Christian Steinbacher : Stechende Gesten mit Eigensinn | Rede zur Verleihung des Österreichischen Würdigungspreises für Literatur 2008 an Elfriede Czurda

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Christian Steinbacher : Stechende Gesten mit Eigensinn
Rede zur Verleihung des Österreichischen Würdigungspreises für Literatur 2008 an Elfriede Czurda ( 29. 4. 2009 )

die tage rinnen leer und
blöde ins vergessen
und leere kahle gesten
stechen scharf

POESIE pie chartMit diesen vier Versen eröffnet ein Text aus Elfriede Czurdas Gedichtband wo bin ich wo ist es. Mit Sicherheit nicht leere Gesten erwarten Sie dagegen heute Nachmittag hier in diesem Audienzsaal, gilt es doch einer der wichtigsten Autorinnen unseres Landes den Würdigungspreis für Literatur 2008 zuzuerkennen.

Es ist anzunehmen, dass Sie zumindest den einen oder anderen Band der in den 1980er-/1990er-Jahren bei Rowohlt erschienenen Bücher der Autorin kennen, nicht jedoch das Czurda’sche Werk in seiner ganzen Breite. Gerade für eine Autorin wie Elfriede Czurda ist es aber wesentlich, auf diese Bandbreite Bezug zu nehmen, gehört sie doch zu jenen Vertreterinnen der schreibenden Zunft, die im Laufe der Zeit, aber auch immer wieder parallel eine große Variation an Schreibtechniken verwendet und entwickelt hat.

Lassen Sie mich vorerst ein paar Eckdaten des Werdegangs dieser großen Autorin streifen: Elfriede Czurda wird 1946 in Wels geboren, absolviert die Matura an einer Arbeitermittelschule in Linz und studiert anschließend Kunstgeschichte und Archäologie in Salzburg, übersiedelt schließlich nach Wien und beginnt Anfang der 1970er-Jahre im Umfeld der so genannten experimentellen Literatur zu schreiben, und das heißt: auf einem Reflexionsstand, der sowohl von Sprachskepsis wie von Materialbewusstsein bestimmt war.

POESIE pie chart1980 übersiedelt Czurda nach Berlin, behält sich aber auch ihre Wiener Wohnung, wo sie seit 2007 wieder lebt. Mit Unterbrechungen durch längere Aufenthalte etwa in den USA und vor allem in Japan bleibt der Hauptwohnsitz bis 2007 jedoch Berlin. Und eben dort erscheint 1978 bei Rainer Pretzell, der später weitere Bücher der Autorin edieren wird, ihr erstes Buch, dem 1981 ein bereits noch früher entstandener Text in Gerhard Jaschkes Freibord in Wien folgt. Diese Publikationen sind noch ganz dem Kanon der damals unter dem Etikett “experimentell” firmierenden Literatur verpflichtet, durchbrechen diesen aber auch durch eine eigenwillige Vielfalt der Stilistik, die das systemverliebte Denken der Moderne karikiert. Florian Neuner, mit dem gemeinsam ich 2006 ein Dossier zu Czurda herausgegeben habe und der betont, dass Czurda ihr Schreiben, ohne den Reflexionsstand des Experiments preiszugeben, zu einer politisch wachen Zeitgenossenschaft hin geöffnet hat, merkt an, dass die Autorin schon in ihren ersten Büchern einem akademisch-domestizierten Experiment entgegengetreten ist.

Sodann regt sich der Wunsch, die Arbeit auch in Richtung auf die Möglichkeiten, und damit einhergehend natürlich auch auf die Unmöglichkeiten, eines Erzählens zu erweitern. Es beginnt das Schreiben an den Rowohlt-Publikationen Diotima oder Die Differenz des Glücks und Signora Julia. Motivisch sind diese Texte gekoppelt mit dem Sujet von durch Idealisierungsmaschinerien verseuchten und deshalb unlebbaren Liebesbeziehungen, die als solche von den sie reflektierenden Protagonistinnen analysiert und dann abgelegt werden. Das Thema trifft zudem den grundlegenden Widerstreit von Vorstellung und Wirklichkeit. Die Sprache dieser Texte unterscheidet sich wesentlich von den späteren. Als “erlesen hoch” wertet Heinz-Peter Preußer in seinem Eintrag im Kritischen Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur die Stillage dieser Arbeiten.

POESIE pie chartDen von ihr eingeschlagenen Weg hat Czurda mit den beiden Büchern ausgereizt, ein neuer Weg war zu suchen. Und ein anderes Sujet, sprich: Der Kleinbürger Kerner hat seine Tochter vergewaltigt, jetzt befindet er sich mit Bergkameraden beim Goldschürfen und wartet darauf, dem Bergführer Himmer in seiner Stellung nachzufolgen. Er will vergessen, es gelingt ihm aber nicht. Der ironisch als Abenteuerroman bezeichnete Text ist keine Geschichte, sondern ein Schwall an Worten und Phrasen. Martin Kubaczek spricht von einer sprachlichen Selbstdemontage und betont die extreme Polarität des Aufbaus des gesamten Textes wie auch seiner Details. Das Figureninventar ist symmetrisch angelegt, die Positionen werden gegeneinander gestellt, selbst der Berg wird als männliche Höhe und weibliche Höhle gespalten. Und der Diskurs ist allmächtig, auch Kerner selbst sein Opfer, und wird deshalb als ganzer torpediert. Und so werden nicht nur unentwegt sprachlich vermittelte Stereotypen bloßgelegt, sondern lässt Czurda in ihren Verdrehungen Sprache austreiben bis dorthin, wo, so Kubaczek, das imaginierende Bewusstsein überfordert und in eine permanente Krise des Flimmerns unmöglicher Bilder getrieben wird. Ein Destabilisieren sprachlich festgelegter Wirklichkeit sei das Ziel dieser Unterwanderungen. Zugleich werde aber auch ein Feiern der Sprache vollzogen. Sprache wird also einerseits zur Fratze verzerrt, andererseits sind wir im kreativen Spiel, das zeigt, was mit Sprache möglich ist. Erinnern wir uns an die Ausgangslage der doppelten Kennzeichnung: Sprachskepsis und Materialbewusstsein. Beide Charakteristika avancierter Literatur radikalisiert Czurda. Die vor allem ihrer Prosa zugrunde liegende Sprach-Skepsis wird dabei zu einer umfassenden, die letztlich jeden Diskurs ob seiner starr bleiben müssenden Muster beargwöhnt.

Besonders gefangen vom Diskurs sind die Sprachlosen. Ihnen gilt das Interesse in Die Giftmörderinnen und in Die Schläferin, den ersten zwei Bänden einer Trilogie, deren Erarbeitung nach Kerner einsetzt. Die Publikation des dritten als “Ein Wirtschaftsroman” untertitelten Teils steht noch aus, doch ist nun ein Abschluss der Arbeit an der Trilogie, wie mir die Autorin kurz vor dieser Rede gestanden hat, absehbar in Sicht.

In Die Giftmörderinnen und in Die Schläferin erfahren wir, dass Sprachnot unter unerträglichen Lebensbedingungen in exzessive Gewalt mündet. Für die Geschichte der Giftmörderinnen (ein Text, der übrigens für deutsche Theater eingerichtet wurde, und vielleicht, hat der Text ja nichts an Aktualität eingebüßt, erreicht eine Adaption doch auch einmal österreichische Bühnen) zieht Czurda einen echten Fall aus den 1920er-Jahren als Schablone heran: Die Protagonistin Else tötet auf Anregung ihrer Freundin Erika ihren Mann mit Rattengift. Der “Hirnspatz” Else sieht sich dabei gleich einer Trias der Macht gegenüber, die nicht nur Hans heißt, sondern der auch Hansens Mutter und die sprachmächtige Erika, welche sie zum gemeinsamen Mord überredet, angehören. Zitat:

Gerede. Das ist alles was in einer Erika drinsteckt. Alles was eine Erika sucht ist ein Ziel in das ihr Rede Strom mündet. Eine Else ist so blöd zu glauben, dass Wörter irgend wie Mirakel sind oder so. Daß sie etwas wirken können oder so. So ein Idiot ist eine Else Rinx.

Döblin hat sich bekanntlich ebenfalls einst des besagten Falles angenommen. Während er in seinen Giftmörderinnen jedoch Triebkräfte sich verkeilen sieht, ist es bei Czurda das Sprechen von Elses Umgebung, das sich in dieser “spießt”, notiert dazu Lisa Spalt.

POESIE pie chartIn Die Schläferin wird ebenso die Geschichte eines kargen Lebens erinnert, diesmal jedoch nicht von einer Else aus dem Gefängnis heraus, sondern von einer Magdalena vor ihrem Sprung ins Wasser. Die Monologe und Bewusstseinsströme und Dialoge der Schläferin sind äußerst künstlich. Die Schläferin tötet nicht nur, sie zerstückelt den Leichnam ihres Mannes und friert ihn portioniert ein. Auch die Sprache des Textes ist portioniert und zerstückelt, etwa wenn die Komposita unentwegt auseinander treiben. Alles tendiert zu einer Überdeutlichkeit, die durch das Staccato kurzer und kürzester Sätze und Absätze nochmals verstärkt wird. Czurda entwickelt einen Sog der Unausweichlichkeit, der uns im Lesen dieser immer folgerichtigen Geschichten bedrückt, in der Finesse, wie sie das komponiert, aber auch beeindruckt. Angesichts der Härte der Handlung und ihrer Inszenierung tritt diese Finesse natürlich zurück. Es sind Katastrophen in Permanenz, die Czurda modellhaft in Szene setzt, aushaltbar für die Lesenden nur noch über ihre satirische Überhöhung.

Nach der Schläferin ist lange Zeit keine Prosa erschienen, aber einiges an Prosa entstanden. Der Berliner Verbrecher Verlag hat sich 2007 mit der Herausgabe des mit “3 wahnhafte Lieben” untertitelten Buchs Krankhafte Lichtung einer Sammlung dreier Texte angenommen, u. a. eines Textes, der erste Skizzierungen zum dritten Teil der Trilogie enthält, aber auch eines jüngeren Textes, in den Czurda Stimmen der Bombenopfer von Hiroshima in Originaltönen mit einverwebt. Für Herbst 2009 ist nun dort ein weiterer Band mit dem bezeichnenden Titel Untrüglicher Ortssinn. Kurzprosa & Erörterungen vorgesehen, der nicht nur in den letzten 2 bis 3 Jahren entstandene kleinere Texte (ja, Czurda ist, seit sie wieder in Wien ist, sehr schreibaktiv gewesen) enthalten wird, sondern etwa auch ihren Beitrag zu Walter Gronds Odyssee-Projekt wieder greifbar macht. Ebenso für diesen Herbst ist in der Edition Korrespondenzen, wo auch ihr letztes Buch mit dem schlichten Titel ich, weiß erschienen ist, eine Neuauflage des lange vergriffenen Kerner, zu dem ich bereits eingehender gesprochen habe, vorgesehen, und zwar ergänzt um einen kürzeren Gegentext, in dem Czurda Kerners Tochter als Opfer eine eigene Stimme zu geben versucht. Es ist eine Freude, dass Czurda nach ihrer Rückkehr nach Wien akkurat in der Edition Korrespondenzen, die immer mehr zu dem relevanten Verlag für rigoros weiter weisende Poesie im deutschen Sprachraum avanciert, eine neue Heimstatt gefunden zu haben scheint.

POESIE pie chartMit Kerner, dessen Sprache damals möglicherweise geradezu in der Luft lag, wie man von heute aus vorsichtig sagen könnte, bedenkt man, dass andere es mit zeitgleich entwickelten durchaus anverwandten Schreibverfahren später immerhin zu Nobelpreisen gebracht haben, hat Czurda, und dies möglicherweise in dieser Konsequenz sogar als erste, einen Text gefertigt, der damals einen maßgeblichen Einfluss auf viele von uns jüngeren Autoren ausgeübt hat. Einige von uns, und ich wechsle bewusst hier kurz die Position und spreche als Autor, sehen in Czurda aber auch aus anderen Gründen eine Leitfigur. Dies betonend möchte ich im Folgenden noch kurz zur Gedichtproduktion dieser solitären Autorin sprechen (auf weitere, andere Aspekte wie etwa auf ihre zahlreichen. teils prämierten Hörspiele insbesondere der 1980er-Jahre, auf das essayistische Werk, auf die Übersetzungen, die Zusammenarbeiten mit Komponisten, die Arbeit an Fotozyklen und nicht zuletzt auf ihr kuratorisches Tun, etwa für ihr umfangreiches Autorinnenlabor zum Thema “Architektur der Sprache | Sprache der Architektur” für die Wiener Alte Schmiede kann hier aus Platzgründen nur verwiesen werden).

Lassen Sie mich in Bezug auf die Produktion von Gedichten und gedichtartigen Texten (der Begriff Lyrik sei hier vermieden, Czurda wendet sich offen gegen diesen Begriff, und dies von ihrer Warte aus wohl zurecht, geht es ihr ja nicht um Gefühl, sondern um Handwerk und Haltung) zuallererst auf die wichtige Funktion von Unfug hinweisen. Zwar ist es so, dass gerade im Unernst die Abgründe deutlich gemacht werden können, aus denen sich Bedeutung konstituiert, und dass Czurdas Gedichtproduktion eben gerade auch auf dieses Deutlichmachen abzielt, doch soll nicht übersehen werden, dass Unfug auch einen Sinn-Gewinn zulässt.

Wenn ich einmal für die in den 1990er-Jahren bei Droschl erschienenen Gedichtbände eine lebendig gehaltene Sprache verortet habe, meinte ich damit nicht nur, dass dort kreativ und hierarchiefrei gegengesteuert wird zu der jeder Sprache innewohnenden Tendenz zur Verfestigung von Wert, sondern auch, dass dort Gedichte ein Eigenleben behalten und nicht in ein System gezwängt werden, was ja Er-Mächtigung bedeuten würde. Czurda ist hier aber Teil des Prozesses und steht nicht über diesem. Sie revoltiert gegen den herrschenden, be-herrschenden (oder auch be-herrschbaren) Text.

Von der Lachhaftigkeit aller Klassifizierzung schreibt sie an anderer Stelle, einer essayistischen Arbeit zu André Thomkins. Und dort, wo ein System ausgespielt wird, wird dieses dann auch wieder unterlaufen in diesen Arbeiten. Das mag an Oskar Pastior, mit dem Czurda zu Beginn ihrer Berliner Zeit in einer Wohngemeinschaft gelebt hat, erinnern. Ein früher Gedichtband Czurdas aus dem Jahr 1983 ist schlicht mit VOIK betitelt, und im Untertitel finden sich die Wörter Stockung und Stürme, aber auch Notat. Genau das sind viele Arbeiten dieser Bücher mit gedichtartigen Texten: Mitschriften, die nicht Halt davor machen, auch den in uns sich ablagernden Sprach-Schutt und -Schund mit auszustellen. Ein lebendiges Schreiben, das heißt eben auch Verschmutzungsgrade zuzulassen.

Doch was ist das von der herrschenden Macht gerne als Lärm hingestellte, fragt sich Czurda in einem ihrer Essays. Es werde unterschlagen, dass dort dann das Wort selbst in seiner Einsamkeit zum Vorschein komme, in seiner fragilen Schwingung, in seinem Nichts. Und an anderer Stelle notiert sie: Der Buchstabe als

Pro-Thesis, die den leeren Raum des Werks mit dem leeren Raum der Welt verbindet – damit beide verschwinden können in dieser ‘gegenstandslosen Pracht des Nichts’.

Auf dass das aber nicht in falsche Kehlen komme mit dem Wörtchen “Pracht” und wir so den Boden unter den Füßen verlören, möchte ich, bevor ich noch zwei abschließende Hinweise setze, auf dieses Zitat aus einem ihrer Essays noch eines aus dem Confusen Compendium , einem 1991 bei Pretzell in Berlin erschienenen so genannten Automatischen Tagebuch, folgen lassen, wo es heißt:

geh nicht träumen
bleib hier im regen
sieh die tropfen
wie sie schnell zerplatzen.

POESIE pie chartNun noch die zwei angekündigten Hinweise: Hinweisen will ich zum Abschluss auf das aktuelle, letzte Buch der Autorin mit dem Titel ich, weiß. Und ganz kurz zitieren möchte ich auch noch die für diese Laudatio ursprünglich vorgesehene Kollegin Petra Nachbaur, die heute leider verhindert ist, wie Sie inzwischen gemerkt haben (dass keine Frau diese Rede hält, war also so nicht beabsichtigt). Nachbaur schreibt in einer Arbeit zu Czurdas 2001 vom ORF in der Reihe Literatur als Radiokunst des ORF-Kunstradio produzierten Hörstück Rondo in P-Dur , für welches Nachbaur gegenüber systematisch angelegten Texten anderer Autorinnen ein beugbares, undogmatisches Prinzip verortet:

Rondo in P-Dur ist ein Text, der probiert. Somit ein Beispiel des Experimentellen im unprätentiösen Sinn.

Spiele brauchen Regeln, aber nicht viele. Für die mit “mikro-essays für die westentasche” untertitelte Textsammlung ich, weiß hat sich Czurda die Aufgabe gestellt, jeden Tag einen Text zu schreiben, für den es eigentlich nur eine Regel gibt: Es sollten täglich 12 sich auf ein Ding, eine Stimmung, eine Erinnerung fokussierende Zeilen geschrieben werden. Der Vater von Florian Neuner hat sich dieses Westentaschenbuch nach einer Lesung der Autorin in Linz gekauft. Und er las dann Tag für Tag je einen Eintrag. Das kann ich auch Ihnen empfehlen. Die Welt in ihrer Banalität und in ihrer Ereignislosigkeit tritt uns in diesen Texten, in denen die Autorin diverse poetische Handgriffe leichthin und wie nebenher ausspielt und die souverän an den Grenzen von Form und Nicht-Form siedeln, entgegen.

POESIE pie chartDer Würdigungspreis gliedert sich dagegen selbstredend doch als Ereignis ein in den Lauf der Zeit. Czurdas Werk steht unverrückbar vor uns, aber auch ihr aktuelles Tun hat, wie wir erfahren haben, neuen Schwung bekommen, unbeeinflusst von den Marktstrategien nach wie vor, also Literatur im eigentlichen Sinne, also eine, die eben nicht Belletristik sein will, und dies, obwohl im Moment mehr und mehr belletristische Ansprüche die mediale Literaturkritik verwässern. Allein schon für diese Konsequenz sei zu danken, zeigt sich mit Czurdas Arbeit doch, dass Literatur eben immer noch mehr sein kann. Aber auch auf der anderen Seite, um es so zu benennen, ist Czurdas Haltung und Werk vorbildlich, als sie ihre Literatur lebendig lässt und sich keinerlei Doktrin welcher Seite auch immer beugt. Czurda spricht da lieber von Eigensinn. Auch dafür ist ihr zu danken, scheint doch das Individuum der Contrapart jeder Gesellschaft zu sein, egal welcher, und tritt Poesie für das Individuum ja allein schon deshalb an, weil sie immer auch von einer Art Eigensinn lebt. Nicht zuletzt ist Elfriede Czurda aber vor allem für ihr großartiges, einmaliges Werk zu danken, das ja ausschlaggebend für diese Würdigung ist.

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HINWEIS

Mit zwei Publikationen tritt Elfriede Czurda diesen Herbst in Berlin und Wien hervor :

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Chritian Steinbacher

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