Salon Littéraire | Hartmut Abendschein :
ANNA – ( Bibliotheca Caelestis ) : Metadaten – Vollversion
( kumuliert, dedubliert )
VORBEMERKUNG : Die Erzählung “Anna” ist eine der zwei “embedded narrations” in dem sonst nicht-linear organisierten Tiddlywiki- Roman bzw. Hypertextexperiment “Bibliotheca Caelestis“.
Ein Schriftsteller, Benedikt, arbeitet darin an seinem Zweitling. Trotz der Bedenken seines Agenten Röhrling, lässt er sich nicht davon abbringen, als Ort und Gegenstand seines Schreibens eine Bibliothek auszuwählen. Anna, eine dort Angestellte in unbestimmter Funktion, mischt sich in sein Unternehmen ein. Es beginnt eine Textreise, bei der sich am Ende sämtliche Gewissheiten in Luft auflösen.
Im Volltext der “Bibliotheca Caelestis” findet sich eine Anhäufung von Texten zu einer diskursiven Formation und Ereignissen, tatsächlichen wie fiktiven, sowie Sekundärliteraturen – sämtliche aus ihren Kontexten und Genealogien gelöst. Letztere wurden auch als literarische Quellen rezipiert, um ihnen so etwas wie eine “literarische Aussage” abzuringen.
Sichtbarer Text und die in ihm verborgenen und doch aufgetürmten Materialien sowie ihre fortschreitenden Verknüpfungen werden damit zunächst als negative Arbeit einer historisch-literarischen Diskursanalyse bezeichnet.
“Anna” bietet die Gelegenheit eines konventionellen Lektüreinstiegs rund um das Thema der Auflösung von Schriftkultur und ihrer Speicher. ( Hartmut Abendschein )
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ANNA – ( Bibliotheca Caelestis ) : Metadaten – Vollversion
Titel : Röhrling / Maulwürfe / Die Scherben / Ablegen / Wort & Vita / Trost / Durchs naturhysterische Museum / Bitte warten / In der gleichen Bewegung / Wechsel / Chloride / Wählen Sie bitte die / Fiebertext / Tesla / Im Schatten des Körpers des Kaders / Ainda tem sopa / Nur ein lieblicher Flor / Myomorpha / Einträufeln, puffern / Noshowarea / 0/1 /
Serie : Anna
Seriennummer : 01-21
Haupttitel : Bibliotheca Caelestis
Personen : Benedikt , Röhrling , Studenten , Bibliotheksmitarbeitende , Bibliothekspersonal , Anna , Anrufbeantworter , Verkäufer
Funktionen : Autor , Literaturagent , Zuhörer , Privatier , Erbe , Trinker, Raucher , Vorleser , Kritiker , Fahrgast , Mieter , Subjekt , Benutzer , Student , Angestellte , Auszubildende , Beobachter , Leser , Auszubildender , Auskunft , Erinnernder , Gast , Adressat , Absender , Schriftsteller , Badender , Gastgeber , Besucherin , So-Seiender , Passant , Kundin , Selbstproband , Verliebter , Verliebte , Entführte , Finder , Sicherheitsdienst , Boxer , Weintrinker , Fahrgast, Träumender, Traumbild, Dienstleister , Suchender , Einbrecher , Eremit, Avatar
Orte : Das Treppenhaus (Röhrling) , Die Wohnung (Röhrling) , Die Strasse , Die Strassenbahn , Die Wohnung (Benedikt) , Die Bibliothek , Der Katalogsaal , Spielplatz , Park , Supermarkt , Restaurant , Schwimmbad , Vor dem Haus (Benedikt) , Küche (Benedikt) , Tramhaltestelle , Baustelle , Café , Der kleine Park , Balkon (Benedikt) , Trinkhalle , Shoppingmeile , Internet
Inhalt | Abstract : Benedikt besucht seinen Agenten Röhrling wegen eines neuen Projektes / Röhrling klagt über die Menge eingesandter Manuskripte und über den Literaturzirkus. Benedikt kommt kaum zu Wort, darf dann aber doch etwas sagen. / Benedikt liest Röhrling aus seinem Manuskript vor und erläutert Konzept und Poetik seines Vorhabens. Röhrling findet dieses “unausgegoren” und will etwas “Handfestes”. / In der Bibliothek lässt sich Benedikt unterweisen, wundert sich, stellt erste Recherchen an und ordert viel zu viele Bücher. / Wieder zuhause stellt Benedikt fest, dass er zwar eine grosse Menge Bücher mitgenommen hatte, diese aber offensichtlich nicht für ihn bestimmt waren. Nach einer kleinen Digression in vergangene Schreibarbeiten macht er sich wieder auf den Weg zum Umtausch. / Bei einem Spaziergang wird Benedikt von unklaren Frühlingsgefühlen heimgesucht. Ein Speiseeis weckt Erinnerungen Proustschen Ausmasses und verhindert einen weiteren Fortschritt der Handlung. / Nicht in der Lage einen sauberen Gedanken zu fassen, verlegt Benedikt sein Tun aufs Praktische und lässt sich von den Ergebnissen bibliothekarischer Findmittel inspirieren. Ein reizvoller Band verspricht weitere Impulse, nötigt ihn aber die Wohnung zu verlassen, um diesen von der Bibliothek seines Vertrauens abzuholen. Unsicherheiten der Existenz und des Verbleibs der Schrift stellen einen erneuten Kontakt mit Anna her. / Im Güldenen Falken finden erste Annäherungen zwischen Anna und Benedikt statt. Im Grunde ist nichts weiter Privates über die beiden zu erfahren. Auch gelangt Benedikt nicht zu den buchbezüglich gewünschten Informationen. Allerdings macht er in einer kurzen Abwesenheit Annas Bekanntschaft mit einem seltsamen Medium. / Am anderen Morgen entdeckt Benedikt einen ihm untergejubelten, mysteriösen Brief von Anna, die ihn um ein weiteres Treffen bittet. Benedikt ist aber zunächst sehr beschäftigt an seinem Roman zu arbeiten, für den er nun eine entsprechende Ordnung und Struktur gefunden zu haben glaubt. Inmitten seiner Forschungen erreicht ihn ein Anruf von Anna, der bald unterbrochen wird. / Benedikt gönnt sich eine kleine Wellnesseinheit im nicht allzuweit entfernten Schwimmbad. Im anderen Element reifen und weitern sich Überlegungen und Entwürfe zu seinem Romanvorhaben. Sein Körper scheint allerdings nicht mehr so gut im Schuss, wie er nach etwas Bewegung feststellen muss. Anna taucht unerwarteterweise bei ihm auf und lädt sich ein, die schlechtbestückte Minibar vollends zu leeren. Wird aber, wo es doch schon fast gemütlich war, von einer angeblichen Freundin abgeholt. Benedikt stemmt sich mit Wadenkrämpfen an die Wand. / Benedikt gräbt sich in seiner Wohnung ein und macht dieses und jenes. Erst ein anonymer Brief mit einem kryptischen Katalogisat und anderen Unklarheiten reisst ihn aus seiner Schaffenslethargie und vermag Impulse zu geben: sich zu reinigen und das Haus zu verlassen … in Richtung Bibliothek. / Auf dem Weg zur Bibliothek sieht sich Benedikt inmitten des Stadttrubels einem epiphanischen Erlebnis ausgesetzt. Die Stadt als Text legt sich mit aller Macht über ihn und übt Beihilfe in Sachen Realitätsverbreiterung durch sensorischen Overkill aus. Noch ganz benommen steht Benedikt in einer Bäckerei Anna gegenüber, die sich gerade eine kleine Mahlzeit beschaffen will. Die beiden ziehen weiter in ein Pärkchen und teilen ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit abstrakten Bibliotheken. Überhaupt: mit Abstraktivität. / Ein von Benedikt in dessen Wohnung veranstaltetes Experiment im Selbstversuch, zu dem er von Anna angestiftet wurde, glückt und vergewissert diesen über die Stossrichtigkeit seiner und Annas geheimer Grundlagenforschungen. Aufgeregt begibt er sich erneut in den kleinen Park, der ihm und Anna zum abhörsicheren Austausch ihrer Erkenntnisse dienen soll. Tatsächlich kommt es zu einem Treffen der beiden, einer freudigen Feier über ihren gemeinsamen Teilsieg gegen die Gegentheorie. Auch: einem beinahe erotischen Intermezzo. Nach einer kurzen Abwesenheit Benedikts allerdings, ist Anna verschwunden und alles deutet auf eine Entführung hin. / Röhrling vermag Benedikt telefonisch etwas zu beruhigen. Benedikt besinnt sich auf seinen Sinn fürs Praktische und will die Hinterlassenschaft Annas, ihre Tasche, in der Bibliothek abgeben, findet diese aber bei seiner Ankunft in chaotischem Zustand. Aufgrund einer technisch-elektronischen Störung befindet sich der Bibliotheksbetrieb in einem unkontrollierbaren Zustand. Benedikt wird im Tohuwabohu fälschlicherweise als Dieb eingestuft, kann sich aber einer Festnahme durch Angestellte und Sicherheitskräfte entziehen. / Röhrling lädt Benedikt zu einem Umtrunk ein. Dabei stellt er interessante Theorien zur Analogie der Wein- und Literaturwelt vor. Benedikt fühlt sich etwas unter den Tisch getrunken, lamentiert über dieses und jenes und sieht sich am Ende durch die Zweifel Röhrlings an diesem und jenem in Bedrängnis gebracht. Röhrling gibt ihm eine Warnung mit auf den Weg … / Auf dem Heimweg fühlt sich Benedikt noch durstig, zieht es aber vor, nach der enttäuschenden Besichtigung einer Bar, es sich doch zuhause gemütlich zu machen. Nach etwas Lektüre geht er zu Bett und fällt – wie es scheint – in einen traumreichen Schlaf. / Noch ganz benommen und verwirrt von seiner Nacht mit Anna und ohne gültiges Zeitgefühl zieht es ihn – auch wenn die Motivation selbst nicht transparent wird – in die Bibliothek. Dort scheint er gerade in eine Umbauphase zu platzen. Der Katalogsaal ist nicht wiederzuerkennen. Und vormals klar organisierte Räume und personelle Verbindlichkeiten sind neuen Dienstleistungs- und Überwachungsstrukturen gewichen. Benedikt sieht sich in einer ersten Orientierungsphase überrascht. / Auf der Suche nach Anna gerät Benedikt in den Einflussbereich der Einkaufsparadiese. Er kann den Anpreisungen widerstehen, findet allerdings auch dort nicht erhoffte Informationen zu ihrem Verbleib. Eine vorübergehende Verstaubung seiner Augen nach einer Baustellenpassage gibt ihm einen kurzen Einblick in ein System ohne System. Diesen Effekt versucht Benedikt später zu Hause und unter kontrollierten Bedingungen zu simulieren. / Benedikt fabriziert in einer Klausurphase und unter Einsatz experimenteller Techniken ein Textdossier, das er nun Röhrling zeigen möchte. Röhrling ist in seiner Wohnung nicht anzutreffen, doch Benedikt kann sich dort Zugang verschaffen. Einige in der Wohnung herumliegende Schriftstücke weisen auf sehr seltsame Arbeitspraktiken Röhrlings hin, ja, stellen grundsätzlich Person und Existenz Röhrlings in Frage. / Benedikt macht es sich so richtig gemütlich in seiner Wohnung und richtet sich darauf ein, diese für lange Zeit nicht verlassen und auch keine Menschen treffen zu müssen. Sowohl Röhrling als auch Anna spielen in seinem Leben keine Rolle mehr. Und auch er selbst überantwortet sich bald den vielfach praktischeren Möglichkeiten digitalen Seins. /
Schlagwort | Thema : Landschaftsbild , Arbeit , Buchprojekt , Wein , Zigarette , Historischer Roman , Literaturwettbewerb , Debütant , delectare et prodesse , Manuskript , Literaturbetrieb , Bibliothek <Motiv> , Zigarette , Daniil Ivanovic Charms <Fälle> , Kleine Formen , Spekulative Bibliotheken , Gottfried Wilhelm Leibniz , Narrativik , Freimaurer <Sprache> , Umzug , Das Schreiben , Arbeitsplatz , OPAC , Ludwig Harig <Schriftsteller> , Information Retrieval , Biographie , Buchausleihe , Diebstahl , Signatur , Register , Theorie des Exzerpts , Theorie des Abschriebs , Eine kleine Geschichte der Ökonomie <Buchtitel> , Frühling , Vater , Kindheit , Prostitution , Auf der Suche nach der verlorenen Zeit <Buchtitel> , theoretische Bibliotheken , Schreibkrise , Suchstrategie , Roman <Motiv> , Erschliessung, Versuch über die Unmöglichkeit einer Ordnung <Buchtitel> , Schreiben <Lyrik> , Schreiben <Prosa> , Das Sandbuch <Jorge Luis Borges> , Brief , Spekulative Bibliothek , Fiktionalität , Wasser , Werbung , Zeitung , Paranoia , Geschichte machen. Quantenphysikalische Thesen zu einer allmählichen Fiktionalisierung unseres Seins <Buchtitel> , Traumtext , Metaphorizität , Stadtleben , Flaneurtum , Charles Babagge <Schriftsteller> , Die Fernleihe , Magnetfeldtheorie , Schädlingsplage , locus amoenus , Unternehmenskommunikation , Betriebsstörung , Fundbüro , Flucht , Spanischer Wein , Degustation , Konkurrenzmärkte , Bibliothekspolitik , Das Schreiben , Die Lücke, die der Teufel läßt <Buchtitel> , Männerphantasien , Dornröschen <Märchen> , OPAC <Interface> , Corporate Identity , Public Surveillance , Zukunftstechnologie , Anonymität , Pseudonymität , Digitalität , Bildlichkeit , Verschwundene Person <Anna> , Schreiben <Legen> , Einbruch , Hausdurchsuchung , Bibliotheca Caelestis <Titel> , Verlagsvertrag , Second Life , Luftbibliothek , Verschwinden
Erzählzeit : Imperfekt , Präs. , Perfekt
Perspektive : Auktorial , Dialog , Monolog , Personal , Ich , Direkte Rede
Kategorie : Einleitung , Passage / Charakter , Passage / Raum , Passage / Text , Passage / Erinnerung , Hauptteil , Schluss
Konzepte : Idealismus , Kosmopolitismus , Das Einzelne , Literaturgeschichte , Zeitgeist , Form / Inhalt , Monadologie , Das Private , Das Abstrakte , Wahrheit , Ordnung , Subjektivität , Existenz , Die Wörter , Die Ordnung , Kontingenz , Aura , Selbst , Différance , Natureingang , Der Name , Das Gefühl , Das Wetter , Das Tertium , Gattungstheorie <Roman> , Individualzeit , Objektivzeit , Possessivzeit , Wahrnehmung , Iterativität , Ordnung , delectare et prodesse , Heterotopien , Schmerz , Flüchtigkeit , Autorschaft , Das Private , Das Unbewusste , Luftbibliothek , Optik , Elektrophysik , Phänomenologie , Schuld , Rationalisierung , Machtkörper , Gedächtnis , Selektion , Sichtbarkeit , Traum-Realität , Realität-Traum , Modernisierung , Zukunft , Suchstrategie , Systemlosigkeit , Kombinatorik , Abwesenheit , Virtualität , Materialität
Text-Kontext : http://tinyurl.com/Anna1 , http://tinyurl.com/Anna02 , http://tinyurl.com/anna003 , http://tinyurl.com/anna04 , http://tinyurl.com/anna005 , http://tinyurl.com/anna06 , http://tinyurl.com/anna07 , http://tinyurl.com/anna008 , http://tinyurl.com/anna09 , http://tinyurl.com/anna10 , http://tinyurl.com/anna011 , http://tinyurl.com/anna012 , http://tinyurl.com/anna13 , http://tinyurl.com/anna14 , http://tinyurl.com/anna0015 , http://tinyurl.com/anna016 , http://tinyurl.com/anna017 , http://tinyurl.com/anna018 , http://tinyurl.com/anna0019 , http://tinyurl.com/anna020 , http://tinyurl.com/anna021
Installation ( Bibliotheca Caelestis ) : http://bc.etkbooks.com/

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- ANNA 1 – Röhrling
- ANNA 2 – Maulwürfe
- ANNA 3 – Die Scherben
- ANNA 4 – Ablegen
- ANNA 5 – Wort & Vita
- ANNA 6 – Trost
- ANNA 7 – Durchs naturhysterische Museum
- ANNA 8 – Bitte warten
- ANNA 9 – In der gleichen Bewegung
- ANNA 10 – Wechsel
- ANNA 11 – Chloride
- ANNA 12 – Wählen Sie bitte die
- ANNA 13 – Fiebertext
- ANNA 14 – Tesla
- ANNA 15 – Im Schatten des Körpers des Kaders
- ANNA 16 – Ainda tem sopa
- ANNA 17 – Nur ein lieblicher Flor
- ANNA 18 – MyomorphaANNA 19 – Einträufeln, puffern
- ANNA 20 – Noshowarea
- ANNA 21 – 0/1
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QUELLE : “Bibliotheca Caelestis , Tiddlywikiroman“- ebook @ etkbooks.com sowie @ Deutsche Nationalbibliothek – edtion taberna kritika 2008
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