||| DIE LONGLIST , OFFIZIELL : BEKANNTER TANZ DER GROSSVERLAGE | DIE HOTLIST ALS ANTWORT DER UNABHÄNGIGEN KLEIN- UND AUTORENVERLAGE : DIFFERENZIERTE LANDSCHAFT | GRAFIK : STATISTISCHE ÜBERBLENDUNG | UPDATE 1 ( 24. 8. ) | UPDATE 2 ( 5. 9. ) [ UPDATE 3 ( 17. 9. ) | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

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DIE LONGLIST , OFFIZIELL : BEKANNTER TANZ DER GROSSVERLAGE

Die von sieben Jurymitgliedern aus 154 eingereichten Prosa- ( meist Roman- ) Titeln ausgewählte “Longlist” für den “Deutschen Buchpreis” ( dbp ) ist weit herumgereicht worden ,
Statistisch betrachtet , ergibt sich folgendes Bild :
Hanser : 4 Titel ( 20 % )
Suhrkamp , S. Fischer , Rowohlt und Luchterhand | Random House : je 2 Titel ( je 10 % )
8 Titel sind in namhaften Gross- und Mittelbetrieben erschienen , wovon 2 ( 10 % ) sich in Österreich situieren und gar einer – Droschl – als Familienunternehmen und Autorenverlag eine historisch zu nennende Ausnahme bildet . Schweizer Verlage sind diesmal – nota bene – nicht dabei .
Genderdistribution : 13 männliche Autoren ( 65 % ) , 7 weibliche Autorinnen ( 35 % )
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Die nominierten Romane ( in alphabetischer Reihenfolge )
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Sibylle Berg – Der Mann schläft – Hanser , August 2009
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Mirko Bonné – Wie wir verschwinden – Schöffling , Februar 2009
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Thomas Glavinic – Das Leben der Wünsche – Hanser , August 2009
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Wolf Haas – Der Brenner und der liebe Gott – Hoffmann und Campe , August 2009
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Ernst-Wilhelm Händler – Welt aus Glas – Frankfurter Verlagsanstalt , September 2009
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Anna-Katharina Hahn – Kürzere Tage – Suhrkamp , März 2009
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Reinhard Jirgl – Die Stille – Hanser , März 2009
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Brigitte Kronauer – Zwei schwarze Jäger – Klett-Cotta , August 2009
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Rainer Merkel – Lichtjahre entfernt – S. Fischer , März 2009
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Terézia Mora – Der einzige Mann auf dem Kontinent – Luchterhand | Random House , August 2009
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Herta Müller – Atemschaukel – Hanser , August 2009
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Angelika Overath – Flughafenfische – Luchterhand | Random House , Mai 2009
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Norbert Scheuer – Überm Rauschen – C. H. Beck , Juni 2009
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Kathrin Schmidt – Du stirbst nicht – Kiepenheuer & Witsch , Februar 2009
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Peter Stamm – Sieben Jahre – S. Fischer , August 2009
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David Wagner – Vier Äpfel – Rowohlt , September 2009
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Norbert Zähringer – Einer von vielen – Rowohlt , Juli 2009
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DIE HOTLIST ALS ANTWORT DER UNABHÄNGIGEN KLEIN- UND AUTORENVERLAGE : DIFFERENZIERTE LANDSCHAFT
Nach Bekanntgabe der “Longlist” des Buchpreises 2009 haben deutschsprachige Independent- Verlage kurzfristig eine eigene Liste mit ihren literarischen Empfehlungen zusammengestellt – die sogenannte “Hotlist 2009” : 20 Verlage – 20 Titel
Statistisch betrachtet , ergibt sich folgendes Bild :
Geographische und regionale Diversität : 13 deutsche Verlage ( 65 % ) , 3,5 österreichische ( 17,5 % ) , 3 aus der Schweiz ( 15 % ) und 0,5 Partialverlagssitz in Südtirol ( 2,5 % )
Genderdistribution : 16 männliche Autoren ( 80 % ) , 4 weibliche Autorinnen ( 20 % )
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Hier nun die “Hotlist” In alphabetischer Reihenfolge
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Hans Adler – Das Städtchen ( PDF ) – Lilienfeld Verlag , Düsseldorf , D
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Barbara Bongartz – Perlensamt – weissbooks, Frankfurt a. M. , D
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Michel Butor – Der Zeitplan – Matthes & Seitz , Berlin , D
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Gion Mathias Cavelty – Die Andouilllette – Echtzeit Verlag , Basel , CH
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Leonid Dobycin – Die Stadt N . – Friedenauer Presse , Berlin , D
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Daniel Goetsch – Herz aus Sand – Bilger Verlag , Zürich , CH
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Germar Grimsen – Almatastr – Verbrecher Verlag , Berlin , D
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Jan Kossdorf – Sunnyboys – Milena Verlag , Wien , A
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Margret Kreidl – Eine Schwalbe falten – Edition Korrespondenzen , Wien , A
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Martin Kubaczek – Sorge . Ein Traum – Folio Verlag , Wien & Bozen , A , I
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Jan Off – Unzucht – Ventil Verlag , Mainz , D
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David Peace – Tokio im Jahr Null – Liebeskind , München , D
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Joel Rosenman – John Roberts und Robert Pilpel – Making Woodstook . Ein legendäres Festival und seine Geschichte – erzählt von denen , die es bezahlt haben – Orange Press , Freiburg , D
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Alexander Schimmelbusch – Blut im Wasser – Blumenbar Verlag , München , D
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Ulrich Schlotmann – Die Freuden der Jagd – Urs Engeler , Weil am Rhein , D
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Jochen Schmidt – Schmidt liest Proust – Verlag Voland & Quist , Dresden , D
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Michael Weins – Delfinarium – mairisch Verlag , Hamburg , D
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Chantal Wicki – Gleissen – Salis Verlag , Zürich , CH
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Benjamin Tienti – Raubvogel – Luftschacht , Wien , A
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Uljana Wolf – falsche freunde – KOOKbooks , Idstein , D
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GRAFIK : STATISTISCHE ÜBERBLENDUNG
Um die Diversität der jeweils mit einem Titel vertretenen “Independents” ( Aussenkreis ) sowie die Konzentration auf spezielle Verlagskonzerne ( Innenkreis ) , die erwartbaren numerischen Präferenzen und paritätische Nennung zu illustrieren , haben wir uns in|ad|ae|qu|at an iner bescheidenen Grafik gemüht . Grosse Ausnahme unter den “Majors” bildet natürlich Droschl mit Thomas Stangls – hierorts ausführlich vorgestellten – Roman “Was kommt” . Nicht uninteressant die Gender- Verteilung , welche den “Independents” eine klar männliche Dominanz – im Narrativen – zuweist .
Die Komposition von Aussen- und Innenkreisen ist nicht ganz zufällig : Bilden doch die “randständigen” Klein- und Autoren- Editionen à la longue das Quellgebiet für die dann ausgezeichneten Spitzentitel der Grossverlage …
( Click to XL)
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UPDATE 1 ( 24. 8. )
In der Online- Ausgabe des “Börsenblatts für den deutschen Buchhandel” ( bb , 24. 8. ) wurde sich eine Kontroverse über die geringe Repräsentanz von Klein- und Autorenverlagen öffentlich .
Erneut stünden lediglich Romane aus Konzernverlagen auf der “Longlist” des dbp kritisiert der Schweizer Literaturvermittler Urs Heinz Aerni – Der lesende Juror kümmere sich nicht um den Verlag, sondern um die Qualität des Buches , antwortet ihm Hubert Winkels , Literaturkritiker und Sprecher der Buchpreisjury 2009
Urs Heinz Aerni :
In der Jury sitzen Literaturkennerinnen und Bücherexperten. Wo bleibt ihre fachkompetente Neugier auf neue Texte? Wieso bleibt die Risikofreude bei der Neuerkundung von unbekannten Literaturen auf der Strecke? Ist es der Medienwirbel, der bedient werden muss? Ist es der Quotendruck beim Publikum? Ist es der Großverlag im Nacken?
Nun, es bleibt wohl nichts anderes übrig als all die Fragen mit einem kulurpessimistischen “Ja” zu beantworten. Wenn ein Kunst- und Kulturpreis ausgeschrieben wird und viele Autorinnen und Autoren aus unabhängigen Verlagen nicht den Hauch einer Chance haben, dann dürfen solche Buchpreise literaturtechnisch nicht mehr ernst genommen und dem geldscheffelnden Massenmarkt abgeschrieben werden. ( … )
Hubert Winkels :
( … ) Ob der professionelle Leser bei der Arbeit unbewußt eine Unterscheidung der Verlage vornimmt nach Maßgabe der Tradition, der Erfahrung vieler früher dort erschienener Bücher usw., die dann in sein Urteil hinterrücks einfließt, das hat man bekanntlich nie völlig unter Kontrolle. Siehe Gadamers hermeneutische Ehrenrettung des Vorurteils und Freuds Theorie des Unbewußten. Wir Juroren agieren so vernünftig wie möglich, und dazu gehört die kraft Anspannung aller bewußten Kräfte: verlagsunabhängige Betrachtung der Romane.
Nimmt man diesen Befund und die Intentionen der Jury ernst, dann stellt sich aber tendenziell eine andere Frage, nämlich: wie kommt es dazu, dass sehr viele der guten neuen Romane – und nur um ROMANE geht es hier! – in relativ wenigen größeren bekannten Verlagen erscheinen (von denen wiederum viele auch keine von Ihnen so genannten Konzernverlage sind, Herr Aerni?
Das allerdings wäre eine Diskussion wert, anhand von Fragen wie: Was machen die Großen besser? Oder: Warum wenden sich gute Autoren eher an die größeren Verlage? Und viele mehr…, doch allein schon die beiden genannten Fragen legen nahe die schöne englische Sentenz ernst zu nehmen: IT TAKES TWO TO TANGO.
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UPDATE 2 ( 5. 9. )
Offener Brief von Klaus Sander an die “Independents” : “Eure ‘Hotlist’ ist eine Farce” ( bb, 5. 9. 2009 )
Der supposé- Verleger Klaus Sander kritisiert die ‘Hotlist’ unabhängiger Verlage als Farce und Respektlosigkeit gegenüber anderen Verlagen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
so unpassend die Anrede in diesem Fall auch erscheinen mag, führt sie uns doch gleich mitten hinein: Eure selbsternannte “Hotlist” ist eine Farce.
Mehr noch als das, ist sie allerdings eine Respektlosigkeit, ja eigentlich eine Unverschämtheit den zahllosen, nicht in Kenntnis gesetzten unabhängigen Verlagen gegenüber, auf deren Schultern Ihr 20 nun einen Tanz aufführt.
Eine eigentlich gute Idee mit viel Charme und Potential, nach internationalem Vorbild auch hierzulande einen Buchpreis für unabhängige Verlage ins Leben zu rufen, verpufft durch diesen Schnellschuss leider schon im Ansatz.
Formale, ästhetische oder sonstige qualitative Gründe für Auswahl und Erstellung Eurer Hotlist im Namen “der Independents” sind nicht ersichtlich. Genau die werden aber mit einer derartigen Liste suggeriert. Einziges Kriterium war offenbar der schnelle und laute Ausruf: Hier! Icke! (weiss leider nicht, wie man in Hessen sagt) Indie!
Nicht einmal die Kurt-Wolff-Stiftung wurde informiert. Stattdessen Pressemitteilungen lanciert, Händler aufmerksam gemacht, Medienpartner gesucht. Diese springen natürlich dankbar an, verspricht eine “Hotlist” doch endlich eine repräsentative Auswahl im unübersichtlichen Wirrwarr der Veröffentlichungen aus kleinen, unabhängigen Verlagen. Dass es sich stattdessen um eine Selbstermächtigung einiger weniger im Namen vieler vieler handelt, wird verschwiegen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Selbsternannte Hotlist-Indieaner – es müffelt.
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UPDATE 3 : PUBLIKUMSPREIS DER HOTLIST- VERLAGE 2009 ( 17. 9. )

Die erst vor wenigen Wochen ins Leben gerufene Hotlist 2009 versammelt zwanzig Empfehlungen deutschsprachiger Independent-Verlage (darunter die österreichischen Folio, Korrespondenzen, Luftschacht, Milena) und versteht sich als Vorläufer für einen neuen Independent-Preis. Schon auf der kommenden Frankfurter Buchmesse wird für den beliebtesten Hotlist-Titel 2009 ein Publikumspreis in Höhe von 5.000,- Euro vergeben, gestiftet von der Mayerschen Buchhandlung. Jeder Interessierte kann bis 15. Oktober online unter www.hotlist2009.de an der Abstimmung teilnehmen. Auf dieser Website werden auch alle Titel mit Leseproben vorgestellt. Die Preisverleihung findet am Freitag, 16. Oktober 2009, um 22.30 Uhr auf der Party der Jungen Verlage im Kunstverein Frankfurt statt. Moderator ist Denis Scheck.
Der Hotlist-Publikumspreis 2009 ist ein erster Schritt in Richtung eines Independent-Buchpreises, der für Herbst 2010 erstmals regulär ausgeschrieben wird. ( HVB , 17. 9. )
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LINKS
- Voland & Quist- Verlagsblog
- mairisch- Verlagsblog
- Longlist für den Deutschen Buchpreis hat Lücken ( Tilman Krause , DIE WELT , 21. 8. 2009 ) – Nämlich Sibylle Lewitscharoff , Helmut Krausser und Walter Kappacher …
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RELATED
- dbp : shortlist | Pst ! Ohrs bild’t ( in|ad|ae|qu|at , 18. 9. 2008 )
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Deutscher Buchpreis 08 : Lost in Longlist ( in|ad|ae|qu|at , 22. 8. 2008 )
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Deutscher Buchpreis 08 : Die Werbe- Traktor rollt an ( 9. 7. 2008 )
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Preise und Wiedergänger : Hanser , Lovenberg , Mosebach ( 16. 8. 2007 )
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Das grossen BuchMesseN | Fair Y Tales ( 9. 10. 2007 )
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KLANGAPPARAT
Von dem maximal minimalen Klangbastler und DJ Foton ( MySpace ) wird man nicht eben behaupten können , es mange ihm an eigener und unverwechselbarer “Handschrift” .
Wir haben dies in|ad|ae|qu|at bereits anhand mehrerer Klangproben in der Vergangenheit demonstriert ( hier , hier und hier ) und stehen selbstredend nicht an , Fotons grosses Mix für deepindub als unterspielte Stimulation zu reichen . Als Meister der Aussparung spart Foton mit harten Bandagen , sondern evoziert mit hauchzarten Schleifgeräuschen und artifiziellen Vinyl- Abspiel- Reminiszenzen ein wenig die Atmosphären der “Clicks and Cuts“- Ära . Was nicht heisst , der gute Mann hätte auf “Organon” nicht durchaus starke und tanzbare Beatsequenzen auf Lager -
CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN
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präferiere da ja eher die idee der notlists. aber diese form von popfiktion ist wohl kaum austreibbar. das ändert sich auch nicht durch eine gegenoffensive der “independents”. das paradigma bleibt …
Sie meinen : von Notwist zur “Not- List” sei’s nur 1 kleiner Schritt für den Schreiber , aber ein RIESENSPRUNG für die Menschheit ?!
das wäre, ja, eine komplette umdenke. oder noch anders: die idee (wo hab ich sie jetzt gleich gelesen? m.f.? der maskierte philosoph?) einer komplett autorschaftslosen publikation für ein jahr. fokus nur auf den text. aber natürlich (so der anhang zu der denkfigur): würden sämtliche schriftsteller und verlage für dieses jahr eine publikationspause einlegen …
mh , könnte dem durchaus was abgewinnen : 1 jahr barcode statt autornamen … würde auch die literaturkritik der vor ( ver ) urteilungen entledigen …
mit barcode zur barschaft, sozusagen. leider würde das aber 95% aller gesonnenen feuilletons überfordern. die sache bliebe also in ganz kleinem rahmen. lieber hat man da ja einen “buch”preis. das hat in der regel 4 ecken und man kanns anfassen …
Sie werden sehen , werter hab , wie rasch sich folglich die kulturtechnic des streifchenlesens breit macht . gibt dann sich flott ein i- phone- app …
Wenn Sie von Independent-Verlagen sprechen, was meinen Sie denn da? Unabhängig von wem? Suhrkamp ist größer als Droschl, ja, aber wovon bitte ist Suhrkamp abhängig und Droschl nicht?
“Independent” ist nicht der von uns gefundene Terminus , sondern der von den Klein- und Autorenverlagen in ihrer Presseaussendung selbst gewählte .
Wir vermuten , der in Rede stehende Terminus entstammt der Analogie zu kleinen Schallplattenlabels , welche sich – speziell in den 80ern und 90ern – als alternative “Independents” gegenüber den “Majors” der Musikindustrie- Konzerne verstanden .