||| I. DAS AMSTETTEN- BURMA- KAMPUSCH- ABC | II. ALICE IN BURMA UND MÄNNLICHE MAULSCHELLEN | III. BLOG 4 BURMA | IV. LINKS

Im journalistischen Ringen um Superlative , was das Beschwören der humanitären und politischen Katastrophe in Burma betrifft - speziell nach dem Zyklon “Nargis” - , standen argumentative und metaphorische Entgleisungen förmlich auf der Einkaufsliste des Unvermeidlichen . Wobei dies freilich nicht nur für die Mainstream- Medien galt und gilt , wo Alice Schwarzers anti- imperialistisches Gejammere ihr prompt mehrere - männlich geführte Maulschellen ( Matussek und Folgen ) - eintrug , sondern auch für gewisse Blogs , die sich zum Vergleich mit anderen Ungeheuerlichkeiten hergaben . Resultat einer - wir betonen : freiwiliigen - Logorrhoe , wie sie Aufsehen erregende Inzidenzien stets hervorzurufen pflegen .
Wir haben diese unsägliche Dynamik des Meldens , Meinens und Vermutens in unserem vorigen Beitrag zum Thema “Burma” behandelt und die Konsequenz gezogen , in|ad|ae|qu|at für’s Erste einmal nicht weiter mitzusingen in der internationalen Kakophonie . Zu welchen Extremen selbige führt , sei an zwei Beispielen demonstriert .
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I. DAS AMSTETTEN- BURMA- KAMPUSCH- ABC
Nachdem die Nachricht von den offenbar allzu österreichischen Manns- Volksbräuchen , sich Sex- und exploitation- Objekte in Verliesen unter Tag heranzuziehen mit dem “Fall Amstetten” ( und dem dadurch noch einmal durchlauf- erhitzten “Fall Kampusch” ) um die Welt gegangen war , sah sich das unter hoher akademischer Patronanz stehende Blog “BURMA DIGEST” dazu veranlasst , Parallelen zu ziehen zur zynischen Leibeigenschaft , in welcher die Entourage des Generalissimus Than Shwe eine ganze Bevölkerung hält .
“What To Do About The Monsters Joseph Fritzl & Than Shwe” fragt man in polemischer Absicht , referiert die österreichischen Fälle unter besonderer Betonung der angeblichen Unwissenheit der je unmittelbaren lokalen und sozialen Umgebung der mutmasslichen Täter Fritzl und Prikopil :
Incredibly, Frau Fritzl and the neighbors never realized the truth until then. …. People shudder and shake their heads as to what to do about such monsters in their midst.
In bildlicher Parallelisierung des “73 year-old Austrian Monster Joseph Fritzl” sowie des “75 year-old Burmese MONSTER Than Shwe” werden die offensichtlichen Macht- und Kontroll- Freaks zu Vertretern ein und derselben Generation , welche sich - sei’s in Mitteleuropa , sei’s in Südostasien - ohne höhere Schulbildung während der Nachkriegszeit ihrerer respektiven Länder zu Popanzen emporgearbeitet haben . Gewürzt mit ein paar faschistischen Allusionen ( Österreich selbstredend sowie die von den während des Weltkriegs durch ihre besondere Brutaltiät notorischen japanischen Sonderkommandoos geschulten burmesischen Generäle ) verdickt sich die “argumentative” Suppe rasch zu einem “Burmese Hitler” .
Ein Schuft , wer sich da nicht erinnert fühlt an Hans Magnus Enzensbergers fatalen Vergleich Saddam Husseins mit Adolf Hitler im Februar 1991 …. und wie Günther Nenning den deutschen Parade- Intellktuellen postwendend in der ZEIT als “Ajatollah des Westens ” titulierte .
In sämtlichen Fällen , so das Totschlag- Argument , handelt es sich um offensichtlich und offensiv falsch verstandene Vaterbilder ( und damit Gottesbilder ) : Der “Father Allmighty” als schlechtest möglicher Hirte der ihm anvertrauten Herde von Kindern , Völkern , Populationen .
…. consider all the people in Burma being mistreated by this Burmese Fritzl. There are not only the Burmese people, but also the ethnic Karens, Karennis, Kachins, Chins, Shans, Mons, Arakans and many more subgroups. ( …. ) The Austrian Fritzl abused his children but in the end allowed them to go to hospital for much needed help. The Burmese Fritzl, in contrast, abuses 54 million national children and refuses to permit any outside help for fear he will be arrested like Fritzl.
Indem die “Befreiung” der Fritzl- Tochter und das Eingreifen der Polizei kontrastiert wird mit der Ignoranz- und Defensivpolitik von Burmas ASEAN- Nachbarn gelangt die Polemik zu ihrer Pointe :
To Frau Fritzl and her neighbors, do not blame yourselves. You did not take part in the rape of the Fritzl children nor did you exploit them like pimps, hiring them to others. Think of the case of Burma where the neighboring countries DO know what is going on and yet for the past 20 years since the Nationwide Uprisings of 8-8-88, they have been aiding and abetting the Burmese Fritzl in return for economic gain. Thus, these neighors deserve to be called sons of A BITCH (ASEAN, Bengla, India, Thai, CHina) .
Gut , wird man einwenden , ein roher Klotz verdient nichts Anderes als einen rohen Hammer . Dass dieser “Aufruf zum Hinschauen” auf das , was in Burma geschieht , unter der Rubrik “Cartoons & Humour” figuriert , wird Manchen wundernehmen .
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II. ALICE IN BURMA UND MÄNNLICHE MAULSCHELLEN
Kollege “Birma news united” hat den Kasus um Alice Schwarzers plötzlichen Aktionismus hinsichtlich der Rückeroberung des EMMA- Territoriums durch den Hinauswurf der nur zwei Monate zuvor als Chefredakteurin eingesetzten Lisa Ortgies trefflich in Zusammenhang gebracht mit der folgenreichen Burma- Kolumne der frisch gekürten Ludwig- Börne- Preisträgerin in der FAZ . Gleichwohl sei hier ein weiterer , in|ad|ae|qu|at|er Blick auf die weiblichen | männlichen Argumentations- und Reaktionsmuster geworfen .
Im Februar hatte die FAZ der Verleihung des Ludwig- Börne- Preises an Alice Schwarzer eine vergleichsweise breite Coverage eingeräumt : Schon dem Titel des entsprechenden Artikels mag man entnehmen , dass dies ohne Harald Schmidts Laudatio nicht der redaktionelle Fall gewesen wäre : Harald Schmidt ehrt das Sturmgeschütz Schwarzer . Nachdem Schwarzer im Juli 2007 in voller Montur des Slogans “JEDE WAHRHEIT BRAUCHT EINE MUTIGE, DIE SIE AUSSPRICHT” ausgerechnet für eine Kampagne des Boulevard- und Busenblatts BILD posiert hatte , sodann die doktrinäre EMMA der Töchtergeneration erst anvertraute , um sie dieser sofort wieder zu entreissen , schien es der FAZ offenbar angezeigt , der Feministin grossformatigen Raum zur freiwilligen Selbstdemontage zu gewähren .
In ihrem malerisch- gefühlvollen Essay “Warum Burma echte Freunde braucht” erfüllt Frau Schwarzer am 1. 6. in der FAz nicht nur jedes denkliche Klischee eines anderen , für die echten Menschen und deren einfaches Leben sensiblen Reisens , sondern plädiert im ZK- Ton eines mumifizierten Anti- Imperialismus , eine Erneuerung könne in Burma nur von innen heraus und durch echte ( vulgo die autochthone Kultur achtsam respektierende ) Beihelfer geschehen :
Versteht sich, dass das kleine Myanmar schon längst vom mächtigen Westen im Namen der Menschenrechte und Demokratie “befreit“ worden wäre, würde das mächtige China nicht die Faust darüber halten (und so ungestört in die eigene Tasche wirtschaften). Denn das alles ist ja weniger eine Frage der Moral, sondern mehr eine Frage der Macht.
Doch kein Vertun: Wäre ich Burmesin, ich würde selbstverständlich zur Opposition gehören und hoffen, dass diese alten Knochen so bald als möglich verschwinden! Dass das Land endlich aus seiner Erstarrung erwachen und durchatmen darf. Aber ebenso sicher wäre ich - wie fast alle, mit denen ich gesprochan den folgenden Tgen en habe - strikt gegen jegliche westliche Intervention und für die Bestärkung der innerburmesischen Kräfte für Erneuerung.
Normalerweise wäre es die Aufgabe einer sorglichen Redaktion , selbst Gastautoren vor deren eigenem Hang zur Selbstdemontage zu bewahren . Ein paar Mails , ein Telefonat , sanfte Änderungsvorschläge . Was auch immer hinter den Kulissen abgelaufen sein mag : Wie sehr man Schwarzer in das offene Messer des Skandals - noch schlimmer aber : dasjenige der Lächerlichkeit - laufen liess , erwiesen die an den Folgetagen nachgesandten relativierenden Artikel der eingesessenen Redakteure Michael Hanfeld ( Das grösste Übel , 3. 6. ) , Alexander Marguier ( Die Plattmacherin , 7. 6. ) und den Korrespondenten Jochen Buchsteiner ( Welche Hilfe für Burma ? , 7. 6. ) - Angesichts dieser gesammelten Anwürfe der Weltfremdheit , des Dogmatismus sowie der Vernachlässigung der journalistischen Sorgfaltspflicht hätte es der eilend- ätzenden Replik des Matthias Matussek ( Alice im Wunderland | Gefühliger Kitsch der Armutsverherrlichung , SpOn , 1. 6. ) kaum mehr bedurft .
So folgt denn - neben Zurechtweisung und Belehrung - Bekenntnis auf Bekenntnis . Wobei Matussek nicht minder subjektiv “menschelt” als Schwarzer , welcher er eben dieses gefühlige Stilmittel vorwirft :
Auch ich habe die schwimmenden Märkte auf dem Inle-See bepaddelt und natürlich habe ich mir auch die Pagoden-Landschaft des “mythischen Pagan” nicht entgehen lassen. Burma ist schön, aber ich habe gelitten darunter, dass Familienväter gezwungen waren, mich anzubetteln, und dass sie immer erst dreimal über die Schulter schauten, bevor sie sich dazu durchrangen. Und ich fand es ekelhaft, wie sich jeder kleine Uniformierte mit Schlagstock spreizte und die Angst genoss, die er auslöste.
Nein, mir ist nicht aufgefallen, dass im rauen Norden “die Menschen nicht so goldhäutig und heiter sind wie im Süden”, da haben Sie wohl einfach genauer hingeschaut. Aber schon damals, tatsächlich, waren alle “angefixt von den Kyats und Kugelschreiber verteilenden Touristen”.
Ich würde allerdings nicht zynisch von “anfixen” reden. Ist derjenige, der einen Kugelschreiber benötigt, suchtkrank? Ist es nicht einfach ein Skandal, dass der Lametta-behängte Schieberhaufen, der das Land aussaugt, noch nicht mal für Schreibgeräte sorgen kann, mit denen Ärzte ihre Rezepte, Kaufleute ihre Listen, Kinder ihre Hausaufgaben notieren können ?
Es hätte eines zwei Tage später willig nachwassernden Spiegel- Résumées von Thorsten Dörting ( Schwarzers Burma- Missgriff : “Verantwortungslose Polemik” , SpOn , 3. 6. ) kaum mehr bedurft , um das Mass der unter männlichem “Mitleid” nur unzureichend verdeckten Desavouierung einer erfahrenen Publizistin voll zu machen : Sekundiert von den erwartbar hämischen Belgeitmusik der SZ ( Stefan Klein : Sind so liebe Wasserbüffel , 3. 6. ) hat hier ein konzertierter Missbrauch des Themas “Burma” stattgefunden , um eine wegen “Urlaub” voraussehbar abwesnede und deshalb nur eingeschränkt satisfaktionsfähige Gegnerin gründlich zu demontieren . Was nicht heisst , dass wir in|ad|ae|qu|at nicht etwa entsetzt gewesen wären vom Courths-Mahler- Stil , in welchem Schwarzer “Authentizität” , “Betroffenheit” und abstruse politische Konzepte unrein vergor .
Die Frage wäre nur : Ist diese Selbstdemontage aus freien Stücken geschehen oder hat man den längst fälligen Esel absichtlich auf Eis geführt ? - Interessant , dass es - im Tages- Anzeiger ( Simone Meier ) wie in der SZ ( Cathrin Kahlweit ) - ausschliesslich Frauen sind , die diesen Hang zur “Selbstdemonatage” in einem weiter gefassten Kontext reflektieren .
Edit : AFi macht uns eben auf Ulrike Baureithels bemerkenswerten Essay über das “System Schwarzer” in der “woz” ( ! ) aufmerksam . Take this quote and go for it [ womit wir uns freilich schon ein ziemliches Stück weit vom ursprünglichen Thema dieses Beitrags entfernen : es lebe die Abschweifung ! ] :
Hätte die nun mit Heuchlertränen begleitete Lisa Ortgies ein bisschen in den Archiven gewühlt, wäre sie auf einen offenen Brief aus dem Jahre 1980 gestossen, in dem 32 ehemalige Mitarbeiterinnen der «Emma», darunter Christina von Braun, Christiane Ensslin, Claudia Pinl und Cillie Rentmeister, Alice Schwarzer «Respektlosigkeit» gegenüber der Arbeit ihrer Kolleginnen, Selbstherrlichkeit und Dogmatismus vorwarfen. ( …. ) Aber Alice Schwarzer ist eben mehr als irgendeine ziemlich unangenehme Chefin, mehr als eine nach «männlicher» Räson operierende Unternehmerin und mehr als eine fragwürdig urteilende Journalistin - Alice Schwarzer ist das Synonym für Feminismus made in Germany, und gäbe es so etwas für politische Marken, müsste hinter ihrem Namen das eingetragene Warenzeichen erscheinen.
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III. BLOG 4 BURMA
Während der publizistischen Kakophonie der einander überbietenden Daten , Dokumente und Dossiers in Folge des Zyklons “Nargis” ( Videos @ Daburna ) sowie der paranoiden Abwehr “westlicher” Katastrophenhilfe durch das Regime ist das Netzwerk “Blog 4 Burma” ein wenig leiser getreten : Es bedarf keiner Kopisten dessen , was in den Schlagzeilen steht . Den Bloggern aus Deutschland , Frankrecih , Spanien , aus der Schweiz und Österreich ist es eher darum zu tun , den wechselnden Moden der Berichterstattung zum Trotz standzuhalten und kontinuierlich über verschiedene Aspekte der Kultur und Politik - nicht zulezt aber auch über die Diskurse , welche in den Mainstream Media gerade kursieren - zu berichten . So erörtert Kathy die Möglichkeiten , Than Shwe wegen “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” anzuklagen .
Kathy ( en francais ) , Birmania libre ( in spanischer Sprache ) und Jonas Lanter ( auf Deutsch ) erinnern an den Geburtstag der ( noch immer unter Hausarrest stehehnden ) Dissidentin Aung San Suu Kyi am 19. Juni ( 1945 ) . Birma News united hat ein Portrait der regierungskritischen Zeitung “The Irrawaddy” in der ARD- Mediathek entdeckt sowie einen ersten Überblick über das Diskursdrama um “Alice in Burma ” zusammengestellt .
Khaipi berichtet die Verhinderung des freien Webverkehrs in seiner Heimat durch die Unterbindung von von Proxy-Servern ( leider derzeit nicht erreichbar ) , adaequat erwägt die Optionen unpolitischer Hilfe bzw. einer Humanitären Intervention . Zur Erinnerung : Breaking News über “92% Zustimmung für Verfassung nach Referendum im DDR-Style ” .
Olivier sammelt getreulich Links , Tag für Tag , und das seit fast sieben Monaten ( The real disaster in Burma , Le Myanmar prend des mesures préventives contre les catastrophes naturelles , Foreign Doctors Leave Cyclone-hit Burma en partie … ) . Und das Alles frei Haus per RSS- Feed .
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IV. LINKS
I.
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Illustration : Harn Lay ( copyright ) : “Burma Prison Art ” , The Irrawaddy
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What To Do About The Monsters Joseph Fritzl & Than Shwe ( Yebaw Day , Burma- Digest , 17. 6. 2008 )
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Kriminalfall von Amstetten ( Wiki )
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Entführung von Natascha Kampusch ( Wiki )
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Hitlers Wiedergänger : Hans Magnus Enzensberger über Saddam Hussein im Spiegel der deutschen Geschichte ( Der Spiegel 6 | 1991 , 4. 2. 1991 )
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Der Ajatollah des Westens ( Günther Nenning , DIE ZEIT, 15. 2. 1991 )
II.
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Alice in Burma ( Birma News united , 3. 6. 2008 )
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Kein Ort für Postfeminismus : Schwarzer ekelt “Emma”-Chefin raus ( taz , 31. 5. 2008 )
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Börne-Preis : Harald Schmidt ehrt das Sturmgeschütz Schwarzer ( FAZ , 6. 2. 2008 )
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Alice Schwarzer nicht zwangsprostituiert ( BILDblog. , 12. 7. 2007 )
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Warum Burma echte Freunde braucht ( Alice Schwarzer , FAZ , 1. 6. 2008 )
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Wer verantwortet Burmas Leid ? Das grösste Übel ( Michael Hanfeld , FAZ , 3. 6. 2008 )
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Alice Schwarzer : Die Plattmacherin ( Alexander Marguier , FAZ , 7. 6. 2008 )
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Burma und der Westen : Welche Hilfe für Burma ? ( Jochen Buchsteiner , FAZ , 7. 6. 2008 )
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Alice im Wunderland | Gefühliger Kitsch der Armutsverherrlichung ( Matthias Matussek , SpOn , 1. 6. 2008 )
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Schwarzers Burma- Missgriff : “Verantwortungslose Polemik” ( Thorsten Dörting , SpOn , 3. 6. 2008 )
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Alice Schwarzer über Birma : Sind so liebe Wasserbüffel ( Stefan Klein , SZ , 3. 6. 2008 )
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Die Selbstverblendung hat gesiegt ( Simone Meier , Tages- Anzeiger , 13. 6. 2008 )
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Alice Schwarzer : Allein unter Frauen ( Cathrin Kahlweit , SZ , 10. 6. 2008 )
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Alice Schwarzer - Als die Chefin vom Podest fiel ( Ulrike Baureithel , woz , 19. 6. 2008 )
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Nach acht Monaten einer in 35 materialreichen Beiträgen dokumentierten Beobachtung , Beleuchtung und Bedenken der politischen , kulturellen und humanitären Situation in Burma -
Nach acht Tagen Hochdruck- Bloggens über die weitreichenden Folgen des Zyklons “Nargis” -
Nach achtundzwanzig Wochen der vorbereitenden und begleitenden Berichte zum zynischen “Referendum” -- haben wir nun vierzehn Tage lang konsequent zum Thema geschwiegen . Und dies nicht ohne Grund . |||
EMBLEMATISCHES “STENCIL”
Ein von einem Tag auf den andern an einer Wiener Hauswand aufgetauchtes Stencil hat uns durch die Diskretion seiner semiotischen Signatur für’s Erste zum Innehalten unserer atemlosen Assemblagen von Namen und Daten und Nöten und Getöteten gebracht : In seiner fragmentarisch emblematischen Struktur der pictura ( = die plan geschwärzte Repräsentation der Landkarte ) so wie der appellativen inscriptio ( “Geteiltes Leid … ” ) blieb dieses Zeichen wohlweislich die moralisierend- erläuternde subscriptio schuldig . Man könnte auch sagen : Das unvollständige Emblem delegiert die conclusio an den Betrachter .

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KASKADEN VON NACHRICHTEN
Unsere in|ad|ae|qu|ate Konklusion bestand für’s Erste in der Einsicht , in unseren Nachtschichten keinesfalls dem internationalen Katastrophenjournalismus hinterherhecheln weder zu wollen noch zu sollen . Das Räderwerk der Agenturmeldungen , deren Presse- Ab- und Umschriften , der Betroffenen- und Korrespondentenberichte lief und läuft heute wie geschmiert : Nach Monaten des nahezu absoluten Nicht- Berichtens flatterten mit einem Mal die Meldungen , Meinungen und multimedialen Features auf wie eine schwarze Wolke aufgestörter Saatkrähen .
Bewegte und bewegende Bilder gehen , wie es heisst , um die Welt , je krasser , je besser . Unsere erste Konsequenz bestand folglich darin , die in der Hitze des Gefechts herangezogenen Fotografien von Verstorbenen nachträglich aus den Postings herauszunehmen . Vielleicht wäre es besser gewesen - überlegen wir jetzt - diese nicht kommentarlos zu eliminieren , sondern mit Hinweis auf … ( wir sparen die Worte “Pietät” und “Würde” hier absichtlich aus ) zu schwärzen ? - Allerdings wäre auch diese demonstrative “Durchstreichung” wiederum eine pathetische Geste gewesen . Weshalb wir sie hier lieber knapp und sprachlich anzeigen . |||
PATHOSFORMELN
Da wir hier keine dpa , AFP oder APA- Meldungen verfassen oder ( wie in der journalistischen Tellerwäscherzeit ) diese im Zeichen von Schlichtheit und Neutralität für die Zeitung umformulieren müssen , kommt das dem Medium des Blogs ( ebenso wie dem Genre der Glosse ) angemessene Moment des “Gefühls” ins Spiel und damit die Frage , wie dieses via Fakten- Dramaturgie und rhetorischer Inszenierung zu formulieren wäre , um beim Leser den gewünschten Effekt zu erzielen .
Jetzt tun Sie bitte mal nicht so , als wollten Sie Ihre Leser nicht - auf welche Weise immer - von den Gründen Ihrer Empörung überzeugen . Dazu benötigt auch die kühlste Argumentation eine triftige Linie . Beziehungsweise eine “Pointe” . Welche im vorliegenden Fall selbstredend eine makabere wäre .
Beliebt ist in diesem Kontext auch der rhetorische Trick des Vergleichs : Das Wort , “Nargis” sei quasi die biblisch strafende “Sintflut” für die Verbrechen Generäle , wurde oft beschworen , doch von der Wahrheit der rechtzeitig ins aridere Landesinnere ( Naypidaw ) übersiedelten Regierung fürchterlich Lügen gestraft . Nur wenige Kommentatoren haben dieses falsche , die Tatsachen auf den Kopf stellende Bild später selbst widerrufen . Auch Qualitätsfeuilletons schreiben für den Tag . Und spekulieren auf die gnädige Macht des Vergessens . |||

RHETORIK DER SUPERLATIVE
Schliesslich wurden im Diskurs der Superlative angesichts der weiter steigenden Opferzahlen und hinsichtlich der Granit- Politik der lediglich an der Erledigung des “Referendums” interessierten Regierung die MÖGLICHEN WORTE rar . Viele hatten ihr lexikalisches Kapital bereits am “Fall F.” aufgebraucht ( in der metonymischen Verkürzung auf “Amstetten” - seit Cannes kennt man ja neuerdings wieder den Begriff der “Synekdoché ” - ) .
Auch wir geben in|ad|ae| qu|at unverholen zu , dass es uns à la longue an Worten gebrach . Allerdings erhoben und erheben wir in keiner Weise den “Anspruch” , Katastrophen besonders orginell darzustellen . Dies war aber nur der eine Grund für die Einbeziehung ausführlicher Zitate aus Korrespondentenberichten , regierungskritischen Exil- Zeitungen wie “Mizzima” und “The Irrawaddy” sowie aus Blogs . Der zweite Grund bestand in der Einsicht , dass es auf unsere Ansicht nicht ankam . Sondern auf die Derjenigen , die es besser wissen . |||
NO BLOGGER’S BLOCK
Späestens aber , als die FAZ den abenteuerlichen Bericht des CNN- Reporters Dan Rivers über seine veritable Verfolgung durch die Behörden ohne explizite Quellenangabe übersetzte und damit bei vielen Lesern den Eindruck hervorrief , Rivers habe exklusiv für das Frankfurter Blatt geschrieben , ist uns für’s Erste die Lust am Zitieren vergangen . Also haben wir uns jetzt mal still gestellt . Was keinem ( einer Schreibblockade | Writer’s Block analogen ) “Blogger’s Block” gleichkommt .
Es ist ja nicht so , dass innerhalb des Netzwerks “Blog 4 Burma” nicht schon handfeste Sinnkrisen hinsichtlich eines “Weiterschreibens trotz Meldungssteppe” zu diskutieren waren . Oder höchst kontroverse Auffassungen der Form des Bloggens bzw. der “Inszenierung” . Also bedeutet eine zeitweilige Stille an dieser Stelle weder eine Minderung unseres Interesses an Burma , noch eine Schwäche des Netzwerk- Projekts . Speziell unsere französischen und spanischen Kollegen haben unermüdlich weiter berichtet , sodass der Feed seit Anfang Mai über 100 - zum Teil ausgreifende - Beiträge lieferte .
“Lotta continua” hiesse demnach : Den Kampf wieder und weiter und wieder zu führen - gegen das träge , uninspirierte und desorganisierte Selbst . Auch wenn “wahrscheinlich wieder kein Schwein” hinsieht ( F. K. Waechter ) . |||

BLOG 4 BURMA
Seit Oktober 2007 berichten wir in|ad|ae|qu|at über Burma . Ende Oktober | Anfang November hat sich ein von Anfang an internationales Netzwerk “Blog 4 Burma” konstituiert . Mittlerweile berichten Blogger aus Deutschland , Frankreich , Spanien , Andorra , Österreich , ein Schweizer Reisender und ein in Deutschland lebender Exilburmese . Sämtliche Postings fliessen in einem gemeinsamen RSS- Feed zusammen .
Dessen jüngste Nachricht stammt von Kathy , die den gestern referierten Artikel des Politikwissenschafters Rony Brauman heute Nacht noch einmal ge- updatet hat, geupdatet hat und am Samstag das gesamte Land zur “Death Row” erklärte : “Birmanie, un pays carcéral avec peine de mort collective” . An selber Quelle sind auch umfasende Überlegungen darüber zu lesen , ob sich die Junta des “Verbrechens gegen die Menschlichkeit” schuldig ( ge ) macht ( habe ) , während adaequat seinerseits die Gretchenfage stellt : “Unpolitische Hilfe oder Humanitäre Intervention ?” -
Jonas Lanter berichtet von den potemkinschen Dörfern , in die man den UN- Generalsekretär führte . Birma News United hat die Chronik des Zyklons “Nargis” endgültig rekapituliert , womit auch die absichtliche Desinformation der Bevölkerung seitens der Behörden zur Sprache kommt . Birmania libre liefert ein Video zur zweiten , in den schlimmst betroffenen Zonen um zwei Wochen gestundeten , Tranche des “Referendums” . Letzteres hat freilich wenig an News Headquarters Befund geändert : “92% Zustimmung für Verfassung nach Referendum im DDR-Style” . Grundsätzliches hat khaipi , selbst Angehöriger der Volksgruppe der Chin , zum Text des “Referendums” zu bemerken . Unser Video- Spezialist Daburna kompiliert eine förmliche “Nachrichtensendung” aus verschiedenen Quellen ( u. a. dem Myanmar’schen Staats- TV ) . Und Olivier bringt täglich praktikable Linklisten .
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related articles @ in|ad|ae|qu|at
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Blog 4 Burma, Bomben, Burma, Death Toll, Hilfsgüter, International Red Cross, Manipulation, Myanmar, Nargis, obstruction, propaganda, Referendum, Than Shwe, UN, UNHCR, World Food Program||| MONTAG : ENDE DER BLOCKADE VON HILFSLIEFERUNGEN | HILFSKRISE - OBSTRUKTIONEN | HUNGER- UNRUHEN ? - DEATH TOLL | MONTAG : MEHR VON DER SCHEINWAHL | BLOGGER INTERNATIONAL
MONTAG :VORERST ENDE DER BLOCKADE VON HILFSLIEFERUNGEN
Nun, da das Konstitutionsreferendum - respektive : die abgefeimte Farce der Regierung - buchstäblich “im Kasten” ist , dürfen die Hilfskonvoys der Vereinten Nationen sowie diverser humanitärer Organisationen zu Wasser und via Flieger per Montag endlich anrücken . Wie sich Junta verhalten wird , wenn am 24. Mai die 47 unmittelbar von den Auswirkungen des Zyklons “Nargis” und der Überflutungen betroffenen Bezirke “zur Urne gebeten werden” , bleibt unklar .
Vorerst konzentriert sich die Berichterstattung am 11. 5. vollständig auf die für Montag bewilligte erwartete Hilfe . Während die lokalen Mitarbeiter des “Wolrd Food Program” am Sonntag in die Krisengebiete vordrangen , um einen Teil der am Freitag eingelangten 38 Tonnen “high-energy biscuits” - sie sollen 95.000 Personen mit Ersten Rationen versehen - zu verteilen , wurden am Samstag Bauteile und Generatoren von Phnom Penh her eingeflogen . “Bereits” Samstag sollen über 27.000 Menschen im Rangoon- Gebiet sowie im Irrawaddy- Delta mit Nahrungsmitteln des “WFP” versorgt worden sein .
Samstag ist auch ein Land- Konvoy des UNHCR via Thailand in Burma eingetroffen ( “emergency supplies – including tents and plastic sheeting for some 10,000 people” ) , der sich langsam in die Krisengebiete vorarbeitet . Immerhin hatten die “officials” an der an zu Wochenenden üblicherweise geschlosssenen Thai- Burma- Grenze mit sich verhandeln lassen … von Störmassnahmen seitens der inwieweit die Junta , sorglich bedacht , fremde Hilfskräfte und Logistik draussen zu halten , wurde bislang nichts bekannt.
Tropfen auf den heissen Stein , die der sensationslüsternen Tagespresse ebenso wenig Schlagzeilen wert sein wird wie der - offenbar grösstenteils nicht wesentlich anders zu mobilisierenden - Kommunität der Blogger . “Only Bad News are Good News” : Nur Katastrophen und Skandale generieren Klickziffern und Aufmerksamkeit .
Da macht sich der Untergang eines Rot- Kreuz- Schiffes am Sonntag schon wesentlich besser ( Reuters , Irrawaddy , Mizzima , SpOn ) :
The boat carrying relief supplies for more than 1,000 people was believed to have hit a submerged tree trunk in the Irrawaddy Delta and started taking on water, an IFRC official in Bangkok ( … ) . The accident highlighted the enormous logistical difficulties of delivering aid to the estimated 1.5 million cyclone survivors in need of food, shelter and medicine, with roads washed away and much of the delta turned to swampland.
The reclusive military government has thrown up other obstacles on top of that, saying it will accept foreign aid but not the foreign logistics teams needed to transport the aid into the inundated delta. ( Reuters )
Einer Reuters- Meldung von Montag Abend zufolge sei bis Mittwoch mit der Lieferung von 1.500 Tonnen Reis auf dem französischen Kriegsschiff “Mistral” zu rechnen . Der Reis soll allerdings nicht etwa - wie dies bisher geschah - den Regierungskräften ausgeliefert werden , sondern höchstselbst von der eigenen Crew bzw. den im Lande zuhandenen NGOs .
NZZ am Sonntag sowie die Montagsausgabe der NYT berichtet von der Landung dreier Flugzeuge des “International Red Cross and Red Crescent Movement” mit insgesamt 14 Tonnen “shelter materials” sowie vom ersten , für Montag gestatteten Hilfsflug der USA . |||
HILFSKRISE - OBSTRUKTIONEN

Die in ihrer heutigen ( Montag ) Ausgabe berichtet die NYT von der Groteske , dass in Rangoon zwei Schiffslieferungen Reis zur Lieferung nach Malaysia und Singapur beladen wurden …
In the port at Yangon, shipments of rice were being loaded onto two freighters bound for Malaysia and Singapore, apparently as part of a pre-existing contract. Nearby, another ship was being loaded with rice bound for the Irrawaddy Delta, which bore the brunt of the storm.
… sowie von fortgesetzten Konfiskationen ( Bangkok Post ) und Obstruktionen :
Authorities were also reported to be confiscating aid from local Burmese residents who try to donate supplies to victims, one resident said in an e-mail message. In one case, a group of people on their way to distribute small personal donations on the outskirts of Yangon was stopped by district security forces, the resident said. They were told they could only distribute aid through the security forces. In another case, the resident said, security forces confiscated the car of a woman who was on her way to deliver sacks of rice to victims outside the city.
In the less-devastated areas, the military junta was focused on a constitutional referendum on Saturday intended to cement its power after a campaign of intimidation, even as it continued to restrict foreign aid shipments. No preliminary results had been announced by late Sunday morning, but the state-run media said the voting had proceeded without incident. ( NYT + NYT- Video )
Die NZZ rapportiert am Sonntag , dass Schweizer Hilfskräfte noch immer ohne Visa in Bangkok festsitzen , BBC bringt ein Video zur Hilfskrise und zitiert den britischen Aussenminister David Miliband mit einer Äusserung über die Mitschuld des Regimes an der humanitären Katastrophe :
A natural disaster is turning into a humanitarian catastrophe of genuinely epic proportions in significant part because of what I would describe as the malign neglect of the regime,” he told the BBC. His comments came as fresh video footage emerged of the extent of the suffering in the wake of the disaster, with the corpses of children shown lined up in a makeshift morgue. ( BBC + Video )
Nach wie vor sind viele Bewohner etwa aus der Gegend von Rangoon der Hilfsgüter lediglich via TV ansichtig geworden . |||
HUNGER- UNRUHEN ? - DEATH TOLL
Neuesten U.N.- Angaben zufolge kämpfen derzeit zwischen 1,2 bis 1,9 Millionen Menschen in den überfluteten Gebieten ums blanke Überleben . Wieder wird die Sorge um mögliche Hunger- Unruhen laut :
“Given the gravity of the situation including the lack of food and water, some partners have reported fears for security, and violent behavior in the most severely afflicted areas,” the United Nations Office for Coordination of Humanitarian Affairs said. ( Reuters , Monday Evening )
220.000 gelten als vermisst , die mögliche “Death Toll” wurde mittlerweile auf 102.000 nach oben korrigiert . Das staatliche Fernsehen referiert von all dem jeweils nur ein Zehntel . Sonntag abend gab man dort das Bulletin von 28.458 Toten aus und von 33.416 Vermissten . Immerhin ist man von der über lange Tage stur beibehaltenen Marke der “22.500″ Toten abgerückt . |||
MONTAG : MEHR VON DER SCHEINWAHL

( Generalissimus Than Shwe höchstpersönlich )
Laut staatlicher Progaganda ging am “Black Saturday” ( Irrawaddy ) alles glatt und zähle die Stimmen nun nach Treu’ und Gewissen :
“The New Light of Myanmar”, the junta’s main mouthpiece, said officials were “systematically and accurately” counting the ballots, but did not say when results would be released. The balloting has been delayed by two weeks in the worst-hit areas, including Yangon, the former capital. - There is little doubt about the final result on an army-drafted constitution after propaganda campaign by the junta urging people to vote “Yes”. ( Reuters , Monday Evening )
Und SpOn ergänzt - man erinnere sich an die gestern festgestellte flaue Wahlbeteiligung -
Es sind Jubelarien, die die Staatszeitung von Burma verbreitet: Bei dem umstrittenen Verfassungsreferendum habe es eine “massive Wahlbeteiligung” gegeben, meldete “New Light of Myanmar” am heutigen Sonntag. Die Öffnungszeiten der Wahllokale seien an einigen Orten sogar verlängert worden, damit alle Bürger ihre Stimme abgegeben konnten. “Das Referendum war von Erfolg gekrönt.” ( SpOn )
Der übrige Rapport von Einschüchterungen der Wähler , ja offener Fälschung fügt unserem gestrigen Bericht nichts Nennennswertes hinzu .
Absurde Szenen sind aus dem Mon- Staat zu vernehmen :
Residents in Mon State were cheated and threatened to mark ‘Yes’ vote for approving the draft constitution yesterday. According to Mudon resident, Most people were afraid to go to cast No vote because of threats by the authorities and USDA members. They voted the draft constitution for “Yes’ against their will.
She said “the authorities put the box of ‘No’ in inside poll station, but they set ‘Yes’ box just outside, where everybody can see the poll. So people were afraid of entering inside the room where the box of ‘No’ is set.” At the poll station, the security guards were watching the civilians with gun and the government servants are put to monitor the people’s votes. ( Mon News Agency )
Die Regierungsseite “Welcome to The golden Land - The ultimate guide to Mynmar” ist noch immer am Stuo quo vor “Nargis” eingefroren , auch die Webseite des staatlichen Fernsehens kündet noch stolz von einer “Press Conference On Economic Growth of Myanmar” ….
Von ersten Ergebnissen und weiteren Fälschungen berichtet Mizzima News , trotz Protesten der NLD macht man sich keine Illusionen , dass sich die Herren im fernen Naypyidaw diese - plus die Ergebnisse der in den Katastrophengebieten postponierten Wahl - nach ihrem Goût richten . Schon jetzt weiss die Bangkok Post von nahezu 100 % Zustimmung zu berichten … |||
BLOGGER INTERNATIONAL

Ob man ein Regime per Invasion zur Annahme hunamitärer Hilfe zwingen könne , debattieren US- Blogger . Burmesische Blogger berichten von Gerüchten in Naypyidaw , die Regierungsburg könnte von U.S.- Streikräften bombardiert werden :
Some of the residents ( … ) and civil servants have been seen leaving the city. The source of the anxiety ? A deathly pale General Than Shwe who was seen casting his vote on National Television at his first public appearance in serveral days. He was said to have looked so ill that he could barely walk. This had led the civil servants to conclude that he was hysterical about an impending attack by the US armed forces, one civil servant reportedly said. He himself had left Naypyidaw for his safety. In Naypyidaw though, there are nightly parties giving the impression that everything was normal.
People have taken to comparing the current situation to that of the era when Burma was invaded by the British. Prior to the invasion, King Sibaw, the last king of Burma, ordered his advisors killed; they had warned him of the invasion. Instead of planning a defence, he had then arranged for parties and festivals in order to distract the population. Shortly after, Burma fell to the British.
In Deutschland bescheidet man sich mit den üblichen Aufrufen , auf Remniszenzen an die internationale Oktober- Aktion FREE BURMA . In deutschsprachigen Landen muss es halt schnell gehen : “Recherche” abseits der eigenen Treffer- Optimierung findet sich selten . |||
BLOG 4 BURMA

Auch über die Feiertage hinweg berichten die Blooger des internationalen Netzwerks “Blog 4 Burma” täglich : “Referéndum : el fraude” , heisst es @ Birmania libre , Kathy mokiert sich über die laut offiziellen Communiqués “participation massive au référendum” und Jonas Lanter dreht das oben zitierte Gerüch in folgender Weise um : “Ausländische Helis und Flugzeuge sollen abgeschossen werden !!” . Aus einem paranoiden System gibt es , wie man sieht , nicht nur kein Entrinnen , sondern die Paranoia tendiert dazu , sich wie eine ansteckende Krankheit auszubreiten . Und Olivier rekabituliert wie stets die Links . Dies und mehr per RSS- Feed frei Haus .
in|ad|ae|qu|ats mittlerweile 35 eigene Artikel finden sich hier . |||
Blog 4 Burma, Burma, Death Toll, Hilfsgüter, horrific crime, Manipulation, Myanmar, Nargis, Referendum, Smell of Death and Destruction, UN||| PERVERSE VERSCHRÄNKUNG VON TOD UND LEBEN | STILLHALTEN DER INTERNATIONALEN - JINGLES IM STAATS- TV | KEIN AUFSTAND , NIRGENDS ? | DEATH TOLL
PERVERSE VERSCHRÄNKUNG VON TOD UND LEBEN
Während die Leichen Ungezählter im Brackwasser der Überschwemmung treiben ( NYT ) , zieht die Administration beinhart ihr Votum durch . Wo es dem Leben am Allernötigsten mangelt , lässt sich der unexquisite Korpus eine überalteten und in 46 Jahren diktatorischer Macht petrifiziertes Regime per Referendum und mit grossem Aufwand künstlich beatmen . “The contrast between the slow pace of relief and the speed with which the regime has resumed its intimidation of opponents has not passed unnoticed” , merkt die “Democratic Voice of Burma” trocken an .
Belohnt wird das Volk , das keine Wahl hat , für den Urnengang mit Goodies vom Generalissimus : Sorgfältig wurde bei Hilfsgütern aus Thailand deren Absenderkennung mit einem Gütigen Gruss des Generalissimus Than Shwe Überklebt ( abc- news / AP , ORF - via , SpOn ) . Vermutungen machen die Runde , das Regime wolle sich durch den Verlauf der frei Haus angelieferten Hilfsgüter sogar noch bereichern ( SpOn ) .
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STILLHALTEN DER INTERNATIONALEN GEMEINSCHAFT - JINGLES IM STAATS- TV

Beobachter wie das offizielle Amerika pressen mittlerweile die Lippen zusammen : Hauptsache , die für den Nachwahl- Montag endlich gewährte Landeerlaubnis für einen ( einzigen ! ) Hilfsflieger möge halten und womöglich als “Eisbrecher” fungieren : Schweren Herzens hat sich die UN - gebunden an einen früheren Beschluss - enthalten , In die “interiour affairs” eines “friedlichen” Landes zu intervenieren .
The generals’ fear that an influx of foreigners could contaminate the process was given full vent late last week when a war of words broke out between the Burmese regime, rumoured to be engaged in its own internal power struggle, and the international community led by the United Nations. Frustration rose as visas were refused to aid experts while people went without water, food and shelter. ( Guardian )
Von den seitens vieler Beobachter erwarteten Hunger- Unruhen oder gar eines durch die Menschen verachtenden Umstände des Referendums getriggerten Aufstandes ist bislang nichts zu vernehmen .
Though nervous voters were under orders to vote “yes” to a constitution that will enshrine a dominant role for the ruling military, it was the first real election in the former Burma in nearly two decades. Army-controlled MRTV ran a final Burmese-style “get the vote out” propaganda blitz featuring jaunty actresses singing “Let’s go voting” and “Come along for voting” to a boppy disco beat.
While the junta relentlessly focused on the poll, thousands of survivors of the cyclone that hammered Myanmar a week ago waited for food, medicine and shelter. ( Reuters )
Das “National Coalition Government of the Union of Burma” hat sich als demokratische “Exilregierung” per Pressemeldung ( pdf ) am Freitag gemeldet und seiner Enttäuschung und Missbilligung über den “the Burmese generals’ total disregard for human suffering” Ausdruck verliehen . Die Meldung schliesst mit einem dringenden Appell an die Vereinten Nationen , die Bemühungen um materielle und humanitäre Hilfe weiterzutreiben . |||
KEIN AUFSTAND , NIRGENDS ?

Im Gegenteil berichtet die Reporter der NYT von einer eher defensiven Stimmung in der Bevölkerung . Das Prinzip “Teile und Herrsche” bewährt sich in den Tausenden der genau überwachten Wahlsprengel . Und im Vorab- Erledigen etlicher Bezirke , sowie des “preballoting” der Zivilbeamten und des Militärs . Die BBC hat einzelne Wähler befragt und dokumentiert damit gleichzeitig handfeste “Unregelmässigkeiten” , die kein Kenner der Lage als Einzelfälle abtun wird . Eine Stimme aus der verschont Retortenstadt Naypyidaw ( wohin die Regierung vor einem Jahr aus dem nun überfluteten Rangoon übersiedelt war ) :
The people in charge of the polling booths were shouting at people and telling them only to tick “yes”. They were instructing people to do just as they ask. People looked frightened to vote or ask the polling officers. There are police at the entrance gate. The authorities have said this is for security but it seems to frighten the people who come to the polling booth. ( BBC )
Deutlicher wird der regierungskritische “Irrawaddy” und rapportiert “Massive cheating” : Ausfüllen der Stimmzettel unter den Augen von Chargen der Regierung , Heimsuchung von Wahlabstinenten , Einschüchterung und anderes Formen der “Produktion von Zustimmung” :
The cheating and intimidation observed on Saturday confirmed claims by human rights activists and western governments that the referendum would be a sham and neither free nor fair. The regime had used both intimidation and vote-buying to assure itself of a “Yes” vote and would predictably resort to vote-rigging if it lost, observers said. Widespread rumors say the results have already been fixed to deliver an 84.6 percent vote in favor of the charter, an AP report said. ( Irrawaddy )
Ziemlich sonderbare Dinge berichtet auch “Mizzima” : Wahlzettel seien namentlich ohne Wissen der Wahlberechtigten ( von wem ? ) “in advance” ausgefüllt worden und die Wahlwilligen un- bzw. von fremder Hand verrichteter Dinge wieder heimgeschickt :
With polling stations open from 6 a.m, to 4 p.m, Burmese people on Saturday tasted a sense of democracy for the first time in 18 years, but several voters said the polls were just a show and that the results have long been determined by the ruling generals. While voters cast their ballots across Burma Saturday, except in cyclone-hit areas, many feared their votes would make no difference as the ruling junta has already collected many votes in advance.
In an interview with voters in Mandalay, Burma’s second largest city, several voters said they were turned away by the polling station officer, who said their votes had previously been collected. - “I did not know that my vote had been collected in advance until I arrived at the polling station, where the station officer told me,” a woman told Mizzima. - “I did not get a chance to vote,” she added.
“It is a crime,” to turn voters away from the polling booths and tell them that their votes have been collected in advance, David Scott Mathieson, Burma consultant for Human Rights Watch, said. ( Mizzima )
Weitere Beobachtungen und Zeugnisse sind bei der “Democratic Voice of Burma” einzusehen . Selbstredend war von eventuellen Ergebnissen bislang kein Deut zu vernehmen . Sämtliche Wahlzettel sollen nach Naypyidaw transferiert und dort zentral
präpariertausgezählt werden . Aus dieser Trutzburg der Generäle werden dann - in zirka zwei Wochen - die Resultate verlauten ( Yahoo news / AP ) . |||DEATH TOLL
Lokale Beobachter gehen mittlerweile von bis zu 400.000 Toten aus : In Ermangelung rezenter demographischer Daten sowie der unglaubwürig untertriebenen Angaben der Regierung bleibt freilich jede Ziffer pure Spekulation ( SpOn ) .
Yesterday ( = 10. 5. , czz ) Andrew Kirkwood, country director for Save the Children in Burma, took a helicopter trip over the area to assess the damage. ‘It gave me a sense of the scale, the massive scale of the devastation. The death toll is a confusing issue. On Friday I checked figures collated by the UN and put it at 216,000 dead, but today I spoke to someone with a knowledge of this area who was talking about 400,000. It doesn’t help that there hasn’t been a census in these areas since 1983.’ ( Guardian )
Während sich “The Smell of Death and Destruction” ( Irrawaddy ) über Burma erhebt , spricht ein Editorial der “Washington Post” von einem
horrific crime [ that ] is being carried out by the clique of generals that rules Burma, with the world as witness .
Dem ist wenig hinzuzufügen . |||

BLOG 4 BURMA
Seit sieben Monaten berichtet das unabhängige Netzwerk “Blog 4 Burma” über aktuelle Ereignisse , aber auch über deren Hintergründe . In dieser Zeit wurde natürlich eine ausgezeichnete Quellensammlung aufgebaut sowie durch die unterschiedlichen Charaktere und Interesen der beteiligten Blogger aus Deutschland , Österreich , Frankreich , Spanien und Andorra sehr diverse Aspekte der aktuellen , historischen , demographischen und kulturellen Situation in Burma ausgeleuchtet . Die per RSS- Feed gesammelten Postings ergeben - dies lässt sich ohne selbstgefällige Prätention behaupten - mittlerweile schon fast eine Art Burma- Lexikon . Während adaequat den realen Wahnsinn anprangert , liefert Kathy wieder zwei geradezu enzyklopädische Beiträge . Olivier präsentiert wie stets aktuelle Links . |||
Avaaz.org, Blog 4 Burma, Burma, Burma News International, Death Toll, Forecast, Hilfsgüter, Meteorologie, Myanmar, Nargis, politik der verbrannten erde, Referendum, Than Shwe, UN, Very Severe Cyclonic Storm Nargis, World Food Program||| NEUROTISCHE KONTROLLE | UNTERLASSUNGSSÜNDEN IM “AFTER” - ABER AUCH “BEFORE” | DEATH TOLL - FORCED POLL

NEUROTISCHE KONTROLLE
Gebannt in der neurotischen Illusion , die Kontrolle im devastierten Land zu bewahren , verweigert die Junta jedwede Hilfe der “westlichen Welt” . US- Hilfsfliegern wird keine Landeerlaubnis erteilt , UN- und World- Food- Program- Mitarbeitern die Einreise verweigert . Bisher eingelangte Güter ( zur Wasseraufbereitung , Malariaprophylaxe , Grundnahrungsmittel ) wurden beschlagnahmt . Was es im Lande genau braucht , listet ein UN- Flash Appeal haarklein auf . Internationale Beobachter rapportieren die Spekulation , die Administration würde Hilfsgüter als Gegengabe für ein “YES”- Votum beim Referendum horten .
Quellen :
-
Al Jazeera- Video @ ko-htike
Hilfslieferungen und Access wird lediglich ASEAN- Kontraktstaaten wie Indien und Thailand gewährt . Nach neuesten Nachrichten ( Reuters ) wurde der UN ein Lieferflug für Montag gewährt - und auch die Vereinten Nationen stellen sich darauf ein , die Güter trotz möglicher Beschlagnahmung zu senden .
Die Verantwortlichen der ausländischen regierungsunabhängigen Hilfswerke in Rangun wurden …. von der Regierung zu einem Rapport aufgeboten. Dort wurde ihnen gesagt, dass sie nicht aufs Land hinausgehen dürften. Die Hilfe im Land draussen werde von der Regierung koordiniert; Hilfsgelder seien an die Regierung zu überweisen. ( NZZ )
Die Dynastien der seit 1962 regierenden Generäle fürchten die Präsenz “fremder” Kräfte im Lande wie der Teufel das Weihwassser : Eher ist man bereit , einige Tausend Menschenleben im eigenen Land hinzugeben als den zementierten Status Quo der “Macht” zu gefährden . Wenn überhaupt noch zu wissen ist , was “Macht” bedeutet in einem von einer brutalen Katastrophe in völlige Wirrniss gestürzten Gebiet . Das ist nichts weniger als eine “Politik der verbrannten Erde” mit anderen Mitteln .
Generalissimus Than Shwe soll höchstpersönlich die seitens seiner eigenen Offiziere vorgelegten Vorschläge zur Opferhilfe vom Tisch gewischt haben : Wichtiger sei die “Sicherung” des Referendums . Woher und “Why” , fragt die BBC , “this extraordinary intransigence, this refusal to respond to pleas for greater co-operation with the international community ?”
Reading the minds of the top generals, who decide pretty much everything in Burma, is pure guesswork. We know they are superstitious men, of limited education, and minimal exposure to the outside world. They have lived entirely inside an army that wields unchallenged power over civilians, and which sees itself as endlessly fighting enemies bent on destroying the unity of the country. ( BBC ) |||
UNTERLASSUNGSSÜNDEN IM “AFTER” - ABER AUCH “BEFORE”
Quelle : TSR NargisWenn die Millionenstadt Rangoon auch sechs Tage nach dem Zyklon “Nargis” im Chaos versinkt ( das zu Aufräumungsarbeiten eingesetzte Militär besorgte zunächst die Strassen und Viertel der Generale , Lautsprecherwagen rufen die Bevölkerung auf , sich um die “clearance” ihrer Quartiere selber zu kümmern , The Irrawaddy ) , Lebensmittel ebenso rar sind wie Treibstoff ( für Stromgeneratoren , Pumpen , Lastwagentransporte ) , dann liegen die Versäumnisse nicht nur im Handlungsnotstand DANACH:
Andreas Fischer ( Birma News United ) hat die “Geschichte” des Sturms , den die Region Indien - Bangladesh - Burma tagelang bang beobachtete , haarklein rekapituliert . Spätestens vier Tage , bevor der Zyklon schliesslich an den Küsten Burmas auftreffen sollte , stand die Region in akutem Alarm : Mit jedem von Westen her verschonten Quadratkilometer , mit jeder Stunde , mit jedem Tag wuchs die wissbare Wahrscheinschlichkeit , die Katastrophe würde Myanmar treffen . Am Donnerstag , 30 . 4. ( = Tag zwei “before” ) wird dieses Wissen explizit :
Unter Berufung auf das The India Meteorological Department (IMD) und das Asian Disaster Preparedness Centre (ADPC) schreibt Hindu Business Line: “Nargis is likely to undergo another round of intensification and move in an east-northeasterly direction to cross the Myanmar on Saturday night…..The multi-hazard early warning system (EWS) at the Asian Disaster Preparedness Centre (ADPC) here has said Nargis is likely to slam down on the southern Myanmar coast around 7.30 p.m. on Saturday, according to forecasts generated through simulation runs.” ( Birma News United)
Wie burmesische Blogger berichten , lauteten die Wetterberichte in den staatlichen Zeitungen derweil auf “eher unbedenklich” : “the storm would not be devastating and the wind would be only 40-45 miles per hour” . Tatsächlich sollten sich die Spitzengeschwindigkeiten des Zyklons dann allerdings auf eine Stärke des mehr als die Doppelten bis fast Dreieinhalbfachen belaufen : 105 bis 135 mph ( 165 bis 215 km/h ) .
Freilich ist die Frage , wie eines der ärmsten Länder der Welt präventiv dem “Very Severe Cyclonic Storm Nargis” ( Wikipedia : “This article documents a current event. Information may change rapidly as the event progresses” ) PRÄVENTIV hätte begegnen können | sollen , ex post und unter Umständen akuten Handlungsbedarfs vor Allem dies : fürchterlich müssig . |||
DEATH TOLL - FORCED POLL
Derweil die UN von mittlerweile 1,5 Millionen Betroffenen und mindestens 100.000 Toten ausgeht , haben die offiziellen Stellen die “Death Toll” bei den bekannten 22.000 eingefroren .
Samstag soll das “Referendum” wie geplant abgehalten werden . Ausnahmen bilden die unmittelbar devastierten Gebiete ( Verschiebung auf 24. 5 ) - in vielen der kleinteilig organisierten Wahlsprengel wurde die Volksbefragung bereits im Vorhinein durchgezogen , ja man macht sich sogar noch Mühe , VOTE YES- Aktivisten festzunehmen ( Narinjara News )
State-run TV news repeated Friday’s broadcasts urging people to vote, making no mention of the estimated 1.5 million victims of the cyclone without food and shelter or tens of thousands killed and missing in the vicious storm that struck a week ago. - “Those who value the national well-being should go and vote YES ,” MRTV said in a scrolling headline on the screen. ( Reuters)
Jerry Lagan fasst die Ergebnisse einer nichtrepräsentativen Befragung von 2.000 Wählern durch das unabhängige Netzwerk “Burma News International” ( BNI ) wie folgt zusammen . Anzumerken ist , dass die Befragung vor “Nargis” geschah :
Almost seven out of ten interviewed said they had no idea what was in the constitution. One in four voters had still to make up their minds which way they would vote. So, despite the regime’s intensive propaganda campaign there remains a significant number of undecided voters. Of those who said they would vote, more than two-thirds said they would vote no. Around one in ten said they intended to vote yes. Soldiers were most likely to vote yes - at a ratio of 2 to 1 - while government employees were almost evenly divided between yes and no votes.
Students, teachers, farmers, journalists and housewives overwhelmingly said they intended to reject the constitution. Housewives, shopkeepers, business people and traders were most undecided about which way to vote - 1 in 3 had yet to make up their minds.
The ‘no’ vote was also strongest in the areas that had large populations of ethnic minorities - Chin, Kachin, Karen, Karenni, Mon and Shan states - where well over 80 percent were going to vote against the constitution. ( IPS )
Die heutigen Ausgaben des Irrawaddy und der Mizzima News sind ausschliesslich den Berichten zum Referendum , zur Volksnot und Internationalen Hilfspolitik gewidmet .
Wie wählen in einem Land , in welchem sich das Leichengift Tausender im buchstäblichsten Sinne des Wortes stündlich weiter verbreitet ? ( The Irrawaddy , taz , Burmese Bloggers without Borders [ "Be warned : Graphic pictures" ] )
Wie wählen in einem Land , in welchem ein Sack Reis mittlerweile einen durchschnittlichen Monatslohn kostet , Reiskulturen auf Jahre zerstört wurden ? ( NZZ Online / ap , The Irrawaddy )
Wie wählen in einem Land , dessen Regierung den eigenen Parolen vom “Volkswohl” Hohn spottet ?
Wie wählen …. ? - Die rhetorische Frage erübrigt sich :
Es gibt keine Wahl . Keiner hat eine . Nicht an der Urne . Nicht ums Überleben . |||

BLOG 4 BURMA
Mehrere der dem internationalen Netzwerk assoziierten Blogs weisen auf den CALL FOR SUPPORT der Menschenrechts- NGO Avaaz.org hin . Dies soll nun auch in deutscher Sprache geschehen . Die exzeptionelle “Chronik eines angekündigten Zyklons” @ Birma News United sei noch einmal hervorgehoben . Kathy berichtet unermüdlich in französischer Sprache , mitunter fehlen allerdings auch ihr die Worte . Birmania libre begrüsst den heutigen Wahltag mit der Adresse : “Dictador : hoy es tu gran día” . Jonas Lanter über “Die Katastrophe nach der Katastrophe” . Und Olivier mit seinem Link- Journal . Dies und mehr per RSS- Feed , täglich . |||
N. B.
Und siehe da : Eben erwacht die “Burma”- Idee mal wieder in deutschen Blogs . |||
Aerzte ohne Grenzen, Blog 4 Burma, Burma, Doctors without Borders, donations, flood detection, ICRC, maps, Médecins Sans Frontières, MODIS, Myanmar, Nargis, NASA, Population, Rangoon, Spenden, UNICEF, UNOSAT, Yangon, Zyklon||| …. oder von unserer Unfähigkeit , uns eine Vorstellung zu machen : Die UNOSAT- Karten wurden ursprünglich im DIN- A3 erstellt , hier sind sie in Form von Thumbnails zuhanden ( also : Bild klicken und des in diesem Medium Grösstmöglichen ansichtig werden ) . -
Der ursprüngliche Text des heutigen Tages wurde verworfen : Was wäre zum Unsäglichen … noch zu sagen ?
ESTIMATED TOTAL POPULATION LIVING WITHIN FLOOD- AFFECTED AREAS , MYANMAR
This map provides an estimate of those potentially- affected people living directly within flooded areas of southern Myanmar. Red areas shown in the map represent standing flood waters identified from MODIS satellite imagery acquired on 5 May 2008 at a spatial resolution of 250m. Population estimates have been aggregated by township using the LandScan 2005 database. This flood detection is a preliminary analysis & has not yet been validated in the field. - Flood Analysis : UNOSAT ( 5 May 2008 ) | Map Production : UNOSAT ( 6 May 2008 )
FLOOD ASSESSMENT FOR CYCLONE AFFECTED YANGON CAPITAL AREA , MYANMAR
This map illustrates satellite- detected flood waters over the affected Yangon capital area, Myanmar as of 5 May 2008. Red areas shown in the map represent standing flood waters identified from MODIS satellite imagery acquired on 5 May 2008 at a spatial resolution of 250m. Flooded area estimates by township have been calculated in km2. Please note: township data is incomplete in coverage. This flood detection is a preliminary analysis & has not yet been validated in the field. - Map Production : UNOSAT ( 5 May 2008 ) |||
BLOG 4 BURMA
Via Netzwerk BLOG 4 BURMA wurden Hilfsadressen ermittelt : Khaipi gibt die Daten zur UNICEF-Hilfe , Adaequat zu CARE sowie dem Österreichischen Arbeiter- Samariter Bund . Für UNICEF kann man jetzt auch direkt via Google spenden , Zweckbindung “für Myanmar und andere” garantiert auch die deutsche Organisation der “Ärzte ohne Grenzen” bzw. deren Schwester “Médecins Sans Frontières | Doctors without Borders” ( Donate ) , auch das Rote Kreuz ( international ICRC : “ready to assist in Myanmar” ) bietet die Möglichkeit einer online donation . Stay tuned via RSS- Feed . |||
Aufmerksamkeitsökonomie, Blog 4 Burma, Blogism, Burma, Divine Intervention, Inkompetenz, Insein, Militär, Myanmar, Nargis, presse, Referendum, Reporter ohne Grenzen, Samak Sundaravej, WHO, World Food Program, Zyklon||| MEDIEN INTERESSE : NIE VS. IMMER | FAKTEN , PHRASEN , FRAGEN | BLOG 4 BURMA
MEDIEN INTERESSE : NIE VS. IMMER
Noch eine knappe Woche vor dem unter politisch katastrophalen Bedingungen inszenierten “Referendum” über den Entwurf einer “Verfassung” , welche die bestehenden Militär- Machtverhältnisse auch noch rechtlich betoniert hätte , waren Land und Thema kaum einem deutschsprachigen Medium auch nur eine Zeile wert . Ein Gleiches galt für die sich so selbstbestimmt dünkende Szene der Blogger . Da braucht es schon eine Naturkatastrophe , um wieder mal richtig für Wirbel zu sorgen . Sonderbarer Weise sind es nun die sogenannten “Netzaktivisten” , denen der Zyklon “Nargis” und dessen apokalyptische Aspekte kein Sterbenswörtlein entlockt . |||
FAKTEN , PHRASEN , FRAGEN

- An die 22.500 Tote , 41.000 Vermisste ( offizielle Angaben , Stand 6. 5. Abend , NYT / Reuters / BBC Burmese )
- Nach Angaben des “World Food Program” könnten die Folgen des Zyklons - Mangel von Wasser , Lebensmitteln und medizinischer Versorgung - noch weitaus schlimmere Verheerungen anrichten ( Malaria ) . Das staatliche TV zeigt Bilder von Lastwagen , von denen aus Wasser an die Bevölkerung Rangoons verteilt wird : Solche Szenen können von Augenzeugen vor Ort nicht bestätigt werden . ( Stand , Stand 6. 5. Abend , NYT / AP )
- Vergleiche den “Alert”- Bericht der WHO vom 6. 5. ( pdf ) .
- Siehe auch UNO- Statement und “World Food Program” am 6. 5. - Regierungssprecherin , befragt nach der Durchführbarkeit des “Referendums” : “We are confident the Myanmar Government will make an informed and responsible decision based on an overall assessment of the situation.”
- Selbe Quelle , selbe Sprecherin . Die von DVB ( Burma Digest sowie dem B4B- Blog Burma Berichterstattung ) rapportierte Erschiessung von 36 Häftlingen ( 70 Verwundete ) des vom Sturm verwüsteten Insein- Gefängnisses durch Militärs wird wie folgt kommentiert : “She said she could not comment on allegations that soldiers killed 36 political prisoners following the cyclone, saying that the United Nations had no firsthand information on that.”

- Die Regierungsseite “Welcome to The golden Land - The ultimate guide to Mynmar” wurde mit Datum 2. 5. eingefroren und feiert weiterhin den ausgezeichneten Verlauf des kollegialen Staatsbesuchs bei Samak Sundaravej , dem Premier von Thailand ( remember : eben jener , der im Wahlkampf versprochen hatte , sich im Falle seines Erfolges der menschen ( un ) rechtlichen Situation Burmas anzunehmen - ) .
- Die erste , am Montag über das regierungsnahe Blatt “New Light of Myanmar” verbreitete Verlautbarung der Regierung liess an Zynismus nichts zu wünschen übrig : saying the referendum is going to take place in a few days time, and the entire people of the country are eagerly looking forward to that” ( Irrawaddy , 7. 5. )

- Kritik an der höchst selektiven Annahme internationaler Hilfsangebote : Die Junta lasse nur Massnahmen zu , welche sie selber kontrollieren könne ( NZZ online / AP , 6. 5. Abend ) . - “UN and charity staff are still waiting for visas to enter Burma. Foreign journalists are barred from openly operating and the thinness of press and television coverage makes it all the harder for charities to raise money.” ( The Times , 7. 5. )
- Die UN moniert die mangelnde Bereitschaft der Junta , Visa für internationale Hilfskräfte auszustellen ( BBC Burmese , 7. 5. ) . “Reporter ohne Grenzen” fordert Visa für Journalisten und Bewegungsfreiheit im Lande . ( ROG , 6. 5. ) - Völlige Fehlreaktion der Regierung : Inkompetenz , Verzögerungstaktik , Warnungen womöglich zu spät an die Bevölkerung ausgegeben . ( Asian Tribune , 6. 5. sowie ORF ON )

- Das Wochen vor dem Referendum omnipräsente Militär versagt jetzt völlig an den Herausforderungen ziviler Hilfsdienste : “Myanmar’s security forces are quick on the scene and ruthlessly efficient when it comes to suppressing protests such as last year’s monk-led demonstrations. But their weak response so far demonstrates their inadequacy at organising rescue operations, just when the people might actually welcome their presence.” ( The Economist , 6. 5. )
- Die Regierung lenkt per Staatsradio ein , in 40 der 45 Bezirke Rangoons ( plus sieben weiteren im Irrawaddy- Delta ) das “Voting” auf 24. Mai zu verschieben . ( Stand , gestern Abend , NYT / AP )
- Entgegen einem ausdrücklichen Befehl , am Posten zu bleiben , verlassen sowohl Zivilbeamte als auch auch Militärs die Regierungsstadt Naypyidaw , um nach vermissten Verwandten zu suchen . ( Irrawaddy , 7. 5. )

- Die Naturkatastrophe als plötzlich aufgestossenes “Fenster zur Welt” - könnte auch dem petrifizierten Regierungs- Koloss einen tödlichen Stoss versetzen : “the cyclone may have a more immediate impact on Burma’s frozen political landscape, in that the government’s inadequate response might encourage even more people to vote against the draft constitution in the 10 May referendum - despite the climate of fear and intimidation created by the junta’s “vote yes” campaign.” ( open democracy , 5. 6. )
- Der Zyklon als “Divine Intervention ?”
Hammered by Cyclone Nargis, many superstitious Burmese cannot help but believe that nature has finally intervened and punished Burma. But it’s is not fair, they say. The cyclone didn’t hit Naypyidaw where all the top brass live. Traditionally, Buddhist Burmese consider that if the country is ruled by a bad king, it is doomed to face natural disasters—floods, storms and fire. It’s a sign that the tyrant or inept ruler needs to be removed.
And there is reason to believe. The regime unleashed its wrath through brute force on peaceful gatherings of Buddhist monks and their supporters in September, killing dozens of innocent people. Killing monks is an unthinkable crime in a predominantly Buddhist country. Since then, many Burmese people have been warning that bad karma was coming and the generals would be punished. ( The Irrawaddy , 6. 5. ) |||
BLOG 4 BURMA

Die internationalen Mitglieder des Netzwerks BLOG 4 BURMA berichten nicht nur seit September 2007 kontinuierlich , sondern haben auch den Zykon “Nargis” und seine bislang bekannten Auswirkungen in einer dichten Abfolge von Postings verfolgt . News Headquarter mutmasste bereits beim frühen Nachrichtenstand von Hunderten Toten das “Referendum in Gefahr” , blieb als Chronist den laufend steigenden Opferzahlen auf der Spur , zeigt schliesslich die beeindruckenden Luftaufnahmen der NASA : Burma vor und im Zustand der Überflutung . Birmania libre resümiert in spanischer Sprache , Kathy erkundet in einem langen Survey , in welchem Ausmass “la Junte a une grande part de responsabilité dans le nombre élevé de morts après le passage du cyclone” , Daburna bringt ( Stand : Montag ) ein Al Jazeera- Video , ein AP- Bericht über das meteorolgische Ereigniss ( Stand : Sonntag ) ist in englischer Sprache bei Birmania libre zu sehen . Olivier liefert tägliche Zusammenfassungen in französischer Sprache . - Diese dichten Nachrichten von Europas freiem Netzwerk der unabhängigen Burma- Beobachtung erhalten Sie per RSS- Feed . |||






