VideoSamstag : Speed- Fotografie – Schneller als Schallwellen

Das Video zum Samstag

Dank der Erfindung des Strobokopblitzes war es dem MIT- Professor Harold Eugene Edgerton in den dreissiger Jahren plötzlich möglich , Hochgeschwindigkeitsprozesse zu fotografieren und solcherart Prozesse unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des Auges zu visualisieren . Berühmt sind seine Bilder von fallenden Milchtropfen , zerspringendem Geschirr und dem Schwirren von Kolibriflügeln . Spektakulär die “Bullet”- Bilder , in welchen ein Projektil Spielkarten und Früchte durchschlägt .

Harold Eugene Edgerton bullet apple( via )

Sein Kurzfilm “Quicker’n a Wink” gewann 1940/41 einen Oscar , kriegswichtig im WWII sollte seine Erfindung für Luftaufnahmen werden . Zeigt “Quicker’n a Wink” die Experimente vor der “Bullet”- Phase , stellt eine fiktive Autobiographie Edgertons berühmteste Bilder zusammen .

Quicker ‘n a Wink

 

 

Braden.Harold Edgerton.m4v

 

 

Als legitimer Erbe dieses “Faster than a speeding bullet“- Prinzips darf sich der Sounddesigner and Electronic- Musiker Joseph Fraioli ( aka jafbox ) bezeichnen , dessen Werbespot m das Electronic Blog “Create Digital Music” jüngst eine schönes Feature gewidmet hat . Seine “Google Chrome Speed Tests” sollen in komplizierten – mitunter an die in dieser unserer Reihe präsentierten komplizierten Kettenreaktionsaufbauten von Fischli | Weiss erinnernden – Konsekutiv- Installationen die Schnelligkeit des Google- Chrome- Browsers veranschaulichen .

So triggert ein fallen gelassenes Salzfass eine komplex kalkulierte Kettenreaktion , in deren Verlauf eine Kartoffel längs durch einen Quadratschneider saust , um schliesslich als Pommes Frites im Frittieröl zu landen , während man im Hintergrund und in Echtzeit auf einem Computerbildschirm die parallele Reaktionszeit des Chrome- Browsers sieht . Ein zweite Sequenz visualisiert Klangwellen durch eine auf einer Membran aufgebrachte Flüssigkeit , die nach einem Anfangsimpuls ( ein fallender Stiefel ) ein senkrecht angebrachtes Plastic- Ohr erreicht , wieder in zeitlicher Konkordanz zum genannten Browser . Mit grosser Liebe zu alten Messgeräten mit Skalen und Pegeln wird zu guter Letzt ein Blitz generiert , der ein Spielzeugschiff trifft und versenkt .

All dies wird weniger als physikalisches Experiment präsentiert , sondern als spielerisches Setting mit Alltagsobjekten und stellt ebenso per se eine Reverenz an Bubenträume dar wie einen augenzwinkernden “Beweis” für die Qualität des Browsers , den es hier zu bewerben gilt . Zum technischen “Making of” gibt es in der YouTube- Legende Genaueres , ein Interview ist @ “CDM” zu lesen .

Google Chrome Speed Tests

 

 

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