ERSTE RUNDE , 7. 7. 2011
in|ad|ae|qu|ats Einschätzung der Gewinnchancen einzelner Texte ( Sternchen : minimal * , maximal **** – gilt für sämtliche Preise )
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Gunther Geltinger ( D ) – Auszug aus einem Roman
Video – Moorlandschaft mit Autor
Motive der Kälte , Tod der Mutter im Käletfeld ( unklar , ob wörtlich gemeint oder übertragen ) , auch Sohn erstarrt in “lebenslänglicher Kälte . Motiv des Moores im Sinne eines “geologisch” bzw. “vegetabilen” Archivs , in das die Mutter quasi eingeschrieben ist . Die Jurymeinungen reichen von “Blut-und-Kotze-Literatur” über die Vermutung, es solle sich wohl um die “Karikatur einer Dorfwelt” handeln. Das sei “gut gemacht”, hätte aber als “Trashtext” wohl besser funktioniert”. Motive des Motive des Einverleibens , der Verdauung , des Ausscheidens und des Kotzens . Daniela Strigl : “das sei nicht “Blut-und-Boden”, wohl aber “Blut-und-Kotze-Literatur” . In der Tat spielen diverse Körpersäfte eine grosse Rolle , welche schliesslich aber doch vage bleiben.
Chancen : *
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Maximilian Steinbeis ( D ) – “Einen Schatz vergraben”
Video -
Als bayerischer Gesellschaftsroman will Steinbeis den Text verstanden wissen . “Einen Schatz vergraben” – Ungewöhnlich: Direktes Ansprechung des | der Leser: Wer ist denn der “du”- Adressat ? – Eine Gebrauchsanweisung” gerichtet an ein Du . Die Jury : Wer spricht ? Etwa Mephistopheles selbst , so Spinnen – oder habe man es doch mit Ratgeberliteratur zu tun ?
Chancen : *
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Daniel Wisser ( A ) – “Standby”
Video – Maximal minimal
Portrait eines Angestellten im Limbo zur absoluten Kläglichkeit der Realität und den stets auf jüngere Kolleginnen gerichtete Phantasie . Die Grösse , seine Frau umzubringen und gar eines der Mädchen zu heiraten , fehlt : Ein Hinweis , dass dieser Figur keine Fallhöhe zugestanden wird. Grundsätzlich erscheint der Text im Passiv – um dias Geworfensein des Protagonisten zu akzentuieren . Allerdings , äussert die Jury , gebe es hinsichtlich der konsequenten und grammatikalisch einwandfreien Durchführung Zweifel . Der Passiv- Modus unterstreicht den Aspekt des Zwangsneurotikers und seiner apokalyptischen Grundstimmung , etwa zischen Wilhelm Genazino ( Abschaffel Trilogie ) und Houellebecq . Spinnen : Was wirft das ästhetische Mittel des Passivsletzten Endes ab ? – Vorwurf , die ultimative Schlichtheit des Textes werde via Passiv grammatikalisch kaschiert . Auf den Boden der Textualität holt Juror ( und Fürsprecher Wissers ) Paul Jandl die Kollegen zurück : es genüge , dem passiven Modus geduldig zuzuhören , um die allmähliche Verwandlung eines aktiven Subjekts in ein resigniertes und ressentimentgeladenes Objekt zu beobachten . Guter Vortrag .
Chancen : **
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Anna Maria Praßler ( D ) – “Das Andere”
Video -
Die Jury anerkennt die “grossen Themen” Liebe , Tod , Zwang und Betrug , fragt sich aber , wie das alles hineinpassen soll in einen eher trivialen Text. Keller lobt “gepflegte Sprache” als Indiz dafür , dass hier eine via Sprache ihr Leben zu ordnen versucht . anerkannte zwar, dass viele große Themen wie Tod, Liebe, Zwänge und Betrug aufgegriffen wurden, stellte sich aber gleichzeitig die Frage, ob das denn alles auch in den Text “hineinpasse”. Kurz : Der Text wird als “aufdringlich” empfunden , man merke die Absicht und sei verstimmt -
Chancen : *
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Antonia Baum – D – “Vollkommen leblos , bestenfalls tot”
Die Jury fühlt sich allzu stark an Thomas Bernhard erinnert , Indizien und Gegenindizien werden vorgebracht , ohne zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen . Ein “aufdringlicher” Text , dessen Absicht “vorhersehbar” sei .
Video -
Chancen : *
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Das ist mal eine knappe und fassliche Darstellung dieser Marathon-Veranstaltung. Ich bewundere jede/n, der/die da die ganze Zeit zuhört/zuschaut. Ich kann´s nicht. Aber wie hier ein Eindruck auf den Punkt gebracht wird, ohne große Rechtfertigung, ohne Kritikerschelte oder Autorenschmähung, aber auch ohne jede Anbiederung – das gefällt mir.
war auch , liebe Mellusine , eine ziemliche maloche und es wäre wohl nie zustande gekommen , hätte ich mir nich 1 zeh gebroche ;-)
auch von “live- blogging” kann hier nur bedingt gesoprochen werden : erstens erfolgt die Übetragung ein wenig zeitvversetzt , zweitens werdej die jerwiligen Autoren- Text erst knapp vor der Lesung freigeschaltet und drittens zieht die konzentration aufs eigene mitstenographieren notwendig ein grosses stück Aufmersamkeit von der materia prima ab – schreiben