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ALTE ARGUMENTE – NEU AUFGEKOCHT
Man ist schon müde , es auch nur referieren zu sollen . Eben hat die “Print vs. Web”- Debatte infolge Armin Thurnhers Denunziation von Weblogs und Social Media als “narzisstisch und parasitär” wie ein publizistisches Sturmtief Österreich durchquert ( siehe Futurezone , Gröbchen , digiom , Helge ) , droht eine Neuauflage des als Kulturkampf um “Qualitätsjournalismus” kaschierten Ringens von “paid content” gegen Gratisware mit einer Publikation , deren Titel decouvrierender nicht sein könnte .
Mit der bei Blessing ( Random House ) angekündigten Publikation “Payback – Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun , was wir nicht tun wollen , und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen” weitet Frank Schirrmacher – als “Debattentreiber” ( Focus ) Vorbild des “Falter”- Mitbegründers Thurnher – seine in der FAZ und der SZ publizierte Rede zur Verleihung des Jacob- Grimm- Preises für Deutsche Sprache 2007 zum Rundumschlag in Buchform aus .
“Wir wissen mehr” , so der Verlagstext ,
als je zuvor und fürchten doch ständig, das Wichtigste zu verpassen. Der Mensch ist nicht nur ein Fleisch- und Pflanzenfresser, er ist auch ein Informationsfresser. Informationen sind Vorteile und in der Informations-Nahrungskette siegt der, der am schnellsten und effektivsten Nachrichten sendet und empfängt. Aber diese neue Form des Darwinismus führt dazu, dass wir nicht mehr unterscheiden können, was wichtig ist und was nicht.
Freilich wird eingeräumt , dass eine “Welt ohne Informationstechnologie” heute “nicht” mehr “vorstellbar” sei .
Aber die pure Koexistenz von Mensch und Computer führt zum Sieg der künstlichen Intelligenz. Schon bald werden Computer zu Dingen fähig sein, die heute noch unvorstellbar scheinen. Sie werden unsere Wünsche besser kennen als wir selbst und in der Lage sein, sogar unsere Assoziationen in Software zu übersetzen. Wichtig aber ist, dass wir währenddessen unsere Fähigkeiten nicht verlieren. Wir können zurückfordern, was uns genommen wird, wenn wir die Stärken des Menschen neu bestimmen.
Was in der Verlagsankündigung rhetorisch als postiv formulierte Verheissung schliesst , decouvriert sich in den griffig reduzierten Kurzbefunden als Polemik kat’ exochen:
• Wir werden bombardiert mit dem, was andere Menschen jede Sekunde tun
• Wir werden voraussagen können, was jeder Mensch in der nächsten Minute tun will
• Wir wissen alles. Und nichts über uns selbst
Halleluja , genau das haben wir gebraucht um gegen den herrschenden und – laut Netzökonom Holger Schmidt in der heutigen FAZ ( ! ) – tendenziell wachsenden “digital divide” anzugehen .
Obwohl sie ihre respektiven Medien längst der Netzästhetik angepasst haben , geben sich die territorialen “Renaissancefürstchen” ( Hubert Fichte ) als selbstlose Verteidiger des Wahren- Guten- Schönen im Sinne eines Humanismus , dem bereits die simplifizierenden Argumente ihrer Polemiken spotten .
Dabei reicht es , den Titel “Payback” wörtlich zu nehmen , um die Kombination aus argumentativem Backlash und dem Ringen um Monetarisierung von Inhalten der “alten Medien” zu erkennen . Aber gruseln Sie sich selber : Ab 16. November in Buchform oder als Audio- CD.
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RELATED
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Machen Sie sich Ihr BILD von der FAZ ( in|ad|ae|qu|at , 28. 4. 2009 )
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“Die FAZ- Gesinnten” im READING ROOM ( 5. 2. 2008 )
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Your daddy’s rich / And your mamma’s good lookin’ ( 10. 7. 2007 )
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REZENSIONEN ( UPDATE )
- Frank Schirrmacher : Mein Kopf kommt nicht mehr mit ( SpOn , 16. 11. 2009 )
- Die Ich-Erschöpfung – Frank Schirrmacher : Payback ( Andrian Kreye , SZ , 18. 11. 2009 )
- Frank Schirrmachers neuester Krisenreport – Das Digitakel aus Frankfurt ( Andreas Fanitzadeh , taz , 21. 11. 2009 )
- Frank Schirrmachers “Payback” – Hier werden Sie gedacht ( Gregor Dotzauer , Tagesspiegel , 25. 11. 2009 )
- Schirrmacher fordert die Abschaffung der Medien ( BILD- Interview @ digitalpublic.de )
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KLANGAPPARAT
Deep , warm und tröstlich erreicht uns einer der bewährten Kompilationen des deepindub- Masterminds Maurizio Micelli . Der diesmalige Mix bezieht sich aus den Pionierpublikation der Netmusic- Szene , fokussierend auf
stimmungsreichen IDM- , glitch- und Dub- Releases .
Eine Stunde , sechsundzwanzig Minuten und fünfundzwanzig Sekunden lang sind wir auditiv gewappnet gegen nasskalte Novembernebel .
CLIK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP )
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Thank for your support and kind words !
keep up your good work…
best regards
Diese Beschreibung klingt wirklich so schauderlich, dass ich mir den Titel gleich mal für #wolo10 notiere…
Der geschirrte Macher hat den #wolo10 absolut verdient , liebe Jana Herwig , ist als Kampagnenreiter sichtlich das unmittelbare Vorbild gefalte(r)ter , kochender , musizierender – indes völlig unnarzisstischer – austriakischer Renaissancefüsrtchen -