NEUES VON FREUNDEN

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Eduardo Recife Misprinted Type

Eduardo Recife : Misprinted Type

FELIX PHILIPP INGOLD ROUNDABOUT IN TOWN

czz-neuesvonfreundenUnübersehbar gastiert der 1942 in der Schweiz geborene Felix Philipp Ingold diese Woche , resp. : schreibt sich in das Programm des Literarischen Quartiers Alte Schmiede massgeblich ein : und dies in all der Diversität der Rollen , welcher er ( speziell bezogen auf die russische Literatur und Kultur ) im literarischen Leben innehält , spielt oder mit welchen er experimentiert : Dichter und Romancier , Übersetzer und Essayist , Poetologe und Kritiker , hat Ingold mit seiner eminenten Studie “Literatur und Aviatik . Europäische Flugdichtung 1909-1927” ( 1978 ) ebenso richtungdweisend gewirkt wie mit seinen zu Kultstatus avancierten Merve- Bändchen “Das Buch im Buch” ( 1988 ) und der Erschliessung des Kosmos’ von Edmond Jabès mit “Die Schrift der Wüste . Gedanken , Gespräche , Gedichte” .

Theoretische und angewandte Arbeiten zur Autorschaft , zur mehr oder minder als solche deklarierten Postmoderne , Prosa und Dichtung im intertextuellen Raum seines enzyklopädischen poetischen Wissens , welche sich in der enormen Bandbreite seiner literarischen Übertragungen spiegelt : Edmond Jabès , Michail Bulgakow , Ossip Mandelstam , Francis Ponge , Boris Pasternak , Gennadij Ajgi , Michel Leiris , Joseph Brodsky , Marina Zwetajewa , René Char , Paul Eluard oder Guillaume Apollinaire . Parallel neben der monographischen und translatorischen Arbeit mit dem oder für das Werk anderer Autoren , lief stets ein lebendiger Fluss eigenen poetischen Schaffens quer durch die Genres : Wer durch die “Literaturlliteratur” der achtziger Jahre sozialisiert ist , konnte am Phänomen dieses literarischen Allrounders nicht nur nicht vorbeisehen , sondern sich via Identifikation ebenso wie in qua Distinktion zu dieser mitunter durchaus streitbaren Stimme kaum entziehen .

Anlässlich der vier “Exempel” Ingolds ( sowie einem Gespräch ) im Literarischen Quartier lassen sich – in schön spektraler Auffaltung – alte Auffassungen , Vorbehalte oder auch punktuelle geistige Liebschaften nun überprüfen , auffrischen oder revidieren : Wann und wo hat man zu einem solchen Unterfangen schon die Gelegenheit ? ( Wobei – dies Wort sei uns in|ad|ae|qu|at gestattet – der leicht monomanische Touch dieser angewandten Ingold- Enzyklopädie formal durchaus auch manchem Zug im Werk dieses Autor entgegen kommt … )

In Kürze nun die Liste der Termine :

  1. Montag , 12. 3. 2012 , 18 H : ( Reihe “Stunde der Literarischen Erleuchtung” ) : “Russische Lyrik von 2000 bis 1800” , Lesung und Kommentar ( siehe den gleichnamigen Band im Dörlemann Verlag 2012 )
  2. Montag , 12. 3. 2012 , 20 H ( Reihe “Wiener Vorlesungen zur Literatur” ) : Immer wahr der Klang – Überlegungen und Beispiele zur Entstehung eines Gedichts
  3. Mittwoch , 14. 3. 2012 , 18 H : GEDICHTE – “Steinlese . Gedichte mit Typografien von Theo Leuthold” ( onomato Verlag , 2011 ) , Lesung aus dem Gesamtwerk , Projektion ; Einleitung : Benedikt Ledebur ( Laudator zum Ernst- Jandl- Preis 2003 )
  4. Mittwoch , 14. 3. 2012 , 20 H : ROMAN – Lesung aus “Alias” ( Matthes & Seitz , 2011) ; Einleitung : Erich Klein ( Slawist , Übersetzer , Kritiker , Essayist , Herausgeber )
  5. Donnerstag m 15. 3. 2012 , 19 H : Konversatorium zu den Vier Exempeln mit Benedikt Ledebur und Erich Klein

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MEHR ALS MODE : ERNI MANGOLD LIEST ELFRIEDE GERSTL

czz-neuesvonfreundenIm Rahmen der Ausstellung “Mehr als Mode – Die Sammlung Katarina Noever” im Wienmuseum leiht Erni Mangold die glorios unbeugsame Schroffheit ihrer Stimme jenen Texten Elfriede Gerstls , welche sich -wie in “Kleiderflug” ( 1995 ) – mit der angewandten Assemblage von gesuchten und gefundenen , probierten und erfundenen Moden widmeten .

Die am 9. April 2009 verstorbene Dichterin war nicht nur in ihrer Selbstgewandung eine , wie man heute oder in gewissen Kreisen zu sagen pflegt – “Stilikone” , sondern verschenkte guten Rat , textile Texturen und textuelle Miniaturen freigebig an jene , welche – auf je eigene Art – nach Stilen und Sätzen suchten . Das Verlieren und Finden von Moden und Distinktionen zog sich durch eine von jähen Wechseln und Wandlungen oft mehr erlittene denn selbst gestaltete Biographie : Mode ebenso als Signatur gelebter Geschichte wie der originellen Interpretation von ( Geistes- ) Gegenwart . Man gestatte ein kleines Zitat aus unserem am 23. 11. 1999 in der NZZ abgedruckten Portrait :

Elfriede Gerstl sammelt, was der Sachen sind und waren, sie sammelt Moden und Masken, Materialien und Marotten, Modernes und Morbides. Les mots et les choses. ‘Ich habe ja kein Geld gehabt, mir etwas Neues zu kaufen. Beim Tandler konnte ich mir plötzlich Seidenblusen um 10 oder 20 Schilling kaufen – soviel, wie damals ein kleiner Kaffee gekostet hat, das war so 1972, 1973.’ Elfriede lacht, mit der Weinflasche hantierend, ‘ein Ächtelchen’ wird es wohl doch sein dürfen. Viel Zeit bleibt eh’ nicht mehr für’s Plaudern über Leben und Lesen, über Dichten, Darben oder – frei nach Ernst von Feuchtersleben – über die Diätetik der Seele: Gleich wird sie sich wieder, wie sie sagt, ‘in ein Taxi werfen’, um das Stübchen nahe dem Naschmarkt zu heizen, wo sie jeden Samstagmittag inmitten ihrer Modewaren ‘ordiniert’.

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NEUE TEXTE @ KOLIK und OEGFL

czz-neuesvonfreundenWer Appetit verspürt auf neue Texte ( der jüngeren bis mittleren Generation ) , mag sich die Tage Dienstag und Donnerstag im Kalender anstreichen :

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KLANGAPPARAT

czz-hoerempfehlung

Der Worte sind genug getan , wir lassen’s funky folgen . Mit Wah Wah WatsonsTogether” ( “Whatever” , 1976 ) ist dem genialen Blog “Sounds of the 70s” ( @ soundcloud ) wieder ein grossartiger Griff geraten : : : Jazz / Funk / Disco : you name it!

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