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WORT DES JAHRES – BASICS : D | Ö | CH
In Deutschland ist es die “Gesellschaft für Deutsche Sprache“, welche in ihrem jährlichen Bericht und ex cathedra des “WDJ” verkündet . Mit dem “Unwort” wartet man stets auf den Beginn des Neuen Jahres zu . Die Jury aus “Hauptvorstand und … wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sprachgesellschaft” bleibt dabei weitgehend insitutionell ( und im Dunkeln ) . Über die Auswahlkriterien heisst es im Waschzettel :
Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat am 17. Dezember 2009 die Wörter des Jahres 2009 gewählt. ( … ) Ausgewählt wurden Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen. Es geht nicht um Worthäufigkeiten, sondern um eine sprachliche Chronik des zu Ende gehenden Jahres. Auch ist mit der Wortauswahl keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden.
Für Österreich publiziert das Grazer Projekt “Forschungsstelle österreichisches Deutsch” seit 1999 Wort und Unwort immerhin in einem Streich . Im Hinblick auf die namentliche Nennung der Jurymitglieder , der expliziten Einladung von “Volksvorschlägen” ( laut Pressemittelung [ pdf ] 1.200 verschiedene Vorschläge ) sowie tabellarisch klar formulierten Kriterien scheint man sich mittlerweile am “Modell Schweiz” orientiert zu haben .
In der Schweiz verläft der seit 2003 durchgeführte Findungsprozss selbstredend demokratisch : Aus den 2.300 Wortvorschlägen seitens der Bevölkerung wählt eine jährlich wechselnde sechsköpfige Jury von Medienleuten , Literturschaffenden und Verlegern um den DRS Redaktor Hannes Hug die auszustellenden Vokabeln . Wobei die Kriterien klar offenliegen :
Das Wort des Jahres muss
1. in diesem Jahr
2. in der Schweiz
2. wichtig
3. häufig
4. von besonderer Bedeutung und
5. von sprachlicher Qualität sein
Dabei spielt es keine Rolle, ob das Wort einen neutralen, positiven oder negativen Inhalt ausdrückt. – Beim ‘Unwort des Jahres’ sind sprachliche Missgriffe zu nennen, die im jeweiligen Jahr besonders negativ aufgefallen sind. Gesucht werden Wörter und Formulierungen aus der öffentlichen Sprache, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen
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WORT DES JAHRES – KONKRET : D | Ö | CH
DEUTSCHLAND
1. Abwrackprämie ( Wiki ) , 2. kriegsähnliche Zustände ( zB FAZ ) , 3. Schweinegrippe ( zB seucheninfo ) , 4. Bad Bank ( Wiki ) , 5. Weltklimagipfel ( zB reuters ) , 6. Deutschland ist Europameisterin ( zB Hamburger Abendblatt ) , 7. twittern ( zB Süddeutsche Zeitung ) , 8. Studium Bolognese ( zB Spiegel online ) , 9. Wachstumsbeschleunigungsgesetz ( zB tagesschau.de ) , 10, Haste mal ’ne Milliarde ? ( zB Bild.de )
[ Quelle GfdS Pressemitteilung ]
ÖSTERREICH
1. Audimaxismus ( Wiki ) , 2. Kuschelkurs ( zB Die Presse ) , 3. Ungustlvermutung (zB Salzburger Nachrichten )
[ Quelle Pressemittelung FÖD , pdf ]
SCHWEIZ
1. Minarettverbot ( Wiki ) [ Quelle chwort ]


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UNWORT DES JAHRES – KONKRET : D | Ö | CH
DEUTSCHLAND
Wird im Janauar 2010 bekannt gegeben . Siehe Vorjahr ( 2008 : “notleidende Banken” , “Rentnerdemokratie” , “Karlsruhe-Touristen” [ Quellen unwortdesjahres.org , manager magazin ] )
Update 20. 1. 2010 : Das bundesrepublikanische “Unwort des Jahres” lautet “Betriebsratsverseucht”, gelolgt von “Flüchtlingsbekämpfung”, “intelligente Wirksysteme” und “Bad Bank” ( vgl. auch den SZ- Artikel vom 19. 1. 2010 ) .
ÖSTERREICH
1. Analogkäse ( Wiki ) , 2. Exiljude ( H. C. Strache @ Kleine Zeitung ) , 3. Herkunftskriminalität ( Innenministerin Maria Fekter @ Peter Pilz Tagebuch ) [ Quelle Pressemittelung FÖD , pdf ]

SCHWEIZ
1. Ventilklausel ( zB. NZZ )
Die ‘Ventilklausel’ umschreibt nüchtern – technologisch die Regulierung der Ein- und Rückwanderung von Personen aus dem EU-Raum in die Schweiz. Im Zuge der erweiterten Personenfreizügigkeit wurde die ‘Ventilklausel’ erstmals erwähnt, im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise hat sie – geäussert von der Wirtschaftsministerin in diversen Interviews – an Aktualität gewonnen.
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JUGENDWORT 2009
Bezog sich das vom Langenscheidt- Verlag alljährlich erhobene “Jugendwort des Jahres” 2008 mit “Gammelfleischparty” auf die Freizeitgestaltung der Generation 30+ , fällt die Wahl der angeblich rund 45.000 juvenilen Voter für das Jahr 2009 schon etwas existenzieller aus : Mit “hartzen” – für “arbeitslos sein” , “rumhängen” – tritt die triste gesellschaftliche Wirklichkeit der “Hartz IV“- Empfänger ins sonst lustorientierte Vokabular .
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NICHT GELISTET : WÖRTLICHE AUFFÄLLIGKEITEN
Auch wir haben in|ad|ae|qu|at hat so unserer Wörter , die unserer bescheidenen Meinung nach per Moratorium für ( mindestens ) einige Zeit aus dem courranten Sprachgebrauch zu suspendieren wären : Während sich die “Stutenbissigkeit” samt “Feuchtgebieten” durch höchste Verwendung- und – Parodiefrequenz inzwischen selbst erledigt haben , halten sich “fremdschämen” , ( sich ) “aufbretzeln” und ( jemanden ) “anbraten” unerschütterlich . Desgleichen das überzählige Binnen- “l” im “Wissenschaftler” , welcher im besten Fall als “Wissenschafter” kein “G’schaftlhuber” sein muss .
Und nun eine Nachricht an alle Jene aus Verlagswesen und Fötong , für die der Lob eines Buches nicht zu erledigen ist , ohne die grässlich abgehalfterten Epitheta “spannend” , “wunderbar” oder gar ( hieran erkenne man Feingeister ) “wundersam” in Gebrauch zu nehmen .
Zehn Jahre ohne “spannend” , “wunderbar” und “wundersam” : der lesenden Welt zum Wohle !
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KLANGAPPARAT
Äusserst aparte Ambiancen liefert der Kanadier aus Quebec , Maxime Tanguay , auf seiner ep “the time we spent” ( bei pertin_nce ) : atmosphärische Schwebungen , behagliches Bullern ,
überquert von warmen Granulareffekten . Musik als paradoxe Form , Zeitlichkeit in ihrer Linearität aufzuheben .
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