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KABELROLLENLAGER - ROLLENKABELLAGER ? - LAGERKABELROLLEN !












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NACHTRAG


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KLANGAPPARAT
“Stille” in der Hauptrolle . 
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NACHTRAG


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KLANGAPPARAT
“Stille” in der Hauptrolle . 
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||| DIARY FAILURE ON DAYS OF DEPARTURE | PACK PACKT SICH AUS PERUGIA | FLORENTINER FLORILEGIEN | THE INNOCENTS ABROAD | BLACK OUT MIT VINO SANTO | WELCOME TO VIENNA
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DIARY FAILURE ON DAYS OF DEPARTURE
Wieder einer die Abreise- Tage , deren diaristische Wiedergabe uns traditions- wie naturgemäss eher dröge ankommt : So hatte in|ad|ae|qu|at die mühselige Rückreise LA - VIE zum Abschluss der “Route 66″ trotz mannigfaltiger Ankündigung letztlich komplett unterschlagen .
Paradoxerweise hätte man doch gerade bei Gelegenheit der endlosen Wartezeiten an Flufhäfen , Bahnhöfen oder an anderen “Non Lieux” recht eigentlich hinreichend Gelegenheit , umfangreiche Notationen und Reflexionen anzustellen . Is’ aber schlicht nich’ : Egal , ob du auf Plastikschalensitzen von Kuala Lumpur nächtigst oder auf dem verpinkelten Steinboden von Mestre : dein Kopf ist schon anderswo ( im Briefkasten , in der mailbox , im Tageskalender daheim ) , nur dein Leib harret noch der physischen Transportation .
Der einzige Vorteil solcher be- schwer - lichen Leibhaftigkeit besteht in dessen schützenden Besetzen der ( stets zu vielen ) Habseligkeiten . Mit jedem blauen Flecken , den man sich an dessen Kanten und Ecken leibhaftig zuzieht , gelangt die nicht immer nur willkommene etymologische Verwandtschaft der Worte “Besetzen” | “Besitzen” auf die Tagesordnung des Bewusstseins .
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PACK PACKT SICH AUS PERUGIA
Bewusst ist uns nur dies : uns noch einmal des Gipfelsturms zu Perugias Viewpoints zu unterwinden , weigern sich sowohl physische als psychische Instanzen . Besser näher ‘ran an the Scene of the crime einer so raschen Abreise aus Italien , auch wenn der reservierte carozza letti erst in gut neun Stunden in Richtung Wien rollen soll . Packen wir uns also aus Perugia -


Immerhin noch Gelegenheit , ein paar zügige Détails für den zurückgelassenen Eisenbahn- Afficionado zu erfassen . Achsenzahl und andere wirklich wichtige Dinge wurden allerdings schmählich links liegengelassen .


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FLORENTINER FLORILEGIEN
Sieben Stunden Florenz ? - Am Samstag Nachmittag ? - Wenn im Geschiebe der leibenden Kauftriebe kein Durchschlupf sich bieten will ? - Tout simplement : Das Stundenhotel der Wahl wirft sich in|ad|ae|qu|at gleich neben dem Bahnhof quasi von selbst in den Weg : Wer kann und mag zu AURORA schon “Nein” sagen ? - Zumal der Zimmerpreis von Fünfzig Euro auch Night inclusive enthalten hätte - und für die Gepäckaufbewahrung am Bahnhof fast die nämliche Gebühr zu berappen gewesen wäre ? -

Das im dritten Stock zwischen Bahn- und Busstation situierte “Etablissemang” stellt seine Reize wahrlich geschickt unter den Scheffel …

… Wer hätte je eine solches rosa Wunder erwartet ? - Na , egal , die “rosenfingrige Eos” wird uns dort in|ad|ae|qu|at nicht mehr antreffen . Dafür gibt es W- Lan und Gelegenheit , mitten in Florenz den Lüsten einer virtuellen Stadtwanderung nachzugehen ….

… inklusive den auf der städtischen Tousirmus- Seite verbreiteten “Facts and Findings” über Florenz und die toskanische Kultur - dank einer genialischen Babelfish- Übertragung ein zwar wenig origineller , doch stets amüsanter Zeitvertreib :
Für viele Jahre ist Florenz die Aufnahmevorrichtung der Kultur und der kunst gewesen: viele der berühmtesten Künstler der Renaissance waren dort geboren und Dank sie Tausenden Touristen wählt Florenz für ihre Feiertage. ( …) Florenz ist nicht nur Kunst und Museen. In Florenz das haben spaß beendet nie: Theater, Kinos, Diskotheken, pub beleben sich von Leben für die ganze Nacht.
Die teatrale Tradition war fiorentina immer beträchtlich, Packesel berühmter Fiorentino Mai musikalisch zu nennen, das Reiz gerade in Stadt der berühmten Persönlichkeiten. ( … )
Florenz Angebote eine große Quantität von Nachträumen ist zwischen Handelsdiskotheken oder vom Geist möglich, zu wählen rock. Aber es gibt viele Räume (besonders in der sommerlichen Periode) wo geht sich, um zu amüsieren, indem man Musik hört, und indem man tanzt, trinkt und plaudert mit vielleicht Abenden an, er befürchtet. Wenn du beschließen Sie, einen Abend überzugehen, indem er trinkend, können ein Bier in historischem Zentrum von Florenz sehr viel pub und birrerie finden. ( … )
Du kannst außerdem die Aperitifs schmecken, die an Kunstregel gemacht wurden, oder einen guten Kaffee in einer der sehr berühmten Stellen der Stadt in der zahlreichen bar und Bar Kaffee Florenz schmecken, die sich in ganz Florenz befindet. Wenn dagegen du beschlossen hast, einen piccante Abend überzugehen, kannst du gemacht an Besuch night club von Florenz: diese Räume sind jedoch nicht in ich zentrieren von Florenz, aber du kannst sie mit wenig Minuten mit dem Auto wieder treffen.Das Kochen Toskana ist für seine einfachen Aromen sich vorbereitet mit großer Aufmerksamkeit berühmt. In führte der Toskana Bevölkerung die schwierigen lebenden Bedingungen, die auferlegt wurden, um den Gebrauch von schlechten Alimenten als das Brot ohne Salz zu bevorzugen, das anwesende Stille heute mit tausend Formen und Aromen ist: in jedem Teil der Toskana bestehen verändern Art des Brotes, von der Tradition zum Rad, vom crostoni zum focacce, von zerquetscht mit dem öl zum Brot mit dem ramerino, bis das Ankommen zum runden Laib mit Traube.
Gerade ist das Brot einer der Hauptbestandteile der meisten berühmten Toskana Verordnung wie des panzanella (gebildet mit dem Brot erwichen im Wasser, mit Gemüse), des Pappa Al pomodoro (sich mit Brot, Knoblauch, prezzemolo, Basilikum, Salz, öl und Tomate kochen), das ribollita (getragen vom Traditionlandarbeiter, der heizte, kochten die Reste der Nahrungsmittel bereits den Tag vorher).
Florenz ist für das bistecca alla fiorentina, das ribollita, das trippa, die Schaumgummiringe, das schiacciata Betrüger uva, das cenci, das lampredotto, das fagioli all’uccelletto sehr berühmt. Die Toskana ist für Sein zwischen den italienischen Regionen berühmt, in denen du schmecktest die besseren Platten kannst.
Die Zeit ist vorgerückt , wir lassen es in|ad|ae|qu|at bei den “Schaumgummiringen” und dem “schiacciata Betrüger” bewenden .
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THE INNOCENTS ABROAD
Nun , denn : Glücklich schleift man die gepäcklichen Beschwerden in den gegenüberliegenden Bahnhof , studiert die Displays hinsichtlich der bereitgestellten Züge …. Doch : OH Schreck : Der auf 20:56 Uhr Abfahrt geplante Zug soll nun etwa erst kapp vor 22 Uhr starten ?! - Ein freundlicher Bahnbeamter klärt uns geduldig auf : Das von uns gebuchte Transportationsmittel starte nicht von DIESEM - dem Hauptbahnhof Firenze Santa Maria Novella , sondern vom Kollegen Firenze Campo di Marte : Das hätte man an den Kürzel “SMN” bzw. “CM” doch eigentlich selber sehen können !
Zehn Minuten bleiben ….

Also “You better run for your life if / you can , little girl / Hide your head in the sand little girl / Catch you with another TRAIN /
That’s the end little girl” und ‘rin mal wieder in’ n’ Folgino und … noch wohl selten wurde ein Marsfeld so freudig begrüsst .

Da der Zug “Rossini” ( di Roma Termini ) sozusagen etwas verspätet startet , lässt sich der langsam herabsinkende Marienmantel ( siehe Assisis Deckenfreskos ) der Nacht noch in vielfältigen Illuminationen studieren -



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BLACK OUT MIT VINO SANTO
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WELCOME TO VIENNA

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Guten Morgen , Zivilansicht und Rasurkultur . Wie man sieht , noch etwas schief -
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||| FRAGWÜRDIGE PILGEREFFEKTE | LEIDENSMÄNNER | STADT - SCHRHFTEN | STREET ART
Der Regen bleibt aussichtslos und zeitigt frierend fiebrige Konsequenzen . Wenn DAS der “Erfolg” einer “Pilgerreise” gewesen sein soll …. ? - Bietet sich als Regenbogenprogramm die Ordnung und Sichtung des in|ad|ae|qu|at ramassierten Materials . Bei Klängen des vom einstigen Road- Blog-Tool heute lediglich als GPS und Mp3- Player in Anwendung gebrachten N800 .
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SANFTER FRANZISKUS UND EIN KLASSISCHER SEBASTIAN

Wo die Applikation von Hunde- und Vogelzähmenden Franziskus- Gebetbuch- Kitsch- Bildchen nicht anschlagen mag , halten wir’s in|a|ae|qu|at mit dem Hl. Sebastian und seinen mannigfaltigen Zipperlein .

Freiilch vom Regen ist in diesem universalen Schmerzensbild wenig zu sehen .
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LEIDENSMÄNNER

Schmerzensmänner sonder Zahl zeigen dahingegen die italienischen Blätter , insbesondere nach der 0:3 Niederlage Italiens gegen Holland .

Das kann einfach nicht mit rechten Dingen zugegangen sein - Satanische Fersen ?

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STADT - SCHRIFTEN
Bemerkenswert un unserem in|ad|ae|qu|aten Interesse an “Textes Trouvés” entgegen gekommen : Zum Beispiel die Personenwaagen , welche grundsätzlich in unmittelbarer Nähe zu Kleinen Lebensmtitlelläden aufgestellt sind .

Nicht zuletzt allerdings die Din A 3 -grossen Todeanzeigen , welche in|ad|ae|qu|at zunächst für die in seiner Heimat üblichen Konzertplakate zu halten geneigt war , bis ein näherer Blick den eher reduzierten Fun- Faktor dieser Affichen erwies .

Wobei - Disclaimer !- der unmittelbare Zusammenhang zwischen “Todesanzeige” und “Personenwaage” hier selbstverständlich als rein zufälliger einzustufen ist .
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STREET ART
Bemerkenswerte Sgraffiti oder gar Stencils fanden sich indes wenig : Wohl ein Effekt der Singapur- sauberen historischen Stadtzentren . Wären wir freilich dem Vorortezug Florzenz- Foligno an jeder Station separat entsprungen , hätten uns kilometerlange Srühbilder reichlich belohnt : ohne Weitwinkelobjektiv allerdings fofografisch schlichtweg zu vegessen -

Und voilà : Immerhin Einer , der weiss , wo’s langgeht -
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||| NÄHERUNG IM REGENNEBEL | DOPPELKIRCHE | UNTERKIRCHE | VIERUNG & KREUZGANG | OBERKIRCHE : GIOTTO - UND AM ZIEL : CIMABUE | FORUM ( DER ) MINERVA | GEISTLICHE PRACHT , LEIBLICHE MACHT | GUALDO TADINO - GUBBIO - AM APPENIN

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NÄHERUNG IM REGENNEBEL
Früh auf im Nieselnebel nach Assisi , wer weiss , was am Gnadenort an Pilgerscharen harrt . Die sieben Himmel über Umbrien nehmen sich auch verdunkelt “malerisch” aus : Ein Landregen , der sich gewaschen hat , stimmt sich auf ein langanhaltendes Surround- Konzert ein … ein Buschtrommekn der Regentropfen auf dem Autodach .
Also acht Uhr ab nach Süden auf die Autobahn : Ja , da wären sie gewesen , die von der Route 66 gewohnten Beton- Western- Standard- Herbergen , zwischen insgesamt vier Schnellstrassen bzw. deren Ästen , welche sich um die Provinz- und Verwaltungshauptstadt ( mit Betonung auf HAUPT- ) Perugia ranken , teils auf römischen Routen das Tibertal entlang . Airport und zona industriale - nach Assisi sind es nur ein paar zwanzig Kilometer . Trotzdem verschleiern Regenböen den Blick auf die hochgetürmte Stadt des Heiligen Franziskus , so dass das GPS einmal mehr den Lotsen abgibt auf unsicherem Terrain . Save and sound langt man ohne Umschweife am “richtigen” - dem nordöstlichen - Eck dieses langgezogenen Bergnestes an : Dort liegt die Doppelkirche S. Francesco auf dem ehemaligen Schand- und Hinrichtungshügel , welcher nach Heiligsprechung des Franziskanergründers flugs von einem “inferno” in ein “paradiso” umgetauft worden war .
In den südöstlichen Teil , wo Dom und mittelalterliche Mikro- Urban- Zitate erhalten worden sind , werden wir uns in|ad|ae|qu|at erst später ( und dies aus klimatischen Gründen wenig würdig und recht : eher durchnässt ) annähern .


( Foto … und “The Making of …” )
Parkplatzalso gleich richtig in der Nähe S. Francescos . Im Regeln werden bunte , rot oder grün durchsichtige PELERINEN feilgeboten ( von “pélérin” = “Pilger” ? ) . Interessant auch : diese Weichplastikkutten sind stets transparenter Natur : Um den profanen oder ggfs. geistlichen Stand des Trägersubjekts auch weithin anzuzeigen … ?
Der Frühverkehr schleppt sich mässig inspiriert durch die Nässe , wenige Busse schnaufen bergan und entlassen an spezieller Stelle ihre Ladung , müssen dann aber - anders als etwa im österreichischen Mariazell mit seinen unterirdischen Busbahnhöfen - die Hl. Stätte straks wieder verlassen . In der Ebene là bas werden wir folgerichtig etliche Busparkplätze passieren , allerdings herrscht aber auch HIER nicht jener Betonwahnsinn , welchen man sich - heimischen Vorbildern folgend - vorgestellt .



Assisi selbst … Der werte Herr vom “Dumont”- Reiseführer hatte an der “Authentizität” des Felsenstädtchens Etliches zu bekritteln gehabt , die Grand Hotels des 19. Jahrhunderts etwa oder die Belle Epoque- Bauten aus den 1920ern … “Kunsthistorisch strenge Kammer ” , gut und schön , aber man wahre doch bitte die Relationen : Erneut bietet sich ein vollständiges und ( eventuell zu ) gepflegtes Ensemble der Kategorie “Felsennest” mit all dem zugehörigen Treppauf Treppab , überraschenden Durchstichen und - blicken samt stolz substruierter Stadtmauer .

Stilistisch und als Ensemble- Leistung souverän die Fürchterlichkeiten Mariazells oder Altöttings weit überragend , scheinen hier den Nepp- , Nippes- und Devontionalienhändlern klare Grenzen gesetzt .

Liegt’s an der lokalen Grazie oder am Charakter der Franziskaner als programmatischer Bettelorden , dass hinsichtlich Park- und Eintrittsgebühren kein Touristenschindluder getrieben wird , kein Lärm brüllender Pilger- oder Touristenführer die schmalen Gassen erbeben lässt ? - Allerdings wird es in der Grabes- und Wallfahrtskirche einen ausschliesslich zum periodischen “Silenzio !”- Ruf abkommandierten Beamten geben …
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DOPPELKIRCHE

Da stehen sie also nun in ihrer simplen , dohlenumschwirrten Pracht hoch über den Niederungen des gemeinen Lebens der Ebene : die beiden übereinander gelagerten Kirchen “S. Francesco inferiore” und “S. Francesco superiore ” .

Im ( älteren ) Unterbau die Grabes - und Wallfahrtskirche , darüber eine Basilika für Volks- und Gemeindegottesdienste . Beide aus dem späten 13. und frühen 14. Jahrhundert inklusive den mannigfaltigen Addenda aus sämtlichen späteren Epochen - wollte doch ein jeder Fürst oder Papst oder Gentleman sein Zeichen an heiliger Stätte anbringen . Glaube oder Abwehrzauber … ? -

Man kann ja nie wissen - es kommen uns die Verse der zeitweise ja recht biblisch markierenden “Einstürzenden Neubauten” ( “Haus der Lüge ” ) in den Sinn :
Oh weh mir
Was hast du getrunken?
Sag es mir
Ein Glas voll mit rotem Wein
Oh weh mir …
Was wünschst du dir für deinen Vater?
Sag es mir
Ich wünsch ihm einen Stuhl im Himmel
Oh weh mir
Was wünschst du dir für deine Mutter?
Sag es mir
Ich wünsch ihr einen Stuhl in der Hölle
Oh weh mir
Junst die Wendung zum Mutterfluch ist natürlich an diesem Ort absolut in|ad|ae|qu|at , da doch die Deckenfresken beider Kirchen im besternten Blau des Madonnen- Mantels gehalten sind -
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UNTERKIRCHE

Die Grabeskirche mutet zunächst etwas unübersichtlich an , im Chiaroscuro wollen sich die Richtungen von Langhaus , Vierung , Presbyterium und etwelchen Anbauten nicht auf einen Blick erschliessen . Überwältigend die Bilderwut , welche keinen Quadratzentimeter der Wände , Gesimse , Kanellüren , Decken ohne figurative Motive oder ( fast maurisch anmutenden ) flechtwerks- und gewebsartigen Ornamenten gestatten .
Die distinguierbaren Künstler sind und bleiben namentlich unbekannt , man nennt sie deswegen pragmatisch den “Franziskus-” , respektive : den “Vierungsmeister ” . Von Ersterem stammen die Fresken des Langhauses , welche - obacht ihr Dechiffrierer ! - ein typologisches Gegenüber der Lebens- und Martyriumsstationen des Franziskus ( links ) und Christi ( rechts ) zeigen . Als profaner Mensch mittendrin bist du also stets im Spannungsfeld dieser Pole von Präe- und Postfiguration , vermutlich auch aufgefordert , deine Konsequenzen aus dieser Aufladung zu ziehen … Berückend natürlich die Darstellung “Franziskus predigt zu den Vögeln” , Gedankengruss an unseren Vogelfreund und langmütigen bird- field recorder in Wien …

( Maestro di San Francesco : Franziskus predigt den Vögeln , ca. 1236 )
… noch bevor wir das eigentliche Meisterwerk , nämlich den Vogelprediger Giottos in der Oberkirche sehen .

( Giotto : Franziskus predigt den Vögeln , vor 1309 )
Abstieg in die Krypta , wo der heilige Steinschrein hinter einem massiven eisernen Gitter verborgen ruht . Die Opferkerze nimmt man hier lediglich symbolisch , umrundet damit den Schrein , um sie - ohne jeden Feuerschein - sodann wieder in einem Korb abzulegen . Und wieder , wie gesehen in griechischen Kirchlein , an Moskauer Ikonostasen oder an Buddha- Kultstätten in Sri Lanka : Die Menschen stecken Opfergaben , Geldscheine oder kleine Exvotos hinter das Gitter oder in die Mauerritzen unter dem Schrein … und immer wieder verlautet gemessen , aber resolut das periodische “Silenzio !” des uniformierten Aufsehers .
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VIERUNG & KREUZGANG
Beim Aufstieg gerät die prächtige Vierung in den Blick , endrücklich mit ihrer perspektivischen trompe d’oeuil- Kunst und damit dramatischen Plastizität der zu förmlichen Ballungen komponierten Figuren . Angeblich verhält sich dieser Bilderkult direkt konträr zur franziskanischen Idee : Hm , angesichts der expressiven Personifikationen der franziskanischen Tugenden ( Armut , Keuschheit , Demut ) irgendwie eine “contradictio in adjecto ” .

Ein Kreuzgang ( remember Bernhard Rudofsky über die architektonische Weisheit der italischen Kreuzgänge und Patios … ) mit Freskenresten führt nicht nur zum NO- Chor der Oberkirche , sondern praktischer Weise auch am “offiziellen” gift - und Devotionalienladen vorbei .

Eine französische Reisegruppe fällt über Rosenkränze , Erbauungsschriften , Postkarten her , sodass wenig Ruhe bleibt , jene Broschüre durchzublättern , welche erklärt , was es mit dem griechischen “Tau” , den “fratres minores” und dem ubiquitär eingeschriebenen Friedenswort “PAX” auf sich hat .

Wir werden das Symbol später in Form einer sparsamen Gartenarchitektur vor der Oberkirche sehen . Nein : Dies wird hier und jetzt bewusst NICHT via Netz recherchiert , ein paar Mysterien wollen wir uns ja doch ( noch ) ein wenig bewahren .
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OBERKIRCHE : GIOTTO - UND AM ZIEL : CIMABUE

Die Oberkirche ist schlicht … umwerfend : Giottos ( obwohl auch diese Autorschaft umstritten ist ) grossflächige Fresken sind von einprägsamer Klarheit und Klugheit , strahlen förmlich in den lichten Dimensionen dieser ( mit Ausnahme des Bodens ) absichtsvoll schlicht eingerichteten Kirche . In der Vierung schliesslich der Anlass und die lang gehegte Idee zu dieser Reise : Einmal nach Assisi kommen und die Fresken des Cimabue sehen …. Wie ein moderner Verfremdungseffekt oder ein fotografisches Negativ das zum Schwärzlichen oxidierte Bleiweiss der Gewänder und Höhungen -
Draussen wird noch einmal die ( hier sogar zwiefache ) Rosette des - hier übrigens aus topographischen Gründen NICHT gewesteten - Westwerks bestaunt . Panoramablick über Land und Stadt : Durch Regen fast verwaist , bietet Assisi auch nach rund 800 Jahren Pilger- Tourismus ein Bild abgehobener , indes nicht weltfremder Stille . Zwar sind die ineinandergestapelten Bruchsteinbauten hier eine Spur “lackierter” als diejenigen in Perugia oder später in Gubbio , unterscheiden sich aber dennoch positiv von der Anmutung des gegen jedes Echteben frisch Abgedichteten und Perfektrenovierten , wie es in Magione fast aseptisch zu Tage trat .
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FORUM ( DER ) MINERVA

Aufwärts und wieder und weiter in Richtung des antiken Forum , wo der Minerva- Tempel gestanden haben soll , mittlerweile überbaut von einer greulich barocken “S. Maria sopra Minerva” . Goethe war lediglich wegen dieses Tempels nach Assisi gereist , “die ungeheueren Substruktionen der babylonisch übereinander getürmten Kirchen, wo der heilige Franziskus ruht, ( … ) mit Abneigung” umgehend :
Ich verließ Perugia an einem herrlichen Morgen und fühlte die Seligkeit, wieder allein zu sein. Die Lage der Stadt ist schön, der Anblick des Sees höchst erfreulich. Ich habe mir die Bilder wohl eingedrückt. Der Weg ging erst hinab, dann in einem frohen, an beiden Seiten in der Ferne von Hügeln eingefaßten Tale hin, endlich sah ich Assisi liegen.
Aus Palladio und Volkmann wußte ich, daß ein köstlicher Tempel der Minerva, zu Zeiten Augusts gebaut, noch vollkommen erhalten dastehe. ( … ) Endlich gelangten wir in die eigentliche alte Stadt, und siehe, das löblichste Werk stand vor meinen Augen, das erste vollständige Denkmal der alten Zeit, das ich erblickte. Ein bescheidener Tempel, wie er sich für eine so kleine Stadt schickte, und doch so vollkommen, so schön gedacht, daß er überall glänzen würde. Nun vorerst von seiner Stellung! Seitdem ich in Vitruv und Palladio gelesen, wie man Städte bauen, Tempel und öffentliche Gebäude stellen müsse, habe ich einen großen Respekt vor solchen Dingen. Auch hierin waren die Alten so groß im Natürlichen.
Diese dezidierte Bevorzugung des Heidnisch- Antiken gegenüber den christlichen SehensWÜRDIGkeiten sollte noch für Unliebsamkeiten sorgen , eine Patrouille unterstellt dem fragwürdigen Wandersmann , es möchte sich da gar um einen Schmuggler handeln . Ein kleines Douceur half schon 1786 aus Schwierigkeiten ….
… nahmen aber sehr übel, daß ich dem Heiligen meine Aufwartung nicht gemacht, und gaben ihren Verdacht zu erkennen, daß wohl mein Handwerk sein möchte, Kontrebande einzuschwärzen. Ich zeigte ihnen das Lächerliche, daß ein Mensch, der allein auf der Straße gehe, ohne Ranzen, mit leeren Taschen, für einen Kontrebandisten gehalten werden solle. Darauf erbot ich mich, mit ihnen nach der Stadt zurück und zum Podestà zu gehen, ihm meine Papiere vorzulegen, da er mich denn als einen ehrenvollen Fremden anerkennen werde. Sie brummten hierauf und meinten, es sei nicht nötig, und als ich mich immerfort mit entschiedenem Ernst betrug, entfernten sie sich endlich wieder nach der Stadt zu. Ich sah ihnen nach. Da gingen nun diese rohen Kerle im Vordergrunde, und hinter ihnen her blickte mich die liebliche Minerva noch einmal sehr freundlich und tröstend an, dann schaute ich links auf den tristen Dom des heiligen Franziskus und wollte meinen Weg verfolgen, als einer der Unbewaffneten sich von der Truppe sonderte und ganz freundlich auf mich los kam. Grüßend sagte er sogleich: “Ihr solltet, mein Herr Fremder, wenigstens mir ein Trinkgeld geben, denn ich versichere, daß ich Euch alsobald für einen braven Mann gehalten und dies laut gegen meine Gesellen erklärt habe.” ( … ) Er schied nun beteurend, daß er noch heute abend bei dem Grabe des Heiligen meiner in Andacht gedenken und für meine fernere Reise beten wolle. ( Goethe : Italienische Reise , Erster Teil , 25. 10. 1786 )

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GEISTLICHE PRACHT , LEIBLICHE MACHT

Da der Geist und das Auge sowie dessen Begeisterung nun mal auf seine physischen Substruktionen hat , dringen die Signale nasser Füsse und zunehmenden Fieberschwindels langsam in die Regionen des Bewussstseins vor : Man schlüpft noch durch ein paar mit edlen Paramenten , Devotionalien und Monstranzen versehene Läden . Feinste Papierwaren aus Mailand . Und - ausgerechnet an diesem Ort der Ideale von “Armut” und “Entsagung” - steht staunend vor den Zuckerzeug- Kunstwerken in den Schaufenstern herrlicher Belle Epoque- Pasticcherien …

Ja : Den Hunger hat sich in|ad|ae|qu|at in allen Kategorien redlich erwandert . Ein Feldweg etwas nördlich von Assisi bietet Raststatt unter Autodachtrommelregen und Gelegenheit , die nun neu formierte Vegetation in neu formatierter Landschaftsanmutung zu studieren : Erstmals und auffallend viele Eichen , als Einzelbäume typisch auf Hügelkuppen sowie als Raine und Haine , sie haben die mediterranen Zypressen gänzlich verdrängt . Gepflegte und grossflächige Wiesen , junge Olivenkulturen weisen auf eine andere Praxis der Landwirtschaft hin , als dies in den waldigen Hügeln um Perugia mit seinen maximal handtuchbreiten Wein- und Mais- Bestellungen der Fall war .
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GUALDO TADINO - GUBBIO - AM APPENIN

Auf der Karte sieht die Strasse in Richtung der nordöstlichen Städte nahe der Abhänge des Appenin pfeilgrade und planflach aus : In der asphaltierten Wirklichkeit nimmt sich dies allerdings geradezu konträr zur abstrakten Plan- Flachware aus . Nie wieder Karten ohne Höhnlinien ! - Auf den Strässchen via Valfabrica und Casa Castalda begegnen vereinzelte Wanderer - Pilger ?
Gualdo Tadino , das fast schon salzburgisch dunkel nasse Bergstädtchen am Fuss der Wassersscheide ziegt seine kalte Schulter , schroffe Felsen , Bergschrunden , dazwischen blühen aber allerorts - als wüchsen sie da “von selbst” - fast künstlich aussehende Büschel weisser Lilien .
War’s der heilige Ort , sind’s die über unzählige Treppenstufen hinan gejagten und von Grund auf durchnässten Füsse oder sind wir durch das ewige Spitzkehrengekurve in|ad|ae|qu|at aus dem Lot ? - Irgendwei fehlt mit einem Mal die Energie , in diesen Sprühregeln- vernebelten Bergstädtchen Gualdo Tadino und Gubbio herumszuschlendern und zu fotografieren .
So kurvt unser Punto gerade mal von Gubbio aus in eine zum Pass- Städchens Scheggia hinauf führende Schlucht ( “Schneeketten unbedingt erforderlich” ) , allseitig erschöpfte Umkehr auf halbem Wege . Von Gubbio sehen wir lediglich die bemerkenswerte Markt- und Volkshalle im neuen Stadtteil , weit unter der eigentlichen Felsenfestung und bei der Seilbahn gelegen . Kein römisches Amphitheater also , kein Dohlen- Eldorado !
Gubbio , lesen wir , sei namhaft nicht nur ob seiner römischen Relikte ( Forum , Theater , Amphitheater ) , sondern auch wegen der sogenannten “eugubinischen Tafeln” ( Tabulae Iguvinae ) welche als rares Zeugnis und Dokument gelten für die speziell umbrische ( NICHT etrurische und NICHT toskanische ) Sprache und Volksreligion : Speiseregeln und Anweisungen zu religösen Tänzen , gewidmet den Gottheiten Mars , Minerva … In alle Ewigkeit dort eingeschrieben : Ein Fluchspruch gegen das feindliche Gualdo Tadino . Die Götter mögen die Konkurrentin vernichten .

Assisis freundlicher Löwe hätte den Casus - auch er unter dem Leitmotiv des allseitig herandringenden Wassers betrachtet - freilich etwas milder behandelt -
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TRAVELLER’S TRIVIA
Wie es nun einmal um die stets besten Reisevorsätze steht ( “Besichtigungsgrad von 99 %” , dazu “Fleiss im Notieren” und “sportives Agieren” ) , steht die gesamte Liste der “To- Do’s” bereits mit dem ersten und gründlichen Spätaufstehen auf dem Spiel . Dafür gibt es sogar so etwas wie Kaffee aus einem höchst eigenwilligen Automaten - UND : entgegen dem ursprünglichen Augenschein einen höchst animiert parlierenden Trupp weiterer Gäste ….
Sind also nicht die Einzigen , die diesen Bau- im- Werden sozusagen “trockenwohnen” . Bevor wir jetzt in die üblichen Urlauberwitzchen einschwenken , sei es kurz und schmerzlos bekannt : ein - nach rätselhaften Kriterien gruppierter - Haufe Holländer ist’s , der bei der heissen Schlacht um’s kalte Buffet den klaren Sammelsieg davonträgt . Wie bei der Fussball- EM ( so buchstabieren wirs radebrechend aus den lokalen Journalen ) ja übrigens auch . Den sicher ausnehmend freundlichen Niederländern räumt man schon aus akustischen Gründen im Laufschritt das Feld , da in|ad|ae|qu|at trommelfellbebend das Weite sucht .
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PLANLOS IN PERUGIA
Ausserdem harret ja - trotz kleiner Fehlermeldungen - wie der vergessenen Batterie für den Belichtungsmesser der analogen OM2 - der Masterplan für eine Begehung Perugias : Wobei , wie sich bald herausstellen wird , von “Begehung” und “Plan” in diesem verschichteten und verschachtelten Felsennest kaum die Rede sein kann .

“Bergsteigen” wäre hier das tauglichere Wort … und die vom Fremdenverkehrsamt ausgeteilten Stadtpläne verstecken mehr als sie zeigen : Oh , seltsame Regeln der vermeintlich “hilfreichen” Abstraktion ! - Wieder einmal wird das GPS bemüht , sogar per pedes kennt es sowohl den in|ad|ae|qu|aten Standpunkt auch noch im schulterbreiten Gässchen besser und führt uns sicherer durch das etruskisch , römisch , mitteltleralterliche Labyrinth als sämtliche Reiseführer zusammen .

Zunächst gilt es freilich , den Wagen auf einem der NO- Spitze möglichst nahen Parkplatz loszuwerden ; Pellini ist um diese relative Morgenstunde Park- Partner der Wahl , Rolltreppen ( ! ) meistern die erste Geländestufe , das war es aber dann auch schon hinsichtlich “Künstlicher Steighilfe” .

Na also , wie pittoresk : Ist man in Mitteleuropa ( oder meinetwegen : in Santa Fé ) schon stolz , einen einzigen “historischen” ( “antiken” ) Strassenzug bewahrt zu haben , so gibt es hier dergleichen rundherum … sagen wir jetzt “Hunderte” oder “ein knappes Tausend” : katzenbreite Gassen und hundeschmale Strassen , Einschachtelungen und Ausstülpungen , Über- und Unterbauungen , treppauf , treppab und unter Gewölben , welche ebenso direkt aus der Römerzeit stammen könnten .

Einige Viewpoints von Terrassen und Balustraden gewähren Frontsichten auf dieses vorzeitlich anmutende , zugleich in allen Winkeln , in Bruchstein- Zimmern und über Zinnen hinweg höchst belebte Riesenpueblo - Kubaturen aller Arten und Zeitalter wie wildes Bauklötzchenwerk einander überkuppelnd , verstrebt , unterkragend .

Als würde diese Stadt an jeder ihrer Flächen tentakelnd wachsen - am Ende käme ein schierer Block aus Steinen seit der Römerzeit ( etruskische Einschlüsse ) bis in die Gegenwart heraus .

Wer allerdings auf “Touristenparadies” tippt oder auf ein “Disney- Wonderland” à L’Italienne , geht ebenso fehl wie in|ad|ae|qu|at innerhalb der verwirrlichen Gassen : Das Ganze lebt bis tief in seine winzigsten Mikrogässchen und Durchschlüpfe hinein ; hoch oben am Hang eilen “Businessmen” mit Aktenköfferchen , stöckeln Sekretärinnen auf High Heels übers Kopfsteinpflaster , kreischen Kinder samt Müttern und schleppen wackere Hausfrauen Viktualien den Berg hinan . Die bis in kleinste Kabäuschen verstreut situierten Verwaltungs- , Medizinal- und Advokatenstuben stehen jedweder musealen Anmutung äussert lebensprall entgegen .

Aus Volksschulklassen wird munter musiziert , die Universität darf prominente Plätze belegen & beleben : Im leicht kellerwärts abgesenkten Atrium eines Naturwissenschaftichen Seminargebäudes findet sich ein aussergewöhnliches , ganz in Schwarz- Weiss gehaltenes römisches Mosaik : “Orpheus , durch sein Spiel die Tiere zähmend” .

Bemerkenswerte Abstraktion durch die weissen “Zeichnungslinien” auf schwarzem Grund . UND : Man beachte die naturhistorische ( und geografische ) Breite des antiken Weltwissens . Elefanten , Löwen , Tiger , Panther aus Afrika , Wildschweine , Wölfe aus dem Mitteleuropäischen , Fabelwesen wie Greifen aus der Mythologie .

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PER ASPERAM …
Immer nur , so scheint es , geht es hier bergan … wählt man ein Treppchen abwärts , gelangt man doch immer wieder nur in die gleichen Aufstiege “ad astra” .

Dem Himmel und seinen entprechenden Heiligen der Überfahrt bzw. des Transports besonders nah scheinen hier jedenfalls die Busfahrer : Abenteuerlicher Omni- Gross- Bus- Gegenverkehr tobt durch die - sagen wir mal : etwas mehr als schulterbreite - Via del Acquedotto : Und das trotz parkender Wagen , hampelnder Passanten und sonstiger Allfälligkeiten des täglichen Lebens . Den Kampf um Millimeter nehmen beide Kontrahenden mit Verve und in flottem Tempo , die Reifen verfehlen um Haaresbreite den Randstein , die Chassis schwenkt dabei bereits über diesen hinweg : Jetzt also erklärt sich , warum die Ladner , Bars , Pasticcherien keine lockenden Aushangschilder in die Gasse ragen lassen : Solch merkantiler Zierrat würde von den heftigen Exponenten des kommunalen Mengenverkehrs glatt abgemäht . Allgemeinwohl vor Individual- und Separatinteresse -
Entsprechend fallen die Signets der Standorte öffentlicher Fernsprech- Apparate nicht nur durch ihr unverkennbares rotes Piktogramm auf , sondern auch durch die Tatsache , dass diese Zeichen quer zur Hauswand angerbacht sind …. allerdings in drei Metern Höhe , also unerreichbar für die Omnibusse ( von welchen - und dies ist an Wiener Stadtbenutzer adressiert - sich mancher “13 A”- Held manches Bravourstück abschauen könnte ) .

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CHIUSI , CODES & CHIFFREN
Letzten Ende ist der Aufstieg ( fast ) vollbracht und die Rundkirche S. Michele Angelo lockt zum geradewegs vor uns liegenden Endspurt . Linkerhand etwas tiefer die normannisch gestaltete “Porta S. Angelo” .

Was mit seiner modern anmutenden Kargheit , der sparsamen und eklektischen Ausstattung , den im Innnenraum “brach liegenden” Läutwerk zunächst an ein museales Artefakt erinnern mag , stammt sozusagen fast original aus dem frühen 6. Jahrhundert : Über dem Rundbau erhebt sich eine 12- fenstrige Laterne , getragen von je vier Säulen aus drei verschiedenen Sorten Marmor . Kopien antiker Kapitelle .

Grabplatten , Inschriften , später an den Rundbau seitwärts angeklebte Nebenkapellen ( barock ! ) ergeben ein wildes , wengleich doch stets nach irgendwelchen mythologischen oder christilichen Ordnungssystemen interpretierbares Gemisch :

Dechiffrierkünstler bitte vortreten ! -
Ein weiteres Übungsfeld für einschlägig Interessierte stellt die “Fontana Maggiore ” ( 1278 ) beim Palazzo dei Priori dar : Der aus drei Becken mit je differentem Figuren- bzw. Halbrelief- Schmuck bestehende Steinbrunnen gibt ein sehr “humanistisch” geprägtes Beziehungsbild überdeterminierter antik- heidnischer und christlicher Symbole . Von den Interdependenzen der einzelnen Codes ganz zu schweigen -

Als Beispiele ein paar Details aus dem “Bildprogramm” : Die Halbreliefs der untersten Brunnenschale beginnen bei Adam & Eva , deren Sündenfall zum Brudermord c/o Kain & Abel führt , welche - Perugia parallelisiert sich stolz der Ewigen Stadt - zur Gründunglegende von Romulus & Remus führen . Da die menschliche Species dem Sündenfall die Pflicht zur Arbeit “verdankt” , setzen die wie Comix lesbaren Halbreliefbilder mit dem Zyklus der Jahresarbeiten ( “artes mechanicae ” ) fort , je mit den entsprechenden Tierkreiszeichen versehen .

Zum Beispiel : Schlachten im Zeichen des Steinbocks , die Drusch im Zeichen der Jungfrau , Ernte im Krebs , Weinlese - Waage , Keltern - Skorpion . Soweit die niederen , da lebenserhaltenden Künste . Logische Folge : Die “septem artes liberales ” mit Figurationen der Grammatik , Dialektik , Rhetorik ( = Trivium ) , der Arithmetik , Algebra , Musik ( dargestellt an Figur mit Hämmerchen und Glocken ) , Astronomie und - übergeordnet - der Philosophie - Schliesslich mehrere Felder mit Adlern , wahlweise als Symbol der Macht oder als Zeichen der Apotheose & Wiederkehr Christi …

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ARKADISCHE LANDSCHAFT : DAS SCHAFFT KEIN PHOTOGRAPHIER- APPARAT
Mit beträchtlichem Muskelkater und nach üblichem ( siehe : “Route 66″ ) Pique Nique erfolgt nachmittags noch eine Ausfahrt ins Westliche , Richtung Magione , knapp an den Autobahnen vorbei , Möbelhäuser , Autocluster , allmählich schieben sich wieder Hügel ins Perspektiv . Hinauf und immer weiter - Wein begegnet , Oliven und siehe da : Auf tatsächlich JEDEM Hügel ein Steinnest , Ruinen mit Böcklin’schen Zypressenhainen , beschauliche Städtchen , Herrensitze , Pinienriesen … und :
Plötzlich öffnet sich ein Weitblick über den Trasimenischen See … und in|ad|ae|qu|at fehlen auf längere Zeit ebenso die Worte wie der behende Griff zur Kamera . Vielleicht auch eine Form der Erinnerung : Szenarien , Landschaften einfach einmal NICHT zu fotografieren - deren Weite hätte unsere Schmalspuroptik ohnehin gesprengt . Die “Bildrechte” an diesen Arkadischen Landschaften sind bei den Malern des Quattrocento besser aufgehoben als im profanen fotografischen Apparat .
Langsames Heim- und Hinaufzuckeln , wie stets mit Zwischenstopp beim lokalen Coop : Wer hat je schlauchdicke Fisolen gesehen und Baseball- Handschuh- grosse Paprika ? |||
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