Reiseprojekt Lydia Mischkulnig: Reise ans Licht

Exposé, gekürzte Fassung

Auf dieser literarischen Reisereportage soll der Frage nachgegangen werden, ob die plötzliche Transferierung von einer Lebenskultur in die andere, zweier mir bekannter MigrantInnen der zweiten Generation, integriert von ihren Eltern und deren Weltbildern, trotz der Einstiegsmöglichkeit in das Leben als Einheimische in Wien, zu einer Persönlichkeitsstörung führten und ob das Trauma, der Bruch aufgearbeitet werden kann – beispielsweise durch eine literarische Reise. Die Familienbeziehungen gestalteten sich aufgrund der Geschichte und der auferlegten Zwänge als traumatisierend.

Der Versuch des Verstehens der Lebensbefindlichkeit einer jungen Wienerin aus Polen, 25 Jahre, und einer weiteren 22 jährigen Wienerin, deren Eltern Österreicher/Südafrikaner (also weiß/schwarz) sind, führt auf Reisen an die Herkunftsorte und in das Innere der psychotisch fragmentierten Landschaft der Protagonistinnen in Verbindung mit dem geografisch nachvollziehbaren Lebensweg.

Mind Map und Map. Der Reporter ist dazu in der Funktion als Begleiter in die Erinnerung und gleichzeitig Anverwandler von Welt vorstellbar.

Welche Form internationaler, intergeschlechtlicher, interkultureller und ev. interethnischer Beziehung wird sich als Text herausbilden?

Unterschiedliche Lebenslagen und Perspektiven von 2 jugendlichen Österreicherinnen, mit elterlichem Österreichisch / Nicht-Österreichischem Migrationshintergrund und Genese, werden erforscht und die Selbstbilder als veränderbarer Entwurf nachvollziehbar gemacht. Das Prozesshafte des Verstehens bis hin zu den peripheren Einflüssen, und den Brüchen in der als zerrissen empfundenen Vergangenheit, die die Biografie der Protagonistinnen so intensiv prägen, dass sie die Störungen, Ungeklärtheiten, den Zwang zur Migration durch die Eltern, mit Krankheit zu heilen versuchen, soll durch die Reportage zu Tage treten können.

Die Reise ins Ausland wird nach Polen führen, in die Nähe Krakaus, und nach Südafrika in die Nähe Kapstadts, die Reise ins Inland in die psychiatrische Station, wo interkulturelle Psychotherapie längst Realität ist und das Verständnis vom Menschen im Hier und Jetzt vertieft.