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QUARTAL- ANTHOLOGIE
Vierteljährlich erbittet das Forum litblogs.net von seine Contributorinnen und Contributoren den Vorschlag eines persönlich bevorzugten ( besten , bösesten , repräsentativsten … “chacun à son goût” ) Beitrages für die quartalsmässig erscheinende Anthologie “Lesezeichen” .
Nun ist es wieder so weit und mit dem “Lesezeichen 3 | 2010“ ist die ( per RSS- Feed abonnierbare ) Querlese aus 15 literarischen und bildkünstlerischen Weblogs erschienen . Neben den Feeds des “goldenen fisches” hat sich das Spectrum von litblogs.net um einige bemerkenenswerte Blogs literarischer Ausdrucksformen bekanntlich erweitert : Antal Knoteks “Visuelle Poesie” , “Aleatorik” , Markus A. Hedigers “ocularium” und Urs Engelers “roughblog” .
Neu ist – neben der Backlist der bisherigen “Lesezeichen” – auch ein Archivband für sämtliche vier Ausgaben des Jahres 2009 : Als pdf in ansprechendem Print- Layout .
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LESEZEICHEN 3 | 2010
In dieser Ausgabe:
Bilder von Moran Haynal, Wus Reise nach Europa, Illusionen, Papiere von Seide, ein Fest der Poeten, zum Hölty-Preis für Lyrik, The Chomskytree-Haiku (Rhizome), Mathematik mit Blumen, Ezra Pound und Rihaku, auflaufende Metaphern, eine bittre Liebe, der Stadtpräsident von Bern, die schlaffe Seele des Leders, die stillen Stellen des Archivs, Über- und Untersprachen, rostrote Räusche, Gerald Eckert und Machaut uvm.
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LESE | LISTE | PROBEN
Alexander Tschäppät
von Rittiner & Gomez
logbuch isla volante

eine handvoll kunst, rednerinnen, besucherinnen und und… wir sind uns auf der “stadt bern” nie sicher ob und was hier kunst ist oder nicht.
so sind wir auch nicht in der stadt, treffen dann aber auf den stadtpräsidenten der zunächst trefflich über kunst referiert und dann eine längere vortrag über ein gartentor zum besten gibt. schiff? stadt? gartentor? kunst? ausstellung? installation? treffen einen galeristen, eine besetzte kajüte…
also wir sind ein wenig verwirrt, aber hoffen natürlich den dingen auf der “stadt bern” noch auf die spur zu kommen.
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Fr, 6.8.10 (Sa, 7.8.10, 5:14): Gegendämm[er]ung
von Jörg Meyer
pödgyr
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Mystik & Pop Art
von Benjamin Stein
Turmsegler
••• Da trifft man jemanden seit Jahren beinahe täglich in der Synagoge und weiß nur ganz ungefähr, dass der Andere Künstler ist, aber nicht, was er eigentlich genau treibt. Zeitmangel und tausend brennende Kittel verhindern sogar ein persönliches Gespräch. Eine Schande ist das. Aber heute hat es nun endlich geklappt. Ich habe Moran Haynal in seiner Münchner Wohnung, die auch sein Atelier und gleichzeitig eine Galerie ist, besucht; und ich war überwältigt.
© Moran Haynal – Das Hohelied Salomos als Kalligraphie-Megilla
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subway
von Andreas Louis Seyerlein
particles
sierra : 22.01 – Immer wieder der Eindruck, Menschen würden mittels raschelnder Zeitungen in U-Bahnwagons miteinander sprechen. Eine Weile ist Ruhe, aber dann blättert jemand eine Seite um, und schon knistert der Zug in einer Weise fort, dass man meinen möchte, die Papiere selbst wären am Leben und würden die Lesenden bewegen. Einmal habe ich mir Zeitungspapiere von besonderer Substanz vorgestellt, Papiere von Seide zum Beispiel, geschmeidige Wesen, so dass keinerlei Geräusch von ihnen ausgehen würde, sobald man sie berührte. Eigentümliche Stille verbreitete sich sofort, Leere, ein Sog, eine Wahrnehmung gegen jede Erfahrung.- stop.

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Für Michael Lentz und gegen Dirk von Petersdorff. Paulus Böhmer zu Ehren. “Nach” dem Hannoverabend des 16. Septembers 2010. Mit Marion Poschmann und Jan Wagner. Nie aber sollst du mich nennen, sowieso: die Dschungelmacht (nicht) nutzen.
von Alban Nikolai Herbst
Die Dschungel. Anderswelt.
( … ) Dann aber Paulus Böhmer.
Damen und Herren: ein Größter.
“Du hast ja keine Ahnung, welch einer Kraft es bedurfte, die Leute überhaupt zum Lesen zu bringen.” Ich schreib nicht, wer das gesagt hat: Solche, die die Abläufe kennen, ahnen es ohnedies, und die sie ahnen, kennen es. Da saß dann der Dichter, grau unterdessen das Haar, fast weiß sogar, vorn in der Reihe, dieser schwergewordene, wuchtige Mann, dessen Lebenswerk – “es ist mir peinlich, wenn jemand von ‘Werk’ spricht”, sagte er später; ich zuckte zusammen – doch aber j a: Lebens w e r k in der deutschen Lyrik seinesgleichen nicht einmal sucht, es wäre vergeblich – saß dieser Einsame wuchtig da, der über Jahrzehnte den Steinkoloß rauf- und immer weiter raufgewuchtet hat – denn Sisyphos’ Elend besteht ja nicht darin, daß der Stein immer wieder zurückrollt, sondern der Hang nimmt kein Ende: der Berg kennt keinen Gipfel; – … saß da und war fremd. Stieg fremd auf die Bühne, verlegen und fremd, reichte dem Sparkassenleiter die Hand, dem Oberbürgermeister, und wir spürten: Fremdheit, Fremdheit, Fremdheit. Seltsam: denn aber beglückt. Beglückte Fremdheit. ( … )
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Poesiefestival Konstanz
von Matthias Kehle
Matthias Kehles Lyrik-Blog
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A Poem A Day – Laura Riding / THE ROUGH HOLDERHOUSE
von Laura Riding
roughblog
The World and I
This is not exactly what I mean
Any more than the sun is the sun,
But how to mean more closely
If the sun shines but approximately?
What a world of awkwardness!
What hostile implements of sense!
Perhaps this is as close a meaning
As perhaps becomes such knowing.
Else I think the world and I
Must live together as strangers and die–
A sour love, each doubtful whether
Was ever a thing to love the other.
No, better for both to be nearly sure
Each of each–exactly where
Exactly I and exactly the world
Fail to meet by a moment, and a word.
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illusion
von Anatol
Visuelle Poesie
illusion © anatol knotek
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TCT-H (R): H03
von Hartmut Abendschein
taberna kritika
The Chomskytree-Haiku (Rhizome):
Exposé / Paper
Szene 1
Szene 2
…
Online-Doku 2010ff.: http://tcthr.etkbooks.com/
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Die Wiederbelebung der unendlichen Semiose (II, XIII, XXI)
von Markus A. Hediger
ocularium
( … ) Die Wiederbelebung der unendlichen Semiose. Ich suche auch Metaphern, die in wissenschaftlichen Publikationen breite Verwendung finden. Vorschläge werden dankend entgegengenommen. ( … )
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Protokolltext 16. 9. 2010
von Christiane Zintzen
in|ad|ae|qu|at
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Untitled
von Thorsten Krämer
der goldene fisch
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LÖSUNG AUF DEM FLUSS KIANG
von Norbert Lange
der goldene fisch
Ko-jin fährt westlich ab Ko-kaku-ro,
Die Rauch-Blüten verschmieren darüber den Fluss.
Sein Segelboot bekleckst den Himmel.
Und nun seh ich nur noch den Fluss,
Den tiefen Kiang, der den Himmel erreicht.
(nach Ezra Pound nach Rihaku)
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Sie haben eine halbe Stunde
von Aléa Torik
Aleatorik
( … ) Eines Tages, als man ihn zum hundertsten oder tausendsten Mal gebeten hatte, schaute er die Leute an als sähe er sie zum ersten Mal und als hörte er auch ihre Fragen zum ersten Mal. Sie haben eine halbe Stunde, sagte er. Ein halbe Stunde?, fragten sie Wu. Man hat für alles eine halbe Stunde, nicht mehr und nicht weniger. Die Leute wussten nicht, was sie mehr verwundern sollte, dass Wu wieder sprach oder dass er in Rätseln sprach. Als sie am kommenden Wochenende wieder zu Besuch waren, da erzählte Wu, ohne dass sie ihn auffordern mussten. Man hatte eine halbe Stunde. Für Westminster Abbey und die Tate Modern in London, das Louvre und für Sacré-Cœur in Paris, für das Prado in Madrid und Guggenheim in Bilbao, das Nationale Kunstmuseum und den Regierungspalast in Bukarest, den Reichstag und Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum in Berlin. Jedes Mal sagte der Reisebegleiter, Sie haben eine halbe Stunde. Wer weiß, was nach dieser Zeitspanne passiert. Vielleicht darf man diese Grenze in Europa nicht ungestraft überschreiten. ( … )
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er legt es ein u.a.
von Helmut Schulze
parallalie: 1 , 2 , 3
fünf hände
an jeder
hand
ersticken
die welt
schreiben
ihr sie zu
ohne würge-
male zu
hinterlassen
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F13/M12/O9
von Marianne Büttiker
con.tempo

minimal -Oktave- Wie leise du aus den Träumen gingst, heute Morgen, während ich unser Archiv zurückblätterte, die stillen Stellen.
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Ad Küha uf Sassförkle
von Stan Lafleur
rheinsein
o Kühe, rehäugige, taumelkrauthighe, euterpralle
dem Himmel so nah! dem Himmel einschwebende:
Angela, Afra, Anja, Rosi, Streusel! s wuseln Molche
in euren feuchten Hufabdrücken, die ihr hinterließt
dieweil ihr entschwebt, Molche & Alpensalamander
zu Füßen eures eleganten Tritts: der Almrausch
rostrot! euer Glocken! den himmelblauen Himmel
zu rocken, Blick auf Fleischberge, die ihr hinterließt
ein großes Reich im Kleinen. im Großen. noch seid
ihr geerdet, herdet in enzianischem Blaulicht, stellt
euch für Fotos in Posen; seid so verdammt boden-
ständig, daß mans garnicht glauben kann. s rocken
nur die Engel droben, Kühe, scheckige, merkts euch
mit euren Rehaugen merkt euch auch das Wort Metzger
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LESEZEICHEN BACKLIST
- Litblogs.net – Lesezeichen 2 | 2010
- Litblogs.net – Lesezeichen 1 | 2010
- Archivband 2009 ( print | pdf )
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- Litblogs.net – Lesezeichen 3 | 2009
- Litblogs.net – Lesezeichen 2 | 2009
- Litblogs.net – Lesezeichen 1 | 2009
- Archivband 2008 ( print | pdf )
- Litblogs.net – Lesezeichen 4 | 2008
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- Litblogs.net – Lesezeichen 2 | 2008
- Litblogs.net – Lesezeichen 1 | 2008
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