostengünstige Lokal- PR darstellen ( darin den landauf , landab der Leichten Muse errichteten Tempeln der Sommertheatern gleich ) , wird mit keinem relativierenden Wort erwähnt .

Umgekehrt wird das beliebte Spiel des “Iris- Radisch- Bashing” durch die Zuweisung der ausser Rand und Band geratenen Rezension Reakion auf “Die Wohlgesinnten” Jonarhan Littells in doppelzüngiger Weise sowohl fortgeführt als auch gebrochen ( DIE ZEIT ) . An dieser Stelle weiss der “UBL” nämlich sehr genau , wovon er spricht : Man hat sich den Tausendseiter selbst und vollinhaltlich zur Brust genommen .

Es ist eine Binsenweisheit , dass jeder Preisende in dem von ihm gut Gepriesenen sich selbst ( oder Ich- Ideal ) darstellt , respektive : ästhetisch wahlverwandte Stile und Stimmen . Von daher sind Wahlverwandtschaften wie zu Benjamin von Stuckrad-Barre über eine lahme Bühnen- Debatte , wo drei angejahrte Schwerenöter ohne die feuchtgebietlich erkrankte Dame übers “Radikale” sprachen ( DIE WELT ) . Oder zu Alex Rühles schmerzensreich recherchierter “Poetologie des Waschzettels” ( SZ ) .

Mit bestem Recht wurde auch jenem Experiment Lob und Ehre , wo man die Not , was nach allerlei Zwiebelringen noch legitimerweise über ein neues Werk des Günter Grass zu sagen wäre , in eine Tugend verwandelt wurde : Mit dem Schriftsteller Andreas Maier ward einer der ( raren ? ) alphabetisierten Zeitgenossen gefunden , welcher tatsächlich bislang noch nie eine Zeile GG gelesen hatte : Die Rezension wurde solcherart zu einer ethnographischen Expeditions ins Fremde des Eigenen des deutschen Kanons und indem ein solcher Werk- Parzival ( siehe “Jochan Schmidt liest Marcel Proust” ) in dessen Wälder reitet , sammelt er Beobachtungen abseits der üblichen Abmachungen in seinen Mantelsack ( DIE ZEIT ) .

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ABSEITS VOM BRANCHENGEBRABBEL

UBL goldener maulwurf smallWunderbar gefunden und wichtig für die Nachwelt archiviert ! – Zwischen ironisch bedeutungs- offener Ironie und sachgemässer Indexierung changierend , geben die für den “Goldenen Maulwurf” jedenfalls Food for Thought . Sich dabei dankenswert fernhaltend von Betriebsnachrichten , kress- Köpfen und anderem Branchengebrabbel steht und bleibt hier im Mittelpunkt der Text .

Was , bei Seite gesprochen , wohl auch der Grund sein mag , dass Schnell- Linker wie Medienticker und -lesen sich kaum der Mühe unterzogen haben , in die Texte des “Goldenen Maulwurf” noch einmal hineinzulesen …

Ob wir in|ad|ae|qu|at das “Best” nun für’s “Worst” halten wollen oder umgekehrt , ist absolut unerheblich . Ceterum censeo dürfen wird allerdings auch an dieser Stelle nicht verhehlen , dass Frank Schirrmachers dezidierter Kampagnenjournalismus mit dem Anspruch , die FAZ sei ein “Qualitätsmedium” , unvereinbar ist .

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BACKLIST “BEST OF FEUILLETON”

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KLANGAPPARAT

Obwohl sich der Freitag als Spielort für die XLR8R- Mixes fast schon so etwa wie @ in|ad|ae|qu|at eingebürgert hat , wird auch eine freitägliche Night Session kaum diese Regel brechen . -

WTF is … ?! – Für diejenigen , welche das gute halbe Dutzend einschlägiger czz-hoerempfehlungKLANGAPPARATE nicht mit geschnitten haben : Es handelt sich um die aus höchst diversen Soundmaterialien gebrauten Mix- Podcasts des in New York und San Francisco situierten Metro- Mags XLR8R ( sprich “Accelerator” ) . Angemerkt sei freilich , dass die teils Rock- , teils Hip Hop- teils Chaos- inspirierten Streams längst nicht sämtlich geeignet scheinen zur Empfehlung im in|ad|ae|qu|aten Klangapparat .

Die Crowd des alljährlich in San Francisco stattfindenen “kontrol“- Festivals war indes so freundlich , vorab mit Material herauszurücken . Dass bei diesem “Techno Tear Up” keine stupiden Techno- Beats abrattern , sondern feine Soul- Shouts mit minimalen Patterns wechseln , sei nur am Rande dieser 65 Minuten- Energie- Ladung angemerkt – CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN.

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One Response to Florilegien 2 : Umblätterer – Best of Feuilleton 2008 aka “Der Goldene Maulwurf”
  1. Bloguer ou ne pas bloguer » Ents
    January 17, 2009 | 21h28

    [...] : Florilegien 2 : Umblätterer – Best of Feuilleton 2008 aka “Der Goldene Maulwurf” ; feuilleton et pas série ? Je ne trouve pas de quoi il est question et si ça a été diffusé [...]

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