NEUES VON FREUNDEN

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1926 December

H. C. Artmann : “Flieger, grüss mir die sonne… | Popular Science , Dezember 1926

So , nun hat auch in|ad|ae|qu|at die angeblich sommerzeitliche Verschiebung vollzogen , die Uhr dabei allerdings auf in Gegenrichtung gestellt . “In plain English” gesprochen , fordert das Echtwelt- Überleben mitunter seine Tribute . Angesichts der vielen Termine , welche sich in Richtung der Osterferien wie ein aufgekrempelter Strumpf verdichten , bedurfte es in der Tat eines tiefen Durchatmens , um den Leporello für diese 14. Kalenderwoche zu entfalten . Wir hoffen , jetzt genügend miteinander kaum kompatibler Metaphern kompiliert zu haben , um den überdeterminierten Schaum der kommenden Tage hinreichend vorgeschlagen zu haben .

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WIEN | LITERATUR | THOMAS STANGL

czz-neuesvonfreundenSeitdem wir Thomas Stangls hochverdichteten Roman “Was kommt” ( Literaturverlag Droschl ) als “tableau de texte” präsentiert haben , wurde der Feuilleton- Apparat angekurbelt und hat grosses Lob spendiert . Heute mag man sich darüber angesichts und -hörs der Autorenlesung selbst ( s ) ein Bild vom subtilen Textur der Epochen und Orte machen . Echtwelt und Echtzeit .

Thomas Stangl liest “Was kommt”Literarisches Quartier Alte Schmiede – Heute , 31. 3. 2009 , 19 H

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WIEN | TAGUNG | CREATIVE CITIES

czz-neuesvonfreundenNun sind die “Wir nennen es Arbeiter” mit der üblichen Verspätung auch in Wien eingelangt und mit ihnen die neuen Existenzformen des künstlerischen Selbstunternehmetums . Es ist immerhin positiv anzumerken , dass die Titelgebung “Creative Cities – Das Versprechen der kreativen Ökonomie” ein leises Fragezeichen miteinschliesst , denn wie wir alle wissen , erfüllt sich dieses “Versprechen” längst nicht für alle Teilnehmer des “kreativen Marktes” .

Aber lassen wir den hoch angesagten Lingo doch für sich selber sprechen :

Flexibel und selbstbestimmt werken Menschen in kreativen Berufen rund um die Uhr, mit viel Enthusiasmus, oft ohne soziale Sicherheit. Statt fremdbestimmter Lohnarbeit ist Selbstverwirklichung angesagt. Wo sich kreative Cluster bilden, florieren Bars, Boutiquen und Galerien. Die Stadt wird zur Spielwiese für die kreative Klasse und das Image der kreativen Ökonomie zur positiven Utopie. Der Künstler- Unternehmer oder der Unternehmens-Künstler gilt in Zeiten der Krise als Idealtypus. Doch wie viel haben Kunst und Unternehmertum wirklich gemeinsam ? Wie vertragen sich künstlerische Gesellschaftskritik und wirtschaftliches Gewinnstreben ?

2009 ist das Jahr der Kreativität und Innovation und die Europäische Union hat sich Die Förderung der Kreativität für alle ( ! ) auf ihre Fahnen geschrieben. Mit dem Ende des Industriezeitalters werden die Creative Industries von Regierungen weltweit als wirtschaftliches Hoffnungsgebiet beschworen. Kreativität wird dabei als unerschöpfliche Ressource, gar als Öl des 21. Jahrhunderts mystifiziert. Arbeitsplätze – so wird suggeriert – schafft man sich selbst, im Home Office, im virtuellen Netzwerk. Befristete Projekte ersetzen immer öfter den Job auf Lebenszeit. Lebenslanges Lernen soll die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Doch von der Wertschöpfung der Ideenwirtschaft profitieren nur ganz wenige, meist grosse Unternehmen der Kulturindustrie. Das durchschnittliche Einkommen der cultural workers ist sehr gering. Entsteht damit ein neues intellektuelles Proletariat, eine Art Tagelöhnertum im Zeitalter von Web 2.0., selbständig aber doch nicht frei ?

Und so weiter . Die Keywords tönen , pardon , bereits jetzt veraltet und und angesichts der ökonomischen Situation vieler Kulturschaffender nachgerade wie ein Hohn . Wir sind uns in|ad|ae|qu|at nicht eben sicher , ob hier nicht eine längst ausgeweidete Kuh zu Markte getrieben wird . Tagungsgast Diedrich Diederichsen ( * ) hat schon vor einem Jahr in “Eigenblutdoping” manche Zweifel formuliert . Und Mit Geert Lovink ist der bloggende Blog- Kritiker höchstselbst zu Gast . Der ebenfalls bloggende Universal- Zampano Walter Gröbchen sieht mit “brand 1“- Herausgeber Wolf Lotter die derzeitige Krise als Chance.

Das nähere Programm findet sich hier . Denen , welche sich nicht fern vom Orte des Geschehens aufhalten oder die mit der Bedienung der eigenen creative industry Beschäftigten sei die radiophone Aufbereitung des Tagungs- contents in der Sendung “Creative Class . Von immaterieller Arbeit und materieller Not” – matrix , 5. 4. , 22:30 H .

Tagung “Creative Cities – Das Versprechen der kreativen Ökonomie” – Funkaus Wien , Grosser Sendesaal – Heute , 31. 3. 2009 , 14 – 20 H

( * ) DD ist übrigens auch am Mittwoch , den 1. 4. ( 19 H ) im Wiener depot zur Ausstellung “The Porn Identity” zu hören .

( Au weia , jetzt haben wir DAS WORT erneut als # 1 der meisten Google- Treffer in unserer Statistik – Der Setzer )

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LINZ | AUSSTELLUNG | WERKSCHAU GEORG JAPPE

czz-neuesvonfreundenDie Linzer Künstlervereinigung MAERZ setzt die von unserem “Salon“- Autor Christian Steinbacher kuratierte polymorph- poetische Veranstaltungsreihe “Für die Beweglichkeit” heute mit der Eröffnung einer Werkschau des 2007 verstorbenen Poeten , Kunsttheoretikers , Kritkers und Audio- Künstlers Georg Jappe ( home ) fort . Die Ausstellung situiert sich bilokal sowohl in der MAERZ- Galerie als auch im StifterHaus und wird folgerichtig konsekutiv eröffnet :

Um 19 H treten in den Räumlichkeiten der Künstlervereinigung MAERZ die Hamburger Künstlerin Lili Fischer ( Einrichtung der Ausstellung ) in Dialog mit Heidi Grundmann , Initiatorin und mistress mind des ORF- Kunstradio ( welches ettliche O-Ton- Arbeiten Georg Jappes realisiert hat ) .

Um 20 H folgt die Eröffnung im StifterHaus ( “weniger als 10 Minuten Fussweg” ) mit kurzen Grussworten von Seiten der offiziellen Landes- und Stadtpolitik , der Kulturhauptstadt- Intendanten etc. Im Mittelpunkt steht allerdings die Rede des Kunstkritikers und zweimaligen documenta- Leiters Manfred Schneckenburger zum Werk Georg Jappes : Hier darf man Erhellendes erwarten .

Werkschau Georg Jappe – Linz : Künsltervereinigung MAERZ + StifterHaus , 1. – 19. 4. 2009 – Eröffnungen heute , 31. 3. 2009 , 19 H + 20 H

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WIEN | LITERATUR | CLEMENS SETZ

czz-neuesvonfreundenDie Besprechungen zu Clemens Setz‘ überbordendem Roman “Die Frequenzen” ( Residenz ) pegeln zwischen kompletter Ablehnung und interessiertem Staunen . Grund genug , sich ( siehe oben ) selbst medias in res zu begeben . Eine hilfreiche Räuberleiter zum Einstieg bietet Daniela Strigl , die den Autor ja bereits beim Bachmann- Wettbewerb 2008 näher ins Auge gefasst hat .

Buchpräsentation Clemens Setz : “Die Frequenzen” – Literaturhaus Wien – Mittwoch , 1. 4. , 19 H

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WIEN | THEATER | ARTMANN : FLIEGER , GRÜSS MIR DIE SONNE

czz-neuesvonfreundenSeit der herrliche Art- und Dichtersmann H. C. Artmann im Jahr 2000 verstarb , figuriert sein Name wohl in diversen Stiftungen und Preisen , ist dahingegen von seinem vielseitig curiösen Werk wenig mehr zu vernehmen . Das Gastspiel der nach dem regelmässig bespielten Schloss Damtschach benannte Kollektiv “Panorama | Schloss Damtschach” im Wiener TAG ( ehemals besser bekannt als Theater der Gruppe 80 ) bricht nun das peinliche danubische Schweigen . ( In Kärnten [ sic ] hatte man sich dahingegen bereits der Schauerromanen “Dracula , Dracula” , “Tök ph’rong süleng” und “Frankenstein in Sussex ” angenommen . )

Zu sehen und zu vernehmen ist nun eine szenische Adaptierung der Erzählung “Flieger, grüss mir die sonne…” ( aus : “How much , schatzi ?” ) . Im Folgenden Synopsis und Cast :

In seiner Erzählung “Flieger, grüss mir die sonne…” beschreibt H.C. Artmann den skurrilen Aufstieg und Fall eines von der Natur mit Vorzügen nicht gerade gesegneten Mannes, der sich mittels falscher Identität und unzähliger merkwürdiger Prothesen äusserlich und innerlich in einen verwegenen Flieger verwandelt und sich in einem französischen Seebad auf Eroberung begibt. Dabei kommt ihm nicht nur ein unangenehmer Bekannter in die Quere, der seine wahre Herkunft kennt; auch sonst ist bald aller Lack ab – und schliesslich soll er auch noch sein Heldentum bei einer Feuerkatastrophe beweisen …

Den glücklosen Flieger verkörpert Johanna Orsini- Rosenberg. Sie tritt als Frau auf besondere Weise mit diesem Text und der skurrilen Hauptfigur in Dialog, mit welcher sie vor allem die absolute Unmännlichkeit teilt. Die drei weiteren Darsteller bzw. Jazzmusiker Paul Skrepek ( u. a. “Kollegium Kalksburg” ) , W. Vincenz Wizlsperger ( ditto ) und Martin Zrost ( u. a.”Trio Exklusiv” ) geben neben aktionistischer und verbaler Vehemenz vor allem den guten Ton an : “Artmann goes concert ” .

H. C. Artmann : “Flieger, grüss mir die sonne…” , szenisch- musikalische Aktion – Wien , TAGVorstellungen : Donnerstag , 2. 4. bis Samstag 4. 4. 2009 , 20 H

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KLANGAPPARAT

Jetzt erst einmal richtig hingesetzt : aufrecht und den Kopf schön in der Mitte zwischen den Stereo- Boxen : Die Soundlandschaften , die der Kanadier Nimalan Yoganatha aka Shoebomber anhand von Beat- czz-hoerempfehlungLinien durchquert , sind herrlich ins stereophone Spektrum gelegt : Hier spriessen harmonische Schnipsel , dort breiten sich subtile Field Recordings aus und das alles perforiert von minimen elektroakustischen Mustern . Sein “Cantus In Memory Of Lasantha Wickramatunga” , eben bei Panospria erschienen , ist eine der elaboriertesten Entdeckungen innerhalb der Netlabel- Szene der letzten Monate . Auf geht die Reise in den aufregenden Sound- Raum … CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) .

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