Vienna Community Hospital 6 | Bahnungen

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VERWAISTE LEITSYSTEME

Die Fotografiererlaubnis in Wiens Allgemeinem Krankenhaus ( AKH ) wird unter der Bedingung erteilt , dass keine Personen | Patienten auf den Bildern zu sehen sein dürfen . Schutz der individuellen Rechte am eigenen Bild . Die Expeditionen erfolgen demnach frühmorgens zwischen 4 und 5 Uhr .

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Speziell in den riesigen Hallen und Gängen des Haupthauses , in welchen sich tagsüber Patienten und ihre Besucher , Ärzte und Schwestern , Sanitäter und Pfleger drängen – gar nicht zu reden von den Lehrenden und Studierenden der medizinischen Universität – , zeigt einzig die Zeit vor Sonnenaufgang die Wegstrecken zu den Stationen , Ambulatorien , Auditorien verwaist .

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Die öffentlich zugänglichen Bahnungen zu Einzeldisziplinen , Einzelheilkünsten , Einzeleingriffen und Einzelschicksalen befinden sich sämtlich auf der ebnerdigen “Ebene 5” , Aufzüge und Rollstege schleusen die tagsüber unüberblickbaren Menschenmengen in die Sonderabteilungen : Diese zu betreten bedarf es eines hinreichenden Grundes . Also folgen wir den allgemein akzessiblen Bahnungen .

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VERLORENE PERSPEKTIVE

Wegweiser , Hinweisschilder , Lagepläne vermitteln im riesigen Labyrinth des schwarzen Doppelblocks so etwas wie Orientierung . Seit Ende der Siebziger Jahre im nordwestlichen Teil des Krankenhausareals in Betrieb , ist das mit lichtschluckend dunkelbraunen Aluminiumrastern und -platten verschalte Haupthaus mit seinen zwei “Bettentürmen” aus allen Himmelsrichtungen als schwarzer Doppelkotz sichtbar , sprengt indes aus der Nähe das Fassungsvermögen des Kameraobjektivs .

Bekanntes Paradox megalomaner Kubaturen : Je weiter die Annäherung fortschreitet , desto geringer gerät die Perspektive . Am Ende der Skala befindet sich die unumgängliche Unüberblickbarkeit von Raum und Prozessen , wie sie der Patient erfährt .

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INTEGRALE FASSUNG

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Gänge , Bahnungen : Bereits aus den Terassierungen der ehemaligen Stadt- ( heute oberirdisch geführten ) U- Bahn heraufsteigend , fasst ein die dicht befahrende Gürtel- Strasse überbückender Metall- Glas- Schlauch die Ankommenden . Leitet diese , konsequent den Blick auf das Ziel verdeckend , sicher hinüber ins Haupthaus . Was man auf diesem Wege allenfalls sieht , ist das strassenseitig gelegene Betonhochhaus der Neurologie .

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Eine mit Supermarkt und Blumenladen , Friseur und Pédicure , Post und Bank , Tabakladen und Standesamt versehene Auffanghalle verweist auf den geschlossenen Kosmos , in welchem Personal und Patienten hier unter Umständen leben .

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ORTLOSE KORRIDORE

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Zwei parallele Korridore , welche straks im maximaler Länge bis ans andere Ende des rechteckigen Grundrisses führen , gewährleisten als primäre Bahnungen die Feinverteilung der Massen .

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Hier zum universitären Trakt abzweigend , dort das Karree der insgesamt zehn Lifte zu den Einzelstationen erschliessend , nicht zuletzt die Rollsteige zu den Ambulanzen freigebend , stellen die Parallelgänge so etwas wie die Arterien dieses Baukörpers dar .

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Freilich liesse sich ebensogut die Metapher einer Maschine heranziehen . Allerdings bedarf es einer solchen tendenziösen Explizitmachung nicht . Sie ist dem auf raschen Durchsatz angelegten Grosskrankenhaus einer Metropole ohnehin nonverbal eingeschrieben .

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Gleichsam ortlos , beseelt von einer warmen Melancholie , erklingt der jüngste Coup de Génie des Lissabonner Grafikers und Musikers Ricardo Mestre aka pseudónimo . Einer maschinellen Taktung agglutinieren sich schwebende Atmosphären und zärtliche melodische Bögen , so , als gäbe es doch noch Hoffnung . czz-hoerempfehlung

Mit den fünf Tracks von “long live today” legt das Netlabel broque pünktlich zu Monatsbeginn ein feingesponnenes , indes in der Kompaktheit der Sounds gut geerdetes Kunststück vor : Freundliche , klug durchdachte Klangarchitektur .

Click Tracks to listen : 01. landscape with broken machine | 02. yet – i still want you | 03. maybe tomorrow | 04. long live today | 05. sunflower field | [ Zip- Download]

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