
“Literatur” auszustellen ist die eine Sache . Aber “Literatur als RADIOkunst” für alle Sinne erspriesslich zu präsentieren , die andere . Zumal , da wir für unser in|ad|ae|qu|ates Vorhaben , die 40 Künstlerproduktionen aus 10 Jahren der ORF- Kunstradio- Reihe nicht etwa ein Funkmusueum , ein Medienkunst- Center oder sonst eine High- Tech- Facility bespielen , sondern das Foyer des Wiener Literaturhauses .

“Die Leute dort abholen , wo sie stehen” , sagte man einmal . Wir würden dahingegen für diesmal den Begriff des “Entgegenkommens” präferieren .
Einerseits kommt das Haus uns mit seiner Gastfreundschaft entgegen . ( Und stellvertretend Silvia Bartl mit ihrer logistischem Kompetenz . ) Anderseits geht das Radio quasi aus sich heraus und ( mit Sack und Pack und Rack und Track ) dem Literaturpublikum entgegen .


( Silvia Bartl – Literaturhaus & Elisabeth Zimmermann – Kunstradio | Die Specialisten)
Der fulminante Stab von Ausstellungsarchitekten , Grafikern , Set- Designern , Tischlern , Schlossern , Elektrotechnikern , Restauratoren , Konsulenten , Roadies und Caterern einiger expositioneller Praktiker , Tontechniker , Grafikbastler und dreier Künstler hat in Tagesfrist fast schon so etwas wie eine multimedial flimmernde , klingende , grafische Ausstellung mit ausgewählten Klangkunstwerken , Videos , ideeller Surround – Kapelle , Web- Archiv samt Surf- Station plus zwei Soundeffekt- Experimentierkojen sowie drei orginalen , erstmalig gezeigten Partitur- Installationen zu Fall zustande gebracht .
( Der Plan – idealiter )
Drei Vitrinen wurden von den Künstlern in Eigenregie ( und konkretem Handanlegen ) mit ihren exzeptionellen Partituren gestaltet : Hanno Millesis akkurate Assemblagen | Collagen , welche als Materialsammlungen für eine Reflexion über die RAF und Stammheim entstanden ( “Terrorema – Unter meiner Haut beginnt das befreite Gebiet” ) . Anja Utlers penible Sprech- und Laut- Partituren ( “suchrufen , taub” ) unter Mitwirkung von Christof Heinz drängen objektiv ins Dreidimensionale .


( Hanno Millesi | Christof Heinz & Anja Utler )
herbert j. wimmers transparente Überblendungen ( “sieben filtern” ) schliesslich lösen auf ihre Weise die notwendige Linearität der Rede in Sichtungen | Schichtungen von Gleichzeitigkeit auf . -
Genau so , wie dies im “Literatur als Radiokunst“- Studio geschieht , wo sich die Autorenstimme auf fünfzig Spuren ins in 5.1- Mehrkanaltechnik in xxx- Fache vervielfältigen und widersprechen kann : Chorisch oder dialogisch . Zwischen lupenreiner Rezitation bis zum Zusammenschwappen elektroakustischer Effekte über der Sprechstimme .


( herbert j. wimmer )
Schön demokratisch wurde also gekrochen und gerobbt .


( Die Zwei von der Technik : Brigitte Winter & Karl Petermichl )
Geklettert und gestiegen . Geschnitten , geklebt und gerahmt .


Programmiert und gecheckt . Gestöpselt und gesteckt .


Einige Kilometer Kabel in allen erdenklichen Spannungen , Wickelungen und Knoten gebracht .
Mit dem Herabsinken der sanften Schatten der Nacht wäre das Werk fast schon vollbracht gewesen …


… wenn nicht sonderbarer Weise einige Techno- Tool- Teile beim Lackieren sich in Luft aufgelöst …
… wenn man nicht den Luftikussen jener Internet- Dealer vertraut hätte , welche 5.1- Surround- Kopfhörer seit Monaten als “LAGERND” ausgewiesen , deren Lieferung dann allerdings per emsigen Emails Woche für Woche verschoben hätten …
… und sich der Netzanbieter von elektronischen Dia- Frames ( ja , bitte MIT headphones- Buchse ! ) nicht in der Postleitzahl geirrt und die dringlichst herbeigesehnten Show- Objekte irgendwo im postalischen Nirwana gelandet wären …

( Fehlermeldung | Zitat Ernst Jandl : “seinen sch…. geist mit der sch…. post aufgeben” )
Immerhin : Es bleiben Glaube , Liebe , Hoffnung … und dreieinhalb Tage bis zur Eröffnung.
Und : Ein Teamwork im besten Sinn des Wortes , welches wohl nicht zufällig seit einiger Zeit etwas ausser Gebrauch geraten ist -

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sehr hübsches posterwork sehe ich da auch. muss ich mir jetzt auch mal drüber gedanken machen …
Das Kunstradio- Plakat ist schon ein Klassiker . Für in|ad|ae|qu|at haben wir das Motiv auf Leinwand drucken lassen , 120 x 80 , Holzstäbe oben und unten samt Schnürchen zum Aufhängen ( nach dem Vorbild der weiland Landkarten in der Schule ) . Kleiner Gimmick : QR- Code zur Handy- Erkennung der URL … formschön , preiswert & stabil ,-)
prima idee … vor allem den qrcodehint muss ich mir merken … man siehts ja mittlerweile schon in den strassenbahnen …