Litblogs.net – Lesezeichen 4 | 2010

||| QUARTALS – ANTHOLOGIE | LESEZEICHEN 4 -2010 | LESE – LISTE – PROBEN | LESEZEICHEN BACKLIST

QUARTALS- ANTHOLOGIE

LZ grossVierteljährlich erbittet das Forum litblogs.net von seine Contributorinnen und Contributoren den Vorschlag eines persönlich bevorzugten ( besten , bösesten , repräsentativsten … “chacun à son goût” ) Beitrages für die quartalsmässig erscheinende Anthologie “Lesezeichen” .

Nun ist es wieder so weit und mit dem “Lesezeichen 4 | 2010“ ist die ( per RSS- Feed abonnierbare ) Querlese aus 19 literarischen und bildkünstlerischen Weblogs erschienen . Neben den Feeds des “goldenen fisches” hat sich das Spectrum von litblogs.net um einige bemerkenenswerte Blogs literarischer Ausdrucksformen erklecklich erweitert : Antal Knoteks “Visuelle Poesie” , “Aleatorik” , Markus A. Hedigers “Avenida Perdida” und Urs Engelers “roughblog” .

Jüngst kamen das Ateliertagebuch “Tainted Talents” der Künstlerin Phyllis Kiehl hinzu , J. S. Piveckova ( aka Melusine Barby ) mit ihren “Gleisbauarbeiten” , Dana Buchzik mit “Ze zurrealism itzelf” sowie Guido Rohm mit seinen Aufzeichnungen “Aus der Pathologie” .

Neu ist – neben der Backlist der bisherigen “Lesezeichen” – auch ein Archivband für sämtliche vier Ausgaben des Jahres : Als pdf in ansprechendem Print- Layout . ( Derzeit “stehen” wir bei 2009 und datieren demnächst auf … )

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LESEZEICHEN 4 | 2010

LZ grossIn dieser Ausgabe :

Gekippte Fenster , ein Sack Kartoffeln , Tiefseeisgeschichten , müde Lügner , ein Puppentheater , Ricarda Junge und Sascha Lobo , Humor in Bielefeld , verbrannte Fette und verfluchte Träume , rückwärtige Körperbehaarungen , Finnische Lyrik | Jarko Tontti , billige kleine Krimis , Raymond Federman , Bücher unter neuen Bedingungen , Autorschaft im literarischen Blog , eine Enzyklopädie der kleinen Dinge , Schiebedächer , treudeutsche Jurybesetzungen , Rasierapparate an Winterlippen , leergeschrieb’ne schwarze Blätter uvm.

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LESE – LISTE – PROBEN

Die Strassenlaternen
von Christine Langer
der goldene fisch

Der kühle Lufthauch der Hauch
Des kühlen Windes welcher
Durchs gekippte Fenster strömt
Ich atme die stille Dunkelheit
Das beständige Flimmern der Laternen
Wie leicht sich ihr Licht in die Nacht setzt
Und untergeht von Baum zu Baum.

für Mirko Bonné

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mein bett steht unter seichten strassen
von Sünje Lewejohann
der goldene fisch

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TTag, Samstag, 18. Dezember 2010. Was die Hyäne sagt.
von Phyllis Kiel
Tainted Talents

[ ... ] Die Sprödigkeit. Ich bin des Gewussten überdrüssig, der Schmierfette, der fertigen Packungen. Menschen als gesellschaftliches convenience food, schnell im Regal auffindbar, ein kurzes Aufblitzen von aha und Geschmack und Wohlbefinden, bevor die Verdauung einsetzt. Welcome to the gutter. Man könnte auch unverpackt, vielleicht sollten wir gelegentlich ein paar Steine fressen: convenience wird überschätzt. Die Hyäne hat das Maul voll und kann nicht sprechen, doch ich weiß, was sie sagt, und Sie wissen es auch.

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Ü
von Anatol
Visuelle Poesie

…ein paar gründe, warum “ü” zur zeit mein liebster buchstabe ist:

muede by anatol

“müde” 2010 © anatol knotek

zueruck by anatol

“zurück” 2010 © anatol knotek

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Die Verfolgung und Ermordung Julian Paul Assanges, …
von Hartmut Abendschein
taberna kritika

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Messejournal. 6. bis 10. Oktober 2010: Ein Mittwochs- bis Sonntags-Boulevard. Bereits vier Tage, der letzte halb im Kommentar. Sowie ein Aufbruch in den fünften, aber auch im Kommentar. Verwirrung und Zerfall: alles nur noch Kommentar. Dann aber: Salvatore Quasimodo.
von Alban Nikolai Herbst
Die Dschungel. Anderswelt.

[ ... ] Das sind die Hohen Momente der Messe, wenn jemand aus den Tiefen seines Bauches spricht. Lange genießen kann ich das aber nicht, weil ich um 13 Uhr bereits wieder Stang treffe. Also dies hier ist nur ein Miniaturboulevard, um Ihre Mittagspause aufzuheitern. – Ah, >>>> Hartmut Abendschein! Jetzt ist auch >>>> litblogs.net leiblich geworden. Nicht ganz so, aber doch fast wie Phyllis Kiehl. Und immerhin, ihr Betriebsler, es gibt uns. [ ... ]

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WER SPRICHT? MELUSINE, ARMGARD UND ICH
von J. S. Piveckova
Gleisbauarbeiten

[ ... ] Zu Anfang richtete sich mein Schreiben nicht an Leser:innen. Ich wählte das Netz, um mich zu verstecken. Das Netz als Meer, in dem keiner mich erkennen und finden konnte. Aber: Ist das wirklich wahr? Wer machte sich öffentlich? Wer verschwand? Melusine. Ich verwendete den Namen, den ich mir für die Erzählung angeeignet hatte, als Kommentatorin im Blog von Alban Nikolai Herbst. Der antwortete darauf, weil er sich gekränkt fühlte durch das Wort „Verrat“. Ein Briefwechsel begann, durch den meine Melusinen-Existenz im Netz lebendig wurde [ ... ]. Wer sprach in diesen Briefen? “Ich“ und Sprech-Figur “Melusine” begannen sich zu überschneiden. Dennoch blieb mir – oder bildete ich mir ein – die Melusine fiktiv und der Autor, der mit ihr schrieb, ebenfalls.

Das war ein Missverständnis. Ich lernte dazu. Der Avatar im Netz und “Ich“, die Andere, die sich in die Finger schneidet, sind nicht identisch, aber sie hängen aneinander wie Siamesische Zwillinge. Was die Melusine erlebt, kann “die Andere“ zittern lassen und umgekehrt. In meinem Fall wurden die Verhältnisse kompliziert. “Ich“ war fünf (und mehr): MelusineB (die Kommentatorin), Melusine und Armgard Barby (die Erzählerinnen des Romans), das “Ich“ der Tagebuch-Einträge, der “Auto.Logik.Lüge.Libido“- Geschichten und “Ich“ / J.S.P., die in der Nähe von Frankfurt lebt mit ihrer Familie, berufstätig ist, Indie Pop hört und am liebsten Röcke trägt. Multiple Persönlichkeitsspaltung ist eine Krankheit. Nähe und Ferne, Authentizität und Fiktionalität, Sein und Schein – alles Lüge? [ ... ]

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Zauber der Lyrik – Hellmuth Opitz beim Poesiefestival in Konstanz
von Matthias Kehle
Matthias Kehles Lyrik-Blog

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Gorrh (10)
von Stan Lafleur
rheinsein

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lufteisschrift
von Andreas Louis Seyerlein
particles

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roughbooks im Dezember
von Urs Engeler
roughblog

Novitäten im Direktvertrieb :

  • Ulf Stolterfoht – Ammengespräche
  • Konstantin Ames – Alsohäute
  • Je tiefer ich sinke, je süsser ich trinke

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Jacasser ( Finnische Lyrik )
von Benjamin Stein
Turmsegler

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Deutscher Buchpreis 2010 | 1 Nachschrift
von Christiane Zintzen
in|ad|ae|qu|at

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Jetzt!, 6.13 Uhr
von Rittiner & Gomez , Text : Guido Rohm
logbuch isla volante

Rittiner Gomez bild Text Guido Rohm

Das Rattern eines Zuges. Weizman sitzt auf einem Bett. Im Halbdunkel. Er lauscht auf das Tatacktatacktatack. Das holpernde Geräusch entfernt sich. Er ist wieder allein. Zieht an einer Zigarette. Denkt darüber nach, ob er überhaupt raucht.
Ich bin nicht hier, denkt Weizman. Ich hänge in einem Traum. Meinem Traum.
Blutrotes Neonlicht. Er würde gerne aufstehen, um den Vorhang vor das Fenster zu ziehen. Aber er weiß, ohne es probiert zu haben, dass es nicht viel bringen würde. Also bleibt er sitzen. Raucht. Die Beine sind angewinkelt. Er kaut zischen den einzelnen Zügen an seiner Unterlippe. Er könnte sich in den Arm zwicken. Wach werden. Aber was würde das bringen? Er wäre zurück. Er würde eine banale Situation gegen eine andere austauschen.
Vielleicht kann ich den Traum beeinflussen, denkt er. Ich könnte mir eine Frau aufs Zimmer bestellen. Mehrere Frauen.
Er grinst ins Zimmer hinein. Schließt dann die Augen. Wie sollte sie aussehen? Und schon wird wieder alles kompliziert. Schwarze Haare, denkt er. Dunkle Augen. Unergründliche Augen. Augen wie eine Öllache.
Er zuckt zusammen. Jemand hat an seiner Tür geklopft.
“Martin!”, schreit eine dunkle, rauchige Stimme.
Er kennt diese Stimme.
Nicht sie, denkt er. Ich träume. Sie kann hier nicht auftauchen [ ... ]

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KOPFSCHUSS
von Guido Rohm , Illustration Rittiner & Gomez
Aus der Pathologie

KOPSCHUSS Text Guido Rohm Illustration Rittiner Gomez bild Text Guido Rohm

Weizman legt den Kopf zur Seite. Das Ohr berührt den Kragen des Pullovers. Er hat etwas gehört. Schritte. Dann ein Hilferuf. Er bewegt die Augen hin und her. Lauscht angestrengt. Nichts mehr zu hören.
Seine Frau schläft noch. Er schaltet den Fernseher ein. Die Morgennachrichten. Er stellt den Ton ab. Bleibt davor stehen. Sie zeigen Waffen. Viele Waffen. Weizman sieht aufmerksam hin. Über Waffen hat er sein Leben lang geschrieben. Billige kleine Krimis. Er hat überhaupt keine Ahnung von Waffen. Er hat nicht einmal recherchiert. Aus Faulheit. Er hatte kein Interesse daran. Die Leute in seinen Büchern wurden erschossen. Peng! Aus! Tot! Das war es.
Wie wäre es mit einer Geschichte über einen Waffenhändler, denkt Weizman.
Er schüttelt den Kopf.
Nein!
Nichts für ihn.
Er sieht zur Tür. War da nicht ein Geräusch? [ ... ]

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Der verzweifelte Optimist
von Aléa Torik
Aleatorik

[ ... ] Das Spiel das Raymond Federman hier treibt ist faszinierend. Er entlässt seine Geschichte nie aus dem Konjunktiv. Er weist mehrfach darauf hin, dass, damit etwas zwischen den beiden geschieht, die Liebenden sich wiedersehen müssen. Dennoch erzählt er im Indikativ. Er erzählt die Geschichte der beiden so, als wäre sie bereits angefangen. Er erzählt sie so, dass sie anfangen muss. Und indem er sie so erzählt, fängt er sie an. Das ist blitzgescheit gemacht. Ich hatte eingangs gesagt, dass drei Geschichten erzählt werden. Von den beiden anderen weiß man es nicht, aber diese dritte Geschichte ist eine, die tatsächlich geschieht. Das ist die Geschichte die Federman erzählt. Das ist eine wunderschöne Geschichte über die Liebe, die nur dann geschieht, wenn sie geschieht. Und sie geschieht, indem sie erzählt wird. [ ... ]

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G2/H12/E31
von Marianne Büttiker
tempo fugato

Marianne Buettiker

Enzyklopädie der kleinen Dinge Textzeilen und Klagelied. -Einen Garten anlegen,- an dem die Schiffe landen, eine Parkanlage für unbenannte, unbestimmte Pflanzen. Was würde geschehen, wenn ich dir mein Staunen schenken würde, das Staunen über die Dinge der Welt, über alles, was wächst, über alles, was man findet; Käfer, Gräser, Wolken, Bäume und Ozeane, die Luft und ihre Vögel, das Wasser und seine Spiegelung, die Zeit und ihre Gegenwart, das Hören im Sehen und die Schritte die man geht? Wir würden schweigen und einen Berg hinaufsteigen, auf seinem Rücken dem Himmel entgegenbalancieren und denken, der Berg sei ein Wal und die Vögel Fische und der Regen ein Gesang.

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Mi, 20.10.10 (Do, 21.10.10, 5:56): in taschen alter maschen
von Jörg Meyer
pödgyr

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ein blauer fleck , my love , pechschwarz
von Helmut Schulze
parallalie

my love
it rains

e girarsi
dall’altra parte

es anders
nicht sagen können

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LESEZEICHEN BACKLIST

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2 Responses to Litblogs.net – Lesezeichen 4 | 2010
  1. Herr H
    January 22, 2011 | 20h06

    WELTLITERATUR :-))))))))))))))))

  2. hab
    January 26, 2011 | 17h47

    in der tat! das kann man getrost so sagen. die seite hatte vergangene woche leserInnen aus diesen ländern:

    Germany
    Switzerland
    Austria
    South Korea
    Italy
    Brazil
    United States
    Israel
    Ukraine
    United Kingdom
    Russia
    Romania
    Georgia
    Japan
    Czech Republic
    Hungary
    Turkey
    China
    Poland
    Netherlands
    France
    Finland
    Croatia
    Spain
    Saudi Arabia
    Australia
    Sweden
    Argentina
    Slovakia
    Pakistan
    Chile
    Belgium
    Indonesia
    Greece
    India
    Armenia
    Hong Kong
    South Africa

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