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Alte Schmiede : 3 Aufrufe - 3 Repliken



||| I. VIELE FRAGEN - KAUM DISKURS | II. BRIEF , BLOG , PRESSE | III. IG AUTOREN AUTORINNEN | IV. GAV | LINKS | RELATED | KLANGAPPARAT

I. VIELE FRAGEN - KAUM DISKURS

Alte Schmiede Was tunInstitutionen und Privatpersonen , Mitarbeiter und Gestalter , Musiker und Autoren : sie alle wollen wissen , wie es nach dem Verkauf des Hauses Schönlaterngasse 9 um die künftigen Geschicke der “Alten Schmiede” steht . Mit dem seit über 30 Jahen im Haus Numero Neun situierten “Literaischen Quartier” ( 30 Jahre ) und der “Musikwerkstatt” ( 30 Jahre ) steht freilich nicht nur ein pittoreskes Ambiente auf dem Spiel , sondern das zunehmend rar werdende kulturpolitische Anliegen langfristiger Förderung neuer Kunst im Entstehen sowie im Verstehen seitens des Publikums . Die entsprechende Formulierung der Trägerorganisation “Kunstverein Wien” lautet wie folgt :

Der Kunstverein Wien wurde im Jahr 1972 gegründet und hat gem. § 2 der geltenden Statuten den gemeinnützigen Zweck, Kunst und Künstler sowie das Verständnis für diese zu fördern. Seine Tätigkeit ist nicht auf Gewinn gerichtet.

Langfristige Planung , Offenheit für Unkonventionelles sowie “realistische” Honorare für künstlerische und kulturvermittelnde Leistungen haben die “Alte Schmiede” zu einer für viele Kunst- und Kulturschaffende buchstäblich lebensnotwendigen Institution gemacht . Entsprechend gross ist die Aufregung über eine mögliche Gefährdung von Bestand und Betrieb der “Alten Schmiede” .

Es ist bemerkenswert , dass - seit die Nachricht um einen möglichen Verkauf des Hauses kursiert ( 17. Mai , Der Standard ) - kein nennenswerter Diskurs über das Thema entwickeln will : Dabei geht es um nichts weniger als um die Frage , inwieweit sich die Kulturadministration der Stadt Wien zu Zeiten der Event- und Spektakelkultur zum kulturpolitischen Wert von “Bildung , Partizipation und Entwicklung” bekennt , in deren Geist der “Kunstverein” gegründet worden ist .

Statt statt klar beantworteter Fragen gibt es Protestnoten und unverbindliche Repliken . So brauchte es zehn Tage bis der zuständige Stadtrat auf die dringlichen Fragen seitens der “IG Autorinnen Autoren” sowie der “GAV ” reagierte . Drei Beispiele für “die nicht gegebene Antwort” werden im Folgenden dokumentiert .

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II. BRIEF , BLOG , PRESSE

Alte Schmiede Was tunAm 27. 5. ging ein Mail- Rundschreiben von Seiten des Vorstandes des “Kunstvereins Wien” zur “Information und Erklärung zur Situation der Alten Schmiede” an viele Autorinnen und Journalisten . Unter der dezidierten Erklärung ,

dass sich der Kunstverein weiterhin mit Nachdruck um eine gedeihliche Lösung der entstandenen problematischen Situation bemühen wird, damit der in seinen Satzungen festgelegten Aufgabe, diesen ‘Mittel und Einrichtungen zur Ausübung, Vervollkommnung ihrer schöpferischen Kapazität zur Verfügung zu stellen’, verantwortungsvoll nachgekommen werden kann ,

wurden die Fakten wie folgt dargelegt :

Seit kurzer Zeit hat die Wiener Städtische Versicherung, ihr Generaldirektor Dr. Günter Geyer war 12 Jahre Präsident des Kunstvereins Wien und zeigt sich in der Angelegenheit persönlich engagiert, bekannt gegeben, das Gebäude Schönlaterngasse 9 verkaufen zu wollen.

Trotz mehrfacher Bemühung seitens des Kunstvereins hat eine gemeinsame Problemberatung von Hauseigentümerschaft, Kulturabteilung der Stadt Wien, auf deren Initiative der Kunstverein 1969 gegründet und 1975 in der Alten Schmiede etabliert worden war, und dem Kunstverein Wien bislang nicht stattgefunden.

In spontaner Reaktion verfasste der Wiener Autor Michael Hammerschmid ein flammendes Plädoyer für die “Alte Schmiede als Bleibe” , welches den historischen , symbolischen und gesellschaftlichen Raum der Institution plastisch umschrieb . Ungeachtet dessen , dass die Immobilie inzwischen tatsächlich in neue Eigentümerschaft übergegangen war , publizierte Hammerschmid seinen Essay am 30. 5. auf in|ad|ae|qu|at . Per Brief ging der Text auch direkt an die Wiener Städtische Versicherung . Voriges Wochenende wurde das Plädoyer : Für die Alte Schmiede als Bleibe von der Tageszeitung “Die Presse” abgedruckt .

Dem in Form eines offenen Briefes formulierten Essay fügte die Netz- Redaktion den Hinweis auf die “Antwort von Dr. Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender der Wiener Städtischen Versicherung” hinzu . Zu dumm nur : Der Link führte den ganzen Samstag und Sonntag lang ins Nichts . Online also : keine Antwort .

Alte Schmiede Günter Geyer Vorstandsvorsitzender der Wiener Städtischen Versicherung ( click to XL )

Sehr wohl online ist dahingegen ein Interview mit Günter Geyer über Expansionspläne der Wiener Städtischen im Montags- “Standard” .

Edit : Montag wurde schliesslich auch der defekte Link der “Presse” zur Replik von Dr. Günter Geyer , dem Vorstandsvorsitzenden der Wiener Städtischen Versicherung , “repariert” . Im Volltext :

Sehr geehrter Herr Dr. Hammerschmid!

Herzlichen Dank für Ihr Schreiben, dass Sie mir per E-Mail am 30. Mai übermittelt haben. Aus Ihren Zeilen wird deutlich, dass Sie sich um die Zukunft der Alten Schmiede große Sorgen machen und einen Appell an uns richten, von einem Verkauf des Hauses in der Schönlaterngasse Nr. 9 abzusehen.
Der Verkauf des Hauses Schönlaterngasse Nr. 9 ist eine unternehmenspolitisch notwendige Entscheidung. Die Immobilienpolitik der Wiener Städtischen Versicherung AG Vienna Insurance Group hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Wir investieren heute in größere Objekte, Zinshäuser oder Immobilienfonds. Mit dem Kunstverein Wien besteht ein aufrechter Mietvertrag, der vom neuen Eigentümer übernommen werden muss.
Die Wiener Städtische ist bereits seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Förderin von Kultur und Kunst. Dies ist integraler Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie und –kultur. Dabei stellen wir den Gedanken an den Nutzen für eine möglichst breite Allgemeinheit in den Mittelpunkt unserer kulturellen Aktivitäten, für die wir bereits vielfach ausgezeichnet worden sind. Aktuell unterstützen wir seit Jahren die artothek der Alten Schmiede – im Sinne unserer Förderung der zeitgenössischen Bildenden Kunst in der Österreich. Auf dem Gebiet der Literatur engagieren wir uns seit Jahren für Projekte zur Lese- und Schreibförderung der heimischen Jugend.
Ich selbst war vor einigen Jahren Mitglied im Vorstand des Kunstverein Wien und weiß daher sehr gut, welchen Beitrag der Kunstverein Wien in der Vermittlung von Kunst und Kultur leistet. Ich bin zuversichtlich, dass für die Zukunft des Kunstverein Wien eine konstruktive Lösung gefunden werden kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Günter Geyer
(Vorstandsvorsitzender Wiener Städtische Versicherung AG)

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III. IG AUTOREN AUTORINNEN

Alte Schmiede Was tunAuch die “IG Autorinnen Autoren” hat auf die Nachricht vom ( möglichen | erfolgten ) Verkauf des Hauses reagiert . Zum einen mit der Aktion “1.000 Stimmen für die Alte Schmiede” , zum andern mit den expliziten Äusserungen des Geschäftsführers Gerhard Ruiss , den “katastrophalen Zustand der Wiener Literaturförderung ganz allgemein offensiv thematisieren” zu wollen ( Der Standard online , 2. 6. 2008 ) .

Die Aktion läuft , eine öffentlich “offensive Thematisierung” der Wiener Literaturförderung ist dahingegen ausgeblieben . Mit Ausnahme der Debatte im Gemeinderat der Stadt Wien ( 4. 6. ) , wo Marco Schreuder ( Die Grünen ) den Antrag einbrachte , die Stadt Wien - in Person des Kulturstadtrates Andreas Mailath-Pokorny - solle “sofortige Verhandlungen” aufnehmen , “um die Zukunft der Alten Schmiede zu sichern” . Dieser Antrag wurde “mit der Zustimmung aller Fraktionen angenommen” .

Andreas Mailath-Pokornys Replik auf die Aktion und Äusserungen der “IG- Autorinnen Autoren” wurde in der Samstagsausgabe des “Standard” ( 7. 6. ) wie folgt paraphrasiert :

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny sicherte postalisch wiederum seine Gesprächsbereitschaft mit allen beteiligten Parteien zu.

Genau 21 Tage nach der ersten Meldung zur “ungewissen Zukunft” der Institution : Eine Replik , aber keine Antwort .

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IV. GAV

Auch die “Grazer Autorinnen Autorenversammlung” ( GAV ) hat sich mit einer Bekundung der Besorgnis an Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gewandt . Zehn Tage später erfolgte eine Replik . Mit dem ausdrücklichen Einverständnis der GAV- Geschäftsführung dokumentieren wir im Folgenden den Wortlaut beider Schreiben . Zunächst die Anfrage der “Grazer Autorinnen Autorenversammlung” vom 20. Mai 2008 :

Sehr geehrter Herr Stadtrat,

mit großem Befremden haben wir gelesen, dass die Alte Schmiede als Ort der Literatur bedroht sei. Wir möchten hiermit, im Namen unserer Mitglieder, als die größte Autorinnen/Autorenvereinigung unter dem Dach der IG, hiermit unserer Besorgnis Ausdruck verleihen: Dieser Ort darf nicht verlorengehen. Es ist ein Ort der Begegnung, der Erfahrung, der Möglichkeiten. Zahlreiche Mitglieder unseres Vereins haben im Literarischen Quartier / Alte Schmiede nicht einfach nur Lesungen bestritten, sondern, in bester Zusammenarbeit mit Kurt Neumann, waren Projekte möglich, die es so nie hätte geben können: Symposien, Autorenmonate, usw. Es ist dies ein Ort von besonderem Wert, der dem Austausch unter den Schreibenden ein ganz besonderes Podium bietet und hoffentlich noch weiterhin bieten wird. Die neu hinzugekommene Galerie der Literaturzeitschriften setzt dies auf ganz besondere Art und Weise fort. Das Literarische Quartier soll eines bleiben: Quartier.
Und mit Kurt Neumann. Und dank Kurt Neumann.

gezeichnet: Christine Huber, Gerhard Jaschke.
(Geschäftsführung; im Namen zahlreicher Mitglieder der GAV)

Replik von Andreas Mailath-Pokorny ( Amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft von Wien ) vom 30. Mai 2008 :

Sehr geehrte Frau Huber!
Sehr geehrter Herr Jaschke!

Ich bestätige den Erhalt Ihres Briefes vom 20. Mai 2008 und danke für Ihr Engagement in Sachen Alte Schmiede. Ich teile Ihre Ein- und Wertschätzung dieses Hauses und bin mit Ihnen einer Meinung über die Bedeutung des dort Gebotenen und Geleisteten. Deshalb gibt es ja keinerlei Zweifel an der Fortsetzung der Unterstützung für die Alte Schmiede. Aufgrund der gültigen Mietverträge gibt es auch keinen Anlass, die Existenz der Alten Schmiede als gefährdet anzusehen.

Was hingegen die Aus- und Umbaupläne betrifft, hat sich die Stadt gesprächsbereit gezeigt, diese sind jedoch in der Tat mit dem neuen Eigentümer abzuklären, ehe darüber befunden werden kann. Ich sehe daher weder die Existenz der Alten Schmiede, noch deren Zukunft gefährdet, sondern diese durchaus hoffnungsfroh.

Mit Dank und freundlichen Grüßen,
gezeichnet Andreas Mailath-Pokorny.

Zehn Tage nach dem brieflichen Ausdruck von “Besorgnis” seitens der GAV : Ein Papier , aber keine Antwort .

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LINKS

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RELATED

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KLANGAPPARAT

Dass in|an|ae|qu|at seine besondere Vorliebe für das Netlabel broque bei jeder sich bietenden Gelegenheit verkündet , wird dem geneigten , ja gar manch zufälligem Leser bereits aufgefallen sein . Die Eigenwilligkeit der Tunes , die Der Werte Herr Christian regelmässig aus dem Kosmos möglicher Töne herauszupft , mag dabei ebenso mitspielen wie gewisse Konkordanzen hinsichtlich der Auffassung des elektronischen Lebens . Jetzt , da wir eben unser Ränzlein schnüren , um auf Reisen zu gehen , meldet broque seine Übersiedelung … wenn wir recht informiert sind , dann geschieht czz hörempfehlungdies leider doch nicht , wie einmal erwogen , Richtung Wien . Als vorläufige Abschiedsgabe vor der Resettlement- und Sommer- Pause gibt es nicht nur die mittlerweile 12. Echtvinyl- LP , Good Guy Mikesh & Filburt : “Hypnopoint” , sondern auch eine frische EP ( # 43 ! ) als Damen- und Herrenspende . Getroffen und gefunden wurde der Musiker und Grafiker Ricardo Mestre aka Pseudónimo in Pessoas Lissabon und mit ihm ein musikalischer Mikrokosmos entdeckt , welcher dem genius loci ebenso wenig schuldig bleibt wie den mitunter melancholischen Vorlieben des Labels . Sensitiv elegisch , reduziert auf wenige Harmonien , brennt da ein starkes Licht auf kleiner Flamme : Das Artifizielle ebenso offensiv herausstellend wie die vermeintliche Simplizität , navigieren die fünf Tracks von “Terra Firma” in einer unbesehenen Zwischenwelt , von wo sie sichere psychoakustische Wirkungen mitbringen . Diskrete Eleganz . CLICK TRACKS TO LISTEN : 01. terra firme | 02. outside | 03. a rosy wisp of cloud | 04. no quarto dos pais ( interlúdio ) + tormenta | 05. estória dos dias curtos |||

1.000 Stimmen für die Alte Schmiede - Aufruf der IG Autorinnen Autoren + Update



||| Mit der Bitte um Unterstützung | Unterzeichnung :

AUFRUF DER IG AUTORINNEN AUTOREN : 1.000 STIMMEN FÜR DIE ALTE SCHMIEDE

Alte Schmiede Was tunEiner der renommiertesten europäischen Literaturveranstalter, die Wiener Alte Schmiede, zugleich die älteste kommunale Literatureinrichtung, ist durch einen Eigentümerwechsel mit anstehenden baulichen Veränderungen im Haus Schönlaterngasse 9 konfrontiert, die auch die Büro- und Veranstaltungsräume des Kunstvereins Wien, das Literarische Quartier und die Musikwerkstatt betreffen sollen.

Damit der Kunstverein Wien seinen öffentlichen Auftrag im Sinne der aktiven Künstlerförderung im literarischen und musikalischen Bereich weiterhin in vollem Umfang erfüllen kann, werden durch die von außen kommenden Veränderungen raumtechnische Lösungen erforderlich, die finanziellen Mehraufwand nach sich ziehen und daher budgetäre Maßnahmen von Seiten der Wiener Kulturpolitik dringend notwendig machen.

Die Unterzeichner/innen fordern ein klares Bekenntnis der Wiener Kulturpolitik zur Institution Alte Schmiede und ihrem Standort sowie verbindliche Budgetzusagen der Stadt Wien für die notwendigen Adaptionen und baulichen Maßnahmen.

Unterstützt von:

Erhan Altan, C. Angelmaier, Friedbert Aspetsberger, Dieter Bandhauer, Sylvia Bartl, Elisabeth Bartosch, Sertan Batur, Hellmut Butterweck, Georg Bydlinski, Lucas Cejpek, Ann Cotten, Elfriede Czurda, Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur, Alexander J. Eberhard, Hemut Emersberger, Gustav Ernst, Brigitta Falkner, Bernhard Fetz, Gundi Feyrer, Andreas Fischer, Karin Fleischanderl, Franzobel, Christian Futscher, Clemens Gadenstätter, Petra Ganglbauer, Karl-Markus Gauß, Elfriede Gerstl, Grazer Autorinnen- und Autorenversammlung, Sabine Gruber, Hans Haider, Michael Hammerschmid, Händl Klaus, Josef Haslinger, Hermann J.Hendrich, Peter Henisch, Christine Huber, Roland Innerhofer, Eva Jancak, Gerhard Jaschke, Elfriede Jelinek, Nils Jensen, H. W. Käfer, Ingrid Karl, Christoph Kepplinger, Marie-Thérèse Kerschbaumer, Ilse Kilic, Edit Király, Ralph Klever, Helga Köcher, Franz Koglmann, Johanna König, Traude Korosa, Andreas Kövary, Margret Kreidl, Erika Kronabitter, Michael Krüger, Jürg Laederach, Ludwig Laher, Rudolf Lasselsberger, Benedikt Ledebur, Hubert Lengauer, Michael Lentz, Rudi Lindorfer, Heinz Lunzer, Christoph Mauz, Robert Menasse, Hanno Millesi, Anna Mitgutsch, Florian Neuner, Alfred Noll, Christian Nothegger, Burak Özyalcin, Helmut Peschina, Renate Pittroff, Reinhard Prenn, Doron Rabinovici, Werner Richter, Monika Rinck, Kathrin Röggla, Peter Rosei, Eva Rossmann, Gerhard Ruiss, Brigitte Salanda, Dieter Scherr, Robert Schindel, Ferdinand Schmatz, Eva Schobel, Helmuth Schönauer, Simone Schönett, Heidi Schrodt, Franz Schuh, Rolf Schwendter, Lisa Spalt, Ulli Stecher, Marlene Streeruwitz, Daniela Strigl, Christoph Theiler, Sylvia Treudl, Peter Turrini, Liesl Ujvary, Anja Utler, Günter Vallaster, Alma Valazza, Astrid Wallner, Renate Welsh, Fritz Widhalm, Herbert J. Wimmer, Peter Paul Wiplinger, Hayati Yildiz, O.P. Zier, Christiane Zintzen …

Wien, 3. 6. 2008

IG Autorinnen Autoren
E- mail : ig@literaturhaus.at

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UPDATE : APA , 3. 6. 2008 , 14:11

1.000 Unterschriften zum Erhalt der Alten Schmiede in Wien

Bestandsgarantie des Literaturveranstalters am bisherigen Standort angestrebt - “Jetzt ist die Stadt Wien aufgefordert, etwas zu tun”

Alte Schmiede Was tunWien (APA) - Mit 1.000 Unterschriften - darunter von namhaften Autorinnen und Autoren - soll die Wiener Kulturpolitik aufgefordert werden, eine Bestandsgarantie der Alten Schmiede an ihrem bisherigen Standort abzugeben und ihr die ungehinderte Fortsetzung ihrer Arbeit zu ermöglichen. “Es ist wirklich Feuer am Dach”, zeigt sich der Initiator der Unterschriftenaktion, Gerhard Ruiss von der IG Autorinnen Autoren, gegenüber der APA besorgt.

Die Alte Schmiede gilt als einer der renommiertesten europäischen Literaturveranstalter. Durch einen Eigentümerwechsel ist sie mit anstehenden baulichen Veränderungen im Haus Schönlaterngasse 9 im ersten Bezirk konfrontiert. Diese sollen auch die Büro- und Veranstaltungsräume des Kunstvereins Wien, das Literarische Quartier und die Musikwerkstatt betreffen.

Am vergangenen Freitag wurde das Haus laut Ruiss “überfallsartig” von der Wiener Städtischen Versicherung an einen Wiener Privateigentümer verkauft. Da dieser die leerstehenden Teile des Gebäudes adaptieren und in weiterer Folge vermieten möchte, sind raumtechnische Lösungen erforderlich, damit der Kunstverein Wien seinen öffentlichen Auftrag im Sinne der aktiven Künstlerförderung im literarischen und musikalischen Bereich weiterhin in vollem Umfang erfüllen kann. Wie hoch der finanzielle Mehraufwand ausfallen wird, kann erst abgeschätzt werden, wenn konkrete Umbaupläne vorliegen.

Ruiss sieht gute Chancen auf eine Einigung zur Gemeinschaftsnutzung des Gebäudes, wundert sich jedoch, dass dieses von der Stadt Wien vor dem Verkauf an einen Privatmann nicht in ein kommunales Projekt überführt worden ist: “Jetzt ist die Stadt Wien aufgefordert, etwas auf finanzieller Ebene zu tun.”

Die Ankündigung des heute gestarteten Aufrufs zur Rettung der Alten Schmiede hat dazu geführt, dass dieser innerhalb weniger Stunden bereits von über 100 Unterzeichnern, darunter u.a. Elfriede Jelinek, Robert Menasse, Marlene Streeruwitz und Peter Turrini, mitgetragen wird. Ruiss ist sich sicher, dass “wir die 1.000 Unterschriften in Kürze zusammengetragen haben werden. Diese Unterschriften sollen für die Tausend-Stimmigkeit und Vielfältigkeit der Projekte der Alten Schmiede stehen.”

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