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||| URHEBERRECHT : HEIDELBERGER BOCKSGESÄNGER , HAMBURGER ERKLÄRUNG ZUM SCHUTZ GEISTIGEN EIGENTUMS | MEDIEN | LITERATUR | WEBLITERATUR | DIGITALE INNOVAION | BLOGISM | TWITTER | ZITIERT

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Dass wir in|ad|ae|qu|at heute zur üblichen – beiläufig Arno Schmidt’schen – Arbeitszeit erwachten , um uns ans Tagwerk begeben , indes den sonderbaren Gedanken nicht abzustreifen vermochten , wir blickten einem weiteren Freitag ins unbarmherzige Kalenderblatt , erwies sich dann doch als zu irritierend , um echte Konzentration aufkommen zu lassen . Da tat das kleine Nickerchen zwischen drei und fünf Uhr früh das Seine , und wir sind wirklich und auch mental etwas griffiger auf einem platten Samstag gelandet .

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URHEBERRECHT : HEIDELBERGER BOCKSGESÄNGER , HAMBURGER ERKLÄRUNG ZUM SCHUTZ GEISTIGEN EIGENTUMS

  • Die Urheberrechtstagung im Frankfurter Literaturhaus am 15. 7. – “Autorschaft als Werkherrschaft in digitaler Zeit” , veranstaltet von der FAZ und den Initianden des Heidelberger Appellls – rückt drohend heran : Im Vorfeld haben sich bei den Frankfurtern ja bereits selbsternannte Opfer von Google- Books geoutet , allen voran Tycoon Hubert Burda , welcher die “schleichende Enteignung” der Verleger durch Google beklagte . Hier noch einmal , weils so schön war , ein kurzes Memo zum Portefeuille des solcherart “Enteigneten “:

Die Hubert Burda Media gibt heute (2006) insgesamt 252 Magazine, Zeitschriften und Zeitungen in 19 Ländern heraus, davon 68 in Deutschland. Hinzu kommen ca. 120 Internet- und Radiobeteiligungen. Der Konzern beschäftigt mehr als 7.000 Mitarbeiter und machte 2004 einen Umsatz von 1,526 Milliarden Euro, davon entfielen auf den Druckbereich 179 Millionen Euro. ( Wikipedia )

Der Heidelberger Appell und das ganze apokalyptische Gemurmel, das von interessierte Lobbyorganen darum getrieben wird, sollte die Politiker, die Verlage und die Autoren ohnehin nicht dazu verleiten, unvernünftig zu handeln” , biete doch das Netz eine Reihe von neuen Geschäfts- und Vertriebsmodellen ( Backlistvermaktung , neue Schnitt- und Kontaktstellen Autor | Leser ohne Vermittlung | finanzielle Abmelkung durch Verlage ) : “Klügere Autoren werden das Netz suchen, um ihre Leser zu finden. Klügere Verleger werden die Heidelberger Jeremiaden als das nehmen was sie sind, Konvulsionen eines erstarrten Wesens, das aufwacht und sich die Augen reibt. Soll es zurücksinken in den Status quo ?

Chevel erinnert an die vor einigen Jahren durch ein Pasquill ( Quand Google défie l’Europe . Plaidoyer pour un sursaut , Paris 2005 – Googles Herausforderung . Für eine europäische Bibliothek , Berlin 2006 ) des Direktors der Bibliothèque Nationake Jean- Noël Jeanneney , losgetretene Debatte über die einseitige Anglisierung digitaler Literatur durch Google . “Nun beschwert man sich über das Gegenteil, die Digitalisierung nicht englischsprachiger Bücher.”

Dieser Demokratisierung kultureller Inhalte könne nur durch ein offensives Vorgehen europäische ( recte : deutscher ) Unternehmen gelotert werden : “es wäre wünschenswert, dass Google hier Konkurrenten hätte. Also bitte: Legt los.

Die an der Musikverwertungsgesellschaft GEMA angelehnte PC-Gebühr soll dafür sorgen, dass Verlage stärker vom Internet profitieren können. Das Vorhaben erinnert an die so genannte Kulturflatrate, bei der User eine Standardgebühr entrichten und dafür zahlreiche Kulturangebote im Netz kostenlos nutzen können. Verleger Hubert Burda (“Focus”, “Bunte”) hatte zuvor in einem Beitrag für die “FAZ” gefordert, dass die Suchmaschinen, bei denen gut funktionierende Online-Werbung vor allem lande, Medienunternehmen an ihren Erlösen beteiligen müssten. ( … ) Eine der Möglichkeiten, dies zu ändern, sei ein neues Leistungsschutzrecht. Damit wollen die Verlage ihre Werke in ihrer Gesamtheit schützen. ( … ) Wenn es nach den Verlagen geht, könnten zudem Grundstrukturen im Internet bald kostenpflichtig werden – dazu gehören (aktuell noch völlig rechtmäßige) Zitate oder Links. ( … ) Bei Google reagiert man wenig erfreut über die Debatte. Man verstehe nicht, warum man ständig für die schwierige Lage der Zeitungen verantwortlich gemacht werde, sagte Firmenmanager David Drummond gegenüber der Pariser Le Monde . Die Suchmaschine schicke jedes Jahr enorm viele Nutzer auf die Websites der Medienkonzerne, die damit Milliardenumsätze generierten.

  • Statt zu jammern , so Thomas Knüwer in seinem Blog “Indiskretion Ehrensache” , sei es für die Verleger höchste Zeit , endlich selbst – mit und nicht gegen die Werkzeuge|n des WWW – zu handeln :

…. Hubert Burda und all seine Berufsstandskollegen könnten dieser “schleichenden Enteignung” ja sogar teilweise Grenzen setzen, zumindest was Suchmaschinen betrifft. Eine Programmzeile auf die Homepage und – zack – bleiben die Suchmaschinenroboter draußen. Mehr noch: Man könnte Google auch wirtschaftlich ein klein wenig ankratzen, ließen die Verlage die Adsense-Anzeigen weg, mit denen sie in klickschwachen Momenten ein paar Leser mehr ins Haus holen. ( …. ) Und es ist ja nicht so, dass es nicht andere Methoden gäbe, dieser “Enteignung” zu entgehen. Suchmaschinen, Social Networks, Internet-Zugänge – all dies sind Märkte im Geiste unseres Wirtschaftssystems. Jedem der Verlage stünde es offen, die Arena des Unternehmerkampfes zu betreten. Teilweise haben sie dies getan – erinnern wir uns beispielsweise an Burda und seine Zugangstochter Europe Online oder Bertelsmann und seine Suchmaschine Lycos Europe.

Allein: Sie scheiterten. Andere nicht. Was bedeutet: Die Verlagsangebote und die Art, wie sie geführt wurden, waren nicht gut genug. Von jenen, die es besser machten, die sich in marktwirtschaftlichem Wettbewerb ihren Erfolg erkämpften wollen die unterlegenen Verlage nun Geld haben. Warum? Weil sie behaupten, ein Recht darauf zu haben. “Es geht um die Bewahrung eines Kulturguts”, schreibt Burda.

Dies ist auf zwei Ebenen bemerkenswert. Einerseits ist da einer, der sich als Unternehmer sieht – aber von anderen Unternehmern Geld haben will. So als ob Opel kein Staatsgeld haben wolle, sondern welches von VW. Das hat etwas von Kommunismus für Entrepreneure. Andererseits deutet Burda an, die Print-Objekte seines Hauses seien meritorische Güter. Waren, also, die eine Gesellschaft sich leisten müssen, weil sie wichtig sind. ( … ) Das Leistungsschutzrecht, das Verlage derzeit für ihre Waren fordern, ist nichts anderes als der Glaube, gedruckter Journalismus sei ein meritorisches Gut. Und: Das Leistungsschutzrecht ist die versteckte Bettelei um Staatshilfe – die Verlage wollen nur nicht dieses Wort in den Mund nehmen. Gut, dass sie selbst nicht wissen, wie diese Forderung überhaupt erfüllt werden soll. Denn ein Blick auf die Details zeigt, dass eine solche Regelung zum einen praktisch undurchführbar ist und zum anderen eine Presslizenzierung ist.

Denn wer sollte denn davon profitieren ? Nur gedruckte Zeitungen und Zeitschriften in Form einer Abgabe ? Dann werden sich die Schülerzeitungen des Landes freuen. ( … ) Die Verlage dagegen würden am liebsten hübsch eng definieren, wer in ihren erlesenen Kreis gehört. Das ist Presselizenzierung und somit zum Beispiel das Gegenteil jener Chefredakteurs- Charta, die jüngst in Hamburg von einigen Großkopferten unterzeichnet wurde . Das Leistungsschutzrecht also ist eine Kopfblase der Verlage, es wird vielleicht kommen – dann aber vor Gericht gekippt werden.

Bis dahin wird es Kapazitäten absaugen, die Verlage besser in das stecken sollten, was sie groß gemacht hat: Unternehmertum. Jahrzehnte lebten sie wunderbar dank einer Oligopolrendite: Sie waren einer der wenigen Mittlerkanäle zwischen werbender Industrie und Verbrauchern. Durch das Internet ist aus diesem Kanaloligopol ein Polypol geworden – und entsprechend schmilzt die Rendite. Darauf muss man reagieren. Die Verlage hätten das schon vor 10 Jahren tun müssen. Doch sie glaubten, einfach ihre Geschäftspraktiken auf das Internet übertragen zu können – und scheiterten. Nun haben sie vielleicht noch eine letzte Kugel, einen letzten Versuch des Ausbruchs nach vorn. Stattdessen aber ziehen sie sich in den Bunker und hoffen, dass es irgendwann besser werden wird. Solch eine Taktik war in der Geschichte der Menschheit auch erfolgreich – in sehr seltenen Einzelfällen.

  • Und hier ist sie , die “Hamburger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums ( PDF ) , welche der europäische Verlegerrat European Publishers Council ( EPC ) diese Woche der EU- Kommission überreichten . Unterzeichnet von 166 – darunter 148 deutschsprachigen Verlegern – darunter echte Opfertypen wie Mathias Döpfner ( Axel Springer AG ) , Oscar Bronner ( Der Standard , A ) , Bernd Buchholz ( Gruner + Jahr , D ) , Hubert Burda ( Burda Media , D ) , Hanzade Dogan ( Milliyet , D ) , Stefan von Holtzbrinck ( Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck , D ) , James Murdoch ( News Corporation Europe and Asia ) , Horst Pirker ( Styria , A ) Michael Ringier ( Ringier , CH ) und Robert Thomson ( Dow Jones and Wall Street Journal ) , wird maximal geklagt und gefodert :

Zahlreiche Anbieter verwenden die Arbeit von Autoren, Verlagen und Sendern, ohne dafür zu bezahlen. Das bedroht auf die Dauer die Erstellung von Qualitäts-Inhalten und von unabhängigem Journalismus. Wir treten deswegen entschieden dafür ein, den Schutz geistigen Eigentums im Internet weiter zu verbessern. Freier Zugang zu Webseiten bedeutet nicht zwingend kostenlosen Zugang. Wir widersprechen all jenen, die behaupten, dass Informationsfreiheit erst hergestellt sei, wenn alles kostenlos zu haben ist. Der freie Zugang zu unseren Angeboten soll erhalten bleiben, zum Verschenken unseres Eigentums ohne vorherige Zustimmung möchten wir jedoch nicht gezwungen werden. Wir begrüßen deshalb die wachsende Entschlossenheit von Bundesregierung, Landesregierungen und den im Bundestag vertretenen Parteien, die Rechte von Urhebern und Werkmittlern weiter an die Bedingungen des Internets anzupassen. Im Internet darf es keine rechtsfreien Zonen geben. Gesetzgeber und Regierung auf nationaler wie internationaler Ebene sollten die geistige Wertschöpfung von Urhebern und Werkmittlern besser schützen. Ungenehmigte Nutzung fremden geistigen Eigentums muss verboten bleiben. ( Hamburger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums , PDF )

  • Wie man sieht , läuft das Ganze letztlich auf die Forderung nach einen “Bailout” der in die Misère gerutschen Verlagsindustrie durch die Politik hinaus . Und . biläufig : Von Autorschaft und durch Personen generiertem Content ist mit keinem Wort die Rede . Aber man kennt das ja aus der Landwirtschaft : Es verdienen die Vermittler | Händer und nicht der Produzent . Letzterer würde , wie bei gulli veniliert , per Kulturflatrate quasi wie ein Musikschaffender durch die GEMA abgefunden .
  • Schriftsteller und Musiker Thomas Meinecke im “börsenblatt online” über die Fragwürdigkeit genuiner Urheberschaft , Sampling und selbstbestimmte Textfreigabe :

Das mit der Hip-Hop-Culture aufgekommene Sampling, bei dem Musikpassagen aus bereits historischen Stücken direkt in neue Tracks importiert wurden, erlangte seine ästhetische Vervollkommnung, wenn das Merkmal, dessenthalben man sich zur sozusagen freundlichen Übernahme entschlossen hatte, im Neuen bis zur Unkenntlichkeit aufgegangen war. ( … ) Als Musiker in meiner Band arbeite ich nach eben diesen eklektizistischen Prinzipien, als Diskjockey in Clubs macht es mir Spass, wenn ich aus zwei gleichzeitig laufenden Platten etwas ungeahntes Drittes generieren kann ( … ) .

Mit meinem Verlag mache ich für jedes einzelne Buch die Bedingungen bezüglich der Weitergabe meiner Texte aus. Ich freue mich, wenn ich durch derartige Transaktionen Geld verdienen kann. Manchmal kontakten mich Leute, die einen Text übernehmen wollen, aber nicht dafür zahlen können. Dann rufe ich im Verlag an und nehme den Text für diesen Fall aus der vertraglichen Vereinbarung heraus. Ich möchte selbst darüber befinden können, wer meine Texte unentgeltlich erhalten kann. Und ich verstehe das Verhältnis zu meinem Verlag als eines unter Komplizen. Mein Verlag ist nicht mein Gegner. Er nimmt meine Interessen wahr.

Ich freue mich darüber, wenn jemand 19,90 Euro für meinen neuen Roman bezahlt. Ich betrachte das als anteilige Anerkennung eines mehrjährigen Arbeitsprozesses, als Honorar und nicht als Lohn ( wie er mir im Fall einer Kultur-Flatrate zustünde, deren womöglich an Klicks orientierter Verteilerschlüssel gewiss nicht in meinem Sinn und zu meinen Gunsten ausfiele ): Hier steht sozusagen Ehre gegen Gnade.

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Fortunello Ice Cream

( via tonto–kidd )

MEDIEN

  • Die NZZ trudelt durch Rossbreiten – Relaunch am 23. September – Dass die NZZ der eingetretene Flaute mit Preiserhöhungen und Entlassungen einerseits , anderseits durch den neu ins Amt getretenen CEO Albert P. Stäheli zu entweichen sucht , berichten die Feeds des medienspiegel sowie persoenlich.com kontinuierlich . Nun soll die calvinistisch strenge Fregatte in ihrem 230. Jahrgang ab 23. September aufgepeppt werden . Chefredaktor Markus Spillmann weist allerdings jede Anmutung “modischer Effekthascherei” dezidiert zurück .

Wie NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann im Gespräch mit persoenlich.com sagt, führte man vor der Überarbeitung eine Leserschaftsbefragung durch. Daraus sei hervorgegangen, dass die Leser die gedruckte NZZ ungeachtet neuer Medienformen als ein hochwertiges Informationsmedium überdurchschnittlich schätzen. Sie verbinden die inhaltliche Güte aber vermehrt auch mit der Erwartung an eine gepflegte Typografie, Seitengestaltung, Bild- und Grafiksprache, ohne dass die NZZ ihre Einzigartigkeit preisgibt.

Als externer Partner für die Gestaltung konnte die Kölner Designagentur Meiré und Meiré engagiert werden. Bekannt ist die Agentur für ihre Editorial Designs im hochwertigen Magazinbereich (“brandeins”, 032c, Arch+ …) oder Corporate Branding & Architecture ( … BMW, Mini, Smart). Wie Markus Spillmann ausführt, habe er sich bewusst für eine internationale Agentur entschieden, die zudem noch wenig Erfahrung im Zeitungsbereich habe. ( …. ) Spillmann führt weiter aus, dass die Agentur es hervorragend verstanden habe, die NZZ und ihren inhaltlichen Anspruch gestalterisch zu interpretieren. Die NZZ bleibe weiterhin eine unverwechselbare Qualitätszeitung für die Schweiz. “Wobei wir uns sicher selbstbewusster am internationalen Umfeld orientieren möchten”, so Spillmann.

Mit der Überarbeitung beabsichtigt die NZZ künftig vermehrt jüngere Leser anzusprechen. Wie der Chefredaktor sagt, wolle man dies in erster Linie mit der sorgfältigen Auswahl von Bildern[ seufz , wie lange ist es her , dass die NZZ von Schwarzweiss- auf Farbbilder umstieg ? – Zweieinhalb Jahre , nämlich 2006 – Der Setzer ] und einer verbesserten Leserfreundlichkeit erreichen. Inhaltlich sei kein Kurswechsel vorgesehen, obschon sich auf der Redaktion eine neue Generation von Journalisten breit mache. “Wir werden die Zeitung nicht für Boulevardthemen öffnen”, betont Spillmann.

  • Wirtschaftskrise erreicht jetzt auch Hörfunk – Radio : weniger Werbung, mehr Hörer ( Infosat.de )

Bislang ist das Radio von der Wirtschaftskrise weitgehend verschont geblieben. Doch jetzt schlägt die Werbeflaute voll auf das Anzeigengeschäft der Hörfunkanbieter durch. Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien ( BLM ), Wolf-Dieter Ring, sprach bei der Eröffnung der Lokalrundfunktage in Nürnberg von deutlichen Einbußen und rät zu antizyklischem Handeln. Die gute Nachricht für Radio-Veranstalter: Die neue Media-Analyse zeigt, dass der Hörfunk insgesamt mehr Hörer erreicht.

Noch in den ersten drei Monaten dieses Jahres stiegen die Werbeeinnahmen der Radiosender um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Kein anderes klassisches Medium stand in der Krise so gut da. Damit ist jetzt Schluss. Angesichts der schwierigen Situation rät Ring den privaten Anbietern aber, antizyklisch zu handeln und jetzt unter keinen Umständen am Programm zu sparen: “Wer in der Krise entscheidend Marktanteile verliert, wird sich schwertun, sie hinterher wieder zurückzugewinnen.”

Außerdem fordert Ring, öffentliche Gelder auch für den privaten Rundfunk zu verwenden. So sollte einerseits die technische Infrastruktur für den Ausbau des digitalen Rundfunks in Deutschland gefördert werden. Um “gesellschaftlich erwünschte” Programme sicherzustellen, könnte andererseits ein Teil der Rundfunkgebühren auch an lokale Rundfunkveranstalter abgeführt werden.

Unterdessen veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse in Frankfurt gute Nachrichten ( PDF ) für die Hörfunkveranstalter: 78,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben im zweiten Quartal 2009 täglich Radio gehört. Damit ist die Reichweite um 113.000 Hörer auf 54.974.000 Hörer gewachsen. Die Hördauer ist seit dem ersten Quartal minimal von 189 auf 188 Minuten gesunken.

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LITERATUR

Neuromancer definierte den Begriff des Cyberpunk – Outlaws an der Tastatur in einer dystopischen Welt. Es führte ein weltweites Publikum in eine geheime Sphäre ein, die sich im Computer abspielte – den Cyberspace. Gibsons Held Case macht durch, was nach ihm viele Internet-Nerds durchmachten; ( … ) Viele der in Neuromancer enthaltenen Vorhersagen bewegen sich heute im Bereich der Realität. Da wäre zum Beispiel das Grundkonzept eines globalen Netzes. Anfang der Achtziger begannen Universitäten und Militäreinrichtungen, sich weltweit miteinander zu vernetzen und Firmen konnten für viel Geld Daten über den Atlantik verschicken. ( … ) Gibsons Netz ist zwar nicht textbasiert, sondern eine dreidimensionale Welt, in der es eine enorm starke Symbolik gibt, doch immerhin – das Datenreisen ist in Neuromancer kaum anders als bei uns.

Allerdings :

Die virtuelle Realität, die Gibson abbildet, hat sich dagegen noch nicht durchgesetzt. Sie wird aber in Form der so genannten Augmented Reality immer greifbarer: Handy-Anwendungen nutzen dabei die Kamera des Geräts, um ein Abbild der Umgebung zu schaffen, integrieren aber Künstliches. Allumfassende Datenbrillen nutzt dagegen niemand. In Neuromancer gibt es dafür direkte Gehirnschnittstellen.

  • Mark Sullivan macht sich auf pcworld.com Gedanken , “What it got right, what it got wrong” . Erscheine Manches wie “a blueprint that developers who grew up with the book consciously or subconsciously followed” – Gibsons “idea of a global network of millions of computers, which he described in astonishing detail” in Zeiten , da “the personal computer was still a fairly new idea” . Visonär die Konzepte von “Cyberspace | Virtual Reality” :

… Gibson took the World Wide Web much further. By introducing the concept of cyberspace, he made the Web a habitable place, with all the world’s data stores represented as visual, even palpable, structures arranged in an endless matrix. Gibson’s cyberspace also turned computing into an experience that involved all of the senses. Instead of interacting with the network visually by using a computer monitor, Gibson’s characters “jack in” and navigate an enveloping 3D world. Each user is “connected” to the computer via a system of electrodes and neural interfaces emerging from a laptop-type thing called a deck. ( … ) Linden Lab’s Second Life captures many people’s imagination because it adds the next layer of experience to the Internet. Second Life builds a visual, aural, participatory world on top of–and as an expression of–the dead network of computers that forms the Web. Of course, Second Life involves no direct hookup to the user’s frontal lobes, as Gibson’s cyberspace does. And Second Life differs in another key way: It seeks to replicate the real world that we’re already familiar with. ( … ) But whereas in The Matrix technology functions primarily as a means of control, in Neuromancer its role is more complicated: At times technology is benevolent, and at other times it’s malevolent. Many of the inhabitants of Neuromancer’s near-future world see technology as a liberating force, a way to escape from the ravages of pollution, disease, and war. ( … )

Andere Modelle , wie dasjenige der Fremderfahrung via “Simstim ” , bleiben auch heute Objekt schierer Phantasie :

Again riffing on the human / computer integration theme, Gibson identifies the major form of entertainment in the world of Neuromancer as simstim ( Simulation / Stimulation ). Simstim is a recording ( or live broadcast ) of the sensory experience of one person that, with the help of a simstim deck, can be re-created exactly in the brain of another. To the person experiencing the simstim, it’s like viewing the world through another person’s eyes, hearing with their ears, feeling with their skin, smelling with their nose. It’s the full sensory stimulation of another person.

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WEBLITERATUR

  • E- Books : ( Psychologischer ) Kopierschutz oder | versus DRM ? – E- Books @ Libreka “mit” oder “ohne” sichtbarem digitalen Wasserzeichen : Erfahrung mit DRM im Musik- und Filmsektor hat gelehrt , “dass ehrliche Kunden sich oft als Gegner behandelt vorkommen, weil allzu gründliche Kopierschutzmaßnahmen den Käufer bei der Benutzung seines Produkts behindern” ( Nikolaus Weichselbaumer ) . Wenn der auf Intiative des Börsenvereins entwickelte E- Book- Dealer Libreka sowohl mit mit sichtbaren als auch unsichtbaren Watermarks operiert , tritt neben dem Moment der Registrierung auch ein psychologischer Faktor ins Visier . MBV- Geschäftsführer Ronald Schild :

Was heißt nun psychologischer Kopierschutz? Kurz zusammengefasst handelt es sich um eine Kennzeichnung des Dokuments (Watermarking), mit der sich der Käufer identifizieren lässt. Dieses Wasserzeichen wird für jedes E-Book individuell generiert und in verschiedenen Formen eingebaut: sichtbar und unsichtbar. Das sichtbare Wasserzeichen stellt ganz explizit dar, dass dieses Buch registriert und der Käufer identifizierbar ist. Der sichtbare Eintrag ist das eigentlich Psychologische an dieser Form von DRM: es führt dem Nutzer klar vor Augen, dass er eine persönliche Kopie in den Händen (oder eher: im Lesegerät) hält. ( … )

Verhindert ein psychologisches DRM das Kopieren? Technisch gesehen: nein, soll es aber auch nicht. Ein psychologisches DRM vermittelt lediglich das Gefühlt, ein persönliches E-Book zu besitzen – und erlaubt im Nachhinein den Verursacher von Raubkopien zu ermitteln.

Um es mit einer Analogie zu vermitteln: Das psychologische DRM funktioniert wie eine Diebstahlsicherung im Kaufhaus. Natürlich kann ein versierter Ladendieb den auf der Ware angebrachten Chip, der den Alarm am Ausgang auslöst, entfernen und so die Ware stehlen. Aber der Großteil der Ladendiebstähle, die aus Gelegenheit, Impuls oder anderen Beweggründen geschehen, werden auf diese Art wirksam unterbunden. Und wer mutet es heute dem Kunden noch zu, beim Verlassen des Ladens die Tasche durchsuchen zu lassen?

Zurück zum E-Book: Psychologisches DRM bietet keine 100 %-ige Sicherheit, ebenso wenig wie ein hartes DRM. Es belohnt vielmehr den ehrlichen Kunden, indem er (immerhin ein Kunde, der für geistiges Eigentum zahlen möchte) ein vollfunktionales, einfach zu bedienendes E-Book erhält. Und es stellt für den Verlag die bestmögliche Balance zwischen Schutz vor Raubkopien und Kundenorientierung dar.

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DIGITALE INNOVAION

Ermittelt wird er so :

  1. Googelt nach Eurem Namen.
  2. Die Gesamtanzahl der Suchergebnisse wird als Zahl festgehalten.
  3. Die ersten 30 Treffer wertet Ihr aus. Denn nicht jeder Treffer hat was mit Eurer Person zu tun. Wieviele Treffer betreffen Euch. Das Verhältnis von relevanten Eigentreffer zu den 30 Treffer bildet die erste Meßzahl.
  4. Diese Messzahl wird mit der Gesamtanzahl der Suchergebnisse (Zahl aus 2.) multipliziert, so dass Ihr den Reputationsindex erhält.

Für unseren Klarnamen erhalten wir die Indexziffer 16.758 ( exakt : 16.758,620689655172413793103448276 ) – Frage bleibt nur : Was uns DAS sagt ?!

  • Schwachstellen in Word Press 2.7 MU bis 2.8 – Die Fehler sollen in den finalen Versionen 2.8.1 und MU 2.8.1 geschlossen sein
  • WordPress 2.8.1 ist da und 53 Probleme weniger ( Basic Thinking )
  • Chris AndersonsFree” integral als Audiobook : Download entsprechend gratis ( ZIP ) -WIRED- Chefredakteur Anderson entlässt das Hörbuch gratis in die Öffentlichkeit – macht’n bissel Arbeit , da viele Kapitel …. – Cory Doctorow illustrert den Erfolg des Giveaway- Gedankens mit einer häuslichehn Story :

anderson freePerhaps the best example of a glorious embrace of waste is YouTube. I often hear people complain that YouTube is no threat to television because it’s “full of crap”–which is, I suppose, true. The problem is that no one agrees on what the crap is. You may be looking for funny cat videos and think my favorite soldering tutorials are of no interest. I want to see funny videogame stunts and couldn’t care less about your cooking tutorials. And clips of our own charming family members are of course delightful to us and totally boring to everyone else. Crap is in the eye of the beholder. ( … )

A few months ago it was time for my kids to choose how to spend the two hours of “screen time” they’re allowed on weekends. I suggested Star Wars and gave them a choice: They could watch any of the six movies in hi-def on a huge projection screen with surround sound audio and popcorn. Or they could go on YouTube and watch stop-motion Lego animations of Star Wars scenes created by 9-year-olds. It was no contest–they raced for the computer.

It turns out that my kids, and many like them, aren’t really that interested in Star Wars as created by George Lucas. They’re more interested in Star Wars as created by their peers, never mind the shaky cameras and fingers in the frame. When I was growing up, there were many clever products designed to extend the Star Wars franchise to kids, from toys to lunch boxes, but as far as I know nobody thought of stop-motion Lego animation created by children.

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BLOGISM

  • Blogger Jeff Jarvis über Journalismus und Presse als mächtige Mythen des Alltags – Mahnend warnt der “What woukd Google do ?”- Denker Jeff Jarvis vor einem – angesichts des Bürgerjournalismus und der Zeitungskrise – überzogenen und anachronistischen “Journalistic narcissism ” als Produkt der veralteten Mythen der informationsmonopolistischen “Presse” :

I was trained to accept that myth: that journalists decide what’s important, that it’s a skill with which they are imbued: news judgment. I worked hard to gain and exercise that judgment. The myth further holds that no judgment of importance is more important than The Times’; that’s why, every night, it sends out to the rest of newspaperdom its choices. News isn’t news until it’s reported and it’s not important until The Times says so. But why do we need anyone to tell us what’s important ? We decide that. What’s important to you isn’t important to me. Why must we all share the same importance ? Because we all shared the same newspaper. There is the wellspring of the myth: the press.

Man müsse die Grundlagen des bislang als solchen bekannten Presse- Journalismus neu durchdenken :

To start, it is critical that we understand and question every assumption that emerged from old realities – for example, that news should be a once-a-day, one-for-all, one-way experience just because that’s what the means of production and distribution of the newspaper and the TV broadcast necessitated. ( …) No more. The press has become journalism’s curse, not only because it now brings a crushing cost burden but also because it led to all these myths: that we journalists own the news, that we’re necessary to it, that we decide what’s reported and what’s important, that we can package the world for you every day in a box with a bow on it, that what we do is perfect (with rare, we think, exceptions), that the world should come to us to be informed, that we deserve to be paid for this service, that the world needs us.

Ex negativo erscheint das von dieser Presse horrizierte ( Selbst ) Bild des Bloggers :

Oh, I know, this is all a big set-up for your punchline: A blogger is talking about narcissism ? Heh. Isn’t blogging the ultimate narcissism ? But who called it that, who made that judgment ? – Journalists, as far as I’ve seen. When they talk, it’s important. When we talk, it’s narcissism. What we say can’t be important – can it ? – because we’re not paid and printed. But I don’t want to replay the blog culture war, which I keep hoping is over. I want to question assumptions, to find the cause and effect of myths.

Der Herausgeber der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ), Werner D’Inka, warnt vor mangelnder journalistischer Qualität im Internet. Zwar machten die weltweit vernetzten Foren und Blogs ein enormes Wissen verfügbar, doch eine besonders authentische Form des Journalismus lieferten Blogger und Bürgerjournalisten nicht. Die meisten überließen die Recherchearbeit lieber den Mainstream-Medien und plagten sich nicht mit der Mühe ernsthafter Nachrichtenarbeit, sagte der Publizist laut Kathpress am Donnerstagabend in Bonn.

Nach den Worten des FAZ-Herausgebers fehlt Bloggern der “professionelle Filter und die Korrekturinstanz einer versierten Redaktion”, die halb recherchierte Geschichten aussondere. Ernstzunehmender Journalismus sei “eben keine Heimwerker-Beschäftigung”, sondern ein Beruf, der bestimmte Fähigkeiten wie die Trennung zwischen Nachricht und Meinung verlange. Diesen Ansprüchen genüge nicht jeder, der in einem Internet-Blog “die Zeitgenossen mit möglichst steilen Thesen unterhält”. Auch die subjektiven Erfahrungsberichte der Blogger im Iran bedürften bei aller Sympathie einer professionellen Nachprüfung. ( …. )

Kritik übte der FAZ-Herausgeber an Zeitungsverlagen, die dazu übergingen, “ihre Seiten von Leichtlohntruppen füllen zu lassen”. D’Inka äußerte sich bei einem Festakt, in dessen Rahmen Thomas Juncker als neuer Geschäftsführer der Katholischen Nachrichtenagentur ( KNA ) eingeführt wurde. ( APA | Der Standard )

… Vodafone …  erklärt, dies sei die Generation Upload (sprich Tschänäräschn Aploht); all jene also, die im Netz nicht nur Entertainment wollten, sondern sich auch einbringen, und die man empowern möchte, das zu tun. ( … ) Exakt jene starken Nutzer des Internets fanden den Spot, die Pressekonferenz oder den darin auftretenden Blogger Sascha Lobo so wenig ansprechend, dass eine andere Werbefigur zu Protokoll gab: Bin ich froh, dass ich nicht Sascha Lobo bin. ( FAZ )

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    TWITTER

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    ZITIERT

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    • Lee Bryant über Social Networks als Wieder- Auferstehung mittelalterlicher Gilden und Zünfte in der Epoche der Massenproduktion- , -Konsumption und -Vernichtung :

    Für ihn stellt also nicht das Internet und der mit ihm einhergehende Medienwandel eine Bedrohung dar, sondern er sieht eher das zurückliegende Jahrhundert als gefährliches Experiment der Gleichmacherei und der Unterwerfung unter Skalenerträge (Economies of Scale) in allen Bereichen. Seiner Auffassung nach erlaubt uns die Technologie des Internets wieder an verloren gegangene Strukturen und Konzepte anzuknüpfen, wie sie in Gilden und Zünften über Jahrhunderte praktiziert wurden. Der moderne Begriff dafür sind die im Entstehen begriffenen Social Networks. ( … )

    Es gibt ihn also schon, den Wettstreit zwischen einerseits großen, zentralistisch und pyramidal organisierten Einheiten und andererseits kleinen, dezentralen, dafür aber hoch vernetzt und flexibel operierenden Wettbewerbern. In diesem Sinne kann es sich durchaus lohnen, konservativ zu sein. Nur darf die Perspektive nicht nur die letzten 50 Jahre, sondern besser die letzten 500 Jahre umfassen. ( Carta )

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    3 Responses to LinkListe , in|ad|ae|qu|at
    1. [...] : LinkListe ; avec une friandise. Traduction, par outil idoine, déplorable [...]

    2. herbert j. wimmer
      July 13, 2009 | 22h56

      ad NZZ: natürlich freut es einen, wenn sich eine zeitung im relaunch nicht den “boulevard-themen” öffnen will, es hilft aber nichts, thema kann ja alles sein, sich nicht den boulevard-haltungen, boulevard-sichtweisen, boulevard-gewohnheiten, boulevard-denkweisen etc. zu öffnen, darauf kommt es an, auch in der zukünftigen NZZ. dauerhaft medienkritischer analytischer (selbstkritischer) umgang mit den boulevardismen (ihren ablenkungs- und herrschaftsfunktionen) wär natürlich ganz schön und könnte fürs angepeilte jüngere publikum eine echte hilfe sein.

    3. czz
      July 14, 2009 | 01h16

      In manchen medienkrtitschen kontexten ( medienspiegel.ch , Telepolis ) ist die wirtschaftliberale Flagship bereits zum Paradigma für geradezu berüchtigt niedrige Löhne der freien Mitarbeiter avanciert -

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