Reiseberichte | Blogeinträge

mitSprache unterwegs: ö1-Sommerserie – Sabine Scholl

| mitSprache unterwegs | | Ö1 Sommerserie – Überblick | Sabine Scholl: “Euphorie und Schässburg-Gefühl” Es ist eine wahrhaft geschichtsträchtige Region. Schöne, alte Städte, sanfte Hügel, mächtige Wehrkirchen und ein jahrhundertelanges Neben- und Miteinander von Rumänen, Ungarn und Deutschen. Dreisprachige Ortstafeln sind in Siebenbürgen, im Zentrum Rumäniens gelegen, bis heute eine Selbstverständlichkeit. Allerdings ist der…

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mitSprache unterwegs: ö1-Sommerserie – Peter Rosei

| mitSprache unterwegs | | Ö1 Sommerserie – Überblick | Peter Rosei: “Der alte Herr aus dem Café Gyöngyös” Ein alter Herr fährt regelmäßig nach Ungarn. Er kauft Zigaretten, besucht sein Lieblingscafe und isst in einem eleganten Restaurant zu Mittag. Früher war der alte Herr viel auf Reisen gewesen. Geschäftlich wie privat. Doch mittlerweile reichen…

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mitSprache unterwegs: ö1-Sommerserie – Doron Rabinovici

| mitSprache unterwegs | | Ö1 Sommerserie – Überblick | Doron Rabinovici: “Chassiden im Tuk Tuk” Der unbedarfte Indien-Reisende ist bass erstaunt, wenn ihm in einem Restaurant – sagen wir in Goa – plötzlich eine Speisekarte auf Hebräisch vorgelegt wird. Angeboten werden Falafel und Humus, Geschäftslokale mit hebräischen Ladenschildern bieten Salzgurken, Thunfisch in Dosen und…

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mitSprache unterwegs: ö1-Sommerserie – Martin Pollak

| mitSprache unterwegs | | Ö1 Sommerserie – Überblick | Martin Pollak: ” Davon war nie die Rede, das war nie im Gespräch …” Sie kamen nachts, prügelten Männer, Frauen, Kinder und Alte auf Lastwagen und brachten sie in ein Zigeunerlager nach Lodz. Bereits im Lager starben viele an Flecktyphus. Mitte Jänner 1942 werden die…

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mitSprache unterwegs: ö1-Sommerserie – Lydia Mischkulnig

| mitSprache unterwegs | | Ö1 Sommerserie – Überblick | Lydia Mischkulnig: “Streifzug oder Moralischer Kater” Die Reise führt nach Irland, nach Krakau, nach Zakopane, Katowitz und Auschwitz. Sie führt aber auch nach Hütteldorf, in die Schmerzambulanz des Allgemeinen Wiener Krankenhauses und ins psychiatrische Krankenhaus “Am Steinhof”. Die 1963 in Klagenfurt geborene Autorin Lydia Mischkulnig…

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mitSprache unterwegs: ö1-Sommerserie – Radek Knapp

| mitSprache unterwegs | | Ö1 Sommerserie – Überblick | Radek Knapp: “Tod in Krakau” Ein Mann, er wurde 1964 in Warschau geboren und kam als 12-Jähriger nach Wien, begibt sich auf eine Reise nach Krakau. Er will einen alten Freund besuchen. Oder genauer: dessen Grab. Denn Staszek, der Freund aus Kindertagen, stürzte vom dritthöchsten…

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mitSprache unterwegs: ö1-Sommerserie – Anna Kim

| mitSprache unterwegs | | Ö1 Sommerserie – Überblick | Anna Kim: “Invasionen des Privaten” Auf jedem Quadratkilometer leben durchschnittlich 0,026 Einwohner, das ergibt bei einer Gesamtfläche von mehr als zwei Millionen etwas weniger als 60.000 Menschen insgesamt. Mit anderen Worten: Auf der größten Insel der Welt leben etwa so viele Menschen wie in der…

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mitSprache unterwegs: ö1-Sommerserie – Clemens Berger

| mitSprache unterwegs | | Ö1 Sommerserie – Überblick | Clemens Berger: “Hinüber in die Neue Welt” Sie heißen Linda und Emilie, Frank oder Tom, Betty oder Bob. Sie sprechen amerikanisches Englisch mit burgenländischem oder Deutsch mit amerikanischem Akzent. Vor Jahrzehnten sind sie ausgewandert, haben ihre burgenländischen Dörfer verlassen und als Bäcker, Fleischer oder Tischler…

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Ö1 Sommerserie “mitSprache unterwegs” – Literarische Reportagen im Radio

| mitSprache unterwegs | | Ö1 Sommerserie – Überblick | ||| MITSPPRACHE UNTERWEGS ALS Ö1- SOMMERSERE – AUTORINNEN UND SENDETERMINE | LINKS MITSPPRACHE UNTERWEGS ALS Ö1- SOMMERSERE Im Juli und August präsentiert Ö1 zeitgenössische literarische Reportagen. Jeden Dienstagabend ab 21.00 Uhr setzt sich Ö1 mit einem Genre auseinander, das dereinst als Königsdisziplin im Spannungsfeld zwischen…

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Radek Knapp: Flugzeugabsturz mit einem Präsidenten

| mitSprache unterwegs | Die Nachricht schlägt ein wie ein Blitz. Heute ist der polnische Präsident samt Gattin und 94 anderen Personen bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen.  Ich schaltete den Fernseher in meinem Hotel ein und wünsche mir zum ersten Mal ich hätte für diesen Minischirm ein Vergrößerungsglas. Man sieht einen Miniwald in dem…

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Clemens Berger: Rothblog 15 | Oberwart, 10. Mai 2010

| mitSprache unterwegs | Oberwart, 10. Mai 2010 Wenn sich auf dem Wechsel eine slowenische Stimme in die Musik des österreichischen Kultursenders mischt, den sie nach dem Wechsel verdrängt haben wird, geht es Richtung Süden. Die Sonne scheint, verschiedene Grüns heben sich voneinander ab, ich atme auf. Reisen, ja, wieder. Ich sehe die Grenze vor…

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Lydia Mischkulnig: Krakow 1.,2.und 3.4.2010 | Polnische Passage IV

| mitSprache unterwegs | Krakow 1. , 2. und 3. April 2010 Wie gerädert im Nachtzug aus Wien in Krakow angekommen und durch den Kern der schmucken Stadt zum Apartment gewandert. Den Trolley hinter sich herziehend. Erster Eindruck auf dem Rynek: Menschen knien vor der Kirche. Sie finden im Bauch der Marienkirche keinen Platz. Vor…

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Lydia Mischkulnig: Oswięcim, 4. 4. 2010 | Polnische Passage III

| mitSprache unterwegs | Oswięcim, 4. April 2010 Meine Freunde verweigern schon in Krakow die Begleitung. Viel zu früh steh ich allein beim Schalter. Spreche das erste Mal im Leben Auschwitz als Oswięcim aus. Mein Schibboleth. Die Dame am Schalter wird gleich aufhorchen und meine Herkunft erahnen. Doch sie guckt nicht einmal auf, achtet nicht…

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Lydia Mischkulnig: Zakopane, Limanowa, 5./6. 4. 2010 | Polnische Passage II oder Der Moralische Kater

| mitSprache unterwegs | Zakopane und Limanowa, 6. und 5. April 2010 Bevor die Reise in Katowice geendet hat, durchnäßt der patzige Schnee von Zakopane unsere Schuhe. Die Stadt in der Hohen Tatra, an der Grenze zur Slowakei, Mitten im einst österreichischen Galizien wird von einer speziellen Holzarchitektur geprägt. Veranden gliedern die Fassaden der Villen….

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Lydia Mischkulnig: Katowice, 7. 4. 2010 | Polnische Passage I (31. März bis 7. April 2010)

| mitSprache unterwegs | Ich verbrachte vom 31. März bis 7. April 2010 mein Leben in Polen. Zu jener Zeit war das Land nicht im Schatten der Staatstrauer gewesen, sondern im Schein österlicher Feierlichkeit. Ich beginne mit dem Tag meiner Abreise, die Notizen festzuhalten. Beschließe die Chronologie umzukehren und Tag für Tag gegen den Fluss…

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Lydia Mischkulnig: Dublin, 12. 4. 2010 | Das Hilton stand gegenüber

| mitSprache unterwegs | Dublin, 12. 4. 2010 Das Kilmainham Gefängnis in Dublin ist heute nur mehr Filmkulisse und nationale Gedenkstätte für Irlands Rebellen, die ihre republikanische Proklamation 1916 auf der O´Connel Street verlasen. Der Oster-Aufstand dauerte eine Woche und wurde von den Engländern niedergeschlagen. Alle führenden 14 Rebellen wurden hingerichtet. Die Brutalität der Exekution…

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Doron Rabinovici: 29. 3. 2010, Erev Pessach, Tel Aviv

| mitSprache unterwegs | 29. März 2010, Erev Pessach, nach jüdischem Kalender am 14. Nissan 5770, in Tel Aviv, in meinem Hinterkopf aber sind Colombo, Anjuna und Puna Wann ist eine Reise zu Ende? Ich sammle Material. Ich blättre in Papieren, die ich aus dem Fernen Osten mitbrachte. Ich schaue mir die Photos durch, die…

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Lydia Mischkulnig: Limerick, 27. 3. 2010 | Hyperlativ, Cork und Limerick

| mitSprache unterwegs | Limerick, 27. 3. 2010 Der Universitätscampus von Cork / Ireland bietet einen Lunch-Club für Angestellte des Lehrkörpers. Dieser wird von Agnieska, die aus Rybnik woj. slaskie stammt, verköstigt. Die blondhaarige Polin empfiehlt die Tagesgerichte der Kantine. Die dunkle Holztheke mit Verbau rahmt das helle Gesicht der weiß betuchten Frau. Das Tableau…

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Peter Rosei: Reisen, ein Argwohn 4 | Wien, März 2010: Topographische Maskeraden

| mitSprache unterwegs | Wien, März 2010 Ein weiterer Grund für meinen Argwohn gegenüber dem Reisen, den ich auch gegen mich selbst hege, ist die totale Kommerzialisierung des Reisens. Wo die Reise zur Ware wird, wächst die symbolische Bedeutung mit jedem zurückgelegten Kilometer. Wenn ich den grössten Idioten meinetwegen nach Grönland versetze, erscheint er plötzlich…

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Lydia Mischkulnig: Dublin, 24. 3. 2010 | BROTSCHREIBEN

| mitSprache unterwegs | Dublin, 24. 3. 2010 Briefschreiberin und Dienstmagd – Jan Vermeer, 1670 Die Literatur führt mich zwischendurch nach Irland. Gleich nach der Ankunft in Dublin erfolgte die erste Irritation: Ich reagiere wider besseres Wissen. Reflexe sind stärker als Ratio. “Falsche Seite” ruft meine Abholerin und natürlich gilt hier Linksverkehr. Wo bei uns…

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Sabine Scholl: Berlin, 15. 3. 2010: Anna

| mitSprache unterwegs | Berlin, 15. 3. 2010 Siebenbürgen is a Swedish Dark Metal Band (Wikipedia) Als ich A. vor 5 Jahren das erste Mal auf dem Kindergeburtstag, veranstaltet von meiner New Yorker Freundin S. treffe, sprechen wir vor allem über die schwierige Situation, Mutter in einer von Machogedanken verseuchten spanischen Gesellschaft zu sein. Die…

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Peter Rosei: Reisen, ein Argwohn 3 | Wien, Februar 2010: Kollektive Prägungen

| mitSprache unterwegs | Wien, Februar 2010 Kann denn überhaupt eine Begegnung zwischen autochthonen Subjekten und Reisenden jenseits der Rituale und sozialen, historisch gewachsenen Verhaltenscodizes stattfinden ? – die Frage bleibt rhetorisch und wenn, dann nur in trauriger Weise beantwortbar: dieses Korsett zu sprengen, kommt einer akrobatischen Übung gleich. Aufgewachsen in einer Welt, wo in…

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Anna Kim: Nuukblog 7 | 6. 3. 2010 – “Kongelig“ versus zweckmaessig

| mitSprache unterwegs | Kopenhagen, am 6. 3. 2010 “Kongelig“ versus zweckmäßig Seit vorgestern Nacht bin ich in Kopenhagen, nicht nur auf Durchreise, sondern auf Ansicht für eine Woche, da von hier aus im 18. Jahrhundert die Kolonisation Grönlands ausging, auch wenn, wie mir bereits zwei Mal von dänischer Seite aus versichert wurde, Hans Egede,…

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Lydia Mischkulnig: Wien, 10.3.2010 | “Hirntschechern”

| mitSprache unterwegs | Wien , 10. 3. 2010 Nachdem der Schlaf die wichtigste Auskunft zu geben scheint über das Innenleben eines fassadenhaft, distanziert sich benehmenden, psychisch leidenden Menschen, erschrak ich über meine eigenen Schlafstörungen und derer von mir als normal empfundenen Zustand steter Schwächung. Ich hätte mich gleich in den Sesselkreis zur Morgenrunde setzen…

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Sabine Scholl: Berlin, 4. 3. 2010 | Irr denken, quer verbinden.

| mitSprache unterwegs | Berlin, 4.3.2010 Eine Spezialität, über die mich schon selbst wundere. Wie heute. Bei der Suche nach Filmen des in Arad geborenen Regisseures Robert Pejo finde ich YouTube-Ausschnitte von “Dallas Pashamende“. Auf die Idee war ich gekommen, als ich eine Leipziger Studentin über Vampirfilme befragen sollte, die sich als Dipomprüfungsthema angesehen hatte….

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Anna Kim: Nuukblog 6 | 2. 3. 2010 – Fahrt mit dem Hundeschlitten

| mitSprache unterwegs | Kangerlussuaq, am 2. 3. 2010 Fahrt mit dem Hundeschlitten Noch sitzt mir die Kälte tief in den Knochen, ich glaube, sogar meinen Haaren ist kalt, nicht nur meinen Fingern, die in Zeitlupe tippen.Ich bin gerade von einer Fahrt mit dem Hundeschlitten auf dem Watson-Fluss zurückgekommen und sitze nun im Zimmer, dicht…

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Peter Rosei: Reisen, ein Argwohn 2 | Wien, Februar 2010: Postkoloniale Aporien

| mitSprache unterwegs | Wien, Februar 2010 Selbstverständlich wird man dem Reisen an und für sich nicht absprechen können, dass es unseren inneren und äusseren RAUM erweitert. Wo wir den Alltag verlassen, müssen wir in neuer Umgebung auch uns selbst neu definieren. Gleichwohl ziehe ich in Zweifel – das nimmt sich vielleicht jetzt ein bisschen…

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Christoph W. Bauer : Trotta und ich | 2

| mitSprache unterwegs | Paris, VI. Arrondissement, Trotta hat es eilig, ich kann ihm kaum folgen, den Boulevard Saint-Germain entlang, vorbei am Café de Flore, wo sich die Pariser Avantgarde des 20. Jahrhunderts getroffen hat, in den 20er-Jahren soll über dem Café Charles Maurras gewohnt und gearbeitet haben, sage ich, Trotta rümpft die Nase. Ich…

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Anna Kim: Nuukblog 5 | 27. 2. 2010 – Auf dem Inlandeis

| mitSprache unterwegs | Kangerlussuaq, am 27.  2. 2010 Auf dem Inlandeis Seit gestern bin ich in Kangerlussuaq (in West-Grönland, es gibt auch ein Kangerlussuaq im Osten). Der Ort hat ca. 600 Einwohner, von denen die meisten am Flughafen beschäftigt sind. Auf dem Weg zum Inlandeis Heute habe ich eine Tour zum Inlandeis unternommen; ich…

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Clemens Berger: Rothblog 14 | JFK, 22. Februar 2010

| mitSprache unterwegs | JFK, 22. Februar 2010 Diesmal lief alles wie am Schnürchen, ich werde keinen weiteren Flug versäumen. Gerade ertappe ich mich bei meiner alten Österreicherfeindlichkeit: Ich sitze am Gate von Air France, um den Zustand des Weitwegseins noch bis zum Boarding genießen zu können. Terminal 1, der letzte Security-Check für eine Weile…

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Anna Kim: Nuukblog 4 | 24. 2. 2010 – Koloniale Vergangenheit?

| mitSprache unterwegs | Nuuk, am 24.2.2010 Koloniale Vergangenheit ? Es ist so leicht, in Nuuk zu vergessen, dass man sich eigentlich nicht mehr in Europa aufhält, sondern in Nord-Amerika, dass die Kultur der Inuit anderen Gesetzen, anderen Regeln unterworfen war (ist ?) als den europäischen; und man denkt sich vorerst nichts dabei, dass die…

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Lydia Mischkulnig: Notizen zur Nähe | Wien: Baumgartner Höhe, Mariahilfer Strasse

| mitSprache unterwegs | Wien,  20.  2. 10 Der Mensch braucht Orientierung, sonst irrt er. Derzeit denke ich an den Monte Cristallo und seinen Symbolwert. Er repräsentierte die stille Macht der Geduld, Dauer und unübersehbaren Präsenz in der dolomitischen Landschaft. Auf Skiern gings über seine Hänge hinab. Natürlich klingt es jetzt eigentümlich zu sagen, der…

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Clemens Berger: Rothblog 13 | New York, 21. Februar 2010

| mitSprache unterwegs | New York, 21. Februar 2010 Abschied. Letzter Abend. Nachmittags bei der chinesischen Neujahrsparade; das neue Jahr begann zwar vor einer Woche, fiel aber auf Valentine’s, gefolgt von President’s Day, also verschob man. Blauer Himmel, Frühlingswetter. Menschen über Menschen. Das Jahr des Tigers. Die Parade beginnt Hester Street and Mott Street; ironischerweise…

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Clemens Berger: Rothblog 12 | Chicago, 16. Februar 2010

| mitSprache unterwegs | Chicago, 16. Februar 2010 Emmerich Koller holt mich kurz vor Mittag vorm Hotel ab; bis dahin hatte ich in seinen Erinnerungen Good Dogs Do Stray weiter gelesen, die hoffentlich bald auf Deutsch vorliegen werden. Ich erzähle, wo ich gerade (mit ihm) bin: kurz nach dem ersten Ausflug in ein kommunistisches Jugendcamp am…

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Peter Rosei: Reisen, ein Argwohn 1 | Dehli, Jänner 2010: Das Ende einer Illusion

| mitSprache unterwegs | Dehli, Jänner 2010 Nicht selten stelle ich einen gewissen Argwohn gegenüber dem Reisen an mir fest, ein Misstrauen, das sich aus verschiedenen Quellen nährt. Erstens. Als ich jung war, war man fest davon überzeugt, der Nord-Süd Konflikt werde sich entschärfen oder zumindest, dass man gemeinsam darauf hinarbeiten werde. Wenn ich jetzt,…

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Anna Kim: Nuukblog 3 | 20. 2. 2010 – Korrektur

| mitSprache unterwegs | Nuuk , 20. 2. 2010 Korrektur Das heimische Fleisch wird nur tief gefroren verkauft, versteckt sich daher im Tiefkuehlregal. Wenn man es ganz frisch moechte, geht man zum Brædtet, dort bekommt man momentan Trottellummen, die ein wenig wie Pinguine aussehen. Angeblich schmecken sie sehr gut: “Mamaga”. Habe die letzten Tage mit…

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Clemens Berger: Rothblog 11 | Chicago, 14. Februar 2010

| mitSprache unterwegs | Chicago, 14. Februar 2010 Dana Reed hat es nicht nach Chicago geschafft, aber seine Bekannten in Alarmbereitschaft versetzt: Kelly Brouwers, die für Microsoft Anzeigen um mehrere Millionen Dollar keilt, zeigt mir abends die Gegend, Essen und Wein und schöne Aussichten. Samstag, ein Tag vor Valentinstag, überall Schlangen – bis wir in…

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Clemens Berger: Rothblog 10 | Chicago, 13. Februar 2010

| mitSprache unterwegs | Chicago, 13. Februar 2010 Als ich freitags kurz nach sieben Uhr abends in Chicago O’Hare lande, ist es mit Sonne, Strand und Hitze vorbei – und eine Stunde früher als in San Juan. Schnee überall, eisiges Wetter, ein kalter Wind. Ich steige in ein Taxi, der Fahrer ist Albaner, also Nachbarn,…

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Anna Kim: Nuukblog 2 | 16. 2. 2010 – Erste Eindruecke

| mitSprache unterwegs | Nuuk , 16. 2. 2010 Erste Eindruecke Gestern in Nuuk angekommen. Vier Stunden Zeitverschiebung: um 9 Uhr abgeflogen, um 9 Uhr angekommen. Eigenartig. So muss sich Zeitreisen anfuehlen. Dies ist meine zweite Reise nach Groenland, letztes Jahr war ich in Ostgroenland, das, so wurde es mir von den Groenlaendern selbst erklaert,…

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Sabine Scholl: Berlin, Prenzlauer Berg 16. 2. 2010 | Balkan vom Balkon aus betrachtet

| mitSprache unterwegs | Berlin, Prenzlauer Berg, 16. 2. 2010 BALKAN VOM BALKON aus betrachtet liegt immer unten, unterliegt also dem Betrachter und es obliegt seinem Urteil festzustellen, was das wert ist, dieser Haufen. Balkanisiert ist unorganisiert, ist vorzivilisiert, ist schwer rückfällig und von „da unten“ kam nie Gutes zu „uns“. Die imaginäre Geographie verortet…

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Lydia Mischkulnig: Venezia Sao Polo – Ghetto – Vienna – San Vito di Cadore

| mitSprache unterwegs | Notizen vom 28. Jänner bis zum 8. Februar 2010 Nachdem ich erfuhr, dass die vom Kronprinzen ermordete Jugendliche Vetsera in einem Grab einsam und verlassen in der Nähe Mödlings ewiglich ruht, fuhr ich zum Flughafen und begab mich zu einem Meeting nach Venedig. Mit Kollegin Sabine Scholl, einem australischen Germanisten und…

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Doron Rabinovici: 15.1. Ahungalla

| mitSprache unterwegs | 15.1. Ahungalla Wir essen zu Mittag. Xiane und ich sitzen mit dem Rücken zum Garten, auch weil wir dem neuen Gast, einer Filmproduzentin aus Prag, den Blick ins Grüne gönnen wollen. Dennoch, obwohl sie nicht ins Freie schaut, ist es Xiane, die es als Erste bemerkt. Sie sagt: “Was ist das…

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Doron Rabinovici: 14.1. Ahungalla

| mitSprache unterwegs | 14.1. Ahungalla Neben dem Areal der Bogenvillya lag einst, ehe der Tsunami darüber hinwegging und die Gebäude zerstörte, das alte Schulgelände. Am sechsundzwanzigsten Dezember Zweitausendfünf war zum Glück kein Kind im Gebäude. Sri Lanka, das großteils buddhistische Land, feiert auch die Feste der anderen Weltreligionen mit und läßt keine Ferientag aus….

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Clemens Berger: Rothblog 9 | La Parguera, 11. Februar 2010

| mitSprache unterwegs | La Parguera, 11. Februar 2010 Ich hatte gehört, in Puerto Rico wären viele Burgenländer. Bislang konnte ich es nicht verifizieren. Zumindest einer ist da. La Parguera … nicht bei Wien Boquéron Beach |||

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Clemens Berger: Rothblog 8 | JFK, 8. Februar 2010

| mitSprache unterwegs | JFK, 8. Februar 2010 Die Sonne scheint durch die Glasfront, am Gate 39 ist es ruhig, das Flugzeug der American Airlines wird gerade getankt, ich habe zum ersten Mal in meinem Leben einen Flug versäumt. Dreißig Minuten vor Abflug hielt ich keuchend vor dem Schalter der Delta Airlines, die um 8:30…

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Clemens Berger: Rothblog 7 | New York, 6. Februar 2010

| mitSprache unterwegs | New York, 6. Februar 2010 Als Kaffeesnob ergeht es mir übel. Wenn irgendwo auch nur Illy steht, schlägt mein Herz schon höher, welches der Espresso dann allerdings nicht schneller schlagen lässt. Also gehe ich gleich zu Starbucks, wo ich von einer mir äußerst sympathischen jungen Frau nach meinem Namen gefragt werde…

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Anna Kim: Nuukblog 1 | 9. 2. 2010 – Meine Reiseroute

| mitSprache unterwegs | 9. Februar 2010 Meine Reiseroute Ich stecke mitten in den letzten Vorbereitungen für meine Reise nach Grönland, genauer gesagt West-Grönland: Die Reiseroute ist festgelegt, die Tickets sind gebucht, fast alle Interviews sind ausgemacht, auf ein paar Zu- bzw. Absagen warte ich noch. Heute melde ich mich mit meiner Reiseroute: Am Sonntag,…

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Sabine Scholl: Venedig 8. 2. 2010 | Vampire as Metaphor

| mitSprache unterwegs | Venedig , 8. 2. 2010 Ausgehend von der Gestalt des jüdischen Reisenden Armin Vambery, der Bram Stoker persönlich gekannt und ihm anscheinend als Fachmann für Transsilvanisches bei der Herstellung seines Dracula-Romans beigestanden hat, stellt Friedrich Kittler die These auf, dass die Vielsprachigkeit und Weitgereistheit dieses Gelehrten sich mit dem Mythos des…

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Sabine Scholl: Venedig 28. 1. 2010 | Die fliessende Welt

| mitSprache unterwegs | Venedig 28. 1. 2010 Hierher gefahren, um Metropolis zu lesen, sich mit Stadt-Utopien und auf argentinischen Filmrollen vergessenen Gärten zu beschäftigen. In den Kirchen Kunst voll überbordender Körperbilder gefunden. Die besten Maler waren gefordert, die besten Materialien und der besten Marmor, um eine Marmorreligion zu begründen, zu festigen, die Marmorrechte der…

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Clemens Berger: Rothblog 6 | New York, 4. Februar 2010

| mitSprache unterwegs | New York, 4. Februar 2010 Im Austrian Culture Forum New York, unweit des Museum of Modern Art, zwei Blocks von meinem Hotel, sagt Martin Rauchbauer, Deputy Director, er stamme auch aus dem Burgenland, Eisenstadt, mütterlicherseits. Als ich in sein Büro komme, ist mein Reiseblog auf dem Bildschirm. Wie es mit den…

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Clemens Berger: Rothblog 5 | New York, 1. / 2. Februar 2010

| mitSprache unterwegs | New York, 1./2. Februar 2010 ( Abflug Wien ) Zuerst die vier Finger der Rechten, dann den rechten Daumen, dann die vier Finger der Linken, dann den linken Daumen auf den Scanner, nach der Fotografie meines Gesichtes sind nur noch ein paar Fragen zu beantworten: Was ich tue. Worüber ich schreibe….

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Doron Rabinovici: 13.1. Ahungalla

| mitSprache unterwegs | 13.1., Ahungalla Zurück in Sri Lanka. An jenem Tag besuche ich die Schule der one world foundation, in der etwa Tausend Kinder unterrichtet werden. Nebenan die Jugendlichen in den Computerklassen und im Anschluß die Werkstätten der women’s cooperation, in denen Frauen ausgebildet werden, um einen Beruf ausüben zu können. Bessere Bilder…

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Clemens Berger: Rothblog 4 | Wien , 29. 1. 2010

| mitSprache unterwegs | Wien, 29. Jänner 2010 Ich habe meinen Einreiseantrag online ausgefüllt und versichert, weder des Drogenhandels noch terroristischer Aktivitäten noch anderer geplanter Straftaten wegen in die Vereinigten Staaten einreisen zu wollen – und dass ich während des Nationalsozialismus keine Verbrechen begangen habe. Ich frage mich, ob man mich wegen meines syrischen Visums…

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Christoph W. Bauer : Trotta und ich | 1

| mitSprache unterwegs | Heute spaziert Trotta plötzlich wieder aus dem Bücherregal und baut sich vor mir auf. Ob ich mich immer so bitten lasse, schnauzt er mich an. Ich erinnere das Gespräch vor drei Wochen, druckse ein wenig herum, hätte momentan viel zu tun und – Das interessiere ihn nicht, unterbricht er mich. Er…

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Clemens Berger: Rothblog 3 | Wien, 24. 1. 2010

| mitSprache unterwegs | Wien, 24. Jänner 2010 Im Internet finde ich eine erkleckliche Anzahl an Websites, deren Aufgabe es ist, die ausgewanderten Burgenländer und deren Nachfahren zu vernetzen respektive vernetzt zu halten: die Burgenländische Gemeinschaft, den Burgenland Bunch, Jolly Burgenländer, sowie jede Menge anderer, kleinerer Vereine. In New York stoße ich auf die Brotherhood…

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Doron Rabinovici: 8.1. Alt Goa und Panaji

| mitSprache unterwegs | 8.1. Wohin es keinen der Raver und keine der Hippies zieht. Wohin sich auch die Strandtouristen kaum verirren, die all inclusive buchen, um in ihren Hochburgen zu bleiben. Mitten in Indien stoße ich auf portugiesische Häuser und Kirchen. Ich fahre nach Velha Goa, nach Alt Goa. Ich bin auf der Suche…

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Doron Rabinovici: 7.1. Ein Tag in Arambol und eine Nacht in Anjuna

| mitSprache unterwegs | 7. 1. Noch einmal Arambol. Das neue Eldorado der Backpacker. Ein Stetl in Goa. Ein Ghetto in Indien. Hier führen Shiran und Ilan das Lamuella. Ein Restaurant mit einer Boutique und einer kleinen Pension. Mit Ilan spreche ich Ivrit, aber auch Deutsch. In Lamuella herrscht eine kosmopolitische Atmosphäre, die jegliche nationale…

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Lydia Mischkulnig: Mayerling – Vetsera-Gegend

| mitSprache unterwegs | Es gibt also Leute, die bringen sich um und brauchen dazu eine zweite Person, die sie zuerst erledigen. Beispielsweise eine Jugendliche, sagen wir, um die achtzehn Jahre alt, die eventuell verliebt in einen zeitgenössischen oder mittelalterlichen Prinzen sich zur Ermordung durch diesen hinreißen lässt. Missbrauch an Verliebten. Ich bin in der…

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Lydia Mischkulnig: Heiligenkreuz

| mitSprache unterwegs | Habe mich kurzfristig für eine Reise nach Heiligenkreuz entschieden, da ich dort dem Langlauf fröhnen konnte. Außerdem gibt es dort ein Restaurant. Die Reise günstig, da eingeladen. Der Husten verging. Die Begleitung war auch nicht schlecht. Ein ansehnlicher, versierter Langläufer, der gerade aus dem fernen Osten zurückgekehrt war und mir berichtete,…

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Clemens Berger: Rothblog 2 | Wien, 20. 1. 2010

| mitSprache unterwegs | Wien, 20. Jänner 2010 Vorgestern bat ich Max beim Mittagessen im Sapa, Dana zu kontaktieren. Der hatte, als ich noch ins Gymnasium ging, zwei Sommer lang einige Zeit bei mir in Oberwart verbracht und mich unter anderem auch erfolgreich davon abgehalten, nach meiner Rückkehr aus Israel für die mündliche Matura zu…

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Doron Rabinovici: 6.1. Anjuna, Flohmarkt und Vagator

| mitSprache unterwegs | 6.1.,  Anjuna, Flohmarkt und Vagator Bis 1961 war Goa portugiesische Kolonie. Mitte der Sechziger erreichten die ersten Hippies diesen Landstreifen. Weltenreisende waren sie. Auf der Suche nach neuen Entwürfen. Das Rauschgift sollte die Perspektiven erweitern. Sie zogen über Kabul und Kathmandu nach Indien. An den Stränden von Anjuna und Vagator blieben…

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Clemens Berger: Rothblog 1 | Wien, 15. 1. 2010

| mitSprache unterwegs | Wien, 15. Jänner 2010 Während der Pressekonferenz am Mittwoch bekomme ich erstmals etwas wie ein Gefühl für das Projekt, das so unterschiedliche Autorinnen und Autoren auf so unterschiedliche Reisen schickt. Als ich vom Café Landtmann nach Hause komme, lese ich nach, was Doron Rabinovici derzeit in Sri Lanka und Indien tut,…

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Sabine Scholl: Berlin 17. 1. 2010 | Grässliche Erkenntnis grässlicher Unkenntnis (Ein Nachtrag)

| mitSprache unterwegs | 17. 1., Berlin Wie konnte ich Müller und Wagner in eine Linie mit Schlattner stellen? In einem Artikel der NZZ vom 15.1. 2010 entdecke ich Details zu einem Vorgang während der stalinistischen Ära Rumäniens, der am Buchumschlag zu Schlattners Rote Handschuhe verschämt als “Weg eines Menschen (…), der sich auf der…

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Sabine Scholl: 6.1. Berlin | Sehnsuchts- und Schreckensorte

| mitSprache unterwegs | 6. 1., Berlin Sehnsuchtsorte Joseph Roth: die habsburgischen Provinzen, Albert Camus: der Süden, Andrzej Stasiuk: die Dörfer, es sind vorgestellte Orte, denen die Wirklichkeit niemals entsprechen kann und die als starkes Gegenbild und Antrieb benötigt werden. Auf diese Weise gebrauchte ich das Siebenbürgen meiner ersten Reise als schöne, ungeschiedene Landschaft, in…

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Doron Rabinovici: 5.1., Anjuna

| mitSprache unterwegs | 5.1., Anjuna Ich besuche die Caféboutique Artjuna. Hier produziert Mosche und seine deutsche Frau Anastasia Lederwaren und Schmuck. Es ist ein stiller und schattiger Ort. Ein Café unter großen Baldachinen, die an den Bäumen vertäut sind. Ich treffe hier auf drei Israelis, die heuer wieder herkamen, um ein Kartenspiel zu verkaufen….

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Doron Rabinovici: 4.1. Arambol

| mitSprache unterwegs | 4.1., Arambol In Arambol suche ich zuerst das Jüdische Haus auf. Vor dem Gebäude Sandsäcke und dahinter ein indischer Soldat. Seit dem Attentat in Mumbay geht die Angst um. Israelis wollten dem Konflikt im Nahen Osten ausweichen, doch der Haß folgt ihnen bis hierher. Im Haus lebt – gemeinsam mit seiner…

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Doron Rabinovici: 3.1. Anjuna

| mitSprache unterwegs | 3.1., Anjuna Es war einmal ein östliches Reich. Es war einmal eine portugiesische Kolonie. Es war einmal eine indische Provinz. Es war einmal ein Paradies, entdeckt von Jugendlichen aus dem Westen. Es war einmal ein Paradies, zerstört von eben diesen Wohlstandskindern. Es waren einmal Menschen, die von europäischen Eroberern einst Eingeborene…

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Radek Knapp: September 2009, Wien Südbahnhof

| mitSprache unterwegs | September 2009, Wien Südbahnhof Als ich an diesem Dienstag morgen am Südbahhof eintrudelte, mußte ich an Nat King Cole denken. Er liebte es fremde Orte zu besuchen. Das einzige, was er an der Reise hasste war das Reisen. Ich mochte das Reisen, misstraute aber aus fundierten Gründen dem Reiseprozeß. Das Auto…

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Doron Rabinovici: 2.1. Anjuna

| mitSprache unterwegs | 2.1., Anjuna Ich gehe hinaus aus dem Hotel, das auf einem alten portugiesischen Grundstück steht. Außerhalb ist nichts als Land. Ein Feldweg. Familien, die an der Trasse arbeiten. Männer und Frauen, dazwischen die Kinder. Sie leben in Zelten am Rand. Eine eigene Kaste, die von einer Baustelle zur nächsten ziehen. Fahrendes…

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Doron Rabinovici: 1.1. Ahungalla, Colombo, Mumbai, Goa

| mitSprache unterwegs | 1. 1. Am Abend der Aufbruch nach Goa. Ich fahre mit Laurent nach Colombo, denn er will den Bus nach Kandy erreichen. Das Rasen durch die Finsternis. Tagsüber das Farbenspiel der Straßen. Nachts stülpt sich das Innerste nach außen. Das Licht im tropischen Dunkel kommt nur vom Neon der kleinen Läden…

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Doron Rabinovici: 31.12. Ahungalla

| mitSprache unterwegs | 31.12., Ahungalla Ein Hase schwimmt durch den Swimmingpool. Ein Waran läuft durchs Gras ins Gestrüpp. Der tropische Garten mit unzähligen kleinen Lampen geschmückt. Lichterketten hängen an den Tempelbäumen und winden sich um Zweige. Eine Brandschrift wird vorbereitet. Der Tisch steht unter freiem Himmel. Ein Silvesteressen im Grünen. Die Blätter einer Palme…

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Doron Rabinovici: 30.12. Ahungalla

| mitSprache unterwegs | 30.12., Ahungalla Am Meer der Wechselgeschrei der Fischer. Ein gemeinsamer Rhythmus, um die Netze einzuholen. Ein großer Fang. Sie luden mich ein, mitzumachen. Ich stand mit ihnen am Strand und zog am Seil. Ich stemmte mich im Takt gegen den Sog des Meeres. In weniger als zehn Minuten waren meine Hände…

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Doron Rabinovici: 29.12. Ahungalla

| mitSprache unterwegs | 29.12.09 Wieder in der Bogenvillya der one world foundation. Ich schaue Laurents Photos durch. Da ist er, der chassidisch orthodoxe Rabbiner, der in Sri Lanka und in Indien darauf achtet, ob Essen und Getränke auch wirklich koscher hergestellt werden. Photo © Laurent Ziegler Keine Photos habe ich von Uri, den ich…

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Doron Rabinovici: 27.12. Colombo

| mitSprache unterwegs | 27.12. Die Fahrt nach Colombo. Ich suche Rabbi Mendy Crombie auf. Es leben bloß wenige Juden hier, vielleicht etwa zwanzig. Dennoch schickte seine orthodoxe Sekte, eine Abspaltung der Chabad Lubawitscher Bewegung, einen jungen Rabbiner nach Sri Lanka. Laurent Ziegler, der Photograph, der zur Zeit artist in residence in der one world…

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Sabine Scholl: 26.12. Puerto de Santiago | Wie man ein Land zugrunde richtet

| mitSprache unterwegs | 26. 12. 2009 Lehrbuch – Wie man ein Land zugrunde richtet Kapitel 1: Brandhof, Kröpflmühle. Das Haus am Schnittpunkt der Verkehrsmöglichkeiten. Umzingelt von Autostraßen, gestreift von Geleisen der Eisenbahn. Ein Haus, das einmal Bauernhof war, mit Land rundherum, wird durch den Fortschritt eingeschränkt, verliert seine Bestimmung, wird Behälter für die übrig…

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Sabine Scholl: 25.12. Puerto de Santiago | Good Trips Bad Trips

| mitSprache unterwegs | 25. 12. 2009 Pink Floyd: Dokumentaristen der psychedelischen Wahrnehmung. Initialzünder unzähliger Trips. Pilze, Stechapfel, Tollkirsche, Bilsenkraut. Fotos mit den Schatten ihrer Wirkung. Trips werfen: sich mit künstlichen Drogen auf innere Fahrt begeben. Einfahren: die Reise beginnt. Runterkommen: setzt eine Höhe voraus. Manchmal taucht man aber in die Tiefe. Was ich erfahren…

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Dokumentation: “mitSprache unterwegs”- Autorin Eugenie Kain am 8. 1. 2010 verstorben

| mitSprache unterwegs | Der Standard | APA , 8. 1. 2010: Autorin Eugenie Kain 49-jährig gestorben “Autorin der leisen Töne” beschäftigte sich stark mit sozialen Themen Linz – Die oberösterreichische Autorin Eugenie Kain ist am Freitag in Linz im Alter von 49 Jahren an der Folgen einer schweren Erkrankung gestorben. Das bestätigte ihr Verleger…

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Doron Rabinovici: 27.12. Colombo

| mitSprache unterwegs | 27.12., Colombo Die Fahrt nach Colombo. Ich suche Rabbi Mendy Crombie auf. Es leben bloß wenige Juden hier, vielleicht etwa zwanzig. Kein Gund für seine orthodoxe Sekte, eine Abspaltung der Chabad Lubawitscher Bewegung, nicht dennoch einen jungen Rabbiner nach Sri Lanka zu schicken. Laurent Ziegler, der Photograph, der zur Zeit artist…

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Sabine Scholl: 24.12. Puerto de Santiago | Pseudophantasien

| mitSprache unterwegs | 24. 12. 2009 Die Teilnahme, die Selbstverwandlung ist, was mich am Reisen interessiert. In der künstlichen Ferienwelt ist man jedoch total zurückgeworfen auf sich selbst. Deshalb sind die Touristen so desorientiert. Sie erwarteten Andersheit und erhalten gnadenlos das, von dem man glaubt, dass es ihnen gefällt,. Erleichterung beim Ausflug, als wir…

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Sabine Scholl: 23.12. Puerto de Santiago | The Horror of no longer remembering the reason of forgetting

| mitSprache unterwegs | 23. 12. 2009 Ohnehin lässt sich die Reiseschreiberei Joseph Roths mit der heutiger Autoren nicht vergleichen. Die äußeren Bedingungen haben sich maßgeblich geändert: Verkehrsmittel, Geschwindigkeit, Präsenz, die alle Wahrnehmungsmöglichkeiten mitverwandeln. Seine Eisenbahnfahrten ermöglichten einen – im Vergleich zu heute – ruhigeren Blick. In diesem Sinne bedeuteten meine ersten beiden Reisen nach…

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Doron Rabinovici: 25./26.12.2009 Colombo/Hikkaduwa

| mitSprache unterwegs | 25. 12. ’09 Sri Lanka. Gelandet. Verschwitzt nach den vielen Stunden im Flieger. Die Haut spannt. Der Druck in den Schläfen, als wäre der Schädel zu eng. Die Müdigkeit in allen Gliedern. Überall der Weihnachtsschmuck und Flitter. Im Transitbereich schweben Folienballone. Dutzende Weihnachtsmänner. Väterchen Frost im buddhistischen Tropenland. Kaum aus dem…

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Sabine Scholl: 22.12. Puerto de Santiago/Keisd (Saschiz) | Kirchen Ghettos Paranoia

| mitSprache unterwegs | 22. 12.  2009 Ich schaue mir nicht gerne zu beim Nachdenken und Schreiben. Ich will das Ergebnis: Bedrucktes Papier in großer Anzahl, das mir – im günstigsten Fall – aus der Hand gerissen wird. Eigene kreative Vorgänge verfolge ich nur, wenn ausdrücklich verlangt. Wogegen mich die Prozesse anderer Autoren interessieren. Heute…

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Sabine Scholl: 21.12. Puerto de Santiago | Wechsel der Temperatur, des Ortes, des Regimes

| mitSprache unterwegs | 21. 12.  2009 Absurdität: Temperaturwechsel um 30 Grad innerhalb von 12 Stunden. Abflug aus dem minuszwölfgradigen Berlin, Ankunft in einer Industrieanlage für Sonnensucher. Absurdität: Ortswechsel. Oft wähle ich einen anderen Ort als die Homebase Berlin um über einen noch anderen Ort zu schreiben. Um alles hinter mir zu lassen. Mit meinen…

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Lydia Mischkulnig: Coup Denmark

| mitSprache unterwegs | Kopenhagen, “Cup der guten Hoffnung“, geriet zur  eisigen Erfahrung angereister Demonstranten, von ratloser  Polizei, wie mit friedlichen Demonstranten umzugehen sei, auf den Boden in den Schneidersitz gezwungen. Eisige Nacht auf Beton besorgte  Urologen Hochsaison.  Der Bürgersteig mutierte zum Gefängnis systemischer Gewalt im erlaubten Raum zur Demonstrantenbekämpfung. Ratlosigkeit. Autoritätenhörigkeit. Handeln statt denken….

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“mitSprache unterwegs” auf in|ad|ae|qu|at

||| MITSPRACHE UNTERWEGS | AUTORINNEN UND AUTOREN | PUBLIKATIONEN | INSTITUTIONEN MITSPRACHE UNTERWEGS 2010 geht in|ad|ae|qu|at nicht nur mit neuem Layout in sein viertes Jahr , sondern darf auch den Gastgeber für ein Projekt des Netzwerks der österreichischen Literaturhäuser und -Veranstalter abgeben : Unter dem Generaltitel “mitSprache” einigen sich die Institutionen je neu auf ein…

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