Fast schon metaphysische Züge trägt diese Eisenbahn , die windgeschwind ins Nirgendwo rattert . Für seine Abschlussarbeit “HEAD ON” hat der israelische Filmstudent Lior Ben Horin sich sichtlich mit dem visuellen Vokabular der Eisenbahn auseinander- und in eine rasante Animation umgesetzt , trefflich getaktet von den treibenden Sequenzersounds des DJs und Producers Nadav Ravid .
Das Bild der Eisenbahn als Ikone des Fortschritts in seiner unaufhaltsamen Bewegung impliziert freilich die gespurte Trasse , will meinen : “Science in Action” ( Bruno Latour ) auf den Geleisen vorgefasster Meinungen . Die Gewalt , die einer solcherart in die Zukunft gespurten Raserei einhergeht , blinkt auch in dem Autor- Statement zum Film unübersehbar durch :
This film is a dialogue between sound and motion, drawing the viewer into a high speed journey. A fantasy of color and contemporary images of success, power and progression, through which the viewer will pass irrespectively, running over everything on his way to it’s goal. During the exciting ride the observer loses control and comes to understand that what’s done is done, and realization is unavoidable.
Was hier affirmativ in die Triade von “success, power and progression” sprachlich gefasst wird , ist der Ikonographie des Films zutiefst eingeschrieben, wobei man in der Formulierung “running over everything on his way to it’s goal” durchaus Problembewusstsein ausmachen könnte . Entsprechend navigiert auch der Film auf der Grenze zwischen affirmativer Bilderlust und momentanem Schrecken über die Brutalität , mit welcher der Zug jedes sich ihm in den Weg stellende Hindernis zerschmettert.
Als Bonus zu diesem trotz allen ideologischen Einwänden absolut sehenswerten Streifens gibt’s auf der dazugehörigen Website einige feine Storyboards zu sehen .
HEAD ON from lior ben horin on Vimeo.
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