wespennest | Friederike Mayröcker : “différence zwischen o.T. und titellos” – Stadien eines Gedichtes

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Salon Littéraire | Friederike Mayröcker :

“différence zwischen o.T. und titellos” - Stadien eines Gedichtes

Eine Zeitschrift , ein Themenschwerpunkt und ein Gedicht : Für das dem Thema “[ohne Titel] – zu einer Archäologie des Unveröffentlichten” gewidmete Heft der Zeitschrift “wespennest” hat Friederike Mayröcker zwei Gedichte verfasst . Eines davon dürfen wir in|ad|ae|qu|at dank der Überlassung handschriftlicher Skizzen- “Zettelchen” im Werden und im Gewordenen dokumentieren .

01 Friederike Mayroecker différence zwischen o-t und titellos ( click to XL )

02 Friederike Mayroecker différence zwischen o-t und titellos ( click to XL )

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Friederike Mayröcker

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Der Themenschwerpunt “[ohne Titel] – zu einer Archäologie des Unveröffentlichten” ( wespennest 158 , 2010 )

Das von Michael Hammerschmid edierte Dossier zur Titellosigkeit führt in literarischer sowie in diskursiver Rede mitten in den Raum künstlerischer Produktion , welche , als in Entstehen Begriffene noch namenlos ist , zugleich potenziell dem Idealen eines unendlichen Textes nahetritt . Nicht zufällig wählen Franz Josef Czernin und Michael Donhauser vegetabile Bilder , um den Prozess des Aus- Sich- Entwickelns von Dichtung zu signalisieren .

Wie schwer es nicht selten um das reale Leben angesichts einer langwierigen und skrupulösen Arbeit am Text bestellt ist , reflektiert Richard Obermayr in einem geduldigen Gespräch mit der Lektorin Angelika Klammer : zehn Jahre waren nötig , um die Agonie einer Familie ungewöhnlich bildereich in Zeitfalten zu legen ( Das Fenster – Jung und Jung 2010 ) . Ein so lang andauernderSchreibprozess verträgt sich freilich ebenso wenig mit den Usancen des Marktes wie Lászlo F. Földényis Vision eines im Titellosen verharrenden Buches : hier stünde der Text “für sich selbst” und würde sich der üblichen Kategorisierung entziehen .

Jenseits der Klassifikation fokussieren Andreas Bernards Kurzprosastücke einen Blick auf den Alltag , der scheinbar Nebensächliches auf den nicht weiter benennbaren Punkt bringt .

Indem das Dossier “[ohne Titel]” en passant einige erhellende Blicke auf die Rückseite des “publish or perish” wirft , gibt sich manche Lust am Intransitiven zu erkennen und stellt damit die üblichen teleologischen Ziele des Abschliessens und Veröffentlichens in Frage . Nicht jedes künstlerische Unterfangen zielt auf das berühmte “fit to print” .

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