Archive for the 'sprachbeschau' Category

Lasst mich doch lesen , wo ich will



||| LESE- VOR- STELLUNGEN | KLANGAPPARAT

LESE- VOR- STELLUNGEN

Nicht einmal virtuell gibt die FAZ das Rauschen auf : So gesehen an den Gestaden der sommerlichen Expositur des FAZ- “Lesesaals” , der sogenannten “Lese- Insel” . Weder will ich durch irgendwelche Promis in meinem Leseverhalten gestört werden , noch soll dies auf einer Internet- “Insel”- geschehen , wo der Lärm der Dünung jedwede Konzentration mit sich reisst .

Da helfen auch die animiert aufploppenden Flaschenpostillen wenig : Abstellen lässt sich der Krach jedenfalls kaum mit einem nahe liegenden Klick .

Lese Insel FAZ ( click to XL )

Nicht weniger unbequem hat sich bisher jedweder Lektüre- Versuch in der Hängematte erweisen , wie sie - sklavisch nachgetippt vom Medienticker - das Bücherblog des Bayerischen Rundfunks in verstrickender Regelmässigkeit empfiehlt .

Lesen , pardon , ist für Unsereins Lebensinhalt und wir nennen es Arbeit : zu vollziehen nicht ohne eine ganze Reihe von Paraphernalien , wovon Brille und Bleistift noch die harmlosesten sind . Mach’ das mal zwischen den stets verdrehten Maschen des angeblichen Ent- Spannungs- Netzes … Ohne blaue Flecken , schlimmen Verwicklungen und dem unablässigen Absturz unverzichtbarer Utensilien ist dies ( einen Garten vorausgesetzt ) noch nie gelungen .

Lese Hängematte BR BB ( click to XL )

Jetzt empfiehlt uns auch noch DIE ZEIT , Kafka in die Disco zu nehmen , wahlweise auch an aschfahle Gestade .

Lese DISCO ZEIT ( click to XL )

Tut Eure Arbeit , liebe Feuilletons - rezensiert , interviewt , kritisiert , empfehlt : Aber lasst , bitte sehr , das Originell- Sein in Form von Bildstrecken- , Animations- oder Kunstfotografie- Gimmicks beiseite …

… und uns … in Ruhe … lesen : Wie und Wo wir wollen .

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KLANGAPPARAT

Schon lange keine Song- Formate im KLANGAPPARAT präsentiert . Diese - im besten Fall - literarischen unter den Pop- Formen stellen ja auch czz-hoerempfehlungnicht gerade das Parade- Material der creative commons- Netlabel dar . Mit Schmitz & Niebuhr aka Wilfried “Willi” Schmitz und Klaus Niebuhr ( MySpace ) sind wir nun aber auf ein dem rheinischen Köln entsprungenes Duo gestossenn , das seine zwischen 2002 und 2004 komponierte Klangware nun dem höchst sympathischen Netlabel der kleine grüne würfel zur Verfügung stellt . Zarte , durch leichte arhythmische Ausfälle bezaubernde Stücke ohne Prätention , zugleich aber auch ohne aufgesetzte Naivetät . Für unsere in|ad|ae|qu|ten Begriffe wäre “Orgelqualität” dem überhypeten “Neon Golden” unbedingt an die Seite zu stellen ! - CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) .

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Reread another - Getrude Stein im Krieg



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Gertrude Stein : Reread another . A Play

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Scene XIX

How can you.
How can you.
Let me lead you gently.
Where to.
Anywhere I want to.
The battle Reader.
How many pictures are sold.
Do you know what discussion is.
Do you know whom a discussion is with.
I am very happy here.
I am much happier than to-day.
Than yesterday.
Than every day.

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A continued story is one that continues when it is begun.

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KLANGAPPARAT

Ein reizvolles Beispiel inter- nationaler , inter- kultureller Kooperation im Zeichen der Produktion elektronischer Musik wird mit der jüngsten Release czz-hoerempfehlungdes Netlabels [ schall ] geliefert : Das russisch- italienische Duo “alexxei n nig” ( MySpace ) variiert die Antagonismen von “Fläche” und “Beat” , um sich peu à peu in leicht dubbigen Parallelläufen einzuschwingen . Die “blow away“- EP ist ergo für Denker wie Tänzer gleicherweise geeignet . CLICK LINK TO LISTEN TO STREAM ( WMP ) .

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Grundnahrung der Phäaken | Textes Trouvés 8



||| NAHRUNG , BASAL | NAHVERSORGER , FANAL | ARCHÄOLOGIE VERBLASSTER NAMEN | SONDERFALL : BONBONS | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

NAHRUNG , BASAL

Nirgends scheint das Reich der Zeichen so üppig zu blühen wie in der Lebensmittelindustrie , deren ‘branding‘ , ‘marketing‘ und Endverteilung ( ‘retail‘ ) .

Im Echtleben der alten Wiener Arbeiter- und Kleingewerbe- Bezirke hat sich dahingegen viel Basales erhalten :

Im besten Fall war und ist drin , was draufsteht …

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[ Lebensmittel , Gemeindebau , Wien 10 ]

… ganz ohne ‘fancy names‘ und ‘labels‘ .

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[ Milch , Wien 8 ]

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[ Einkaufsstube , Wien 6 ]

Allenfalls bürgte der Name des Inhabers oder Fachmeisters im lokalen Umkreis für Qualität .

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[ Fleischhauer , Wien 5 ]

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NAHVERSORGER , FANAL

Der “Tod des Greisslers” , “Kleinhändlers” und “Nahversorgers” - wie oft beschworen , wie oft beklagt von den ökomischen und ökologischen Gegnern der grossen Ketten :

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[ Obst und Grünwaren , Wien 7 ]

Nicht einmal im kaufkräftigen ( und grün regierten ) 7. Gemeindebezirk vermochte sich die köstliche tschechische Gemüsefrau ( inklusive Wein und Honig ) zu halten .

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[ Trösch , Wien 3 ]

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ARCHÄOLOGIE VERBLASSTER NAMEN

Was bleibt , sind heruntergelassene Rollbalken sowie die verblichene Poesie gegenstandslos gewordener Verheissung :

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[ Catering Flora , Wien 3 ]

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[ Konditorei , Wien 3 ]

Da spreche nochmal wer vollmundig von Wien als Enklave kulinarischer Phäaken !

Der Dichter Ferdinand von Saar hatte mit seinen “Wiener Elegien” 1893 dem Gespenst einer seelenlos- hohlwangigen Moderne noch einmal das Bild des sinnenfreudigen Wieners entgegengestellt :

Ja, hier lebt noch das Volk! Hier schmausen die letzten Phäaken,
Denen hohläugige Noth noch den “Hamur” nicht verdarb.
Wahrlich, ihr geht nicht unter, ihr Wiener! Dreht sich auch nicht mehr
An dem Spieße das Huhn - brätelt noch immer die Wurst.
( Ferdinand von Saar , Wiener Elegien , X )

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SONDERFALL : BONBONS

Eine Ausnahmeerscheinung bilden freilich die in allen alten Bezirken gängigen ( und gut gehenden ) Süsswarenläden .

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[ Bonbons , Wien 2 ]

Mit ihrer Dramaturgie der Häufung eines maximalen Assortiments loser wie abgepackter Waren halten diese oft als Familienbetriebe geführten Läden nicht nur einen physischen ‘sugar shock’ parat , ….

Bonbons_Neubaugasse_copyright_Christiane_Zintzen

[ Bonbons , Wien 7 ]

…. , sondern erweisen auch einen visuellen wie verbalen Hang zur Abundanz .

( in|ad|ae|qu|at wird sich zu einem späteren Zeitpunkt dokumentarisch in ein solches Ladenlokal begeben : Der pragmatischen Handhabung des Übersüssen auf der Spur . )

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LINKS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Dass man in Wien nach Mitternacht - zumindest öffentlich - nichts mehr zwischen die Zähne bekommt ausser den Geschmackssachen an den czz-hoerempfehlungWürtelständen , ist legendär . Müssen wir uns halt andere Delikatessen suchen . Und finden diese auch prompt im “Klänge der Nacht“- Mix ( Vol. 6 : 72.48 ) eines der in|ad|ae|qu|aten Lieblingstellerdreher , Tom Larson . Eben ist eine taufrische Lieferung bei Mixotic eingetroffen : Inclusive einiger reizvoller Allusionen an Ennio Moricone … Muss man mehr sagen ? - Go 4 it : Enjoy ! - CLICK LINK TO SEE PLAYLIST AND LISTEN .

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Salon Littéraire | Lisa Spalt : T-U-L-P-E _3 / 3



Literatur @ in|ad|ae|qu|at : Der SALON LITTÉRAIRE als www- Galerie für Bild und Text - Sommerserie

Salon Littéraire | Lisa Spalt : T-U-L-P-E _3

Konnte Tulpes Handeln also gelingen …

 

TULPE_copyright_Lisa_Spalt

Konnte Tulpes Handeln also gelingen - und das aus einer starken Handlungsposition heraus - dann nur unter der Bedienung identifingierenden Erfahrens. Tulpe ist Tulpe, das ja. Aber Tulpe muss wahrscheinlich irgendwann erfahren, was ihr Begriff ist, muss warten, welche ihre Mittel sind, vor allem aber wo und wofür sie steht. Ist Tulpes Erfahrung ihr Leben? Auf der Matritze welchen Wertesystems kann ihr Leben werden? Zählt nicht vornehmlich ihr Erfolg auf dem Gebiet der sanktionierten geschlechtlichen Liebe, zählt für sie nicht vornehmlich, einen Partner abzukriegen, bevor ihre Fortpflanzungsfähigkeit versiegt, bevor ihre Liebe damit zur Perversion wird, um also endlich mit diesem Abgekriegten auf natürliche Weise alt zu werden, während derselbe seinen zweiten Frühling erlebt, seine Fortpflanzungsfähigkeit weiter übt, da seine Liebe immer noch anderweitig benötigt, mit Nachwuchs gesegnet und niemals unnatürlich wird? Tulpe geht, dies alles bedenkend, ran. Sie weiß, sie muss sich so sehen lernen, wie sie von anderen gesehen werden will, und Tulpe siezt sich daher probeweise. Tulpe versucht sich in einem Role Playing Game (RPG) und Sie wird das später unter Identifiktion verbuchen. Weil das nach Lebenserfahrung klingt sagt Tulpe wie andere F-Wörter auch, wenn man sie nur ausreichend beiläufig ausspricht. Ja, auf diese Weise angesprochen, werden Sie einen ganz anderen Bezug zu sich kriegen versichert sich Tulpe. Und sie macht das für ein nicht zu vernachlässigendes Seminary-Sümmchen.

- Tulpe fragt: Soll Tulpe mit Tulpe handeln?
- Darauf SIE: Im Dorf, auf der Hälfte der Länge des Weges vom Gasthaus zum Haupttor nach Wyzima, gibt es eine Bäuerin. Eine Bäuerin ist mit einer Tulpe rumzukriegen.
- Tulpe: Tulpe ist die Identität als Gleichstellung zugunsten Tulpes biographischer Aktion?
- SIE: Tulpe kriegen Sie im Tausch gegen eine Wildblume von einer Stadtbewohnerin.
- Tulpe: Tulpe findet sich also im Blumenhandel?
- SIE: Im Tausch von Leiche, an Kreuzung liegend.

Ungefähr auf diese Weise schließt Tulpe ihren Ausflug in die Virtualität ihres Charakters ab. Sie wird bei ihrer Tulpenfindung womöglich über Leichen gehen müssen und so weiter und so fort, eben anstatt von anstatt. Das Feld der Identifingierung sagt Tulpe das ist der freie Markt. Asbach uralt brüllt Tulpe, schleudert sich mit armwerfender Geste aus sich heraus, sie kann sich noch währenddessen als absolut peinliche Geste erfassen. Yes, Tulpe weiß, wie man den eigenen Mundgeruch mit der vorgehaltenen Hand testen kann, sie wendet dieses Feature auch an, da es nach dem letzten Ausruf so penetrant zu stinken scheint. Ach, Tulpe hatte eben etwas ganz anderes zu werden vorgehabt. Sie stellt ihren Handlungscharakter leider nur genau so fest, wie es Ihnen, wie sie sagt, gerade so passt. Ja, Tulpe war ja gerade noch ganz auf Renergie Morpholift Repositioning eingestellt, auf Kreuzungen von Darwin-Hybrid-Tulips und auf all sowas, aber warum eigentlich nicht, wenn Sie es nun mal so wollen, blablabla. Und ab. Mit Abbrev. Viatur Trav. Zweig. JPG […] Und am Ende gerädert raus beim Hotel Tulpe in Halle, Ecke Kaulenberg/Alte Promenade, oder beim Hotel Tulpe am Fuße der Hohen Salve in Tirol bzw. im Golden Tulip all over the world und das gleich all inclusive und das all noch zu definieren et cetera. Im Vorgarten jedenfalls jetzt schon Haltung als zaghaftes Zuhausegefühl, als Green des Stängels in Stammzellen geliebt, als Wollen den Charakter beschäftend et cetera … Eine Tulpennatur sind Sie! (We so usually talk about a tulip, when a woman presses her vagina against the face of an unconscious man, you understand?) Oh, customize your avatar before hitting the virtual dancefloor. Bitte was? Na, dank recht schön, Freud, für diesen Zimmersymbole erschließenden Tulpenschlüssel. Dann also mal alle Bäuerinnen anklicken, die da so rein- und rausgelaufen kommen! Rein und raus, alter Hut! Überhaupt, Tulpe will sich wirklich unbedingt ein wenig Identität einhandeln, richtig old fashioned, das Pflänzchen. Tulpe war überhaupt noch nie die Bäuerin. War ja noch nie WIZIMA Treuhand, Dietlikon, Bettstenstraße 11 gewesen, aber warum nicht? Hängt doch alles zusammen, sind doch alles mögliche Relations!

(Definition: A tulip is a special type of joint … Eine Tulpe ist eine spezielle Form von Gelenk …
… which looks like a regular joint … das aussieht wie eine reguläres Gelenk …
… but with a sack of marijuana on the end of it … aber am anderen Ende des Dings sitzt Maria Johanna …)

Warum denn aber nicht ein tulipwalker sein? Ein pink-links-liberal-kommunistischer Baum-umarmender, anti-amerikanischer Umweltnazi-Peacenik?

Warum eigentlich nicht ein tulip sniper werden? Rote Tulpe, die mit einem Tommy Gun bewaffnet ist. Schießt auf niemanden. Hat eine angenehme Stimme.

Warum aber nicht tulipan? TUEP der versucht, Hare Krishna zu sein, alle verbotenen Substanzen der Welt verteufelt und noch nie in seinem Leben ein Tier gegessen hat.

Und Franz Riepl, IRRE PFLANZE, FARNPILZER, FEZ-PLAN et cetera? Ja, Tulpe findet bei näherem Hinsehen immer wieder Hinweise auf einen geheimen, einfach alles erklärenden Bauplan. Irgendeinen Grundstoff, der sowohl mit dem ständig sein Denken wechselnden Kopf (oder der den Kopf wechselnden wechselnden Bedeckung des Kopfes: Fez, Tülbent et cetera) als auch mit dem Vegetabilen in Zusammenhang stehen muss. Etwas, das noch nicht einmal in Grundstoff und Grundplan ausdifferenziert ist, das allen Verwandlungen zugrunde liegt. Wenn ich gestorben bin sagt Tulpe bin ich allem Anschein nach aus einer Kopfbedeckung entstanden, werde aber Pflanze sein. Warum also nicht?

Franz (16 Daumen hoch, 27 runter): anderes Wort für Profilneurotiker. (Sei nicht so ein Franz, was Deine Größe betrifft, es ist nicht die Größe, die zählt.)

Franzi (8 Daumen hoch, vier Daumen runter): verrückter Arsch, spontane Person, lustig und sensibel, lächelt immer.

Warum aber nicht Mongolin fragt Tulpe imstande, eine mit dem Wort TULPA verbundene Vorstellung als eine Art Produktionsmaschine für Lebewesen zu benutzen. Vergleiche dazu Alexandra Tulipe-Néel: Sie brachte das Wort (the noun) Tulpa um 1920 herum nach Europa, erzählte, sie habe als eine tibetische Nonne (a tibetan nun), die sie geworden sei, die Tulpa eines kleinen Mönchs erzeugt, welcher sich dann allerdings so schnell und so deutlich von ihr abgetrennt hatte, dass sie ihn töten musste. Die Mongolen produzieren Lebewesen sagt Tulpe aus dem Gedanken-Rohstoff, welcher bekanntlich überhaupt nichts kostet, aus ihren inneren Monologen, die sowieso täglich zur Produktion und Aufrechterhaltung der eigenen Konsistenz absolviert werden müssen, Perpetuum Mobile. Und wir dürfen davon sprechen, dass bei dieser Art der - zum Beispiel landwirtschaftlichen - Produktion das Volk sowohl den Rohstoff als auch die Arbeit liefern würde können. Die Tulpa könnte also, zur Erzeugung von essbaren Pflanzen und Tieren angewendet, durchaus ein Ausweg aus der Problematik der Weltnahrungsknappheit sein.

Tulpe, Tulpe wirft Julien Tulipe de la Mettrie die Arme, ein Händeringen zeitgemäßerer Art dieses verblichenen Autors, der um heutige Lesende wirbt Tulpe, klar, sie ist ja die Pflanze Mensch schlechthin. Klar, Tulpes Wurzel ist logisch (natürlich) ein analysierender Verdauungsapparat, welcher das Gehirn ernährt. Ja, ja, da ist ja der Mensch, da ist ja die Pflanze zeigt la Tulipe auf den Kopf hinter seinem Gesicht sehen Sie doch, dass beide - und das miteinander - identisch sind.

Ach, für Sie bin ich doch nur mault Tulpe das Schoßhündchen Natur. PET mault Tulpe, die gewissermaßen zum Inventar des Shops gehört, in den wir zurückkehren, da unsere Natur heutzutage natürlich fließend Englisch spricht, auch wenn sie den Blumentopf im Fenster nie verlässt. Eine bessere Begründung gibt es nicht. Lupe, das Hündchen kläfft unsere Tulpennatur, welche sich zunehmend gegen den Menschen in uns wehrt Sie nähern sich mir auf kolonialistische Weise. Sie dringen schamlos in meine Tulpen-Materie, benutzen meine Tulpen-Rede, welche Sie die Natur Ihres Handelns erfahren lässt, auf die alt bekannte, elegante, schamlos mit großen Tieren wie exotischen Mustern flirtende Art: mild wild. Sie holen mich in Ihre allgemein verständliche Sprache zurück, über Ihren Vintage-Safari-Style. Und ich denke langsam bedeutet die Tulpe, die das Fenster meinem Spiegelbild einschreibt, für mich. Sie sollten beginnen, Respekt vor meiner Natur zu zeigen, ich denke sagt Tulpe ernsthaft Sie sollten anfangen, Ihre Natur zu siezen.

<<Die Niederländische Versicherungsgesellschaft Paerel Leven bietet Tabakkonsumenten bei Pensionsversicherungen einen Rabatt von 20%. In den Genuss der Vergünstigung kommen nur Kundinnen, die glaubhaft machen können, dass sie weit wenigstens fünf Jahren mindestens 10 Zigaretten täglich rauchen. Die Raucherinnen können so ihre Lebensjahre (laut Statistik ca. 8 Stück davon) direkt gegen bares Geld eintauschen, das ihnen während der verbleibenden Jahre genussfördernd zur Verfügung steht. Oh, what’s better than roses on your piano ? It’s tulips on your organ …>> (Quelle: Der Standard, 26./27. April 2008)

Hey, sind Sie ein Unkraut-Typ, sind Sie ein Blüte-des-Dingsbums-T-U-E-P? Ja, der Wert des Wesens: eine Frage von Angebot und Nachfrage, nicht wahr? So stellt es sich dar. Ist es ein Glück, dass sich Tulpe von Natur aus relativ langsam vermehrt? Tulpe: <<Die Frage ist, ob das für immer so bleiben muss, ob ich mich für immer so langsam vermehren werde. Bin ich erotischer, wenn ich mich rar machen möchte? Bin ich begehrenswerter, wenn ich außer Kontrolle gerate? Sind Erotik und Kontrollverlust gleichzusetzen?>> Ich möchte wirklich zu gerne wissen, was ich eigentlich sein will seufzt Tulpe nämlich: Soll ich den Underdog geben, geb ich den DINK [1]. Ach, sollte ich mich, um meine Bestimmung zu erfahren, mit der Natur der Acker-Winde identifizieren? Ein kleines Role Taking wäre meiner Entwicklung vielleicht durchaus förderlich. Aber was wird aus Ihnen? Schließlich habe ich mich entrüsten Sie sich während Ihrer nun tatsächlich zähen Entwicklung mit äußerster Mühe in Ihre Natur eingefühlt. Ja, Sie empfinden wahrscheinlich bei dem Gedanken, dass ich - Sie sozusagen mit mir reißend - in jemand anderen schlüpfe, etwas unpassend Sexuelles. Nun, ich, Tulpe, vermehre mich als Acker-Winde über die Blüte, nutze aber, wenn sich die Chance bietet, eben auch die Methode vegetativ, nämlich dann, wenn meine Würzelchen - beispielsweise durch Sie - aufs Gemeinste zerbrochen werden. Und an dieser Stelle kommen Sie mir natürlich mit dem Lustprinzip, fragen, ob nicht, was der Erhaltung der Art dient, irgendwo auch mit einer Lustempfindung gekoppelt sein müsse. Sie fragen sich womöglich, ob Sie nicht sexuelle Handlungen an mir, der masochistisch sich windenden Pflanze, begehen, wenn Sie versuchen, mich durch das Zerreißen meiner Wurzeln zu killen. Ja, ich bin Ihre Rede, ich denke wie Sie. Artübergreifende Unzucht mit dem unmündigen Pflanzenkinde? He, wie alt bin ich eigentlich? Verspüre ich eigentlich Schmerz, wenn Sie mich aus meinem Drecksloch zerren? Und ist dieser Schmerz, falls ich ihn denn spüre, nicht Teil der mir von der Natur gegebenen Lust? Ist dieser Schmerz also tatsächlich Teil meiner Vermehrungssucht? Wäre ich demnach nicht schlichtweg pervers, wenn ich mir eine schmerzlose Teilung in meinen photosynthetischen Träumen erdächte? Na, wie weit ist es denn nun mit unserer Einfühlung her? Werde ich als Acker-Winde eine Chance haben, die natürliche Auslese durch Sie, meine kulturell gebildeten Lesende, zu überleben? Werden Sie mich einfach aussortieren? Es ist doch, ehrlich, das Kreatürliche an mir, die Natur, die Sie stört, meine Fähigkeit, ohne Rücksicht auf Kollateralschäden zu handeln, Ihre Theorie ohne Gewissensbisse vom Markt zu verdrängen, mir die Grundlagen Ihrer Tomatenzucht einzuverleiben, bevor Sie noch Tomaten pflanzen konnten.>>

(Und so interpretieren verschiedene Weisen von Aufblühen und Verwelken die Bewegung von Tulpes Spazierengehen, stoppt der Blickfang des Fächer-Ahorns Tulpes bewegliches Sehen, deutet das Um-die-Wette-leuchten winterlich zitternder Beeren den Lauf des Pumas auf Tulpes Cotton-Cat-Tee-Shirt, und mit starren Halmen setzt das Riesen-Pfeifengras kupfergoldene Akzente …)

Und Tulpe, respektive Ihr innovatives Wrinkle Restoring System, Reproduktionskapazunder, vor allem wirksam als Concentrate Night Pearl-Dings, lässt Weizenfelder im Bagel wogen, lässt trockenes Holz knistern in braunem Tütenpapier, überm Tulpe-Kamin klickt die Bambusdeko, und sie klimpert - welches Wort wäre hier wohl angenehmer? Ach, nichts kann Sie besser regenerieren als eine ordentliche Portion Natur! Baumwollgewebe von der Materie ziehen, Fett von Fleischfaser-mjam-mjam trennen, und Tulpe produziert sich, Sie schmückend, als Dichternarzisse im naturidentischen TPU-(möglicherweise also thermoplastischen Polyurethan-Dingsbums, hm, Texin-)Outfit, darauf ihr zartes Frühlingsparfum, verduftend zwischen Holzimitat-Objekten rund um Ihren, ihrer selbst sich bewusst werdenden Körper, wow, und der vertieft sich, um Ihnen zu gefallen, in seine Selbst-Organisation, befördert mit Handwörtern kontrolliert biologisch gezüchtete Pflanzen aus Bananenblättergebinden in den lebendig sich fühlenden Innenbehälter, und als Wurzeln in der eigenen Natur wird eine pflanzliche Nahrung begriffen, als Karottenschnitzel, als Rettichstreifen. Man sprießt Tag für Tag aus der Schwarzwurzelscheibe, den Rotkrautschnipseln, den Zwiebelringen, generiert sich aus unscheinbaren Maisgarnituren, gedeiht im Umrührstäbchen Ihres Kaffeebuschprodukts, als gummierte Zellulose der Speisekarte, edel in geblätterte Esche gebunden, als Kokosnuss, Mango und Lychee in 2-Euro-und-10-Cent-Saft-Form, Pflaumenwein (kann in Gestalt von 3 Euro 30 die Besitzerin wechseln), und Sie übersetzen Curry mit Gemüse in sich selbst, und Tulpe nennt Sie einen bombastischen Tag am Strand des indischen Meeres, und die geht da rein als Ihr Denken wie das Futter in den Handschuh, geht rein wie ins Heimtextilienparadies, Taborstraße 18, Wien, zweiter Bezirk, und dann neuerlich Links, neues Nadelöhr …

Hallo, Man schreit Tulpe. Wo Sie einmal ihr Denken besaßen, haben Sie jetzt mich. Schön, mit Ihnen intimer zu werden! Sie machen sich ja langsam sehr selbständig. Sie behaupten ja seit neuestem, Sie verstünden mich nicht? Na, ich bin Ihre Natur, sonst nichts. Und wie wollen Sie mich verstehen? Sie sind ja nur der Geist, den ich aus nichts als aus mir heraus produzierte. Sie vermögen ja nichts, als Zeichen gegen Zeichen zu setzen. Sie glauben ja, sie tauschten diese Tauschvorgänge gegen gültige Definitionen. Sie definieren ja den Begriff Tulpe simultan als Reichtum und Crash, als Leben, Leichtsinn und Fruchtbarkeit, als Verantwortungslosigkeit, die Istanbul und die Niederlande, als unvernünftigen Umgang mit der Gottesgabe Geld, eine Selbsthilfegruppe von Gesichtsversehrten, den Kampf gegen Drogen et cetera, ja, sogar als die Wahre Tauschaktion Liebe. Nun, erinnern Sie sich? Sie begannen zu fragen wo oder was ist meine Natur. Ich legte ich Ihnen in der Sprache der Blumen eine Tulpe in den Mund, sie zu schmecken, Sie aber schoben Sie sich ins Gehirn. Sie entdeckten zwei antibiotisch aktive Glucoside an mir [2], produzierten daraus vorläufig noch ideellen Gewinn. Hirnhälfte und Zwirn! Ich bin Ihr Tulpengedanke. Ich reproduziere mich als Ihre Gehirnwindung, Ihre Natur, die ich bin.

- Wenn Chandlers Katze, die der Autor übrigens beugt sich Tulpe im Wind für seine Sekretärin hielt, ihre Pfote hochhob und etwas länger betrachtete, dachte seine Frau, das Tier wolle eine Armbanduhr haben. Dieser Gedanke war natürlich ich!
- Die Frau verspürt das natürliche Bedürfnis, teure Schuhe zu kaufen? Diese ihre Natur bin natürlich ich, die sie so handeln lässt.)

<<Sie kommen ja aus Ihren Interpretationssystemen nicht mehr heraus sagt Professor Tulpe. Wenn nämlich eine Person so Professor Tulpe zur Patientin wird, dann deswegen, weil sie - für Europa nicht ungewöhnlich - der Meinung ist, ihre Natur habe sie in ihrem sterblichen Körper eingesperrt. Die Patientin bezeichnet diesen Körper dann gern als ihre sterbliche Hülle, als ein Gefängnis, sie beginnt, endlose Wortfolgen zu repetieren, nennt dieses Geplapper Gebete. Eine Empfindung von Empfindungslosigkeit beginnt bald, von ihren Füßen her aufzusteigen, die Patientin erblickt im Spiegelbild ihren Naturbegriff, unter dem sie - Verschiebung! - eine Anzahl von Schierlingsgewächsen versteht. Schließlich beginnen ihre Gehirnzellen, den Gedanken zu produzieren, derselbe Gedanke könne sich von ebendiesen Gehirnzellen trennen und so deren (ihrer eigenen!) Sterblichkeit entrinnen. Symptome eines Auflösungsprozesses zuckt Professor Tulpe mit den Schultern irrationale Standpunkte, religiöse oder okkulte Themen, exzessives Schreiben ohne Bedeutung, Berührungen verweigert, Anzeichen für die Ersetzung von tätigen Gehirnzellen durch den bestehenden, stehenden Text, Katatonie. Sollte die Patientin in diesem Stadium ihren Körper, den sie zunehmend von sich abzutrennen versucht, indem sie ihn Natur nennt, noch länger dazu benutzen, ihn mithilfe seiner selbst mörderischer Absichten zu beschuldigen, wird der Körper beginnen, sie tatsächlich zu töten. Fesseln des Stoffes ruft Tulpe Schlingen schwerer als sein Gelingen, von den Nerven springende Darmbewegung, Horrortipp, Klick … Den mörderischen Gedanken in letzter Sekunde loswerden zu wollen, nützt allerdings dann nix. Das Gift der Reflexion hat bereits vor zu langer Zeit das Zwiebeln riechende Fleisch vom geschwungenen Wort jeder Tulpe getrennt. Es bleiben Handlungen an Namen von Pflanzennamen, Handlungen an nicht existierenden Gegenständen, mit abwesenden Menschen, mit Ursachen in Form von Zwiebelgedanken, Wirkungen am Ort von Tulpenabblättern … >

… und dann starben Sie also, Sie richtiges Lesewesen, Sie unbekannte Art, falscher Sammelbegriff für einzeln Bleibende. Ihr Serienmord erzeugte auf unzulässige Weise die Gruppe der Tulpenopfer. Und so ging ich hin, um deren Geschichte zu schreiben, ging mit Fortschreiten der Story auf meiner, sich in die Vergangenheit der bekannten handelnden Personen verzweigende Spüre zurück, ein Lügehen, klar. Tulpe Killer, Tulpe Gift! Mensch, das konnte doch kein Mensch gewesen sein! Tulpe tat doch keinem Menschen was zu Leid. Dann die Notiz, das Indiz, unterstrichen vom deutenden Index: Tulpe sprach Sie als Raymond Chandlers Katze an. Tulpe sprach Sie an als Raymond Chandlers Perser, na klar! Mit dem Instrument der Vertauschung war die Lösung zu produzieren. Denken Sie nach! Für Katzen kann der Genuss von Tulpen durchaus tödlich sein!

Epitaph:
Die geotrope Begabung der Tulpe erfasste einst den kochenden Mittelpunkt der Erde als UNTEN / OBEN die wartenden Schalen telegraver Sterne, Häute von der Erde aus betatscht. Das Wurzeln bohrte nach dem so genannten Herzen mit dem Finger der Hand um das Streben nach Fassung einer um Lichtjahre entfernten universal wirkenden Metapher. Erst, wenn Tulpe tot IST / WIRD: Zwiebel (in der Erde LIEGEN / im Himmel allerdings SEIN. (Fffft!)

(Eine einzige 600-Grad-Lampe illuminierte Tulpes New-York-Art-Star-Status/wir sagen Tulpes New-York-Kunststern-Standort: Ist Tulpes Sperma 100 000 Dollar wert?)

He, kommen Sie auf den Teppich! Tulpe ist im Himmel. Tulpe ist Geschäftsführerin im HANDY PARADIES, Wien, Neulerchenfelderstraße 21, 16. Bezirk. (Wow, wie die überrollte Handtasche mehr als der tote Körper selbst berührt - denkbar: weil sie der Auflösung des Bewusstseins in den Gegenstand der toten Natur ein Bild gibt?) Na, wollten Sie nicht endlich das nächste Level erreichen? Haben Sie denn gar keine Sehnsucht danach, einen abgebrochenen Kontakt aufzufrischen? Wählen Sie TelUP, das luxemburgische real free Internet, the new inspiration in telephony! Es berät Sie Maude Fettmann, Boulevard Royal 3. He, hören Sie endlich auf, für Gespräche zu bezahlen! Hören Sie endlich auf, von Tulpe nur zu lesen! Hören Sie Tulpes Stimme live, hören Sie, wie sie mit sich selber spricht, hören Sie sie jetzt! Kommen Sie rüber zu Tulpe, in ihre neue Fernsprech-Welt!

TULPE_copyright_Lisa_Spalt

[1] - DINK = Double income, no kid.
[2] - Siehe Rudolf Tschesche, Friedrich-Johannes Kämmerer und Günter Wulff vom Institut für Organische und Biochemie der Universität Bonn: Über Glykoside mit lacton-bildendem Aglykon, II. Über die Struktur der antibiotisch aktiven Substanzen der Tulpe (Tulipa gesneriana L.).

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Lisa Spalt

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Franz Mon - Sichtbare Sprache



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BEVOR ES SCHWINDET

Franz Mon abstrakt

[ Franz Mon : abstrakt ]

Im Zeitalter von Photoshop , After Effects sowie des ubiquitären Layouts eines durchdesignierten Alltags scheint die “visuelle poesie” der fünfziger bis siebziger Jahre längst gegessen . Anders und nach einem Diktum Elfriede Gerstls formuliert : Seit den sechziger Jahren sahnt speziell die Reklame systematisch die Erkundungen und Experimente der Avantgarden ab .

Im Kontext des “Radical Advertising” - wie im NRW- Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf bis 18. August zu sehen - sieht die klassische Avantgarde oft “alt” aus . - Um die Verfasstheit des jetzt scheinbar so Selbstverständlichen zu erkennen , ist ein ‘back to the roots’ unabdingbar .

Das hat weniger mit Kunst- Nostalgie oder einer Verklärung des “Avantgarde”- Begriffes zu tun als mit der Sicherung eines vorgängigen Quellcodes , dessen gefällige Interfaces unsere Zeitgenossenschaft illustrieren . Dies betrifft optische Gestaltungen ebenso wie akustische : Wer die frühen Artikulations- und Mundhöhlenerkundungen Franz Mons oder Henri Chopins einmal wahrgenommen hat , wird sich von neuerdings als “radikal” verbratenen Sound- , Kunst- und Musikdarbietungen weniger beeindrucken lassen . Beziehungsweise wird in den Stand gesetzt sein , diese historisch zu kontextualisieren und kulturgeschichtlich zu verorten .

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ZU SEHEN : IN ERLANGEN

Franz Mon Hommage A Karl Valentin

[ Franz Mon : Hommage à Karl Valentin ]

In Korrespondenz zum Erlanger Poetenfest wurde in der Städtischen Galerie die Ausstellung “Franz Mon – Sichtbare Sprache | Verbale , visuelle und akustische Texte” eingerichtet :

Franz Mon, 1926 in Frankfurt geboren und bis heute dort lebend, gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Konkreten Poesie. Er schreibt verbale, visuelle und akustische Texte. Seine visuellen Arbeiten wurden seit 1963 in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, u.a. auch 1970 auf der Biennale in Venedig, gezeigt. Die retrospektive Schau zeigt Arbeiten aus allen Phasen und Bereichen seines Schaffens, darunter viele Arbeiten, die hier erstmals öffentlich zu sehen sind. Gezeigt werden u. a. die Mappenwerke ‘Makulatur’ und ‘Knöchel des Alphabets’, Arbeiten aus den Serien ‘Doppelporträts’, ‘zentrierte Collagen’ und ‘versalcollagen’, eine Auswahl aus den ‘Schreibmaschinentexten’, den ‘ideografischen Texten’ und den Schreibtexten ‘Papiergüsse’, Textfahnen und Textplakate, Diaprojektionen und akustische Installationen, ausserdem Bücher und Buchobjekte.

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ZU HÖREN : WÖRTER VOLLER WORTE

Franz Mon vetri

[ Franz Mon : vetri ]

Heute , 29. August , 19 Uhr , Markgrafentheater, Erlangen : Lesung Franz Mon und Gespräch mit Klaus Ramm

Für Franz Mon ist die Sprache ein offenes Gelände für künstlerische Grenzüberschreitungen in alle Richtungen: Sein Werk ist eines der konsequentesten, weiträumigsten und auf untergründige Weise bis heute einflussreichsten Werke der deutschen Nachkriegsliteratur. Mons Poetik nimmt die Sprache so ernst wie kaum eine andere: ‘Das Realitätsschlamassel ist auch ein Sprachschlamassel’. Im Widerspiel mit den von Franz Mon gelesenen Texten versucht der Literaturwissenschaftler und Verleger Klaus Ramm, der Poetologie von Franz Mon auf die Spur zu kommen.

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HÖREN UND SEHEN VERGEHEN

Franz Mon Mortuarium

[ Franz Mon : Mortuarium ]

Leider schon nach Ende der zeitlich äusserst knapp gehaltenen Schau - 22. bis 28. August ( ! ) wird Sonntag , 31. 8. , um 19 Uhr im Theater in der Garage das HR- Hörspiel “ausgeartetes auspunkten” ( pdf HörDat , 2007 ) aufgeführt . Der einleitender ist freilich filmisch : “Schuhe besetzen ein Haus” ( SR , 1983 ) : Immerhin spricht Franz Mon selbst zur Einführung .

Eine scheinbar ganz einfache Spielanleitung bildet das Gerüst, auf dem die Stimmen der vier Sprecher dieses vom Hessischen Rundfunk 2007 urgesendeten Hörspiels (Eva Garg, Chris Pichler, Markus Meyer und Peter Lieck) alle schauspielerischen Freiheitsgrade haben. Ihre Stimmen „verdichten/verwandeln/verzaubern/vertuschen das Gesagte“. Franz Mon hat das 40-minütige Sprachspiel selbst realisiert. Zwei der vier Premieren-Schauspieler variieren das Hörspiel live unter der Anleitung von Franz Mon. Der Abend wird eingeleitet von dem 9-minütigen Film ‘Schuhe besetzen ein Haus’ von Franz Mon, Saarländischer Rundfunk, Redaktion Kunst und Wissenschaft Klaus Peter Dencker.

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FRANZ MON IM ORF- KUNSTRADIO

Franz Mon sternförmig

[ Franz Mon : sternförmig ]

Als wir im ORF- Kunstradio als erster europäischer Sender mit 5.1- surround- Produktionen ins Studio und auf Sendung gingen , schien es uns angemessen , Franz Mon als einen der Pioniere des stereophonen “Neuen Hörspiels” ( Ende der sechziger Jahre ) als einen der ersten Gäste zu laden . In Parallelaktion zu einem “Radiokunst”- Seminar am Germanistischen Institut der Universität Wien entstand die Produktion “Käm’ ein Vogel geflogen” , wo der damals Achtzigjährige sehr munter das von ihm eingelesene modulare Textmaterial per Joystick durch den Rundum- Raum jagte . Wir servieren die knapp sechzehnminütige Arbeit aus gegebenem Anlass ( und leider in reduzierter Klangqualität ) im heutigen KLANGAPPARAT .

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LINKS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Franz Mon über seine 5.1- Surround- Produktion “Käm’ ein Vogel geflogen” ( Ursendung : 17. 7. 2005 ) für die Reihe “Literatur als Radiokunst” im ORF- Kunstradio :

Ich mache seit über vierzig Jahren radiophone Stücke, die für mich czz-hoerempfehlunggenau so wichtig sind wie die geschriebenen, weil ich ganz früh entdeckt habe, dass meine Stimme mit zur Substanz meiner poetischen Arbeit gehört. Die eigentliche radiophone Arbeit konnte beginnen, als die Stereophonie erfunden wurde – das war in den späteren 60er Jahren. Seitdem habe ich rund 14 Hörspiele machen können, die auf der Basis der Stereophonie zu realisieren waren. Für mich war es ein enormes Erlebnis jetzt, die neue Technik – Dolby Digital Surround – kennen zu lernen und praktizieren zu dürfen. Wir begeben uns da in eine Dimension der Stimmerfahrung und Stimmproduktion, die auch von der Stereophonie nicht erreicht werden konnte, weil ich als Sprechender wie als Hörender in einem akustischen Zentrum bin, das homogen ist mit meiner Stimmleistung und Stimmfähigkeit. In diesem Sinne haben wir das Stück ‘KÄM’ EIN VOGEL GEFLOGEN’ konzipiert und realisiert: ein Stück, das mit den Beweglichkeiten, welche die neue Technik erlaubt, arbeitet und dadurch Stimmqualitäten und Worterfahrungen ermöglicht, die bisher nicht zugänglich waren.

Franz Mon : “Käm’ ein Vogel geflogen” ( 15:44 , MP3 / WMP , Produktion ORF 2005 , Technik : Anna Kuncio )

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