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EINMAL WIEDER : DER DBP
Der Deutsche Buchpreis , seit 2005 mit grossem Werbe- und Showaufwand lancierter Preis für den möglicherweise angeblich behaupteten “besten Roman deutscher Sprache“ , wirft erste Schatten voraus . Mit “Schatten” formulieren wir in|ad|ae|qu|at freilich nicht kein metaphorisches Idiom , sondern beziehen uns auf die eben bekannt gemachte Besetzung der Jury . Jährlich neu von der Akademie Deutscher Buchpreis sowie dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien bestellt , besteht diese Jury jahraus , jahrein aus je neun oder zehn Vertretern der Buch- und Medienbranche , welchen man die Kompetenz unterstellt , ein deutsches Pendant zum Booker- Prize bzw. dem Prix Goncourt auszuwählen .
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DAS VERFAHREN
Das Verfahren ist – dank üppiger Bewerbung und Berichterstattung – mittlerweile einigermassen bekannt : Per Ausschreibung ( pdf ) werden Verlage aus Deutschland , Österreich und der Schweiz eingeladen , bis zum 31. März 2010 mit jeweils zwei deutschsprachigen Romanen aus dem aktuellen oder geplanten Programm zu bewerben . Voraussetzung für eine solche Einreichung ist die Mitgliedschaft im Börsenverein des Deutschen Buchhandels , im Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband oder im Hauptverband des Österreichischen Buchhandels . Die Bücher müssen zwischen Oktober 2009 und dem 8. September 2010 erscheinen .
Der Preisträger oder die Preisträgerin wird in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Zunächst sichtet die Jury alle von den Verlagen eingereichten Romane und stellt eine rund 20 Titel umfassende Longlist zusammen. Diese wird am 18. August 2010 bekannt gegeben. Daraus wählen die JurorInnen sechs Titel für die Shortlist, die am 8. September 2010 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung ( = 4. Oktober 2010 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse , czz ) erfahren die sechs AutorInnen, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der Preisträger bzw. die Preisträgerin erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro. Die fünf FinalistInnen erhalten jeweils 2.500 Euro. ( HVB)
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DIE JURY
“Um eine grösstmögliche Unabhängigkeit der Auszeichnung zu gewährleisten, wählt die Akademie Deutscher Buchpreis die Jury in jedem Jahr neu” ( dbp ) : Mit einem statutengemässen Cluster von zwei Schriftstellern , vier Journalisten und einem literarischen Buchhändler zielt man auf eine höchstmögliche Breite der Wahrnehmung von Literatur . Das diese Breite vornehmlich der in deutschen Verlagen erschienenen Texten gilt , haben die bisherigen “Gewinner” des dbp hinlänglich bewiesen : Zwar nahmen sich speziell Produktionen aus österreichischen Verlagen in den “Longlists” der vergangenen Jahre recht fesch aus , doch vermochte bislang kein schweizerischer und gerade mal ein österreichischer Autor ( Arno Geiger , 2005 ) das Rennen zu machen : Hinsichtlich der übrigen Gewinner ( Katharina Hacker 2006 , Julia Franck 2007 , Uwe Tellkamp 2008 , Kathrin Schmidt 2009 ) blieb man treudeutsch unter sich .
Dem entsprechend sensibilisierten Beobahter muss die diesjährige Besetzung der Jury daher wie ein Hohn anmuten : Nicht nur werden Schweizer Literaturexperten ( wie bisher immer ) ein weiteres mal links liegen gelassen , sondern es verzichtet die Jury 2010 diesmal sogar auch auf österreichische ( Alibi ?- ) Stimmen . Hier also die Liste , deren Begrenztheit auf bundesrepublikanische Juroren ( m | f ) man entweder als maximale Phantasie- Armut auslegen oder als simplen Skandal .
Jobst-Ulrich Brand ( Focus )
Julia Encke ( FAS )
Thomas Geiger ( Literarisches Colloquium Berlin )
Ulrich Greiner ( Die ZEIT )
Burkhard Müller ( SZ )
Ulrike Sander ( Osiandersche Buchhandlung , Tübingen ) und
Cornelia Zetzsche ( Bayerischer Rundfunk ) .
Es sei den Zweckpessimisten überlassen , anzunehmen , dass dieser treudeutsche Jury einem schweizerischen oder österreichischen Roman einen gewissen Exotismus- Bonus einräumen wird …
P. S. Schliesslich haben die Älpler ihren Schweizer Buchpreis und die Österreicher ihre Buchliebling ( sic ) -
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KLANGAPPARAT
Anders als zivilen Leben , fehlt dem Epitheton “deep” im Reich des Dub die nega- tiefe Konnotation . Im Gegenteil steht das Attribut für den basslastigen Bauchklang eines Tracks | einer Spielform
des Genres . Fürchtet euch also nicht wenn der Grönländer*** Tom Ackleberg ( MySpace ) sich mit seiner neuen Release als “Traveller From The Deep” vorstellt . Speziell im Kontext des deepindub- Netlabels gilt “deep” selbstredend als Bekenntnis zu tiefen Schwingungen , welche die in Rede stehende ep vielleicht nicht in vollem Umfang einlöst : Obwohl es nie ganz “deep” tönt und also der flache Strand in Hörweite bleibt , wohnt dieser akustischen Gischt ein luftig atmosphärisches Element inne . Man höre und verzichte fröhlich auf die Tiefseetaucherausrüstung …
*** Siehe Anna Kims Grönlandberichte!
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