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AUSSCHREIBUNGEN

Der “Otto- Mauer- Fonds” schreibt den “Otto- Mauer- Preis” für bildende Kunst aus . Der Preis, für den junge Künstler Werke aus den Bereichen Malerei , Grafik , Skulptur , Objektkunst , Installationen und Neue Medien einreichen können , ist mit 11.000 Euro dotiert . Er zählt zu den angesehensten Kunstpreisen .

Bewerbung : Ö- Staatsbürger , italienische Staatsbürger deutscher Sprache aus der Provinz Bozen sowie Personen, deren ordentlicher Wohnsitz sich seit mindestens fünf Jahren in Österreich befindet . Die Bewerberinnen und Bewerber dürfen am 31. Dezember 2009 das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben ( d.h. Geburtsjahrgang 1970 und
jünger ) . Es können sich auch mehrere Künstler gemeinsam als Gruppe bewerben . Abgabe | Einreichung : 30. 9. – 2. 10. ( Info )

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URHEBERRECHT

  • Nun ist die Urheberrechtstagung im Frankfurter Literaturhaus vom 15. 7. Vergangenheit : Die pikanterweise vom Institut für Textkritik in Heidelberg und der FAZ inszenierte Debatte “Autorschaft als Werkherrschaft in digitaler Zeit” war damit deutlich auf anti GoogleBooks und gegen Open Access programmiert . Entsprechend berichteten Verlags- und Börsenverband- nahe Medien wie BucMarkt ( Fortsetzung ) und FAZ ( “Unterm Strich kam dabei freilich heraus, dass es kaum Chancen gibt, die Vereinbarung zu kippen” ) ausführlich und eher bestärkend , wobei sich der BuchReport zur gefährlichen Schlagzeile “Urheberrecht im Auge” verstieg . Eine sprachliche Verkürzung , welche fast ins Auge gegangen wäre .
  • Hier Rüdiger Wischenbarts Tableau in englischer Sprache : “Heidelberg ! A German controversy on books and culture in the digital age” ( booklab )
  • Skeptische Stimmen ertönen a posteriori von Seiten der Online- Fraktion : Das Literaturcafé beobachtet ein Satyrspiel auf offener Bühne und beklagt den mangelnden Widerspruch derjenigen , welche das Netz ein wenig besser kennen und nennen als das mancher der professoralen Lamentatoren . Selbstredend meldet sich perlentaucher- Erfinder Thierry Chevel in seinem Redaktionsblog zu Wort , über den Wert der Früchte des Internets spekulierend :

Ob nach all dem die Urheber selbst profitieren werden, die von den verschiedenen Interessensvertretern gerne vorgeschickt werden, weil “Urheberrecht” edler klingt als “Verwerterinteresse”, bezweifelte der Juraprofessor Alexander Peukert von der Uni Frankfurt, der beim Book Settlement alles in allem einen abweichenden Standpunkt vertrat, in der Frage der Google Buchsuche nicht dramatisieren wollte und rundheraus bestritt, dass es irgendwo tatsächlich einen “Publikationszwang” im Namen von Open Access gebe. ( … ) Peukert sprach auch als einziger den Ruf der Medienkonzerne nach einem Leistungsschutzrecht an und zog damit die Proteste des Börsenvereins auf sich, der beteuerte, anders als die Zeitungskonzerne keine derartigen Rechte einführen zu wollen. Den totalen Eigentumsanspruch der Autoren Reuß und Rieple wehrte Peukert mit einem Spruch des Bundesverfassungsgerichts ab: “Werke gehen in das Allgemeingut ein.”

Aber profitieren, so Peukert, werden die Autoren bei dem, was aus diesem “Meinungskampf um die Kontrolle der wirtschaftlichen Früchte aus dem Internet” herauskommt, nicht. Die Diskussion nach seinem Vortrag machte das deutlich. Er war nach dem Google Book Settlement davon ausgegangen, dass Google 37 Prozent der Einnahmen aus der kontextsensitiven Werbung in der Nähe digitalisierter Bücher bekommt und der Autor 63 Prozent. Nein, korrigierte Christian Sprang vom Börsenverein mit gespitzten Lippen. Es heißt “bis zu” 63 Prozent. Der Rest geht je nach Vertrag an die Verlage – und bei künftigen Verträgen dürfte dieser Rest genau hundert Prozent von 63 Prozent groß sein.

Am Ende stand also wie immer bei den leidenschaftlichsten deutschen Debatten die Frage: Wer kriegt wie viel Prozent wovon ?

ART serving Capitalism

  • DIE WELT sucht die Stecknadel der sauberen Definition im Heuhaufen der Kasuistik , während ReadhWriteWeb in angoamerikanischer Knappheit auf den Punkt bringt, worum es den versammelten ( Gross- ) Verlegern eigentlich geht : “Somewhere Between Author and Reader Is Multi-Billion Dollar Market”
  • Warum zur Debatte keine genuinen Produzenten – sprich “Autoren” – geladen | beteiligt waren , wundert zu Recht DIE ZEIT , insbesondere da – so Alexander Becker in Meedia – auch im journalistischen Kontext das “Schreiben … kein Geschäftsmodell mehr ” sei .
  • Mit der rührseligen Selbstdarstellung der Verleger ist das unselige Thema leider nicht vom Tisch . Hatte Deutschlands Grossverleger Hubert Burda ( Jahresumsatz der Hubert Burda Medien AG : € 1,526 Milliarden , davon € 179 allein im Druckbereich , Wiki ) – ganz der Blattlinie gemäss – in der FAZ gegen die “schleichende Enteignung” der Verleger durch Google lamentiert , war längst die Unterzeichnung der “Hamburger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums“ ( PDF ) durch 166 Verlage im Gange , adressiert an die EU- Kommission . Kaliber wie Burda oder Springer möchtrn zwar den “freien Zugang zu unseren Angeboten” auch weiterhin ermöglichen , doch von nichts und niemandem dazu “gezwungen” ( ! ) werden , geistiges Eigentum zu “verschenken” .
  • Allerdings haben die versammelten Hamburger bei Google Europe bekanntlich auf Granit gebissen : Josh Cohen , hochrangiger Manager des Kraken , fertigt die Enteigneten und Gekränkten mit einigen technischen und pragmatischen Hinweisen im Google European Public Policy – Blog kühl ab :

Last week, a group of newspaper and magazine publishers signed a declaration stating that “Universal access to websites does not necessarily mean access at no cost,” and that they “no longer wish to be forced to give away property without having granted permission.”

We agree, and that’s how things stand today. The truth is that news publishers, like all other content owners, are in complete control when it comes not only to what content they make available on the web, but also who can access it and at what price. This is the very backbone of the web — there are many confidential company web sites, university databases, and private files of individuals that cannot be accessed through search engines. If they could, the web would be much less useful.

Mit Hilfe simpler Machinationen seien seiten für Google- Bots zu sperren , eine Mühe , welcher sich das Gros aller Content- Anbieter aus guten Gründen nicht unterziehe :

Today, more than 25,000 news organizations across the globe make their content available in Google News and other web search engines. They do so because they want their work to be found and read — Google delivers more than a billion consumer visits to newspaper web sites each month. These visits offer the publishers a business opportunity, the chance to hook a reader with compelling content, to make money with advertisements or to offer online subscriptions. If at any point a web publisher feels as though we’re not delivering value to them and wants us to stop indexing their content, they’re able to do so quickly and effectively.

Some proposals we’ve seen from news publishers are well-intentioned, but would fundamentally change — for the worse — the way the web works. Our guiding principle is that whatever technical standards we introduce must work for the whole web (big publishers and small), not just for one subset or field. There’s a simple reason behind this. The Internet has opened up enormous possibilities for education, learning, and commerce so it’s important that search engines makes it easy for those who want to share their content to do so — while also providing robust controls for those who want to limit access.

  • Nun hat sich der Deutsche Journalistenverband ( DJV ) mit einer Presserklärung und dem Ruf nach obrigkeitlicher Zähmung des Google- Kraken an diesen Zug in Richtung europäischer und deutscher Rechtsinstanzen gehängt :

16. Jul. 2009 – Der Deutsche Journalisten-Verband hat Verleger und Politik zu einer konzertierten Aktion mit den Urhebern gegenüber dem Monopolisten Google aufgefordert. Vor dem Hintergrund der wachsenden Meinungsmacht von Google seien gesetzliche Regelungen dringend nötig, forderte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken

und prompt versprach das deutsches Justizministerium , für die Lese des New Yorker Book- Settlements einen Anwalt einzuschalten ( FAZ ) . Indes sind Passagen des DJV- Papiers selbst bei Verbandsmitgliedern nicht unumstritten .

… ich verstehe nicht, warum ausgerechnet ein Journalistenverband nach schärferen oder neuen Gesetzen ruft. Ich zitiere Ihr Statement:

Der Gesetzgeber muss einerseits der Gratis-Kultur des Internets zu Gunsten der Urheber einen wirksamen Riegel vorschieben und andererseits die Befugnisse des Bundeskartellamtes so ausweiten, dass die Behörde Meinungsmonopole im Internet verhindern kann.

Welche Gratiskultur meinen Sie ? Niemand, auch nicht Google, hat je einen Verlag oder andere Anbieter gezwungen, Inhalte kostenlos ins Netz zu stellen. Sollen nun Gesetze verbieten, dass zum Beispiel FOCUS Online sich entschieden hat, Journalismus durch Werbung zu finanzieren ? Oder sollen Gesetze verbieten, dass Blogger ihre Texte ins Netz stellen, ohne für den Abruf Gebühren zu verlangen ? Soll es etwa freien Journalisten (als Urheber) verboten werden, für Onlinemedien (und heute sind ja fast alle Medien auch online) zu arbeiten, wenn deren Inhalte für alle Internetnutzer (und Google) kostenlos abrufbar sind ? ( …. )
In Ihrer Pressemitteilung heißt es weiter:

Es sei nicht hinnehmbar, dass die Urheber ohne Zustimmung ihre Werke Google zu dessen kommerziellen Zwecken überliessen.

Auch dieses Argument verstehe ich nicht. Die Urheber sind die Journalisten, die ihre Werke in der Regel Verlagen zur Verwertung überlassen. Dafür schließen beide Seiten entsprechende Verträge. Die Verlage wiederum können entscheiden, zu welchen Konditionen sie Inhalte, für die sie die Verwertungsrechte haben, zugänglich machen. Stellen sie sie ins Internet, dann kann auch Google zugreifen, und zwar immer dann, wenn Verlag eben das gestatten (wie einfach Google und andere Suchmaschinen ausgeschlossen werden können, erklärt der Werbekonzern hier).

Google (und andere) indizieren die Inhalte (wofür sie kein Geld nehmen), diese stehen damit nicht mehr nur online, sondern sind auch zu finden (die Suche refinanziert Google über Werbung), was sich deutlich positiv auf die Abrufzahlen der Websites der Verlage auswirkt – und damit auch auf deren Werbeeinnahmen. (Dass sich im Netz Performance Marketing und damit vor allem Google AdSense als Werbeform durchgesetzt hat und das Displaygeschäft, das die Verlage vorwiegend betreiben, nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist nicht allein Schuld Verdienst es Suchkonzerns.)

Letztlich hat nun auch die EU reagiert und ersucht die Verleger um deren Feedback zu Google Books – Grundlage für eine etwa intendierte politische Aktion ? ( gulli )

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MEDIEN

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  • Nein : Kein Wort hier über das miserable Abschneiden der neuen ZDF- Büchersendung “Die Vorleser“ : Mehr im Literatur- Café und in der FAZ
  • In der TP ein bemerkenswerter – auch kritikabler – Artikel zur “Krise der publizistischen Repräsentation” , wo Rudolf  Stumberger den Niedergang genuin journalistischer ( = “kritischer” ) Inhalte zugunsten von PR und Advertorials anprangert , dabei allerdings auch die ökonomische Aushöhlung der publzistischen Basis in seine Überlegungen miteinbezieht . Im Fokus der Jeremiade stehen jene

… meist jüngeren und agilen Verlagsleiter, die genauso gut Waschmaschinen wie Zeitungen verkaufen. Nun ist es aber so, dass ein Zeitungsartikel keine Waschmaschine ist, worauf ja auch das Grundgesetz hinweist. Denn um auf die Selbstverständlichkeiten zurückzukommen, dazu gehört auch der unauflösliche Zusammenhang zwischen einer kritischen öffentlichen Meinung und der Demokratie. Letztere ist ohne Erstem nicht zu haben und umgekehrt. ( … ) Wie immer man auch den “kritischen Journalismus” der Vergangenheit – also in der Vor-”Content”-Zeit – beurteilen mag, der zeitgenössische Zustand des kritischen Journalismus ähnelt mehr denn je einem Patienten auf der Intensivstation. Sicherlich gibt es sie noch, die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen großer Zeitungen, Magazine und öffentlich-rechtlicher Sender, die Geschichten ausführlich recherchieren. ( … )
Anstatt wie früher das gehätschelte Lieblingskind des Arbeitmarktes zu sein, wird heute der Journalist zum beliebig auswechselbaren Content-Lieferanten degradiert. So wundert es wenig, dass angesichts wachsenden Arbeitsdruckes in den Redaktionen die für eigene Recherche aufgewendete Zeit schrumpft und ein kritische Prüfung von Sachverhalten teilweise gänzlich auf der Strecke bleibt. Und dies angesichts einer wachsenden Heers von Pressesprechern, Kommunikationsberatern, Marketingexperten und Öffentlichkeitsarbeitern, die alles daransetzen, ihre Botschaft beziehungsweise die Botschaft ihrer Brötchengeber in den Medien unter- und so an den Mann und die Frau zu bringen. (… )
Wer nun glaubt, diese Lücke in der Recherche und bei der kritischen Hinterfragung von Botschaften werde von Freien Journalisten geschlossen, der irrt. Zwar gilt das selbe wie bei den festangestellten Kollegen – natürlich gibt es Beispiele von engagierten Journalismus – , doch die berufliche Realität der “Freien” ist wahrlich kein Humus, auf dem unabhängige Recherche und Meinung gedeihen könnten. Dafür sorgen alleine schon die nur erbärmlich zu nennenden Honorare, die auf dem “freien Markt” für Artikel gezahlt werden. Wer für einen Bericht von normaler Länge sich auch von renommierten Tageszeitungen (wie zum Beispiel der “Neuen Zürcher Zeitung”) mit 150 Euro abspeisen lassen muss, dem vergeht diese Art Journalismus ganz schnell, es sei denn, sie wird als Liebhaberei betrieben. Eine aufwendige mehrtätige Recherche im Ausland gar, mit Reise- und Unterkunftskosten neben den ohnehin anfallenden sonstigen betriebswirtschaftlichen Kosten wie Büromiete oder Sozialversicherung ist im Grunde für Freie ökonomisch über die Honorare kaum zu leisten.

So verwundert es nicht, dass zum Beispiel der Reisejournalismus nahezu zu 100 Prozent durch Agenturen, Fremdenverkehrsbüros oder Reiseunternehmen gesponsert wird. Und es wundert nicht, dass ein Großteil der vollberuflich tätigen freien Journalisten sich mit Aufträgen von Werbeagenturen, Unternehmen, Organisationen, Verbänden, Verlagen oder Parteien über Wasser hält – nicht ehrenrührig, aber eben auch kein kritischer Journalismus, sondern PR-Arbeit.  ( … ) Angesichts der globalen Finanzkrise von 2008 ist viel von Versagen die Rede: Die angebeteten Märkte haben versagt, die hochdotierten Manager haben versagt und die wortreichen Politiker haben versagt. Noch spricht man wenig vom Versagen des Journalismus, aber Fakt ist, dass die hochbezahlten und angeblich hochqualifizierten (Wirtschafts-)Redakteure der hochangesehenen Zeitungen zu großen Teilen die Sprechblasen von Wirtschaft und Politik übernommen haben, ohne wirklich auf einer kritischen Distanz zu beharren. Sie haben vielmehr ihren Löffel in den Einheitsbrei gesteckt und munter drauf los gerührt – ähnliches gilt im übrigen auch für “Hartz IV” oder den “Bologna-Prozess”, der die Hochschulen umkrempelt.

Das Problem dabei ist nicht, dass diese oder jene Zeitung nicht ihren wirtschaftsfreundlichen oder neoliberalen Kurs fahren dürfe. Nur besteht zwischen Propaganda und Journalismus ein Unterschied, der eben den Journalisten auch dann zu kritischer Distanz verpflichtet, wenn ihm eine Tendenz nahe steht. In diesem Sinne lässt sich für die vergangenen Jahre von einer Art ideologischer Gleichrichtung – man muss nicht gleich mit den Assoziationen der “Gleichschaltung” argumentieren – konstatieren, ein tiefes Tal des Mainstream, in dem sich von “Bild” bis “Spiegel” ungehindert der wirtschaftsideologische und sozialpolitische Einheitsbrei durch die Republik wälzte. Auf der Strecke blieb dabei eine differenzierte Medienlandschaft, die unterschiedlichen Standpunkten ein Sprachrohr bot und auf der Strecke blieb die Kritik an der Kritik des Sozialstaates, an der Kritik des angeblich gefährdeten Standortes Deutschland, an der Kritik der angeblich ausufernden sozialen Hängematte, etc. ( TP )

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LITERATUR

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WEBLITERATUR

Anagrammsuche = Manch grausame
Fahrstuhl = Stahl fuhr
Fehlentscheidung = Chefstuhl neigend = Schuftigen Helden = Segen hilf dichten! = Stechfliegenhund = Schinden gefuehlt
Eisbaer = Abreise
Videokassette = Aktivstes Oede = Skodas Tee-Ei-TV
Teilzeitarbeit = Beizeit Literat = Zeitteilbeirat
Rentenreform = ferner Mentor
amerikanisch = Irak Maschine
Dieter Bohlen = Erhobt Leiden = Bloedenhirte

ART serving Capitalism 03

  • Klarer Fall von “Amazonfail” & Treppenwitz der Geschichte des Geschäftsmodells : Amazon entzieht seinen Kindle- E- Book- Kunden ausgerechnet George Orwells “1984″ sowie “Animal Farm” praktisch über Nacht ( heise , shlashdot , FAZ- Glosse Don Alphonso ) . Das lässt sich natürlich kein  Kommentator entgehen :

In an ironic twist, one of the titles in question was Orwell’s classic dystopian novel 1984 – the book that introduced the concept of Big Brother. The story, considered a modern classic, has become synonymous with political spin and remote surveillance – and many Kindle owners could not help but see the juxtaposition as amusing.   ( Bobbie Johnson , Guardian )

Offenbar handelte es sich um ein von Amazon selbst nicht zum Verkauf lizenziertes Piratenprodukt. So schnell kann die Beziehung zwischen Leser und Buch zwangsbeendet werden – und das ausgerechnet vom Vermittler. Man muss sich einmal vorstellen: Am Abend schläft man vielleicht noch selig über einem Werk ein, am nächsten Morgen ist es futsch, und statt des Buchs liegen ein paar Münzen im Regal. Im Kindle ist der Verlust umfassend, denn mit der Buchdatei verschwinden auch alle persönlichen Lesezeichen und Randnotizen – ab in die Versenkung des Gedächtnislochs, in dem bekanntlich schon vor sechzig Jahren bei Orwell alles landete, was den Großen Bruder bloßzustellen drohte. Dass ausgerechnet Orwells Werke gelöscht wurden und so die Risiken des „gläsernen Lesers“ entlarven, entbehrt nicht einer höheren Ironie, ( … ) .
Anders als das bewährte Original kann man ein E-Book nach Lektüre weder verleihen noch verschenken oder verkaufen, ja, es ist nicht einmal Verlass darauf, dass es in einigen Tagen, Monaten oder Jahren überhaupt noch da ist. Dagegen hilft nur: sofort lesen. Denn so fix, wie Amazon löscht, kann man selbst schlechte Bücher nicht vergessen.   ( Felicitas von Lovenberg , FAZ )

Peinliche Aktion von Amazon: Weil bestimmte Rechte fehlten, löschte der Online-Händler und Hersteller des Kindle heimlich ganze Bücher von den Lesegeräten der Kundschaft. Darunter war auch das Werk “1984″ von George Orwell.

Mal angenommen, Sie kaufen ein Buch und merken beim Lesen, dass sagen wir mal ab Seite 56 nichts mehr drinsteht – weder Text noch Bilder. Dann wären Sie doch enttäuscht und würden sich vermutlich in der Buchhandlung, wo Sie das Buch gekauft haben und möglicherweise auch noch beim Verlag beschweren bzw. nachfragen, wie der Inhalt, der beim Kauf unzweifelhaft und einwandfrei vorhanden war, nun einfach verschwinden konnte. ( … )
Auf Twitter schreibt Nutzerin Fiona Godsman: «Amazon räumt in einem mitternächtliche E-Überfall George Orwells Bücher von den Kindles ab. Wie Orwell wohl diese Ironie gefallen hätte?» Auch US-Datenschützer sind alarmiert und verweisen auf weitere E-Geräte, von denen Hersteller Inhalte löschen könnten: Die online-fähigen Spielkonsolen der dritten Generation, digitale Videorekorder und zahlreiche Smartphones wie etwa das iPhone. ( netzzeitung )

Why 2024 Will Be Like Nineteen Eighty-Four – How Amazon’s remote deletion of e-books from the Kindle paves the way for book-banning’s digital future.
Most of the e-books, videos, video games, and mobile apps that we buy these days day aren’t really ours. They come to us with digital strings that stretch back to a single decider—Amazon, Apple, Microsoft, or whomever else. Steve Jobs has confirmed that every iPhone routinely checks back with Apple to make sure the apps you’ve purchased are still kosher; Apple reserves the right to kill any app at any time for any reason. But why stop there? If Apple or Amazon can decide to delete stuff you’ve bought, then surely a court—or, to channel Orwell, perhaps even a totalitarian regime—could force them to do the same. Like a lot of others, I’ve predicted the Kindle is the future of publishing. Now we know what the future of book banning looks like, too. ( … )
Amazon’s promise to do better next time is going to be pretty hard to keep. The company says it won’t delete any more books—but it hasn’t said what it will do when someone alleges that one of its titles is libelous or violates someone else’s copyright. This is bound to happen sooner or later, and the company might find itself deleting books once more. To solve this problem, what we really need are new laws.   ( Farhad Manjoo , Slate )

Update – Bloggerin Madelaine Kane hat flugs einen Limerick über den “Kindle Swindle” fabriziert ( via ) :

Have you noticed your e-book list dwindle ?
You’re probably using a Kindle.
A book that you bought
Has turned into naught —
Replaced with a refund. No swindle ?

Yet the seller invaded your house.
And did it by clicking a mouse.
Something’s there. Then it’s not.
( An Orwellian plot ? )
You’re surely entitled to grouse.

The fact that your money’s returned.
Doesn’t mean that you haven’t been burned.
Your privacy rights
Are gone with those bytes.
This vendor deserves to be spurned.

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DIGITALE INNOVATION

SoundCloud ( netzwertig )

Der Clou: für die Größe oder Länge der Datei gibt es keine Begrenzung! Unter dem Menüpunkt “Dashboard” > “Dropbox” finden SoundCloud-Nutzer dann sämtliche für einen von anderen Personen hochgeladene Titel. ( … ) SoundCloud ist innovativ, international und verfügt über den notwendigen Coolness-Faktor, um in den nächsten Monaten im globalen Netz ordentlich für Furore zu sorgen.

Steereo ( netzwertig )

Im integrierten Downloadshop gibt es 1,5 Millionen MP3-Dateien (Qualität 192 bis 320 kbps) zum kostenpflichtigen Download. Kooperation mit 7digtal.

Insgesamt hinterlässt steereo, das vorerst nur für Nutzer in Deutschland zugänglich ist (Geotargeting über die IP-Adresse), einen positiven Eindruck. Nach und nach werden sicherlich einzelne Schwächen auftauchen, aber angesichts des Beta-Status ist dies verzeihlich. Meine initiales Fazit: steereo kann sich sehen lassen und hat durchaus Chancen, im deutschen Markt für Musikstreaming eine nennenswerte bzw. tonangebende Größe zu werden.

Steerio ( meedia )

Saubere Arbeit Holtzbrinck ! …
Die Nutzer haben Zugriff auf einen gigantischen Katalog aller großen und vieler kleiner Labels und können diese Musik nach Belieben abspielen, zu Playlists zusammenstellen oder mit Freunden teilen. Die Klangqualität der Streams ist mit 128 Kilobit pro Sekunde ordentlich. Mit im Angebot sind zusätzliche Informationen zu den Künstlern, wie man es beispielsweise von Last.fm gewohnt ist: Biografien, Konzerttermine, ähnliche Musiker, Nutzerkommentare.

Man kann bei Steereo auch einkaufen: Musikdateien kann man Downloads via Steereo Shop, iTunes, Musicload oder Amazon kaufen, CDs bei eBay und JPC. Dazu gibt es Konzertkarten und diverse Merchandizing-Produkte. All das haben andere – wenn auch nicht in exakt derselben Kombination – bereits seit längerem. Trotzdem überzeugt das Gesamtkonzept, sowohl in funktionaler als auch ästhetischer Hinsicht. ….

Unsere Meinung : Der künftige Erfolg des Musikportals wird davon abhängen, ob die Anbindung an andere Holtzbrinck-Portale wie StudiVZ oder SchülerVZ gelingt.

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BLOGISM

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TWITTER

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Nach Angaben von Nielsen haben schon im Mai 1,4 Millionen Menschen in Deutschland die Seite Twitter.com besucht, ohne allerdings aktiv zu twittern. Täglich greifen etwa 40.000 Menschen in Deutschland auf Twitter.com zu. Dazu passt die Messung, dass 10 Prozent aller deutschen Accounts 61 Prozent der Tweets generieren. Das Gros der Tweets stammt also von wenigen Nutzern, während immer mehr Menschen Twitter also als Informationskanal betrachten, ohne selbst aktiv zu werden. Die Zahl der “stummen Zuhörer” scheint schneller zu wachsen wie die Zahl der aktiven Nutzer, wie auch das größer werdende Verhältnis zwischen Seitenaufrufen und Nutzern zeigt. Twitter scheint also auf dem Weg zu einem Broadcasting-Tool zu werden und weniger als Kommunikationsinstrument genutzt zu werden.rgleich zu den anderen sozialen Medien ist Twitter zumindest in Deutschland noch klein. Nach Messungen von Fittkau & Maaß nutzen nur 5,5 Prozent der Deutschen Twitter aktiv, also mindestens einmal im Monat.

Noch immer kommt das Gros der Twitterer aus den Branchen IT, Medien, Verlag, Unterhaltung und Internet, während Handel und Industrie deutlich unterrepräsentiert sind. Allerdings schwappt die Twitter-Welle gerade auch in die anderen Branchen über. Zum Beispiel sind Finanzdienstleistung und Bildung/Wissenschaft/Forschung auf Twitter schon ähnlich aktiv wie im Netz insgesamt.

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ZITIERT

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KLANGAPPARAT

Nach langem wieder mal ein Mix- Podcast des in New York und San Francisco situierten Metro- Mags XLR8R ( sprich “Accelerator” ) . Diesmal ein gut durchwachsenes Digestium durch die angewandten czz-hoerempfehlungMusikalien des kanadischen MUTEK- Festivals , sorglich auf eine Stunde und sieben Minuten angerichtet von DJ und Producer Michel Pontbriand .

Aus der Playliste : Eine Carl Craig Remix , Moderat , Jahcoozi , Modern Deep Left Quartet , Beat Pharmacy , Sideshow , Digital Mystikz , Thomas Fehlmann mit seiner inzwischen kultigen “Bienenkonigin” &ct &ct

CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND TO LISTEN

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2 Responses to LinkListe , in|ad|ae|qu|at
  1. hab
    July 21, 2009 | 08h39

    schönes digest! vielleicht hab ichs übersehen? kommt das nun regelmässig wöchentlich? (kann ich mir da nun einige andere lektüren ersparen …)

  2. czz
    July 21, 2009 | 09h15

    jede woche …. ?! – hechel hechel hechel …
    geht meistenteils aus den twitter- notizen hervor .

    stimmt , man hat freude am chronikalischen -
    dies allerdings ausdrücklich NACH dessen digestierung – - -

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