FRAMEWORK
Die internationale und interdisziplinäre Tagung zur Literaturlehr- und -lernforschung “(Ver)Führungen. Räume der Literaturvermittlung“ befasst sich mit den Inhalten, Methoden, Zielen und der Qualitätssicherung von Literaturvermittlung. An der Schnittstelle zwischen Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft und Deutschdidaktik wird die Rolle von Literatur in bzw. für unterschiedliche/n learning communities in den Blickpunkt genommen. Zum einen werden Institutionen, die als Räume der Literaturvermittlung fungieren, untersucht. Neben den „klassischen“ Einrichtungen des sekundären und tertiären Bildungssektors wie Schulen, Hochschulen und Universitäten werden auch öffentliche Einrichtungen wie etwa Bibliotheken, Literaturhäuser, Theater wie eine institutionalisierte Literaturkritik nach ihren spezifischen Formen der Literaturvermittlung befragt. Zum anderen wird – ausgehend von einem weit gefassten Literaturbegriff – das Augenmerk auf die Medialität bzw. die Pluri- und Intermedialität von Literatur gelenkt.
Neben unterschiedlichen Formaten von Literatur (u.a. Film, Hörbuch, e-book und andere digitale Formen, Theateraufführung) und ihren charakteristischen Rezeptionsweisen (u.a. Lesen, Hören, Sehen) sollen medial bedingte Transformationsprozesse und ihre Auswirkungen auf Vermittlungsfragen untersucht werden. ( … )
Das Konzept der Tagung “(Ver)Führungen. Räume der Literaturvermittlung“ versteht Literatur sowohl als Gegenstand und Ziel, als auch als Mittel der (Ver)Führung zu etwas. Beiden Zugängen liegt die Prämisse einer literarischen Attraktion zugrunde, die (Ver)Führung im Sinne einer räumlichen wie qualitativen Annäherung, einer Hinwendung und eines Sich-Einlassens, erst ermöglicht.
Die Vermittlungsfrage fokussiert auf verschiedene Räume: An ausgewählten Beispielen soll danach gefragt werden, wer unter welchen Bedingungen, mit welchen Mitteln und zu welchem Zweck wozu (ver)führt / verführen kann. Dem inneren Konzept des Enwurfs entspricht ein äußeres: In unterschiedlichen wissenschaftlichen und experimentellen Formaten und an verschiedenen Schauplätzen sollen institutionelle, intermediale und performative Räume funktional, aber auch räumlich erschlossen werden. In diesem Sinn verstehen wir die Tagung als Anstiftung zur Literatur, als Einladung, sich auf Literatur, auf die Auseinandersetzung mit Literatur und ihrer Vermittlung, einzulassen.
Wer nach Verführung fragt, fragt immer auch nach Führung im Sinne von Lenkung, von Beeinflussung und Machtausübung. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Räumen und Mechanismen der Literaturvermittlung hat mit der Anwesenheit bzw. Sichtbarkeit von Literatur in unterschiedlichen Kontexten immer auch nach deren Abwesenheit bzw. Unsichtbarkeit und möglichen Gründen zu fragen. Institutionelle, intermediale und performative Räume der Literaturvermittlung sind im Sinne Bourdieus auf ihre Situierung und auf ihre Rolle innerhalb des literarischen Feldes zu untersuchen und zu anderen Feldern in Beziehung zu setzen. Denn Literatur und ihre Vermittlung ist nicht nur eine Frage von wissenschaftlichen und kulturellen Konzepten, sondern auch eine eminent politische und systemische Frage. ( Directlink )
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KONZEPT & ORGANISATION
Mag. Meri Disoski , Dr. Ursula Klingenböck und Dr. Stefan Krammer
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PROGRAMM
Mittwoch , 9. 11. 2011 , 18 – 20 H , Fachbereichsbibliothek des Instituts für Germanistik , Universität Wien
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Eröffnung durch Vizerektorin Christa Schnabl , Dekanin Andrea Seidler , Institutsvorständin Annegret Pelz
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Konstanze Fliedl ( Wien ): Mörderisch illiterat . Literatur und Lesenkönnen
Panel Institutionelle Räume
Donnerstag , 10. 11. 2011 , 9 – 12:30 H , Marietta-Blau-Saal , Universität Wien
- Julia Danielczyk ( Wien ) : Schaufenster Literatur . Chancen und Perspektiven zur (Un)Ausstellbarkeit von Literatur ( Abstract )
- Doris Moser ( Klagenfurt ) : Mediale Inszenierung von Literatur(vermittlung) : Tage der deutschsprachigen Literatur und Deutscher Buchpreis ( Abstract )
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Daniela Strigl ( Wien ) : Der Kritiker – “Gate-Keeper”, Platzanweiser, Zirkulationsagent, Raumpfleger – oder Verkehrspolizist ? – Über die Literatur als herrschaftsfreie Zone ( Abstract )
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Ulrike Tanzer ( Salzburg ) : Bibliotheken als Orte der Literaturvermittlung ( Abstract )
Panel Intermediale Räume
Donnerstag , 10. 11. 2011 , 14 – 17:30 H , Marietta-Blau-Saal , Universität Wien
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Matthis Kepser ( Bremen ) : Der doppelte Film im Kopf . Zur Rezeption von Filmen mit bekanntem Prätext ( Abstract )
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Günther Stocker ( Wien ) : Flat-Screen. Zur Räumlichkeit digitaler Lesemedien ( Abstract )
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Christiane Zintzen ( Wien ) : Blogliteratur : Medium oder Message ? – Am Beispiel der Plattform “litblogs.net – Literarische Weblogs in deutscher Sprache” ( Abstract )
Donnerstag , 10. 11. 2011 , 19 H . 20:30 H
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Lesung Michael Stavarič
Panel Performative Räume
Freitag , 11. 11. 2011 , 9 – 12.30 H , Literaturhaus Wien
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Wiebke Dannecker ( Hannover ) : Poesie im Scheinwerferlicht. Poetry Slams als verführerische Formate der Literaturvermittlung ( Abstract )
- Jutta Wermke ( Osnabrück ) : Räume für Literaturerfahrung – Raumerfahrung durch Literatur unter besonderer Beachtung des Hörens ( Abstract )
- Pia Janke ( Wien ) und Eva Brenner ( Wien ) im Gespräch : Wozu verführt das Theater ?
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Freitag , 11. 11. 2011 , 14 – 16:30 H , Wienbibliothek
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(Ver)Führung durch die Ausstellung “Lesespuren – Spurenlesen“
alternativ :
Freitag , 11. 11. 2011 , 14 – 16:30 H , Institut für Germanistik, Universität Wien
- Susanne Hochreiter ( Wien ) : Theaterworkshop: Vom Spiel zum Text : Spielen mit Texten ( Abstract )
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