||| TAGESETAPPE | POZNAN : TROTZ HISTORISCHER VERWERFUNGEN … | … EINE STADT IM EIG’NEN TAKT | POSTKOMMUNISTISCHE SPUREN FOR BETTER OR WORSE | DREI HOCHZEITEN & EINE FAHRTFORTSETUZNG | DOBRE GDNSK – DANZIG | GDANSK , ALTE WERFT : SCHICHTEN UND SICHTEN | RELATED
TAGESETAPPE
305 km | 53 km / h Durchschnittsgeschwindigkeit | 7,9 l auf 100 km

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POZNAN : TROTZ HISTORISCHER VERWERFUNGEN …
Das historische Gezerre Polens , Preusens ( kurzfristig auch Napoleons ) sowie der Nationalsozialisten um die achtbare Handelstsadt und den wichtigsten Verkehrsknoten zwischen Berlin und Warschau manistifestiert sich in den von den jeweiligen Oberhoherrn hinterlassenen Protzbauten jenseits der Warthe .
Die Polen , darin sehr pragmatisch , haben die historistischen | gründerzeitlichen Klumpen zur Unterbringung von Ämtern aller Art genutzt . Samstäglich entsprechend verwaist , laden die Protze diverser Epochen , ferial leerstehende Universitäten und pathetische Denkmäler zum Studium der Geschichte eines Ortes ein , wo abwechselnd die polnische ( preussische Ansiedler , NS ) bzw. deutsche Bevölkerung ( polnische Republik nach Versailles , Flucht ins “Altreich” post ’45 ) radikal vernichtet oder vertrieben wurden .

( Charakteristische Mahnmal- Ästhetik )
Entsprechend wundert sich der Betrachter , über all diesen Tragödien und Zerstörungen heute ein Städtchen anzutreffen , welches ruhig in rundem Takt läuft . An das historische Zentrum diesseits der Warthe mit seinen gründerzeitlichen Wohnzeilen haben sich wie Jahresringe Bau- Ensembles der verschiedenen Epochen und Konjunkturen angelagert : Manche stark an die Gemeindebauten des “Roten Wien” der 30er bis 50er Jahre gemahnend , dann wiederum die Zonen jener sonderbar schmalbrüstigen Plattenbauten , wie man sie aus sämtlichen Ländern des ehemaligen Warschauer Paktes kennt .
Auflallend sind die Intaktheit der Ensembles und das offensichtliche Fehlen jener rasch und irgendwie aufgefüllten Bombenwunden – möglicherweise hat uns allerdings einfach der Regisseur “Zufall” nicht an solchen Zonen vorbeigeführt . An der Menge der automobilen und pedestrischen Durchquerungen des Stadtzentrum kann es jedenfalls nicht liegen , dass uns kein solches – beipielsweise für Wroclaw typisches – Stilchaos begegnet ist .
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… EINE STADT IM EIG’NEN TAKT

Höchst bemerkenswert auch die Fülle an Klein- und Minibetrieben , welche jeden Kubikzentimeter strassenseitiger Erdgeschosse nutzen : entpsrechend reiht sich Geschäft an Geschäft , Lädchen an Lädchen , und das alles unter weitgehender Absenz der weltweit- uniformen Handelsketten . Internationale Frass- Pipelines wie McDonalds und KFC dürfen allerdings auch hier nicht fehlen .
Zwei Gassen weiter in an Berlin erinnernden Gründerzeithäusern warten indes unverdrossen jene “Eckkneipen” , welche uns erst in Hamburg wieder traulich zuwinken .

Von dort ist es wiederum nicht weit zu den lokalen Märkten , wo von Jeans und “Economy- Shoe” bis hin zur saisonalen Ernte alles Denkbare feilgeboten wird . Der Grundpreis für ein Kilo des Letzteren ( n’importe quoi ) beträgt grundsätzlich 7 Zloty ; man setze dies in Relation zur Liste “Basic Market Values” , freundlich zur Verfügung gestellt vom lokalen Tourismusbuerau :
Mc Donald’s Big Mac : 7,70 Zl > 1,71 €
0,5 Ltr. Vodka ( shop ) : 25 ZL > 5,56 €
0,5 Ltr. Beer ( shop ) : 3,10 ZL > 0,69 €
0,5 Ltr. Beer ( bar ) : 7 ZL > 1,56 €
Loaf of white bread : 2,10 Zl > 0,47 €
20 Marlboros : 9,95 Zl > 2,21 €


( Poznan : Grosser Markt )
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POSTKOMMUNISTISCHE SPUREN FOR BETTER OR WORSE
Allerdings ist es nicht so , dass man nicht auch auf Insignien manifester Armut stiesse : Wie überall in ganz Polen fallen einsame , durch extreme Abmagerung in ihrem Alter unkenntliche Männer auf , welche scheinbar ziellos durch die Strassen streifen . Bei Marktschluss des kleineren und bescheideneren Marktes werden die Holzstände sofort als vom Zeltdach geschützte und durch den Holzuntergrund wärmeisolierte Schlafplätze genutzt . Mitunter mus man auch nur um ein Häusereck gehen , um auf traurig verrottende Habitate zu stossen .
Angesichts deutlich mitgenommener , zum Teil auch schon stillgelegter Kollektivbauten wie Schulen , Kindergärten und Militäreinrichtungen mag man vielleicht den knalligen Aufreissersrpruch der lokalen Touristik ein wenig verstehen , welche Posen | Poznan als “SOCIALIST PARADISE” zu vermarkten sucht . Immerhin wurde von Hitler höchstpersönlich als NS- “Festung” deklarierte Stadt bereits am 23. Februar 1945 nach schweren Kämpfen durch sowjetische Truppen des Generals G. K. Schukow eingenommen – mithin zweieinhalb Monate vor Deutschlands totaler Kapitulation . Ein Halbrelief , die “Sojwetisch- Polnische Freundschaft” darstellend sowie das Kriegsgäberfeld im “Citadel Park” erinnern an diese – einigermassen ambivalente – Umarmung …

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DREI HOCHZEITEN & EINE FAHRTFORTSETZUNG
Nur ungern verlassen wir dieses an Menschen , Kindern , ( erstmals auch ) Hunden reiche Stadtleben zugunsten der Etappe strikt nordwärts und werden für einmal auch nicht durch die allmittelosteuropäische Strassenbaustelle am Weiterkommen gehindert . Allso nutzen wir de Zeit des entspannten Voranrollens zum Austusch diverser Beobachtungen und “musings” : Zum Beispiel über den Wechsel des vorherrschenden Fauentypus in den automobil durchquerten Regionen bzw. in den per pedes näher ins Auge gefassten Städten .
War in den “besseren” Vierteln des tschechischen Olmütz | Olomouc ein höchst gepflegter , auf selbstverständliche Weise mit Weiblichkeit nicht geizender Frauen- und Mädchen- Typus zu beobachten ( blond , gross , sexy ) , bot das schlesische Aufbaugebiet um Ostrau | Ostrava ( CZ ) eine Reihe alterslos verhärmter Gestalten , welche weder vestimentär oder durch andere Zeichen dieser oder jener Altersgruppe zuzuordnen gewesen war. “Das Leben ist ein Kampf” , lautete die ebenso still wie unisono vorgebrachte die Botschaft der zwischen Leerstand und Betonwüste stumpf dem Busfahrplan ergeben Wartenden .
Hier nun , nach dem Passieren Posens | Poznans ( PL ) , beginnt die – bis weit nsch Deutschland hinausreichende – Zone der quadratischen Kader : Gedrungene Gestalten , die Rahmen ebenso breit wie hoch , ohne deswegen etwa überfüllig zu wirken . Mag man die mit dem Rasierapparat kurz geschorenen Köpfe der an Gladiator- Kraftbündel erinnernden Herren noch auf ein Tagwerk bei Fabrik oder Werft zurückführen , bleibt man im Hinblick der quadratischen Frauen mit ihren fabrblos- geometrischen Frisuren ( “pflegeleicht” , “sportlich” ) ein wenig ratlos zurück . Bei der Fahrt über die Dörfer , wo jede einzelne Kirche in frischer Renovierung glänzt , werden wir mit der Nase buchstäblich auf das Phänomen des von nun an bis Hamburg herrschenden Protestantismus gestossen .

Damit könnte eine mögliches Erklärung gefunden sein für alle Dutzenden still- introvertierter Weiler , resp. : für die ostentativ zur Schau getragene Anspruchslosigkeit … Allerdings auch im drollig- beklemmenden Versuch der zu Vierer- Packs gebündelten Familien im Frühstücksraum eines Stralsunder Hotels ( D ) , einander akustisch zu unterbieten . Das resultierende Murmeln sorgt für Gänehaut , ditto die possierlich stubenrein dressierten Kinder .
Nun aber wieder zurück auf die Landstrasse , wo – neben weiteren brutalen Spuren des Sturmes – und während der folgenden 100 Kilometer nicht weniger als drei ( 3 ) automobile Hohzeitsgesellschaten begegnen . Samstagnachmitag ist wohl der passende Zeitpunkt hierfür .

Erste Aussenposten des bis Świnoujście | Swinemünde unübersehbaren “Pfifferling- und Blaubeer”- Imperiums werden an den Rändern der Landstrasse gesichtet : Offensichtlich hat man hierorts gelernt , geduldig mit Blick aufs Unendliche zu warten .

Auch “pomidori” ( sic ) aus Eigenbau sind zu erwerben . Ficht uns indes nicht an , führen wir doch die bereits auf der Route 66 bewährte “Survival Kit” mit . System des autonomen Pque Nique auch in Perugia parat : Hindert Touristen- Nepp und dessen Preise , gestattet “pit stops” , wo immer es pfleglich sei oder gar pötisch ; à propos : wäre es wieder einmal höchste Zeit …

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DOBRE GDNSK | DANZIG
Ohne grosse Präliminarien erhebt sich gen Süden plötzlich Gdansk | Danzig . In diesem Sinne erweist sich die landseitige Zufahrt als fundamentales Exempel der Differenz zu den seenahen Nordwest-Ausfahrten . Wie oft in osteuroäischen Städten ( man zähle Wien getrost hinzu ) wurden Schneisen für Stadtautobahn mitten durch Wohnblocks- und Siedlungen gebrochen , so dass man den Insassen gleichsam in die Suppe gucken kann.
Da jede Stadteinfahrt mit ihren Autobahn- , Schilder- und querenden Kreuzungs- Wirrnissn nicht gerade zu Photographier- Stops einlädt , beschränkt sch die offiziell in|ad|ae|qu|ate Bild- Dokumentationsstelle einmal mehr mit “Drive- By- Shootings” . Honni soit qui mal y pense …




( Gdansk : Drive- by Shootings Zentrum )
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GDANSK , ALTE WERFT : SCHLICHTEN UND SICHTEN
Literatur- , Geschichts- und Technikneugier haben sich längst als bline Passagiere im Leih- VW eingenistet und fordern ihre je spezielle Form des Tributs . Für diesmal ignorieren wir seelenruhig diese Kultur- Kakophonie und lassen uns vom GPS bequem zu unserem Hotel geleiten .


( Gdansk : Alter Kornspeicher = Hotel Krolewski – beachte die Kogge am re. Bildrand )
Der aus dem 17. Jahrhundert stammende Getreidespeicher ( für Ware in Säcken ) auf der sog. “Blei ( hof ) insel ” befinet sich direkt am Binnenufer der Alten Werft , in unmittelbarer Nachbarschaft zur Privatboot- Marina und einem aus membra diisjecta zusammengestellten , begehbaren Schiffsmuseum , auf welches hinaus auch der Blick aus unsern Fenstern hinaus geht .


( Gdansk : links Altstadt , rechts Bleiinsel , Marina )
Und natürlich ankert SIE unübersehbar direkt vor dem Hotel : Stolz liegt das Museumsschiff “Soldek” an unserem Gestade – jener Kohle- und Erzfrachter , welcher mit seinen 87 Metern Länge und 12, 3 Metern Breite als erstes genuin polnisches Schiff 1948 vom Stapel der sog. “Leninwerkft” lief . Korrekter Weise müsste man sie ja “als erstes polnisches Schiff der Nachkrieszeit” titulieren , bestand doch die “königliche” Weft bereits seit 1852 , bis dann die Wilhelminische Flottenpoltik sich der Danziger Schiffsfertigung zum Bau von Kriegsschiffen ( U- Booten ) kühl bemächtigte .


( Gdansk , Die “Soldek” , Tunnelblick )
Hinter dem massiven Mauerwerk lässt sich mühelos die Kulturtechnik des “Tunnelblicks” üben oder zumindest ein bisschen das Spiel von der “Bastille” . Indes lsbt man sich ganz ungeniert im riesigen , da barrierfreien Bad ( beiläufig etwa 1 1/2 mal so geräumig wie Schlaf- und Aufenthaltsraum ; wie HIER mit einem Rollstuhl manövriert werden soll , bleibt schleierhaft …
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RELATED
- Ostseeroute – Vorschau & Rückblick : In|ad|ae|qu|at MITTEN DRIN – in der Zone der Marienkäfer- Attacke !
- Ostseeroute 01 : Wien – Gliwice
- Ostseeroute 02 : Gliwice – Wroclaw – Poznan
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In Deutschland gibt es natürlich keine Penner auf den Straßen. Alle sind wohl genährt und laufen in Armani Anzügen rum ha ha.
Unter C & A , H & M , P & K lässt sich auch so Manches kaschieren , speziell im Hartz IV- RAD . Die Folge des Letzteren ist , dass man sie – die Sozialfälle – nicht als solche sieht .
Übrig bleiben ( aber das kommt noch ) Senioren- & Adipositas- Städte …
[...] pour Korcula – Les jardins du palais Léopold II et leur gardien ; du côté de Bruxelles. Poznan – Gdansk puis Gdansk und Weichbild bis zur russischen [...]